Kategorie: Pat Christ

Freiberuflichen Hebammen droht das Berufsverbot – Pat Christ 0

Freiberuflichen Hebammen droht das Berufsverbot – Pat Christ

Es geht um mehr als die Haft­pflicht Dilem­ma der Heb­am­men ver­weist auf die Tra­gik des öko­no­mi­sier­ten Medi­zin­sys­tem. Wie fatal es sein kann, wenn es kei­ner­lei Wett­be­werb gibt, zeigt sich die­ser Tage am Bei­spiel der Heb­am­men. Mit­glie­der des Bun­des frei­be­ruf­li­cher Heb­am­men Deutsch­land (BfHD) kön­nen nur bei der Nürn­ber­ger Ver­si­che­rung eine Haft­pflicht­ver­si­che­rung…

Der mühsame Weg… – Pat Christ 0

Der mühsame Weg… – Pat Christ

Noch gibt es kei­nen „Mit­tel­Fran­ken“. Über Umwe­ge wirbt der Ver­ein Regio-Mark für eine Kom­ple­men­tär­wäh­rung. er nicht mit einem gol­de­nen Löf­fel im Mund gebo­ren wur­de, wird es kaum schaf­fen, zeit­le­bens einen sol­chen zu bekom­men. Denn Geld fließt gewöhn­lich zu denen, die Geld haben. Es sei denn, es han­delt sich tat­säch­lich um…

Die „Schöne aus Marienhöhe“ darf nicht sterben – Pat Christ 0

Die „Schöne aus Marienhöhe“ darf nicht sterben – Pat Christ

Saat­gut­ak­ti­vis­ten kämp­fen gegen die geplan­te Novel­lie­rung einer EU-Ver­­or­d­­nung – Radies­chen, Mohn und Zitro­nen­ba­si­li­kum, Obsi­di­an, Slim Jim und Wil­de Rau­ke: Dut­zen­de Rari­tä­ten und bewähr­te Haus­gar­ten­sor­ten gab es im Febru­ar beim Saa­t­gut-Fes­­ti­val im unter­frän­ki­schen Ipho­fen zu bestau­nen und zu erwer­ben. Star­gast der Ver­an­stal­tung, die meh­re­re hun­dert Besu­cher von teil­wei­se weit­her anzog, war…

