Kategorie: Zeitschriftenarchiv

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Termine 05/2014

Z. B. in Zieren­berg (bei Kassel), 3. bis 5. Okto­ber 2014 „Tran­si­ti­on – Impul­se für eine Welt im Wandel”
Fünfte Transition-(Un-)Konferenz für Tran­si­ti­on-Akti­vis­ten und ‑Inter­es­sier­te aus Deutsch­land, Öster­reich & Schweiz. Themen: Degrowth & Reco­no­my, Team­work, In Tran­si­ti­on: Themen & Struk­tu­ren. Work­shops, Vorträ­ge, Barcamp, Kulturprogramm.
Ort: Zentrum Helfen­stei­ne, Auf dem Dörn­berg 13, 34289 Zierenberg
Infor­ma­tio­nen: http://www.transition-initiativen.de

© Foto - Krijn van Duijvenbode 0

Dette Glashouwer bei der Jahresfeier der HUMANEN WIRTSCHAFT 2014

Weil in ihrem, wie im Leben der meis­ten Menschen Geld immer fehlt, ging sie auf die Suche danach. Als Künst­le­rin wollte sie wissen, was Geld ist, welche Wirkung das Geld­sys­tem auf Mensch und Natur hat und ob ein Wandel möglich ist. Auf ihren Reisen spricht sie mit Wissen­schaft­lern, Philo­so­phen und…

Quelle: https://www.facebook.com/Ordensleute 0

Diese Wirtschaft tötet – Christoph Rinneberg

Rede zur Haupt­ver­samm­lung der Deut­schen Bank in Frankfurt/M, 22.05.2014 Sehr geehr­te Gast­ge­ber, sehr geehr­te Gäste dieser Haupt­ver­samm­lung, Sie sind heute Morgen, sofern Sie über den Haupt­ein­gang in diese Fest­hal­­len-Versam­m­­lung gelangt sind, über Plaka­te mit einer harten Botschaft begrüßt worden: „Diese Wirt­schaft tötet.“ Dies hat kein Gerin­ge­rer gesagt als Papst Franziskus,…

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Hochzeit für Geldverbesserer? – Beate Bockting

Im Auftrag des grünen EU-Parla­­men­­ta­­ri­ers Sven Giegold hat der frühe­re Chef­öko­nom der Finan­cial Times Deutsch­land eine „Kurz­stu­die“ zu alter­na­ti­ven Geld­­­re­­form-Ideen, unter ande­rem auch zum Frei­geld, verfasst. Hier die Antwort der INWO Deutsch­land. Als Redak­teur und Kolum­nist beim Berli­ner Tages­spie­gel, der Wirt­schafts­Wo­che und dem Mana­ger Maga­zin, dann als lang­jäh­ri­ger Chef­öko­nom der…

Profil Volker Viehoff 0

Wertschöpfung durch Wertschätzung – Volker Viehoff

Diesen Leit­spruch habe ich vor etwa zehn Jahren für mein Bera­tungs­un­ter­neh­men ausge­wählt. Er verkör­pert für mich meine Erfah­run­gen, die ich bis dahin und seit­her in meinem Berufs­le­ben gemacht hatte. Ob als Mitar­bei­ter, Führungs­kraft oder später als Bera­ter – mein Erken­nen ist in dieser grif­fig formu­lier­ten Weise gut ausge­drückt. Welches Erkennen?…

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Die Stiftung FuturoVerde – Horst Hamm

Eine neue Stif­tung will die Wirt­schaft wieder gemein­nüt­zig machen und dazu beitra­gen, dass Unter­neh­men Gewin­ne nicht länger auf Kosten der Natur, ande­rer Regio­nen und zukünf­ti­ger Genera­tio­nen erwirt­schaf­ten müssen. In einem Leuch­t­­turm-Projekt der Quer­den­ker GmbH in Costa Rica will Futu­r­o­Ver­de, zu Deutsch „grüne Zukunft“, in Koope­ra­ti­on mit insge­samt zehn betei­lig­ten Firmen…

Geldgipfel 2014 0

Von der Energiewende zur Geldwende – Bericht der Redaktion

Die GLS Bank Stif­tung veran­stal­te­te am 1. Und 2. Mai 2014 in den Räumen der Univer­si­tät Witten-Herde­­cke den ersten soge­nann­ten „Geld­gip­fel“. Ein Ziel der von der „Gemein­schafts­bank Leihen und Schen­ken“ in Bochum gegrün­de­ten GLS Bank Stif­tung ist die Arbeit an den Grund­la­gen der Geld­ord­nung. Geld soll als nach­hal­ti­ges, sozia­les und…

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Smarte neue Welt – Notizen zu Überwachung und Kunst – Marcus Klug

Der folgen­de Beitrag ist an einzel­ne Gedan­ken von Michel Foucault zur „Ökono­mie der Sicht­bar­keit“ ange­lehnt. Im heuti­gen digi­ta­len Infor­ma­ti­ons­zeit­al­ter erlebt diese Art von Ökono­mie eine neue Stufe der Perfek­ti­on. Man muss nur die Sicht­bar­keit durch die Trans­pa­renz austau­schen und die mecha­ni­schen Geset­ze der Macht durch die Ordnung der smar­ten neuen…

