HUMANE WIRTSCHAFT ...mehr als eine Zeitschrift

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Zeitmanagement als Form der Selbstausbeutung – Michael Freuding

Die Kehr­sei­te der Medail­le Zeit­ma­nage­ment als Form der Selbst­aus­beu­tung Micha­el Freu­ding 1. Ein­lei­tung – Die „Gro­ße Erzäh­lung“ Wenn heut­zu­ta­ge von „Zeit­ma­nage­ment“ die Rede ist, löst das eine Fül­le von Bil­dern aus: Man denkt an jun­ge, schö­ne Men­schen, an Apple-Pro­duk­te, Nadel­strei­fen­an­zü­ge, gra­phi­sche Dar­stel­lun­gen von Bör­sen­kur­sen und ande­re Sym­bo­le des beruf­li­chen Erfol­ges. Wer woll­te nicht Mana­ger sein, sich selbst opti­mie­ren, vor­wärts kom­men, eige­ne Zie­le errei­chen? All das klingt ver­hei­ßungs­voll und weckt Erwar­tun­gen, die in der Gegen­wart durch­weg posi­tiv besetzt sind. Die „Gro­ße Erzäh­lung“, nach der wir unser Leben rich­ten, drängt uns zum Glau­ben an die All­macht der Märk­te und ver­mit­telt uns das…

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Generosität – und wie sie unser Leben verändert – Buchrezension von Bernd Guggenberger

Gene­ro­si­tät – und wie sie unser Leben ver­än­dert Buch­re­zen­si­on von Bernd Gug­gen­ber­ger Das so enga­gier­te wie gedan­ken­star­ke Plä­doy­er für Gene­ro­si­tät aus der Feder des Zeit­dia­gnos­ti­kers und poli­ti­schen Phi­lo­so­phen Wer­ner Peters ist kein wohl­fei­ler Empö­rungs­zwi­schen­ruf wider den geist­los-zyni­schen Rou­let­te-Kapi­ta­lis­mus. Vie­le, viel­leicht all­zu vie­le sol­cher Zwi­schen­ru­fe („Empört Euch!“, „Bän­digt den Kapi­ta­lis­mus!“, „Fangt die Bes­tie ein!“) hat es seit Mit­te des ver­gan­ge­nen Jahr­zehnts gege­ben, mal zwei­fel­los von ein­drucks­vol­ler mora­li­scher Stimm­ge­walt, häu­fig aber auch im gän­gi­gen Nör­gel­ton der unver­meid­li­chen stim­mungs­pa­ra­si­tä­ren Empö­rungs­mit­läu­fer. Es fällt uns alle­mal leich­ter zu benen­nen, was uns stört und miss­fällt, als Posi­ti­on zu bezie­hen. Der Autor des hier vor­zu­stel­len­den Buches „GENEROSITÄT…

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Die Sehnsucht nach dem Weltfrieden – Kommentar von A. Bangemann

Die Sehn­sucht nach dem Welt­frie­den Kom­men­tar von Andre­as Ban­ge­mann Dif­fu­se Ängs­te trei­ben immer mehr Men­schen auf die Stra­ße. In Dres­den demons­trier­ten 15.000 unter einer frag­wür­di­gen Flag­ge in bewusst ver­ord­ne­ter Fried­lich­keit. Die damit ver­bun­de­ne Bot­schaft geht tie­fer als die pla­ka­tiv vor­ge­scho­be­ne „Isla­mi­sie­rung des Abend­lan­des“. Den poli­ti­schen Kräf­ten fehlt es an der nöti­gen Sen­si­bi­li­tät für das Wider­stän­di­ge, was zur Fol­ge haben kann, dass sich die Auf­leh­nung stei­gert. Der Natio­na­lis­mus in Euro­pa hat besorg­nis­er­re­gen­de Aus­ma­ße ange­nom­men. Statt der Befas­sung mit den Ursa­chen belas­sen es vie­le Medi­en und Poli­ti­ker bei Beschimp­fun­gen und Belei­di­gun­gen in Rich­tung der Betei­lig­ten an den Demons­tra­tio­nen. Das gilt in Bezug…

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In Gemeinschaft für den Wandel – Leonie Sontheimer