Zeit für etwas Neues – Pat Christ 0

Zeit für etwas Neues – Pat Christ

Zum Jah­res­en­de ver­lässt Vor­stands­frau Syl­ke Schrö­der die Ethik­Bank -
Ver­gli­chen mit der Deut­schen Bank,
die eine Bilanz­sum­me von 2,2 Bil­lio­nen
Euro aus­wei­sen kann, ist die
Ethik­Bank klein: Hier liegt die Bilanz­sum­me
bei unter 300 Mil­lio­nen Euro.
Doch inner­halb des alter­na­ti­ven Ban­ken­sek­tors
hat sich die Ethik­Bank einen
Namen gemacht. „Wir kom­men in
der Wahr­neh­mung der Men­schen heu­te
direkt hin­ter der GLS-Bank“, sagt
Syl­ke Schrö­der. Die Mit­be­grün­de­rin
der Ethik­Bank gehör­te bis­her dem
Vor­stand an. Zum Jah­res­en­de will sie
die Bank ver­las­sen.
Was nicht an einer sich womög­lich
geän­der­ten Unter­neh­mens­phi­lo­so­phie
und auch
nicht an Clinch mit Kol­le­gen liegt. Syl­ke
Schrö­der steht heu­te noch genau­so
wie bei der Grün­dung vor zwölf Jah­ren
zu „ihrer“ Bank. 2002 wur­de sie von
ihr und Klaus Euler als Zweig­nie­der­las­sung
der Volks­bank Eisen­berg eG
gegrün­det.
Die Kon­struk­ti­on bie­tet bis heu­te eine
beson­de­re Siche­rung der Kun­den­gel­der:
Zum gesetz­li­chen Ein­la­gen­schutz
kommt der Schutz durch die Siche­rungs­ein­rich­tung
des Bun­des­ver­ban­des
der Volks­ban­ken und Raiff­ei­sen­ban­ken.
Beson­ders bei der Ethik­Bank
ist aber auch, dass es seit 2005 eige­ne
Mikro­Kon­ten für Insol­venz­schuld­ner
gibt. Seit 2009 ver­gibt die Ethik­Bank
eige­ne Öko­Bau­kre­di­te.
Ban­ken haben einen schlech­ten Ruf,
weil immer wie­der auf­kommt, wie sie
trick­sen. Sie nut­zen jedes Schlupf­loch
im Steu­er­sys­tem aus, locken Anle­ger
in hoch­ris­kan­te Unter­neh­mens­be­tei­li­gun­gen
und ver­schwei­gen ver­steck­te
Kos­ten. Sich in die­sem Hai­fisch­be­cken
zu behaup­ten, ist eine gewal­ti­ge Her­aus­for­de­rung.
Syl­ke Schrö­der hat die­se
Her­aus­for­de­rung mit ihren Kol­le­gen
gemeis­tert. Dar­um hängt sie an „ihrer“
Bank. „Doch ich bin auch noch jung
genug, um etwas Neu­es anzu­fan­gen“,
meint die 48-Jäh­ri­ge. Erleich­tert wur­de
ihre Ent­schei­dung, zu gehen, dadurch,
dass sie die Bank bei Klaus Euler und
Tho­mas Zahn in guten Hän­den weiß.
Aus­zeit auf dem Jakobs­weg
Außer­dem ver­lässt sie die Ethik­Bank
in einer pro­spe­rie­ren­den Pha­se. Auch
das macht den Aus­stieg ein­fa­cher. Wie
es nach ihrem Abschied wei­ter­ge­hen
wird, steht noch nicht fest: „Ich wer­de
mir erst ein­mal für drei Mona­te eine Aus­zeit
neh­men.“ In die­ser Zeit möch­te Syl­ke
Schrö­der den Jakobs­weg ent­lang von
Frank­reich bis San­tia­go de Com­pos­te­la
wan­dern. Und sich dabei über­le­gen,
was sie in Zukunft tun möch­te. „Es gibt
unter­schied­li­che Optio­nen, die ich der­zeit
son­die­re“, sagt sie. Gern wür­de sie
etwas Krea­ti­ves machen: „Ich habe da
schon lan­ge eine Geschäfts­idee, die es
so noch nicht gibt. Die wür­de ich ger­ne
aus­pro­bie­ren.“

Vision oder Privatvergnügen? – Pat Christ 0

Vision oder Privatvergnügen? – Pat Christ

Leben ohne Geld und mög­lichst ohne Bedürf­nis­se wird zum neu­en Nischen­li­fe­style.