Freiberuflichen Hebammen droht das Berufsverbot – Pat Christ 0

Freiberuflichen Hebammen droht das Berufsverbot – Pat Christ

Es geht um mehr als die Haft­pflicht Dilem­ma der Hebam­men verweist auf die Tragik des ökono­mi­sier­ten Medi­zin­sys­tem. Wie fatal es sein kann, wenn es keiner­lei Wett­be­werb gibt, zeigt sich dieser Tage am Beispiel der Hebam­men. Mitglie­der des Bundes frei­be­ruf­li­cher Hebam­men Deutsch­land (BfHD) können nur bei der Nürn­ber­ger Versi­che­rung eine Haftpflichtversicherung…

Leserbriefe 04/2014 0

Leserbriefe 04/2014

12 Stun­den Golde­ner Schlaf Eine Mutter befreit ihr Baby – von Windeln Der Arti­kel von Clau­dia Pflug in HUMANE WIRTSCHAFT 03/2014 war eine will­kom­me­ne Abwechs­lung. Eckbert Vogel An Clau­dia Pflug Mein Tag ist geret­tet: Ich freue mich jeweils so über initia­ti­ve Menschen wie Sie, dass ich gera­de­zu ein wunder­ba­res Glücks­ge­fühl im…

Helmut Creutz 2013
Foto: Privat
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Was ist los mit unserem Geld – Helmut Creutz

Was ist los mit unse­rem Geld, dem neutra­len Vermitt­ler, Zahlungs- und Schmier­mit­tel in der Wirt­schaft? Auch wenn es inzwi­schen verschie­de­ne Theo­rien gibt, dürfte Geld aus dem Bedürf­nis entstan­den sein, Leis­tun­gen gegen­ein­an­der zu tauschen. Während die anfangs dazu benutz­ten Zwischen­tausch­mit­tel – ob Teezie­gel, Salz­bar­ren, Getrei­de oder Kakao­boh­nen – selbst noch nutzbare…

Piketty – Alter Wein in neuen Schläuchen? – Zitate aus Beiträgen von Günther Moewes 0

Piketty – Alter Wein in neuen Schläuchen? – Zitate aus Beiträgen von Günther Moewes

Die kapi­ta­lis­ti­sche Welt ist tatsäch­lich so unge­recht, wie viele immer vermu­tet haben. Das ist die Erkennt­nis aus dem „Kapi­tal im 21. Jahr­hun­dert“ von Thomas Piket­ty –  1. Privat­ver­mö­gen über­ho­len das Sozi­al­pro­dukt –  „Das viel beschwo­re­ne ‚expo­nen­ti­el­le Wirt­schafts­wachs­tum‘ gibt es über­haupt nicht, …zumin­dest nicht in Deutsch­land und den Indus­trie­län­dern. Das reale, d. h. inflationsbereinigte…

Piketty in Cambridge 3 crop; CC BY-SA 3.0: Sue Gardner (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en) - Quelle wikipedia 0

Pikettymanie r > g – Andreas Bangemann

Wirt­schafts­pro­fes­sor wird zum gefei­er­ten „Pop-Star“ – Thomas Piket­ty lehrt an der Pari­ser School of Econo­mics und der „École des Hautes Études en Scien­ces Socia­les“. Er brach­te, zunächst in fran­zö­si­scher, vor kurzem auch in engli­scher Spra­che ein Buch heraus, das für beträcht­li­chen Wirbel sorgt: „Das Kapi­tal im 21. Jahr­hun­dert“ [Ursprüng­lich sah…

Andreas Bangemann 0

Auf ein Wort – Editorial

Unsere Spra­che ist schön. Quasi aus dem Nichts lassen sich neue Wörter bilden. Man setzt einfach zwei zusam­men und erzeugt ein neues. Oftmals mit völlig ande­rem Sinn. Der Esel und die Brücke werden so zur Esels­brü­cke. Die Englän­der Adam Flet­cher und Paul Hawkins ernann­ten in ihrem „Zwei­spra­chi­gen Wende­buch“ „Deng­lisch for…

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Die Währung ist unser Schicksal – Kommentar von Wilhelm Schmülling

Ein fast verzwei­fel­ter Versuch, auf eine frei­heit­li­che und gerech­te Lösung hinzu­wei­sen. Es ist kaum zu glau­ben, mit welchen Maßnah­men die Währungs­hü­ter versu­chen, die immer noch viru­len­te Finanz­kri­se, die eigent­lich eine Geld­ord­nungs­kri­se ist, an einer Explo­si­on zu hindern. Bei Maßnah­men, die zwar tenden­zi­ell rich­tig sein mögen, aber nur auf bruch­stück­haf­te Anleihen…

Negative Zinsen – ein heilsames Gift? – Terminhinweis Bad Boll 0

Negative Zinsen – ein heilsames Gift? – Terminhinweis Bad Boll

Tagung des Semi­nars für frei­heit­li­che Ordnung am 19. und 20. Juli 2014 in Bad Boll. In vergan­ge­nen Zeiten war allein ein posi­ti­ver Zins denk­bar, aber häufig auch ein Stein des Ansto­ßes: • die meis­ten Reli­gio­nen stan­den ihm kritisch gegen­über, ohne so recht mit ihm fertig zu werden (siehe mittel­al­ter­li­ches Zinsverbot) •…

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Minuszinsen – Wer gewinnt, wer verliert? – Andreas Bangemann