In den Sieb­zi­ger Jah­ren ver­fass­te Micha­el Ende sei­nen berühm­ten Roman über die klei­ne Hel­din Momo. Hin­ter einer Mär­chen-Fas­sa­de birgt die Geschich­te eine tie­fe Beschäf­ti­gung mit dem Finanz­sys­tem und sei­nem Ein­fluss auf mensch­li­ches Ver­hal­ten. In die­sen Mona­ten berei­ten fünf Men­schen einen Doku­men­tar­film vor, der Micha­el Endes Kri­tik an einer wachs­tums­be­ses­se­nen Gesell­schaft auf­greift und die Not­wen­dig­keit für einen Wan­del unse­res Geld­sys­tems ver­deut­li­chen soll. Zu die­sem Wan­del gehört auch die Erpro­bung neu­er For­men der Zusam­men­ar­beit. Mit den Metho­den der Gemein­schafts­bil­dung und des Dra­gon Drea­ming geht das Film­team ers­te Schrit­te in eine Post­wachs­tums­ge­sell­schaft. Die meis­ten Fil­me ent­ste­hen so: Ein Autor geht mit einer Dreh­buch-Idee…

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Rohstoffe – Warum wir von Biosprit und Biodiesel die Finger lassen sollten – Stefan Bringezu

Roh­stof­fe – War­um wir von Bio­sprit und Bio­die­sel die Fin­ger las­sen soll­ten Ste­fan Brin­ge­zu Wer Auto fährt, kennt die Debat­te um E10, jenen Kraft­stoff, der bis zu 10 % Etha­nol aus nach­wach­sen­den Roh­stof­fen ent­hält, und der bei älte­ren Moto­ren zu tech­ni­schen Pro­ble­men füh­ren kann. Für E10 gibt es des­halb extra Zapf­säu­len. Weit­ge­hend unbe­merkt bleibt der oft klein­ge­druck­te Hin­weis auf den Zapf­säu­len für Die­sel, dass die­ser zum Bei­spiel bis zu sie­ben Pro­zent Bio­sprit ent­hält. Dass der Hin­weis kaum zu lesen ist, ist eigent­lich kein Pro­blem, denn er führt nicht zu tech­ni­schen Pro­ble­men bei den Moto­ren – anders­wo kann der Bio­sprit aber…

Norbert Rost - Foto: © Pat Christ
Foto: © Pat Christ
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2014: Das Jahr der Geldwende – Norbert Rost

Als 2011 die Bun­des­re­gie­rung und die Medi­en unter dem Ein­druck Fuku­shi­mas eine Ener­gie­wen­de zur Staats­auf­ga­be erklär­ten, fie­len wir mit unse­rem Ener­gie­wen­de­ver­ein in ein tie­fes Loch. Unse­re zur Ver­eins­grün­dung 2009 selbst­ge­setz­te Auf­ga­be, eine Ener­gie­wen­de her­bei­zu­ar­gu­men­tie­ren, lös­te sich plötz­lich in Luft auf. Der schwer­fäl­li­ge Staats­tan­ker hat­te uns völ­lig uner­war­tet über­holt und unse­re von Enthu­si­as­mus getrie­be­ne Auf­ga­be zu sei­ner eige­nen gemacht. Wir fühl­ten uns auf­ga­ben- und ori­en­tie­rungs­los, zumal nie­mand um unse­re Mit­ar­beit bei der neu­en Mam­mut­auf­ga­be gebe­ten hat­te. Eine ver­gleich­ba­re Para­ly­se ist in der geld­re­for­me­ri­schen Bewe­gung aus­zu­ma­chen, seit­dem die EZB im Juni 2014 erst­mals in der neue­ren Geschich­te Gut­ha­ben­ge­büh­ren auf Über­nacht-Ein­la­gen der Geschäfts­ban­ken…

Helmut Creutz 2013
Foto: Privat
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Vom Hochzins bis zum Null- und Negativzins – Helmut Creutz

Vom Hoch­zins bis zum Null- und Nega­tiv­zins Ursa­chen und Fol­gen der Zins­satz-Ver­än­de­run­gen sowie deren Aus­wir­kun­gen in der Wirt­schaft Hel­mut Creutz Das The­ma Zin­sen und des­sen Ver­än­de­run­gen hat in den letz­ten Mona­ten die Gemü­ter mehr beschäf­tigt, als in den gan­zen vor­aus­ge­hen­den Jahr­zehn­ten. Das vor allem bedingt durch die unge­wohn­te Vor­stel­lung eines ins Minus gehen­den Zins­sat­zes und der damit ver­bun­de­nen Wir­kun­gen. – Um deren Bedeu­tung zu beur­tei­len, ist es sinn­voll, sich noch ein­mal mit den Zins-beding­ten Ent­wick­lun­gen und deren Fol­gen in den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten zu befas­sen – und nicht zuletzt mit den Zin­sen sel­ber. Was sind Zin­sen? Zin­sen, die man bei Geld-Aus­lei­hun­gen…