Er woll­te nicht län­ger um das Gol­de­ne
Kalb tan­zen. Dar­um ent­schied sich
Rapha­el Fell­mer vor drei Jah­ren, in
„Geld­streik“ zu tre­ten. Seit­her macht
er damit Furo­re. Wobei er kei­nes­wegs
der ein­zi­ge ist, der sich (vor­über­ge­hen­de?)
„Geld­lo­sig­keit“ zum Ide­al
erko­ren hat. Hei­de­ma­rie Schwer­mer
ent­schied sich bereits 1996, ohne
Geld zu leben. Mark Boyle gab immer­hin
ein Jahr lang den Kon­sum­ver­wei­ge­rer.
Auch die Vaga­bun­den­blog­ge­rin
Michel­le stieg für ein Jahr aus und leb­te
ohne Hel­ler und Pfen­nig.
Ein­mal aus­sche­ren – wer wünsch­te
sich das nicht. Dazu hat auch
jeder das Recht. Inter­es­sant sind
die Mis­sio­nen, die hin­ter dem jewei­li­gen
Aus­stieg ste­cken. So hat Rapha­el
Fell­mer mit sei­ner Akti­on die „Lage
der Welt“ und die gan­ze Mensch­heit im
Blick. Dar­un­ter macht er es nicht. „Mein
Geld­streik ist sehr breit ange­legt“,
meint er im Gespräch mit der HUMANEN
WIRTSCHAFT. Er ist gegen den Kapi­ta­lis­mus.
Gegen die Ver­schwen­dung.
Gegen die Aus­beu­tung von Tie­ren. Gegen
die Umwelt­ver­schmut­zung. Als ein
„Aus­ru­fe- und ein Fra­ge­zei­chen“, sagt
er uns, sehe er sei­nen Streik.
Fell­mer tramp­te län­ge­re Zeit und kam
dadurch auf den Geschmack der Frei­heit
und zu sei­ner Lebens­phi­lo­so­phie.
Man ler­ne die Din­ge mehr zu schät­zen,
wenn man sie nicht ein­fach kau­fen kann,
meint er. „Wenn zum Bei­spiel beim Tram­pen
end­lich ein Auto hält, freut man sich
viel mehr, als wenn man ein­fach in den
nächs­ten Bus steigt und 2,50 Euro zahlt“,
so der 30-Jäh­ri­ge. Das leuch­tet ein.
Und es erin­nert an „On The Road“, die
Bibel der Beat-Gene­ra­ti­on. Auch hier
neh­men sich jun­ge Men­schen eine
Frei­heit, die ihnen die Gesell­schaft
frei­wil­lig nicht gibt. Aber die­ses Buch
kennt Fell­mer nicht. „Ich bin nicht sehr
bele­sen“, gibt er zu. Und das ist spür­bar.
Über­haupt hat es Fell­mer nicht mit
Theo­ri­en und Phi­lo­so­phi­en.
Ein­fach gestrick­tes Welt­bild
Sein ein­fach gestrick­tes Welt­bild weist
ihn denn auch nicht gera­de als Fein­geist
aus. Da gibt es die wenig anspruchs­vol­len
Kate­go­ri­en „Ja“ bezie­hungs­wei­se
„gut“ und „Nein“ bezie­hungs­wei­se
„schlecht“. Rapha­el Fell­mer ist gegen
alles, was nicht gut ist: Den mil­lio­nen­fa­chen
Hun­ger in der Welt, das „Kil­len“
von Tie­ren, die Zer­stö­rung der Natur.
Und er ist für alles, was gut ist. Die Lie­be.
Die Mensch­heit. Und der­glei­chen.
Dass er auf alles eine Ant­wort parat hat,
wirkt ein wenig ober­schlau. Ober­fried­lich
und ober­öko­lo­gisch ist er sowie­so.
Nur mit Details, stets die Krux an jeder
Pro­ble­ma­tik, hält er sich nicht lan­ge
auf. Irgend­wie scheint es für ihn nichts
tie­fer zu ver­ste­hen zu geben… Das ist
ent­waff­nend. Dafür mögen ihn vie­le. Ist
doch die Sehn­sucht nach ein­fa­chen Erklä­run­gen
und ein­fa­chen Lösun­gen in
unse­rer hoch­kom­ple­xen Welt groß. Und
wer möch­te Kämp­fer für das Gute nicht
gern unter­stüt­zen?
Sei­ne Habe muss­te er vor sei­nem Frei­heits­sprung
übri­gens nicht in einem Depot
unter­brin­gen. Fell­mer hat ein Dach
überm Kopf. Bis Ende ver­gan­ge­nen
Jah­res leb­te er mit sei­ner Frau und der
zwei­jäh­ri­gen Toch­ter Alma umsonst im
Frie­dens­haus von Ber­lin. Zu Jah­res­be­ginn
zog er um. Eine Fami­lie nahm die
drei auf: „Wir haben dort ein Zim­mer in
einer Fünf-Zim­mer-Woh­nung.“ Zu eng?
Aber Fell­mer ist ja ohne­hin dau­ernd
unter­wegs. Vor allem seit sein Buch erschie­nen
ist. Dar­an ver­dient er im Übri­gen
nicht, betont er uns gegen­über. Als E-Book sind die Sei­ten kos­ten­los her­un­ter­zu­la­den.
Von der Auf­la­ge wird ein
Drit­tel ver­schenkt. Der Rest fließt zur
Kos­ten­de­ckung an den Ver­lag.
Den Aus­schlag für die Ent­schei­dung,
geld­los zu leben, gab eine Tramp­tour
mit Freun­den nach Mexi­ko. „Er hat­te
kein Geld, kam aber trotz­dem immer
wei­ter“, schreibt Bir­git Bau­mann über
ihn im „Stan­dard“. „Über den Atlan­tik
nah­men ihn Ita­lie­ner mit dem Segel­boot
mit, in Bra­si­li­en saß er hin­ten auf alten
Last­wa­gen. Er schlief bei der Feu­er­wehr
und in Schu­len, von Restau­rants nahm
er sich, was ohne­hin übrig war. Im Gegen­zug
bot er sei­ne Arbeits­kraft an.“
Wer hät­te auf sol­che Sen­sa­tio­nen in der
gro­ßen wei­ten Welt in jun­gen Jah­ren
kei­ne Lust? Die meis­ten jun­gen Aben­teu­rer
aller­dings las­sen es bei einem
ein­ma­li­gen Erleb­nis bewen­den. Nicht
so Rapha­el Fell­mer. Er beschloss nach
sei­ner Rück­kehr, fort­an auch in Ber­lin
geld­los zu leben.