Mythos vom „Klei­nen Sparer“ – Warum nied­ri­ge Zinsen für viele Geld­an­le­ger von Vorteil sind. –  Zusam­men­fas­sung: Für Geld­an­la­gen bekommt man welche – für Kredi­te muss man sie bezah­len: Zinsen. Oft wird jedoch über­se­hen, dass man auch Zinsen bezahlt, wenn man über­haupt keine Schul­den hat. Zinsen stecken nämlich in allen Prei­sen und…

Zu den Waffen greifen – Offener Brief von Jürgen Todenhöfer 0

Zu den Waffen greifen – Offener Brief von Jürgen Todenhöfer

Der deut­sche Bundes­prä­si­dent Joachim Gauck über­rasch­te im Januar 2014 vieler seiner Lands­leu­te, als er zum Auftakt der Münch­ner Sicher­heits­kon­fe­renz dafür plädier­te, Deutsch­land müsse sich – auch mili­tä­risch – stär­ker für Sicher­heit und Menschen­rech­te einset­zen.  Das führte zu kontro­ver­sen Diskus­sio­nen darüber, ob wir uns auf Kriege vorbe­rei­ten müss­ten, die nicht mehr…

Der mühsame Weg… – Pat Christ 0

Der mühsame Weg… – Pat Christ

Noch gibt es keinen „Mittel­Fran­ken“. Über Umwege wirbt der Verein Regio-Mark für eine Komple­men­tär­wäh­rung. er nicht mit einem golde­nen Löffel im Mund gebo­ren wurde, wird es kaum schaf­fen, zeit­le­bens einen solchen zu bekom­men. Denn Geld fließt gewöhn­lich zu denen, die Geld haben. Es sei denn, es handelt sich tatsäch­lich um…

Der eine kann dies… – Bericht von Andreas Bangemann 0

Der eine kann dies… – Bericht von Andreas Bangemann

„Wirk­geld statt Würg­geld“ – Der „Regio­nal­geld Schles­wig Holstein e.V.“ feier­te das 10-jähri­­ge Jubi­lä­um seines „Kann­Was“ Dr. Frank Schep­ke, Bio-Land­­wirt und ehema­li­ger Olym­­pia-Gold­­me­­dail­­­len­­ge­­win­­ner im Rudern, war 2004 Initia­tor und Mitbe­grün­der des Verei­nes, der bis heute die Regio­nal­wäh­rung für Schles­wig Holstein trägt.  Ange­tre­ten, um sich für ein besse­res Geld­sys­tem einzu­set­zen, bewies das…

12 Stunden Goldener Schlaf – Claudia Pflug 0

12 Stunden Goldener Schlaf – Claudia Pflug

Lieber Herr Bange­mann, wir hatten Ende letz­ten Jahres mitein­an­der tele­fo­niert, da ich Ihnen meine neue Anschrift mitge­teilt hatte. Außer­dem war mein klei­nes Baby unter­wegs. Teresa Marie Mild­red ist inzwi­schen schon über drei Monate alt. Im Hinblick auf die Ziele Ihrer Zeit­schrift – die Kritik des Kapi­ta­lis­mus, oder besser, die Überwindung…

Die „Schöne aus Marienhöhe“ darf nicht sterben – Pat Christ 0

Die „Schöne aus Marienhöhe“ darf nicht sterben – Pat Christ

Saat­gut­ak­ti­vis­ten kämp­fen gegen die geplan­te Novel­lie­rung einer EU-Veror­d­­nung – Radies­chen, Mohn und Zitro­nen­ba­si­li­kum, Obsi­di­an, Slim Jim und Wilde Rauke: Dutzen­de Rari­tä­ten und bewähr­te Haus­gar­ten­sor­ten gab es im Febru­ar beim Saat­­gut-Festi­­val im unter­frän­ki­schen Ipho­fen zu bestau­nen und zu erwer­ben. Star­gast der Veran­stal­tung, die mehre­re hundert Besu­cher von teil­wei­se weit­her anzog, war…

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Schon wieder – Laura Gottesdiener

Die Preise für Eigen­hei­me stei­gen! Die Baukon­junk­tur springt wieder an! Die Krise ist über­wun­den! Seit eini­ger Zeit beju­beln die Medien in den USA die wunder­sa­me Wieder­auf­er­ste­hung der Immo­bi­li­en­märk­te. Was sich hinter dem ganzen Tamtam verbirgt, erfährt man nicht. In der Bran­che brei­tet sich seit knapp zwei Jahren eine komplett neue…