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Die neue Superklasse (Teil 1 von 2) – Günther Moewes

Die neue Super­klas­se Teil 1: Eine streng wis­sen­schaft­li­che Pole­mik Gün­ther Moewes Geschicht­li­che Groß­epo­chen wer­den gemein­hin nach ihren sozia­len Ver­hält­nis­sen benannt: Es gab die Skla­ven­ge­sell­schaf­ten und die Feu­dal­ge­sell­schaf­ten. Unse­re heu­ti­ge Epo­che ver­such­te sich um eine sozia­le Klas­si­fi­zie­rung her­um­zu­drü­cken und nann­te sich gern „Indus­trie­ge­sell­schaft“. Der Aus­druck „Klas­sen­ge­sell­schaft“ war ver­pönt. Tat­säch­lich gab es Zei­ten, in denen ein arg­lo­ses Publi­kum glau­ben konn­te, die Klas­sen­ge­sell­schaft ste­he kurz vor ihrer Über­win­dung. Etwa in West­deutsch­land, als 1949 nach der Wäh­rungs­re­form die Ungleich­ver­tei­lung zumin­dest der rei­nen Geld­ver­mö­gen so gering war wie noch nie. Und als etwas spä­ter Lud­wig Erhard eupho­risch ver­kün­de­te: „Wohl­stand für alle“. Dafür wur­de er schnell…

Michael Beleites
Foto: © Pat Christ
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Die Sache mit der Elsterfeder – Pat Christ

Hat­ten Sie schon ein­mal eine Els­ter­fe­der in der Hand? Und genau betrach­tet? Das Weiß ist vom Schwarz scharf abge­grenzt. Wel­che Prä­zi­si­ons­ar­beit! Aller­dings arbei­tet die Natur nur dort so prä­zi­se, wo es sich um wil­de Tie­re han­delt. Um Tie­re, die unge­stör­ten Zugang zu allen Infor­ma­tio­nen aus ihrer Umwelt haben. Sie sind als Art „gene­tisch kohä­rent“. Was bedeu­tet: Bei aller Ver­än­der­lich­keit gibt es einen unzer­stör­ba­ren inne­ren Zusam­men­hang. Der kann sich umso stär­ker auf­lö­sen, je unna­tür­li­cher und künst­li­cher das Milieu ist, in dem eine Art lebt. Die Federn domes­ti­zier­ter Krä­hen zum Bei­spiel wei­sen im Fal­le einer Pig­ment­stö­rung auch wei­ße Fle­cken auf. Das Weiß…

Silvio Gesell 1895
Silvio Gesell (1895) - Abb. gemeinfrei
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John Maynard Keynes und Willem Buiter über Silvio Gesell – Redaktion

John May­nard Keynes über Sil­vio Gesell „Trotz des pro­phe­ti­schen Schmu­ckes, mit den ihm sei­ne Ver­eh­rer aus­ge­stat­tet haben, ist Gesells Haupt­werk in küh­ler, wis­sen­schaft­li­cher Spra­che geschrie­ben, obschon es durch­weg von einer lei­den­schaft­li­che­ren, erreg­te­ren Hin­ge­bung für die gesell­schaft­li­che Gerech­tig­keit durch­strömt ist, als man­che für einen Gelehr­ten schick­lich fin­den. Der Zweck des Buches als Gan­zes kann als die Auf­stel­lung eines anti­mar­xis­ti­schen Sozia­lis­mus beschrie­ben wer­den, eine Reak­ti­on gegen das Lais­sez-Fai­re, auf theo­re­ti­sche Grund­la­gen auf­ge­baut, die von jenen von Marx grund­ver­schie­den sind, indem sie sich auf eine Ver­wer­fung, statt auf eine Annah­me der klas­si­schen Hypo­the­sen stüt­zen, und auf eine Ent­fes­se­lung des Wett­be­wer­bes, statt auf sei­ne…

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Negative Zinsen – Angriff auf das Sparen? – Eckhard Behrens