Auf Raiffeisens Spuren – Bericht von Pat Christ 0

Auf Raiffeisens Spuren – Bericht von Pat Christ

Im deutsch­spra­chi­gen Raum grün­den sich immer mehr Sozi­al­ge­nos­sen­schaf­ten

Ob Post­dienst, Dorf­la­den, Arzt­pra­xen,
Kin­der­be­treu­ungs­ein­rich­tun­gen oder
Bus­ver­bin­dun­gen – in länd­li­chen Räu­men
dünnt die Infra­struk­tur zum Teil
dra­ma­tisch aus. Hier­auf reagie­ren Sozi­al­ge­nos­sen­schaf­ten.
Sie set­zen sich
für demenz­kran­ke Men­schen ein oder
zie­len, in Form von Senio­ren­ge­nos­sen­schaf­ten,
auf ein koope­ra­ti­ves Altern
ab. Der Genos­sen­schafts­ge­dan­ke
wächst ste­tig. So wur­den in den ver­gan­ge­nen
acht Jah­ren in Deutsch­land rund
1.300 Genos­sen­schaf­ten gegrün­det.
Eine Sozi­al­ge­nos­sen­schaft ist eine
Ver­si­che­rung auf Gegen­sei­tig­keit:
Man gibt und hilft sich soli­da­risch.
Dahin­ter steckt die bereits
von Fried­rich Wil­helm Raiff­ei­sen for­cier­te
Idee, dass alle gemein­sam viel
mehr auf die Bei­ne zu stel­len ver­mö­gen
als ein Mensch allei­ne. Das gilt laut
Hei­ke Walk vom Zen­trum Tech­nik und
Gesell­schaft (ZTG) der TU Ber­lin auch
für ein so aktu­el­les The­ma wie „Kli­ma­wan­del“.
Als kol­lek­ti­ve Zusam­men­schlüs­se
haben Genos­sen­schaf­ten
den Ana­ly­sen der Geschäfts­füh­re­rin
des ZTG-Insti­tuts für Pro­test- und Bewe­gungs­for­schung
zufol­ge viel­fäl­ti­ge
Hand­lungs­mög­lich­kei­ten, um den Kli­ma­schutz
in Städ­ten vor­an­zu­trei­ben.
Vie­le Sozi­al­ge­nos­sen­schaf­ten tre­ten
als klas­si­sche Non-Pro­fit-Orga­ni­sa­tio­nen
auf. Hier schlie­ßen sich Men­schen
auf der Basis von Selbst­hil­fe oder ehren­amt­li­chen
Enga­ge­ment koope­ra­tiv
zu zusam­men. Dane­ben exis­tie­ren aber
auch Sozi­al­ge­nos­sen­schaf­ten, die zu
bezah­len­de Leis­tun­gen erbrin­gen, die
zwar gesell­schaft­lich not­wen­dig und
zen­tral für eine nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung
sind, vom Markt aber nicht mehr
zur Ver­fü­gung gestellt wer­den.
Von pal­lia­ti­ver Hil­fe
bis zur Nah­raum­ver­sor­gung
Die Hand­lungs­fel­der von Sozi­al­ge­nos­sen­schaf­ten
fächern sich dem­nach
stark auf. Allein im Gesund­heits- und
Pfle­ge­sek­tor exis­tiert heu­te eine brei­te
Ange­bots­pa­let­te, die vom Pal­lia­tiv­be­reich
über das Senio­ren­woh­nen bis
hin zu Kran­ken­haus­netz­wer­ken reicht.
Selbst der Bereit­schafts­dienst von
Ärz­ten kann sozi­al­ge­nos­sen­schaft­lich
orga­ni­siert wer­den. Vie­le Genos­sen­schaf­ten
enga­gie­ren sich vor dem
Hin­ter­grund des demo­gra­phi­schen
Wan­dels auch dafür, die sozia­le Infra­struk­tur
vor Ort zu erhal­ten oder sie neu
zu schaf­fen. Dies betrifft die Kin­der­be­treu­ung
und die Jugend­hil­fe eben­so wie
die The­men „Alters­ge­rech­tes Woh­nen“
und „Nah­raum­ver­sor­gung“.
Um die psy­cho­so­zia­le Gesund­heit von
Kin­dern und Jugend­li­chen küm­mert
sich im ita­lie­ni­schen Bru­neck seit vie­len
Jah­ren die Sozi­al­ge­nos­sen­schaft
EOS. Bereits 1995 eröff­ne­te die Orga­ni­sa­ti­on
eine sozi­al­päd­ago­gi­sche WG
für psych­ia­trisch auf­fäl­li­ge Jugend­li­che.
Vier Jah­re spä­ter star­te­te sie in Bru­neck
ein Pro­jekt für ein Beglei­te­tes Woh­nen
von Her­an­wach­sen­den mit see­li­schen
Pro­ble­men. Ein zwei­tes Pro­jekt die­ser
Art wur­de 2001 in Bozen eröff­net. 2005
star­te­te die von der Genos­sen­schaft orga­ni­sier­te
Ambu­lan­te sozi­al­päd­ago­gi­sche
Fami­li­en­ar­beit im Pus­ter­tal. Von
Jahr zu Jahr wuchs die Mit­ar­bei­ter­zahl.
Heu­te liegt sie bei um die 80.