Der Strudel in die Sucht – Karl-Dieter Bodack 0

Der Strudel in die Sucht – Karl-Dieter Bodack

• Steu­ern werden als „Last“ bezeich­net, als „Belas­tung“ empfun­den, von der man sich „befrei­en“ sollte;
• „Steu­er­erspar­nis“ wird hoch geschätzt, erhält gesell­schaft­li­chen Wert, es grün­den sich Unter­neh­men, die Steuer„ersparnis“ als Dienst­leis­tung anbie­ten und dafür gute Hono­ra­re verlangen;
• In Gesprä­chen lobt sich jeder, der es geschafft hat, Steu­ern zu „sparen“, andere erkun­di­gen sich, es entsteht eine Art neuer Volks­sport des „Steu­er­spa­rens“, mit einem gesellschaftlichen
Wert wie er seiner­zeit dem Spar­buch­s­pa­ren zukam;
• Von den Poli­ti­kern wird gefor­dert, dass sie alles Wünschens­wer­te schaf­fen, Thea­ter, Schu­len und Kinder­gär­ten, Hilfe für Fami­li­en, die Volks­hoch­schu­le, Umge­hungs­stra­ßen, Bürger­parks, Kinder­spiel­plät­ze, mehr Busver­bin­dun­gen schnel­le­re Zugverbindungen;
• Poli­ti­ker werden geschätzt, die das schaf­fen, Steu­ern zu senken und gleich­zei­tig möglichst alle Wünsche erfüllen;
• Die Folge­kos­ten werden igno­riert: Was der Spiel­platz monat­lich in der Pflege, das Thea­ter­en­sem­ble pro Zuschau­er, der Park pro Spazier­gang kostet, ist tabu, niemand spricht darüber,
keiner will es wissen;
• Bürger sparen als Vorsor­ge für schlech­te­re Zeiten oder fürs Alter, brin­gen Geld­be­trä­ge zu Banken, verlan­gen möglichst hohe Zinsen dafür;
• Die Kommu­nen, Länder und der Bund brau­chen viel mehr Geld als sie einneh­men, leihen es von den Banken, rich­ti­ger von den Bürgern mit dem Verspre­chen („Bundes­schät­ze“), es zurückzuzahlen;
• Berühmt wird ein Poli­ti­ker nicht mit einem Park für ein paar Millio­nen, sondern erst mit einem „Frei­zeit­park, der ein paar hundert Millio­nen kostet;
• Anfäng­li­che Millio­nen-Anlei­hen werden zu Milliarden-Anleihen;
• Poli­ti­ker werden gefei­ert, wenn Sie als „Über­vä­ter“ wissen, was den Bürgern guttut und wenn sie das auch gegen Wider­stän­de all derer, die mangels Einsicht dage­gen sind, durchdrücken;
• Die Zinsen für die Kredi­te bean­spru­chen mehr und mehr Antei­le aus den Steuergeldern;
• Die Kredit­sum­men stei­gen, weil mehr und mehr Steu­er­gel­der von Zins­zah­lun­gen absor­biert und gleich­zei­tig die Projek­te immer größer werden;