Die Euro­päi­sche Zen­tral­bank (EZB) arbei­tet mit drei Zins­sät­zen, die zuein­an­der im Zeit­ver­lauf wech­seln­de Abstän­de haben. Der mitt­le­re ist als der Leit­zins bekannt und neu­er­dings nomi­nal kaum noch über null Pro­zent, näm­lich seit Sep­tem­ber 2014 genau 0,05 %. Er wur­de von der EZB schritt­wei­se gesenkt, um die Kon­junk­tur zu för­dern. Weil jedoch die Infla­ti­ons­ra­ten noch stär­ker san­ken, ist die­ser wich­tigs­te Zins real gestie­gen. Rein sprach­lich ist die Bewe­gung nega­ti­ver Real­zin­sen schwer zu fas­sen, weil sie aus den ihrer­seits beweg­li­chen Nomi­nal­zin­sen und Infla­ti­ons­ra­ten errech­net wer­den muss. Sie stei­gen, wenn sie weni­ger nega­tiv wer­den, wenn also die Zahl hin­ter dem Minus­zei­chen klei­ner wird, der…

Hat die Europäische Zentralbank ein Tabu gebrochen? – Felix Fuders / Dirk Löhr 0

Hat die Europäische Zentralbank ein Tabu gebrochen? – Felix Fuders / Dirk Löhr

Am 5. Juni die­sen Jah­res redu­zier­te die EZB ihren Refi­nan­zie­rungs­satz für Ban­ken auf 0,15 % und den Ein­la­ge­satz für Ban­ken auf minus 0,1 %. Am 4. Sep­tem­ber schließ­lich leg­te die EZB noch ein­mal drauf: Die Sät­ze wur­den noch ein­mal auf 0,05 % bzw. auf minus 0,20 % gesenkt.Hat die Euro­päi­sche Zen­tral­bank damit ein Tabu gebro­chen? Wirft man einen Blick auf die Rede „Life below zero: Learning about nega­ti­ve inte­rest rates“, die von Benoît Cœu­ré am 9. 9. 2014 in Frank­furt vor der Money Mar­ket Con­tact Group gehal­ten wur­de (s. Sei­te 4 in die­ser Aus­ga­be), sieht es fast so aus. Wie­der­holt bezieht sich Cœu­ré auf…

© Jorma Bork / pixelio.de 625168 0

Der Zins hängt nicht am Geld allein – Dirk Löhr

Die Hoff­nun­gen – gera­de im zins­kri­ti­schen (v. a. frei­wirt­schaft­li­chen) Spek­trum – sind der­zeit groß. Nicht nur bekann­te Öko­no­men wie Man­kiw, Bui­ter (zusam­men mit Pani­girt­zoglou) und van Sun­tum, son­dern auch auch die Euro­päi­sche Zen­tral­bank (EZB) grei­fen den Gedan­ken eines „Nega­tiv­zin­ses“ auf . Das Sze­na­rio: Wür­de die­se Poli­tik am kur­zen Ende des Geld- und Kapi­tal­mark­tes noch ent­schie­de­ner fort­ge­setzt und wür­de vor allem Bar­geld in die „Nega­tiv­zins­po­li­tik“ ein­be­zo­gen, so könn­te der Zins­satz am „kur­zen Ende“ deut­lich nega­tiv wer­den und sich am „lan­gen Ende“ auf die Null­mar­ke zube­we­gen. Die Visi­on von Sil­vio Gesell – so die Hoff­nung – könn­te Wirk­lich­keit wer­den. Vie­le Pro­ble­me, die…

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Leben unter Null – Rede von Benoît Cœuré

Leben unter Null Über nega­ti­ve Zin­sen ler­nen Rede von Benoît Cœu­ré Über­set­zung: Andre­as Ban­ge­mann Die Rede im Ori­gi­nal (in Eng­lisch) ist auf der Web­sei­te der EZB zu fin­den: http://www.ecb.europa.eu/press/key/date/2014/html/sp140909.en.html Benoît Cœu­ré ist Mit­glied des Direk­to­ri­ums der EZB. Er hielt die­se Rede auf dem jähr­li­chen Abend­essen der EZB-Geld­markt­kon­takt­grup­pe in Frank­furt am Main am 9. Sep­tem­ber 2014. Am 5. Juni 2014 senk­te die EZB den Haupt­re­fi­nan­zie­rungs­satz (Leit­zins) auf 0,15 %, den Spit­zen­re­fi­nan­zie­rungs­satz auf 0,40 %, und – viel­leicht am bemer­kens­wer­tes­ten – die Ein­la­ge­fa­zi­li­tät auf minus 0,10 %. Am 4. Sep­tem­ber 2014 wur­den die­se Sät­ze auf 0,05 %, 0,30 % und -0,20 % gekürzt und es wur­de erklärt, dass…