Entscheidend ist die Tat – Pat Christ 0

Entscheidend ist die Tat – Pat Christ

Zahl­rei­che Freun­de, Weg­ge­fähr­ten, Neu­gie­ri­ge und Inter­es­sier­te kamen vom 31. Okto­ber bis 3. Novem­ber
zur „Jah­res­fei­er Huma­ne Wirt­schaft 2013“ des För­der­ver­eins Natür­li­che Wirt­schafts­ord­nung e. V. in die Wup­per­ta­ler Sil­vio-Gesell-Tagungs­stät­te. „Ent­schei­dend ist die Tat“ lau­te­te das dies­jäh­ri­ge Mot­to.

„Theo­ri­en und Phi­lo­so­phi­en sind sicher wich­tig,“ so Chef­re­dak­teur Andre­as Ban­ge­mann zum Auf­takt. „Doch von eben­so gro­ßer Bedeu­tung ist es, etwas real umzu­set­zen und etwas zu bewe­gen.“ Ein gro­ßes Ziel ist allen Human­wirt­schaft­le­rin­nen und Human­wirt­schaft­lern klar. Es heißt: Eine Geld­ord­nung schaf­fen, in der sich das
Geld nicht mehr, wie den der­zeit herr­schen­den Spiel­re­geln zufol­ge, selbst ver­meh­ren und dadurch die Gesell­schaft immer wei­ter auf­spal­ten kann. Doch der Weg dahin ist noch ziem­lich weit.

Sehr fer­ne Zie­le kön­nen demo­ti­vie­ren. Vor allem, wenn es nicht gewiss erscheint, dass sie auch erreicht wer­den kön­nen. Damit die Ein­satz­freu­de nicht nach­lässt, sind sinn­vol­le Zwi­schen­etap­pen und eine Men­ge
klei­ner, krea­ti­ver Ide­en nötig. „Was wir anstre­ben, kann nur dann rich­tig Wir­kung ent­fal­ten, wenn es in sehr vie­len Köp­fen ist und wenn sich sehr vie­le Men­schen dar­an betei­li­gen“, beton­te Ban­ge­mann.

Dafür müs­sen die Men­schen begeis­tert wer­den. Und zwar durch etwas, was kon­kret und „anfass­bar“ ist. Was akti­viert. Statt ledig­lich Dis­kus­sio­nen aus­zu­lö­sen. Ist es doch auf Dau­er äußerst unbe­frie­di­gend, nur immer über die Gier der Rei­chen und die Blind­heit der Poli­ti­ke­rin­nen und Poli­ti­ker zu schimp­fen. Sol­che
Debat­ten erschöp­fen sich irgend­wann. Bes­ser ver­su­chen, von unten etwas zu ver­än­dern. Dass die Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer der Jah­res­fei­er tat­säch­lich den gro­ßen Wunsch haben, etwas zu bewe­gen, mach­te die „Mur­mel­run­de“ am Eröff­nungs­abend deut­lich. Span­nen­der Tagungs­ein­stieg Was immer einem selbst gera­de kei­ne Ruhe lässt, womit man sich gera­de beschäf­tigt und wie man über­haupt auf das The­ma „Huma­ne Wirt­schaft“ kam, das erzähl­ten sich je zwei Teil­neh­me­rIn­nen bei die­sem unge­wöhn­li­chen Ein­stieg in die Tagung. In sechs Minu­ten mach­ten sich zwei Men­schen, die sich bis dato noch nie gese­hen hat­ten, auf die­se inten­si­ve Wei­se mit­ein­an­der bekannt. Wech­sel­sei­tig stell­ten sie sich spä­ter im Ple­num vor. Her­aus kamen facet­ten­rei­che Per­sön­lich­keits­be­schrei­bun­gen, Infor­ma­tio­nen über inter­es­san­te bio­gra­phi­sche Wege, unge­wöhn­li­che Plä­ne und ers­te kon­kre­te Pro­jek­te.