Das transatlantische Freihandelsabkommen – Wolfgang Berger 0

Das transatlantische Freihandelsabkommen – Wolfgang Berger

Finan­zi­el­le Massen­ver­nich­tungs­waf­fen fahren die Ernte ein -
»Le Monde diplo­ma­tique – die fran­zö­si­sche Zeitung für auswär­ti­ge Bezie­hun­gen – bezeich­net das trans­at­lan­ti­sche Feihan­dels­ab­kom­men TAFTA (Trans­at­lan­tic Free Trade and Invest­ment Agree­ment) als „Staats­streich in Zeit­lu­pe“. In gehei­men Verhand­lun­gen wird es von den mäch­tigs­ten Konzer­nen der Welt, die von 600 Indus­trie­ver­bän­den vertre­ten werden, vorbe­rei­tet. Geset­ze benach­tei­li­gen immer dieje­ni­gen, die bei ihrer Verfas­sung nicht dabei sind. Dabei wird der Mensch „wie ein Konsum­gut betrach­tet, das man gebrau­chen und dann wegwer­fen kann“, schreibt Papst Fran­zis­kus im Evan­ge­lii Gaudi­um und fügt hinzu: „Diese Wirt­schaft tötet“. Sie tötet die Würde, die Frei­heit und den Sinn des Lebens der meis­ten Menschen. Viel­leicht hat Benito Musso­li­ni den Begriff Faschis­mus passend defi­niert: „Die Fusion zwischen Groß­kon­zer­nen und Staa­ten“. Wie ist dieser Vernich­tungs­feld­zug geplant worden? Wie wird er durch­ge­führt? Das Killer-Spiel „Live and let die“ (Lebe und lass andere ster­ben) Banken verge­ben Kredi­te gegen Sicher­hei­ten. Jeder Firmen­chef und jeder Haus­ei­gen­tü­mer weiß das. Bei der Kredit­prü­fung wird meist ein Fünf­tel Eigen­ka­pi­tal verlangt. Für die Banken selbst gilt diese Regel nicht. Große Banken arbei­ten mit 95 Prozent Fremd­ka­pi­tal und hebeln so den Ertrag auf ihr eige­nes Kapi­tal. Eine Milli­on Gewinn blei­ben eine Milli­on, wenn das Geschäft mit Eigen­ka­pi­tal finan­ziert wird. Bei fünf Prozent Eigen­ka­pi­tal erhöht sich der auf das Eigen­ka­pi­tal bezo­ge­ne Gewinn dann fast um das zwan­zig­fa­che. Damit recht­fer­ti­gen die Banken die Millio­nen­ga­gen Ihrer Topma­na­ger, die diese Gewin­ne „erwirt­schaf­ten“ – oder sollen wir besser „ergau­nern“ sagen? Die Versu­chung ist groß, dabei Risi­ken einzu­ge­hen, die die Bank selbst nicht auffan­gen kann. Gilt die Bank als system­re­le­vant weil sie „too big to fail“ (zu groß zum Schei­tern) ist, werden ihre Verlus­te auf die Steu­er­zah­ler abge­wälzt. So sind die Staats­schul­den explo­diert und ganze Länder in den Bank­rott getrie­ben worden. In der Krise waren die Staa­ten dann „too week to act“ (zu schwach zum Handeln). Der ersten Test­läu­fe für dieses Spiel sind vor zehn Jahren vorbe­rei­tet worden: Nied­ri­ge Hypo­the­ken­zin­sen und die Erwar­tung stei­gen­der Immo­bi­li­en­prei­se haben auch Subprime-Kredit­neh­mer (das sind solche mit schlech­ter Boni­tät) in den USA zu Haus­ei­gen­tü­mern gemacht. Diese Kredi­te wurden zu „Deri­va­ten“ (abge­lei­te­ten Wert­pa­pie­ren) gebün­delt und mit kurz­fris­ti­gen Rück­kauf­ver­ein­ba­run­gen („Repos“: Sale and Repurcha­se Agree­ments) weiter­ver­kauft. Hank Paul­son – von 1999 bis 2006 CEO (Vorstands­vor­sit­zen­der) der Invest­ment­bank Gold­man Sachs – hat die US-Banken Bear Sterns und Lehman Brothers in Deri­vat­ge­schäf­te in Milli­ar­den­hö­he einge­bun­den. 2006 ist Paul­son US-Finanz­mi­nis­ter gewor­den. Danach haben neue Geset­ze „Deri­va­te“ in „safe havens“ (siche­re Häfen) verwan­delt. Das bedeu­tet: Eine Bank, die Wert­pa­pie­re über Deri­va­te besitzt, kann sie beim Konkurs der Schuld­ner­bank behal­ten. 2008 konn­ten Bear Sterns und Lehman Brothers ihre Verpflich­tun­gen zum Rück­kauf der „Deri­va­te“ gegen­über Gold­man Sachs und dem briti­schen Finanz­un­ter­neh­men Barclays nicht erfül­len; sie brachen zusam­men. Die beiden sieg­rei­chen Banken hatten zwei Konkur­ren­tin­nen „gefres­sen“. Durch EU-Direk­ti­ven haben die Besit­zer von Deri­va­ten auch in Europa bevor­zug­ten Gläu­bi­ger­sta­tus. Während es im regu­lä­ren Insol­venz­recht eine Bevor­zu­gung von Gläu­bi­gern nicht gibt, ist sie bei Deri­va­ten jetzt die Norm. Deri­va­te in Verbin­dung mit Repo- Geschäf­ten schöp­fen Geld ohne Sicher­hei­ten. Die eine Bank nimmt, die andere gibt – und das im Kreis­lauf ad infi­ni­tum. Dieses Killer-Spiel wird in den USA „Live and let die“ (Lebe und lass andere ster­ben) genannt. 