Andreas Bangemann © Martin Bangemann 0

Abenteuer der Veränderung – Europa im Jahr 2215 – Editorial

Euro­pa im Jahr 2215: Wo ver­lau­fen sei­ne Län­der­gren­zen? Gibt es über­haupt noch Gren­zen? Wel­che Poli­tik herrscht? Wie gestal­tet sich das Sozi­al­we­sen und wie wird unse­re Nach­welt wirt­schaf­ten? Wird es noch Krie­ge geben? Gibt es über­haupt noch Men­schen? Nie­mand kann all das auch nur annä­hernd vor­her­se­hen. Klar scheint nach heu­ti­ger Erkennt­nis, dass sich das Kli­ma dra­ma­tisch ver­än­dert haben wird und die Bedin­gun­gen für alle Lebe­we­sen völ­lig ande­re sind. 1815, vor 200 Jah­ren, wur­de der Deut­sche Bund gegrün­det. Ein Staa­ten­bund mit 38 Groß­her­zog­tü­mern, König­rei­chen und Stadt­staa­ten. Sei­ne Gren­zen ver­än­der­ten sich stän­dig. Kaum ein Deut­scher wuss­te, wo sich gera­de die Schlag­bäu­me befan­den. Ein schwä­bi­scher Dorf­leh­rer…

© Martin Bangemann 1

Experten entdecken umlaufgesichertes Geld

In der inter­na­tio­na­len Pres­se häu­fen sich die kon­struk­ti­ven Bei­trä­ge zu einer Lösung für die der­zei­ti­gen Tur­bu­len­zen. Robert Skidelsky emp­fiehlt Sil­vio Gesell und „Gestem­pel­tes Geld“ Der bri­ti­sche Wirt­schafts­his­to­ri­ker und bedeu­ten­de Keynes-Bio­graph hat in einem Bei­trag für das Maga­zin „New Sta­tes­man“ dafür plä­diert hin­sicht­lich der Lösun­gen im Fal­le Grie­chen­lands über den Vor­schlag von Sil­vio Gesell nach­zu­den­ken. Wie vie­le Exper­ten kon­sta­tiert Skidelsky eben­falls, dass Grie­chen­land außer­stan­de sein wird, sei­ne Schul­den zu bedie­nen. Die For­de­rung des sieg­rei­chen Bünd­nis­ses „Syri­za“ mit ihrem Chef Alexis Tsi­pras nach einem Schul­den­er­lass befür­wor­tet er. Gleich­zei­tig erin­nert er Deutsch­land dar­an, dass es nach dem 2. Welt­krieg eben­falls von groß­zü­gi­gen Begüns­ti­gun­gen pro­fi­tier­te.…

fingerschnipp_domino © Martin Bangemann 1

Unvorstellbare Entwicklungen eindrücklich dargestellt

Die Ungleich­ver­tei­lung von Geld­ver­mö­gen ist mitt­ler­wei­le unbe­strit­ten. Was man sich häu­fig über­haupt nicht aus­ma­len kann, ist das tat­säch­li­che Aus­maß. Die Sum­men, mit denen in der Finanz­welt jon­gliert wird, ent­he­ben sich der mensch­li­chen Vor­stel­lungs­kraft. Oder kann sich jemand ernst­haft den Unter­schied von 1.000,-€ im Ver­gleich zu einer Mil­li­ar­de Euro vor­stel­len? Mit Hil­fe von Ana­lo­gi­en mit Grö­ßen, mit denen man schon eine Vor­stel­lung ver­bin­det kann man sich zumin­dest ein klein wenig behel­fen: 1.000 Mil­li­me­ter sind 1 Meter, also etwas mehr als ein aus­ge­streck­ter Arm vor dem Kör­per. 1 Mil­li­on Mil­li­me­ter sind 1 Kilo­me­ter, eine Ent­fer­nung für die man zu Fuß bei „nor­ma­lem“…

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Davos 2015

1.700 Flug­be­we­gun­gen von Pri­vat­jets am Flug­ha­fen Zürich brin­gen all­jähr­lich rund 3.000 Rei­che und Ein­fluss­rei­che ins mon­dä­ne Davos. Beglei­tet wer­den sie von den Resul­ta­ten des ver­gan­ge­nen Jah­res, aus denen her­vor­geht, wie­viel rei­cher und damit ein­fluss­rei­cher sie selbst gegen­über den ande­ren Mil­li­ar­den von Men­schen gewor­den sind, mit denen sie den Erd­ball tei­len. Auch ihr Ein­fluss auf die Ver­än­de­rung des Welt­kli­mas wird ihnen Jahr für Jahr als Daten über­ge­ben, mit dem Resul­tat, dass wir als Mensch­heit unse­rer eige­nen Aus­lö­schung wie­der einen Schritt näher gekom­men sind. Und ewig grüßt das Mur­mel­tier. Nächs­tes Jahr wird man sich wie­der tref­fen, die Daten wer­den noch dra­ma­ti­sche­re Resul­ta­te…