Am zwei­ten Abend kam bei Andre­as Ban­ge­mann Gold­grä­ber­stim­mung auf: In der Rol­le des Fürch­te­gott Zwei­fel­mann brach­te er gegen­über Stef­fen Unver­zagt ali­as Stef­fen Hen­ke erfreut zum Aus­druck, wie
gran­di­os sich sein Geld ver­mehrt. In den 80er Jah­re habe er eine klei­ne Erb­schaft von sei­nem Groß­va­ter bekom­men, erzähl­te er. Immer­hin 10.000 Mark. Die hat er als flei­ßi­ger schwä­bi­scher Spa­rer gleich ange­legt – und nun ver­dop­pelt sich die­ses Ver­mö­gen alle zwölf Jah­re.

Finanzwelt auf der Bühne – Eine schwierige Annäherung – Pat Christ 0

Finanzwelt auf der Bühne – Eine schwierige Annäherung – Pat Christ

Das Thea­ter kann das The­ma „Geld“ (noch) nicht so rich­tig packen

Sie jog­gen zwei­mal in der Woche, ernäh­ren sich gesund – und haben ansons­ten nur eines im Sinn: Umsatz zu machen. Dafür neh­men die drei Finanz­be­ra­ter in Robert Woel­fls Stück „Wir ver­kau­fen immer“ alle nur denk­ba­ren Kon­se­quen­zen in Kauf: Bruch mit der eige­nen Fami­lie, Bezie­hungs­ab­sti­nenz, Ein­sam­keit. Beacht­lich, dass es ein Stück über die Finanz­welt auf die Thea­ter­büh­ne geschafft hat. Nur lei­der bleibt es – und nicht nur die­ses Stück – inhalt­lich weit hin­ter den Erwar­tun­gen an ein sol­ches The­ma zurück.

Sie sind weder non­cha­lant noch fies oder aus­ge­bufft, die bei­den Finanz­be­ra­ter und die Finanz­be­ra­te­rin, die Regis­seur Ste­phan Susch­ke bei der Urauf­füh­rung des Stücks im Sep­tem­ber im Würz­bur­ger Stadt­thea­ter zum Tria­log antre­ten lässt. Unsi­cher sind sie. Und geknickt. Vor allem Mar­tin, in Würz­burg von Robin Bohn dar­ge­stellt, ist ganz betrübt dar­über, dass sei­ne Eltern ihn der Falsch­be­ra­tung bezich­ti­gen – haben sie doch dank sei­ner Ein­flüs­te­run­gen all ihr Geld in Akti­en inves­tiert, deren Kurs dann mas­siv gefal­len ist. Seit­dem reden sie nicht mehr mit ihrem Sohn. Zu groß ist (noch) der Schock dar­über, dass all ihr Ver­mö­gen ver­nich­tet ist.

Die drei von Woelfl kre­ierten Finanz­be­ra­ter müs­sen sich unge­mein abschuf­ten. Tja. Hät­ten Sie bloß was Ver­nünf­ti­ges gelernt… Das Leben genie­ßen, nein, das kön­nen Julia, Mar­tin und Ricar­do nicht. Denn da ist ja die per­ma­nen­te Hatz nach dem Geld. Immer hin­ken sie hin­ter ihren eige­nen Erwar­tun­gen her. Immer ist da die Angst vor dem Absturz. Und immer ste­hen sie mit dem Rücken an der Wand. Gefun­den haben sie sich für den Moment des Tria­logs auch nicht aus alter Freund­schaft. Eher zum Schlag­ab­tausch. Ähn­lich Mit­glie­dern einer Sek­te feu­ern sie sich gegen­sei­tig an, das zu glau­ben, was als Glau­be in ihnen längst am Brö­ckeln ist. Woelfl prä­sen­tiert sei­ne Figu­ren ver­hed­dert in einem Job, der abso­lut nicht zum Glück­lich­ma­chen taugt.