Der Bürger und sein Staat – Gerhardus Lang 0

Der Bürger und sein Staat – Gerhardus Lang

Gedan­ken zur „Besteue­rung“ – Jeder Selbst­stän­di­ge beschäf­tigt für
teures Geld einen „Steu­er­be­ra­ter“.
Was berät denn der? Doch nur, wie
man zu viel Steu­ern vermei­det. „Steu­er­ver­mei­dung“
ist der Sinn seines Daseins,
sonst nichts. Jeder macht das
so und befin­det sich damit im gesetzlichen
Rahmen. Im Übri­gen ist das
Steu­er­recht noch im Stadi­um wie zu
Zeiten von Chris­ti Geburt, dessen Eltern
zum Zwecke der Steuerschätzung
nach Beth­le­hem reisen muss­ten, um
der Obrig­keit, der wir „unter­tan sind
und die Gewalt über uns hat“, den
geschul­de­ten Obolus zu entrichten.
(Jeder­mann sei unter­tan der Obrig­keit, die
Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit
ohne von Gott; wo aber Obrig­keit ist,
die ist von Gott verord­net, Römer 13,1)
Heute ist die Obrig­keit von den
Partei­en ausge­wählt immer noch
eine Obrig­keit, die Gewalt über
uns hat und die beschließt, was wir ihr
schul­den. Diese als Finanz­be­hör­de fungierende
Einrich­tung ist ein Staat im
Staate, die in dieser Form schon Jahrhunderte
besteht. Sie hat schon zu Zeiten
der deut­schen Klein­staa­ten existiert,
hat sich mit dem ersten deutschen
Reich gefes­tigt, hat den ersten und den
zwei­ten Welt­krieg ohne Abstri­che überstanden,
hat dem Kaiser­reich das Heer
und die Flotte finan­ziert, hat die Weimarer
Repu­blik mit Infla­ti­on und Deflation
über­stan­den. Dann hat sie ungebrochen
dem Dikta­tor Hitler seine Großmachtspläne
finan­ziert und durfte danach die
Staats­plei­te „abwi­ckeln“.
Nehmen und Geben
Wir, das Volk, von dem alle Staatsgewalt
ausge­hen sollte, müssen nämlich
lang­sam anfan­gen, tatsäch­lich selber
zu beschlie­ßen, was wir für die Zwecke
des Staa­tes ausge­ben wollen. Aber das
wird uns verwei­gert, weil wir so etwas
angeb­lich nicht beur­tei­len könnten.
Gerade auf dem Gebiet des Steuerrechts
wissen die Mäch­ti­gen genau,
wie sie vorge­hen müssen, denn die
Kuh, die man melkt, soll vom Gemolken-
Werden möglichst nichts merken,
es soll diskret zuge­hen (Grund­satz der
Unmerk­lich­keit der Besteue­rung). Es
ist dieses das Prin­zip der Spitzbuben,
dass die Leute, die bestoh­len werden,
es nicht immer gleich merken, damit
nämlich der Dieb möglichst unerkannt
bleibt. Man hat es dem Gott der Diebe
– Merkur – abge­lauscht: man soll
möglichst über­haupt nichts merken.
Das haben auch die Kauf­leu­te und –
last, but not least – die Ärzte (deren
Gott auch Merkur ist!) an sich, unmerklich
das wegzu­schaf­fen, was zu viel ist,
dort­hin, wo es fehlt, wobei sich die drei
Berufe im real exis­tie­ren­den Leben gelegentlich
schlecht vonein­an­der unterscheiden
lassen, weil sie manch­mal im
Einzel­nen als Gemenge­la­ge auftreten.
Inwie­weit nun Poli­ti­ker – insbesondere
Steu­er­po­li­ti­ker – einer der drei genannten
Kate­go­rien ange­hö­ren, ist so
leicht nicht auszu­ma­chen. Sie müssen
auch einer­seits wegneh­men, damit sie
woan­ders hinzu­fü­gen können. Sie können
dabei ärzt­lich handeln, wenn sie
beab­sich­ti­gen, den kran­ken Zustand
in einen gesun­den zu verwan­deln und
wenn die ergrif­fe­nen Maßnah­men auch
zu diesem hehren Ziel führen. Vorgeben
tun es die Poli­ti­ker meist laut­hals, dass
genau dieses und nichts ande­res ihre
Absicht sei. Rech­net man es dann allerdings
vor – oder auch nach –, so landet
zum Schluss das Wegge­nom­me­ne häufig
dort, wo sowie­so schon zu viel ist,
und wird genau denen letzt­lich weggenommen,
denen es gut getan hätte.
Dabei sind die Wege der zu verteilenden
Beute oft so verschlun­gen, dass
die Spuren in die Irre führen, was auch
der Gott Merkur bald nach seiner Geburt
meis­ter­lich beherrsch­te, indem er
die seinem Bruder Apollo gestohlenen
Rinder rück­wärts in sein Versteck führte,
damit es so aussä­he, als wären sie in
entge­gen gesetz­ter Rich­tung gelaufen
Ja, die Frage ist berech­tigt: lässt sich
das Ruder „herum­wer­fen“, oder auch:
lässt sich das oder die Steuer herumwerfen?
Wenn die See stür­misch ist,
ist das nicht so einfach, und manch
ein Schiff ist geken­tert, weil das Steuer
zu schnell oder auch zu spät herumgeworfen
wurde. Deshalb ist es sicher
gut, wenn nicht zu schnell herumgeworfen
wird, wobei dann vor allem der
neue Kurs stim­men muss: es wird zwar
dauernd der Kurs gewech­selt, aber wo
es letzt­lich hinge­hen soll, welches Ziel
erreicht werden muss, darüber macht
sich kaum einer Gedan­ken. Hauptsache
das Schiff fährt mal wieder in einer
ande­ren Rich­tung, egal wohin die Passagiere
eigent­lich wollen.
Im Mittel­punkt aller steuerrechtlichen
Über­le­gun­gen steht heute der Mensch
nur im Hinblick auf den Widerstand,
den er der „lega­len“ Enteig­nung entgegenbringen
wird, aber nicht, wozu das
Ganze eigent­lich dienen soll. Die zentrale
Frage: „Was ist der Mensch?“ wird
ausge­klam­mert. Die einzi­ge Antwort
darauf lautet heute: Der Mensch ist ein
(böser) Egoist, und deshalb muss man
ihn zum Wohl­tun führen, z. B. durch
Erhe­ben von Steu­ern für das Gemeinwohl,
da dieses nicht egois­tisch, sondern
altru­is­tisch (gut) sei. So wird der
Mensch auch gegen seinen Willen anscheinend
von einem bösen zu einem
(jeden­falls teil­wei­se) guten Menschen
gemacht, was vom Gesichts­win­kel der
Ewig­keit her ihm wieder­um nützt (jeden­falls
im höhe­ren Sinn). Wozu sich
also noch Gedan­ken machen!