Jahresfeier 2015 0

Jahresfeier 2015

Jah­res­fei­er HUMANE WIRTSCHAFT 2015 Frei­tag, 30. Okto­ber 2015 bis Sonn­tag, 1. Novem­ber 2015

(c) Martin Bangemann 0

Inclusive Capitalism – Wie sich der Finanzsektor die Welt unterwirft – Wolfgang Berger

1914 am Vor­abend des 1. Welt­kriegs ent­sprach die Ver­tei­lung der Geld­ver­mö­gen unge­fähr der von 2014: 10 % der Bevöl­ke­rung war im Besitz von 90 % der Geld­ver­mö­gen. Ins­ge­samt waren sie sie­ben mal so hoch, wie die Wirt­schafts­leis­tung eines Jah­res. 2010 lag die­ser Fak­tor bei 5,5 %, Ten­denz wei­ter anstei­gend. [ermit­tel­te Tho­mas Piket­ty in sei­nem Buch „Kapi­tal des 21. Jahr­hun­derts“] Roger Mar­tin du Gard, Autor des Wer­kes „Die Thi­baults“ lässt sei­nen Hel­den zum 1. Welt­krieg sagen: „Nie zuvor ist die Mensch­heit so tief ernied­rigt, ihre Intel­li­genz so rück­sichts­los unter­drückt wor­den“. Der Schwei­zer Pro­fes­sor Marc Ches­ney zeigt auf, wie das Demo­kra­tie­ver­sa­gen nach dem 1.…

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TTIP und TiSA – Boulevard Potemkin – Editorial

Klein­stadt pflas­tert Zebra­strei­fen mit Car­ra­ra-Mar­mor! Sport­hal­len, Bäder und öffent­li­che Ein­rich­tun­gen auf Groß­stadt­ni­veau! Unvor­stell­bar? Ich hat­te das Glück in einer sol­chen Gemein­de auf­wach­sen und zur Schu­le gehen zu dür­fen. Das schwä­bi­sche Sin­del­fin­gen in den 1970ern. Dort ist das welt­weit größ­te Werk der Daim­ler AG ange­sie­delt. Umge­rech­net 140 Mil­lio­nen Euro betru­gen 1972 die jähr­li­chen Gewer­be­steu­er­ein­nah­men der Stadt. Es wur­de gebaut „auf Teu­fel komm raus“. Ver­ei­ne wur­den mit Sport­stät­ten und Bade­zen­tren ver­wöhnt, weil die Gemein­de förm­lich im Geld­schwamm. In den 80er-Jah­ren begann die Wen­de, nicht nur für Sin­del­fin­gen. Heu­te, 40 Jah­re spä­ter, muss die Stadt mit rund 55 Mil­lio­nen Euro Steu­er­ein­nah­men aus­kom­men. Daim­ler…

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Willkommen in der Plutokratie – Norbert Rost

30 Mil­lio­nen Dol­lar Kopf­geld darf Joseph Resch von der Wif­ka Kapi­tal­dienst­leis­tun­gen GmbH für den­je­ni­gen aus­lo­ben, der ihm sagt, wer das malay­si­sche Flug­zeug MH17 über der Ukrai­ne abge­schos­sen hat. Die Geld­ge­ber sind unbe­kannt. Berich­ten darf dar­über zuerst: Die deut­sche Wirt­schafts­zei­tung „Capi­tal“. Nun ja: Bei der Sum­me ist das nur kon­se­quent. Ver­wun­der­lich ist aller­dings: Wo sind wir hin­ge­ra­ten? Kopf­geld­jä­ger! Das erin­nert irgend­wie an Star Wars oder Wing Com­man­der: Pri­va­teer, aber doch nicht an das rea­le Leben, oder? Man fragt sich unwill­kür­lich, ob die Staats­ge­walt schon so fra­gil ist, dass kei­ne Poli­zei mehr in der Lage ist, solch einen kriegs­ent­schei­den­den Kri­mi­nal­fall auf­zu­klä­ren, ohne…

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Meinung als Ware – Buchbesprechung von Andreas Bangemann