Zu blo­ßen „Kun­den“ degra­diert Wie sie mit ande­ren umge­hen, treibt ihnen beim Erzäh­len kei­nes­wegs die Röte ins Gesicht. Sie schei­nen nicht zu che­cken, in wel­chem unmensch­li­chen Maß sie ihre Mit­men­schen zu blo­ßen „Kun­den“ degra­die­ren. Was frei­lich schon etwas mit der Rea­li­tät zu tun hat. Unbe­strit­ten gehört die Angst davor, zu weni­ge Kun­den zu haben oder bereits gewon­ne­ne Kun­den zu ver­lie­ren, zur Rea­li­tät von Finanz­be­ra­tern. Rea­len Schil­de­run­gen zufol­ge gera­ten nicht weni­ge Finanz­be­ra­ter gar so stark ins Tru­deln, dass sie in die Pri­vat­in­sol­venz
hin­ein­schlid­dern. Denn neue Kun­den zu fin­den, ist schwer. Auch für Woel­fls farb­lo­se Figu­ren bedeu­tet dies eine chro­nisch stres­sen­de Her­aus­for­de­rung. Dabei ver­su­chen sie auf Teu­fel komm raus, zu neu­en Geschäfts­kon­tak­ten zu kom­men. Und weil sie es so sehr ver­su­chen, pas­sie­ren Pan­nen. Wer­den ande­re geschä­digt. Um exis­ten­zi­ell not­wen­di­ges Geld gebracht. Wie Mar­tins Eltern…

ans Ruder © 2013 Pat Christ
Foto: © Pat Christ
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Vorgegaukelte Demokratie – Pat Christ

Ham­bur­ger Poli­tik­wis­sen­schaft­ler unter­su­chen Ent­wick­lung hin zur Post­de­mo­kra­tie

Wohin steu­ert unse­re Poli­tik? Nach Ansicht vie­ler Poli­tik­wis­sen­schaft­ler mit­ten hin­ein in die Post­de­mo­kra­tie. Erkenn­bar, sagen sie, ist dies vor allem dar­an, wie Poli­tik heu­te begrün­det wird. Dem demo­kra­ti­schen Ide­al zufol­ge ist Poli­tik prin­zi­pi­ell ver­han­del­bar. Doch de fac­to wird heu­te immer weni­ger debat­tiert, ver- und aus­ge­han­delt. Was angeb­lich zwin­gend imple­men­tiert wer­den muss, steht von vor­ne­her­ein fest.

Die Glo­ba­li­sie­rung ist nur eine Ent­wick­lung von vie­len, die so, wie sie sich voll­zieht, als schick­sals­haft und alter­na­tiv­los dar­ge­stellt wird. Poli­ti­sche Gegen­ar­gu­men­te sind rar. Aber auch in ande­ren Fel­dern wird poli­ti­sches Han­deln zuneh­mend als „alter­na­tiv­los“ dar­ge­stellt. Wirt­schaft­li­che Sach­zwän­ge und Zwän­ge des Mark­tes, Effi­zi­enz- und Kos­ten­ar­gu­men­te die­nen immer häu­fi­ger als Begrün­dung für Ent­schei­dun­gen. Für den Bür­ger ist dies nicht unbe­dingt zu ver­spü­ren – han­delt es sich doch um einen schlei­chen­den Pro­zess. Bür­ge­rin­nen und Bür­ger, die sich wün­schen, in einer Welt zu leben, die noch halb­wegs in Ord­nung ist, behar­ren dar­auf: Wir haben eine Demo­kra­tie! Inwie­weit wir tat­säch­lich längst im Post­de­mo­kra­ti­schen gelan­det sind, das unter­sucht Mat­thi­as Lem­ke an der Hel­mut-Schmidt-Uni­ver­si­tät in Ham­burg. Über 3,5 Mil­lio­nen Zei­tungs­ar­ti­kel aus der Frank­fur­ter All­ge­mei­nen Zei­tung, der ZEIT, der Süd­deut­schen Zei­tung und der taz, die seit 1949 erschie­nen, wer­den seit einem Jahr von ihm und sei­nen Kol­le­gen aus­ge­wer­tet. Das Pro­jekt dau­ert noch zwei Jah­re. Viel häu­fi­ger „unver­zicht­bar“ Nach wie vor wer­den Wah­len durch­ge­führt und Regie­run­gen wech­seln. Doch das hat mit Demo­kra­tie immer weni­ger zu tun, erga­ben laut Lem­ke die bis­he­ri­gen Ergeb­nis­se. „Wir unter­su­chen unter ande­rem die Häu­fig­keit von Wör­tern im Zeit­ver­lauf“, erklärt er gegen­über der HUMANEN WIRTSCHAFT: „Dazu eta­blier­ten wir ein Wör­ter­buch mit Begrif­fen, die Alter­na­tiv­lo­sig­keit aus­drü­cken.“