Fehlt den Menschen das Bewusstwerden? – Richard Steinhauser 0

Fehlt den Menschen das Bewusstwerden? – Richard Steinhauser

Gedan­ken zu Charles Eisen­stein: „Die schö­ne­re Welt, von deren Möglich­keit unsere Herzen schon wissen“ -
Der Vision einer
schö­ne­ren Welt von
Charles Eisenstein
stimme ich voll­auf zu –
sie ist möglich!
Muss man sich aber nicht zuvor
fragen: Warum ist die
heuti­ge Welt nicht so schön?
Alles hat eine Ursache.
Was muss mir bewusst werden? Ich
lebe. Ich bin einer von sieben Milliarden
Menschen. Ich bin ein historisches,
sozia­les und personales
Wesen. Ich trage Verant­wor­tung gegenüber
der Geschich­te, der Gesellschaft
und mir selbst. Der religiöse
Mensch sieht sich als transzendentales
Wesen in der Verant­wor­tung vor
Gott. Daraus folge­re ich meine Lebensaufgabe:
Ich habe mein Leben auf der
Erde so zu gestal­ten, dass noch weitere
Genera­tio­nen auf ihr Leben können.
Ist mir das bewusst?
Als geschicht­li­ches Wesen schlummern
in mir Genera­tio­nen. Als sozialem
Wesen erfah­re ich, dass ich nur
durch das Du zum Ich werde. Eltern
haben mich gezeugt. Ich war hilflos
und voll­kom­men auf sie angewiesen.
Als Erwach­se­ner habe ich Bedürfnisse,
die nur durch eine große Gesellschaft
erfüllt werden können. Als personalem
Wesen stehe ich vor allem in
der Verant­wor­tung für meine Gesundheit.
Nur als gesun­der Mensch kann
ich der Geschich­te, der Gesellschaft
und mir selbst am besten dienen. Und
als tran­szen­den­ta­les Wesen? Als denkender
Mensch versu­che ich meinem
Leben einen Sinn zu geben. Ist mir das
bewusst?
Ich bin hinein­ge­bo­ren in die eine
Welt, in ein Volk, in eine Religion
(Konfes­si­on), in eine Gemeinde,
in eine Fami­lie. Ich lebe in einem
Staat, der Geset­ze erlässt und dadurch
weit­ge­hend mein Leben bestimmt.
Ich benö­ti­ge täglich Geld.
Das Geld­we­sen wird von der Ideologie
des Kapi­ta­lis­mus bestimmt. Der
Staat befin­det über Krieg und Frieden.
Dies wird von der Ideo­lo­gie des
Mili­ta­ris­mus bestimmt. So leben wir
heute in der Welt des real und global
exis­tie­ren­den Mili­ta­ris­mus. Der
Mili­ta­ris­mus ist ein Gewaltsystem
und der Kapi­ta­lis­mus ein Schmarotzersystem.
Die ganze Welt steckt im
Teufels­kreis der Gewalt und Ungerechtigkeit.
Diese Ideo­lo­gien sind
die Verur­sa­cher unse­res weltweiten
Dilem­mas. Ist mir das bewusst?
Um leben zu können, braucht der
Mensch keinen ande­ren Menschen zu
töten, nicht einmal ein Tier. Was tut
der Mensch? Er führt Kriege. Es gibt
keine Recht­fer­ti­gung für den Militarismus.
Um leben zu können, braucht
der Mensch kein Millio­när zu sein.
Was tut der Mensch? Er erfin­det ein
Geld­sys­tem, in dem man Multimillionär,
ja sogar Multi­mil­li­ar­där werden
kann. Es gibt keine Recht­fer­ti­gung für
den Kapi­ta­lis­mus. Mili­ta­ris­mus und
Kapi­ta­lis­mus sind Lebens­lü­gen. Sie
sind das insti­tu­tio­na­li­sier­te Böse in
der Welt. Ist mir das bewusst?
„Die Proble­me, die es in dieser Welt
gibt, können nicht mit den gleichen
Denk­wei­sen gelöst werden, die sie
erzeugt haben.“ (Albert Einstein). Zu
welcher Denk­wei­se müssen wir gelangen?
Zur Gewalt (der Krieg ist die
schlimms­te) gibt es nur eine Alternative,
die Gewalt­frei­heit. Mit der Gewalt
kann kein Kompro­miss geschlossen
werden. Die Gewalt­frei­heit ist
eine funda­men­ta­le Wahr­heit. Erst in
ihr sind wir unse­rer Menschenwürde
würdig. Die Gewalt­frei­heit ist die Voraussetzung
für all unser Denken und
Tun. Nur so können wir unsere Probleme
und Konflik­te, die es in jedem Zusammenleben
gibt, gewalt­frei durch
den Dialog lösen. Erst dann verhalten
wir uns wie vernunft­be­gab­te Wesen,
sind wir Menschen.
Wie mili­tä­ri­sches Denken hat auch
kapi­ta­lis­ti­sches Denken eine lange
Geschich­te. Wie ein Trauma lasten
Mili­ta­ris­mus und Kapi­ta­lis­mus auf
der Menschheit.