Man ahn­te es. Ein­deu­ti­ger belegt als in die­sem Buch wur­de es sel­ten. Wo wirt­schaft­li­che Inter­es­sen domi­nie­ren, wird mit allen Mit­teln ver­sucht, das Urteil von Poli­tik und Kon­su­men­ten zu beein­flus­sen. „Genießt das Leben“, „Wir wol­len Euer Bes­tes“, „Kauft unse­re Pro­duk­te!“, lau­ten die unter­schwel­li­gen Bot­schaf­ten, für die Mas­sen der Men­schen, die dem Rau­chen ver­fal­len sind. Die Tabak­in­dus­trie kämpft seit jeher um ihr Image. Im unter­neh­me­ri­schen Umfeld des blau­en Duns­tes trifft man dar­um auf die größ­te Erfah­rung im Umgang mit einer kri­ti­schen Öffent­lich­keit. Die Metho­de, die bis zum heu­ti­gen Tage erfolg­reich ange­wen­det wird, lau­tet „Pro­duk­ti­on und Ver­mark­tung von Zwei­fel“. Wis­sen­schaft­lich erar­bei­te­ten Erkennt­nis­sen, bei­spiels­wei­se…

Das internationale Bündnis „Stop TTIP“ will vor dem vor dem Europäischen Gerichtshof gegen die EU-Kommission vorgehen. Die hatte eine Registrierung der EBI im September aus formalen Gründen abgelehnt. Foto: Pat Christ
Foto: © Pat Christ
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Trojanisches Pferd TTIP – Pat Christ

Künf­tig soll er supra­na­tio­nal orga­ni­siert wer­den, der Han­del von Waren und Dienst­leis­tun­gen. TTIP heißt das Stich­wort, das seit Mona­ten durch die Medi­en geis­tert. Die Ängs­te sind groß. TTIP, wird ver­mu­tet, treibt einen auf Aus­beu­tung und absur­des Wachs­tum gerich­te­ten Wirt­schafts­pro­zess wei­ter vor­an. Bemer­kens­wert: Der Wider­stand hier­ge­gen führt eine Viel­zahl von Akteu­ren zusam­men. „Unser Bünd­nis gegen TTIP besteht aus mitt­ler­wei­le 80 Orga­ni­sa­tio­nen“, sagt der Ber­li­ner Akti­vist Jür­gen Mai­er. Rei­ne Raff- und Macht­gier steckt hin­ter TTIP, ver­mu­ten die Geg­ner. Sie­ger wer­den wie­der ein­mal Groß­kon­zer­ne und deren Anteils­eig­ner sein. Sie brau­chen immer neue Mög­lich­kei­ten, ihre Gewin­ne zu maxi­mie­ren. Vor allem durch Dere­gu­lie­run­gen und die…

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Das Kapital des Staates – Buchrezension von Robert Heinemann

Maria­na Maz­zu­ca­to „Das Kapi­tal des Staa­tes – Eine ande­re Geschich­te von Inno­va­ti­on und Wachs­tum“, Ver­lag Ant­je Kunst­mann, Mün­chen, 1. Aufl. (Aug. 2014), gebun­den, 304 Sei­ten, 22,95 €, ISBN 978–3-95614–000-6 Die Auto­rin Maria­na Maz­zu­ca­to lehrt als RM Phil­lips Pro­fes­sor in Sci­ence and Tech­no­lo­gy Poli­cy an der Uni­ver­si­tät Sus­sex und ist Gast­pro­fes­so­rin der Open Uni­ver­si­ty. Sie berät die Euro­päi­sche Kom­mis­si­on zu Fra­gen wirt­schaft­li­chen Wachs­tums und ist im Vor­stand des renom­mier­ten bri­ti­schen Umwelt-Thinktanks Green Alli­an­ce. In ihrem aktu­el­len Buch weist sie auf eine bis­lang wenig beach­te­te Funk­ti­on des Staa­tes als Unter­neh­mer hin. Am Bei­spiel USA wird gezeigt, dass Inno­va­tio­nen und die mit ihnen…

TTIP TiSA 0

Die kommunalen Auswirkungen von TTIP und TiSA – Wilhelm Neurohr

Die zu erwar­ten­den Aus­wir­kun­gen und Ein­schnit­te der TTIP- und TiSA-Abkom­men ver­sto­ßen teil­wei­se gegen das Grund­ge­setz und die Kom­mu­nal­ver­fas­sung. Aber auch gegen euro­päi­sche Ver­trä­ge und die gül­ti­ge Grund­rech­te- und Sozi­al­char­ta der EU. Die kom­mu­na­len Spit­zen­ver­bän­de (Städ­te­tag, Land­kreis­tag und Städ­te- und Gemein­de­bund sowie die Ver­bän­de der öffent­li­chen Dienst­leis­ter) sind bei alle­dem außen vor, eben­so der EU-Regio­nal­aus­schuss, wäh­rend die Lob­by­is­ten und Kon­zern­ver­tre­ter ein­be­zo­gen sind. Hun­dert­tau­sen­de Kom­mu­nen mit ihren Dienst­leis­tun­gen und öffent­li­chen Unter­neh­men wecken kom­mer­zi­el­le Begehr­lich­kei­ten Was macht unse­re (ver­arm­ten) Städ­te so begehr­lich für die inter­na­tio­na­len Dienst­leis­tungs­kon­zer­ne? Hun­dert­tau­sen­de Städ­te und Gemein­den in ganz Euro­pa und fast 13.000 Städ­te, Krei­se und Gemein­den in Deutsch­land bie­ten…

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Über verdiente und unverdiente Einkommen – Maurice Allais

Mau­rice Allais (1911–2010) wur­de 1988 „für sei­ne bahn­bre­chen­den Bei­trä­ge zur Theo­rie der Märk­te und der effi­zi­en­ten Nut­zung von Res­sour­cen“ mit dem Wirt­schafts­no­bel­preis aus­ge­zeich­net., Foto: (CC-BY-3.0) Stu­dio Har­court, Paris, Quel­le: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:ALLAIS_PN_Maurice-24x30-2001b.jpg „Wir müs­sen die Ver­tei­lung der Ein­kom­men über­den­ken nicht nach ihrer abso­lu­ten Höhe für jeden Ein­zel­nen, son­dern nach ihrer Natur.“ „Der Rück­schritt des öko­no­mi­schen Den­kens Über das abso­lut fun­da­men­ta­le Pro­blem der Ver­tei­lung der Ein­kom­men in einer Märk­te­wirt­schaft (Allais legt Wert auf den Plu­ral, WH) mit pri­va­tem Eigen­tum, gibt es zwei­fel­los einen Rück­schritt im öko­no­mi­schen Den­ken der letz­ten drei­ßig Jah­re im Ver­gleich zum frü­he­ren Den­ken. Die Auto­ren des 19. und der ers­ten…

The Money Boy © Martin Bangemann 0

Korrupte Weltgesundheitsorganisation – Dirk Löhr

Manch­mal ist die Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on (World Health Orga­ni­sa­ti­on, WHO) schnell. Sehr schnell. Zu schnell. Da wird in Win­des­ei­le eine eigent­lich gut beherrsch­ba­re Schwei­ne­grip­pe zur glo­ba­len Pan­de­mie der höchs­ten Warn­stu­fe aus­ge­ru­fen. Wie gut, wenn dann ein Phar­ma­kon­zern Gla­x­oS­mit­h­Kli­ne den pas­sen­den Impf­stoff gera­de im Schrank hat, der dann von den Regie­run­gen die­ser Welt in Mas­sen gekauft wird. Gekauft wur­den offen­bar auch die zustän­di­gen „Wis­sen­schaft­ler“ der WHO – aber von der Phar­ma­in­dus­trie (vgl. Bri­se­no 2009). Die Pflicht­bei­trä­ge der Staa­ten rei­chen für eine ange­mes­se­ne Finan­zie­rung der WHO hin­ten und vor­ne nicht aus. Daher wur­de der Phar­ma­in­dus­trie eine Public Pri­va­te Health-Part­ner­schaft ange­bo­ten, die die­se mit Freu­den…

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Termine 01/2015

Die Ter­mi­ne 01/2015 Biber­ach, 15. Janu­ar 2015, 20 Uhr „Flie­ßen­des Geld ver­än­dert die Welt“ Vor­trag mit Stef­fen Hen­ke in der Stadt­hal­le Biber­ach 88400 Biber­ach, Thea­ter­stra­ße 6 Ham­burg, 29. Janu­ar 2015, 19 Uhr „Die Unter­jo­chung der Welt durch den Finanz­sek­tor – Wir kön­nen uns weh­ren“ Vor­trag im Gym­na­si­um Rahlstedt­mit Prof. Dr. Wolf­gang Ber­ger Infor­ma­tio­nen Hel­mut Bein: helbein@gmx.de Ful­da­tal-Sim­mers­hau­sen, 21. und 22. März 2015 55. Mün­de­ner Gesprä­che der „Sozi­al­wis­sen­schaft­li­chen Gesell­schaft 1950 e. V.“ Info: http://www.sozialwissenschaftliche-gesellschaft.de/

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