Die Teufelei geht weiter! – Kommentar von Wilhelm Schmülling 0

Die Teufelei geht weiter! – Kommentar von Wilhelm Schmülling

Mit welcher Arro­ganz zele­brier­ten bisher
priva­te Banken eine Aura der Seriosität
– bis hin zur Inneneinrichtung
(Inte­ri­eur genannt) und bis hin zum Nadelstreifenanzug
der Ange­stell­ten. All
das sollte die eigene Geschäftstüchtigkeit
unter­strei­chen und die Wertschätzung
gegen­über Kunden, die man großzügig
am Erfolg des Hauses teilnehmen
lassen wollte, Boni­tät vorausgesetzt.
Einige Privat­ban­ken sortier­ten gleich
bei der Geschäfts­an­bah­nung die „Minder­be­mit­tel­ten“
unter einem siebenstelligen
Vermö­gen aus. Denen war offensichtlich
nicht zu helfen, den gnädig
aufge­nom­me­nen Kunden der Upperclass
schon, auch zum Vorteil der Bank.
Dieses anma­ßen­de Verhalten,
Image-Pflege genannt, setzte
sich mehr oder weni­ger bei allen
Banken durch – mit Ausnah­me bei Sparkassen
und Genossenschaftsbanken.
Und so verbrei­te­te sich unter den Kunden
ein nahezu gren­zen­lo­ses Vertrauen.
Seit der Finanz­kri­se von 2008 zerbröselte
dieses Bild. Das Geld der Anle­ger wanderte
in zuneh­men­dem Maße – auch
bedingt durch das schwie­ri­ger werdende
Kredit­ge­schäft mit der Realwirtschaft
– an den inter­na­tio­na­len Finanzmarkt.
Mit der Verbrie­fung von Hypotheken
wurden zuerst Haus­be­sit­zer in bittere
Not gestürzt, dann ganze Länder. Das
Geschäfts­ge­ba­ren bewuss­ter Übervorteilung
von Kredit­neh­mern wurde ruchbar.
Einmal demas­kiert, verspra­chen die
Banken Besse­rung. Und alle Welt glaubte
ihnen. Denn eine solch offensichtlich
schäd­li­che Geschäfts­idee könne keinen
Bestand haben. Weit gefehlt, es muss ja
nicht die glei­che Masche sein.
Wer am 1. 4. 2014 auf ARTE um 23.20
Uhr die Doku­men­ta­ti­on „Die Geschichte
der fran­zö­si­schen Banken. Eine Tragikomödie“
ange­se­hen hat, ist erschüttert
über die Rigo­ro­si­tät der Bankgründer
und dem Ziel, Profit­ma­xi­mie­rung des
ange­leg­ten Kapi­tals nahezu risikolos
zu errei­chen. Die Kapitalkonzentration
bei den Banken ermög­lich­te eine Reichtumssteigerung
neben dem Großgrundbesitz
nun beim Geld­adel. Es war die
Grün­dung des moder­nen Kapitalismus
bis hin zum Raub­tier­ka­pi­ta­lis­mus. Alles
bei ARTE gut recher­chiert. Wer sucht,
der findet. Aller­dings zu nachtschlafender
Zeit. Wer Print­me­di­en bevorzugt,
findet umfang­rei­che Berich­te in alternativen
Zeit­schrif­ten, wie der HUMANEN
WIRTSCHAFT. Auch die hier vorliegende
Ausga­be ist dafür ein Beleg.
Jeder Beitrag wäre eines umfangreichen
Kommen­tars würdig. Wenn ich nun das
„Neue Geschäfts­mo­dell mit US-Immobilien“
von Laura Gottes­die­ner herausgreife,
dann deshalb, weil darin exemplarisch
„schon wieder“ das kaltblütige
Geschäfts­ge­ba­ren – dies­mal mit Mietern
– beschrie­ben wird. Aus den Desastern
des Banken-Crash von 2008
haben jeden­falls die Hedge­fonds nichts
gelernt. Schon 2009 titel­te SPIEGEL
ONLINE „Hedge­fonds star­ten wieder
durch“.
Was aber Laura Gottes­die­ner auf Seite
18 dieser Ausga­be enthüllt, ist die Spitze
der Teufe­lei, nämlich die Abzo­cke der
„Under­class“, vornehm­lich der schwarzen
Bevöl­ke­rung. Sie wähnte sich am
Ziel Ihrer Träume, eine dauer­haf­te Bleibe
in einer Miet­woh­nung zu finden. Stattdessen
zerran­nen viele Träume. Ohne
die Stra­te­gie der Reichtumsvermehrung
der Banken zu kennen, glaub­ten sie sich
dank der vorge­leg­ten Verträ­ge in Sicherheit.
Bis sie die Tricks der Banken und
ihrer Haus­ver­wal­tun­gen zu spüren bekamen.
Ergo: Statt Haus­be­sit­zer sind
nun Mieter das Ziel der Abzocker.
Die Teufe­lei­en gehen aber nicht nur mit
Häusern und Wohnun­gen weiter. Sie
erfas­sen auch die Welt-Handelsbeziehungen.
Nur Wenige wissen um das geplante
Frei­han­dels- und Investitionsabkommen
(TTIP) zwischen der EU und den
Verei­nig­ten Staa­ten von Nordamerika.
Kein Wunder. Denn die Verhandlungen
wurden geheim geführt. Wohlgemerkt
sind die Vertrags­part­ner insgesamt
Demo­kra­tien. Wenn­gleich nach dem
öffent­li­chen Druck die Intransparenz
gelo­ckert wurde, so blei­ben konkrete
Verhand­lungs­tex­te unveröffentlicht.
Was so begrü­ßens­wert als Freihandelszone
geplant wurde, entpuppt sich als
ein Versuch, eine Schutz­zo­ne vornehmlich
für Kapi­tal­in­ves­to­ren und Konzerne
einzu­rich­ten. In diesem Heft und schon
in Heft 01/2014 haben unsere Autoren
die infa­men Machen­schaf­ten erläutert.
Was schlie­ßen wir daraus? Nur in einer
frei­heit­li­chen Ordnung, nicht aber in einer
ausschließ­lich auf Kapi­tal­ertrag fixierten
Wirt­schafts­ord­nung sind grundlegende
Refor­men möglich.