Statt stich­hal­ti­ge Argu­men­te zu lie­fern, ope­rie­ren Anhän­ger der Alter­na­tiv­lo­sig­keits­rhe­to­rik zum Bei­spiel gern mit den Wor­ten „unver­zicht­bar“, „unab­ding­bar“ oder „Sach­zwang“. Lem­ke: „Sol­che Wör­ter haben zuge­nom­men.“ Im nächs­ten Schritt wer­den die Begrif­fe ana­ly­siert, die sich in der Nach­bar­schaft die­ser Wör­ter befin­den. So kann fest­ge­stellt wer­den, in wel­chem Kon­text etwa in einem Zei­tungs­be­richt vom „Sach­zwang“ die Rede ist. Mit die­sem Wort könn­te ja auch davor gewarnt wer­den, die Demo­kra­tie aus­zu­höh­len. Dann wäre das Wort „Sach­zwang“ als nega­ti­ver Begriff in einem Arti­kel auf­ge­taucht. „Der­zeit wis­sen wir ein­fach noch nicht, ob die Nach­bar­wör­ter jeweils posi­tiv oder nega­tiv sind“, sagt Lem­ke. Klar sei auf alle Fäl­le, dass gera­de im Kon­text der poli­ti­schen – weni­ger der wirt­schaft­li­chen – Bericht­erstat­tung heu­te Wör­ter, die der Alter­na­tiv­lo­sig­keits­rhe­to­rik ent­stam­men, wesent­lich häu­fi­ger auf­tre­ten als frü­her. Am stärks­ten ist der Zuwachs beim Wort „alter­na­tiv­los“. Aber auch „unver­zicht­bar“ wird von Polit­kern heu­te häu­fi­ger ver­wen­det als in der Nach­kriegs­ära.

Tipps aus dem Reparatur-Café – Pat Christ 0

Tipps aus dem Reparatur-Café – Pat Christ

Drei Fra­gen an den Olden­bur­ger Post­wachs­tums­öko­no­men Niko Paech

So, wie Men­schen heu­te nach Geld, Kon­sum und immer mehr Wohl­stand jagen, das kann nicht gut sein und wird nicht gut gehen, warnt Niko Paech seit lan­gem. Der Post­wachs­tums­öko­nom plä­diert für ein neu­es Bewusst­sein von gutem Leben, das einen ande­ren Kon­sum­stil her­vor­bringt. Inak­zep­ta­bel ist für den Wachs­tums­kri­ti­ker, dass Waren auf Ver­schleiß her­ge­stellt wer­den. Gegen­über Pat Christ berich­tet er, was jeder ein­zel­ne gegen geplan­te Obso­les­zenz tun kann.

Herr Paech, in wel­chem Umfang pro­du­zie­ren gera­de Elek­tro­kon­zer­ne Ihren Erkennt­nis­sen zufol­ge auf vor­zei­ti­gen Ver­schleiß?

Minia­tu­ri­sie­rung, Digi­ta­li­sie­rung und die Halb­lei­ter­tech­no­lo­gie bil­den per­fek­te Vor­aus­set­zun­gen für das Design von Objek­ten, die nicht repa­ra­bel sind und deren Ver­schleiß sich unbe­merkt, zuwei­len auch schwer beweis­bar, regel­recht ein­pro­gram­mie­ren lässt. Das ist die Schat­ten­sei­te ver­meint­li­cher Fort­schrit­te in der Infor­ma­ti­ons­tech­no­lo­gie: Wo sich alles steu­ern und pro­gram­mie­ren lässt, kann eben auch die Zer­stö­rung auto­ma­ti­siert wer­den, ohne den Nut­zern die Chan­ce zu las­sen, selbst­tä­tig für Instand­hal­tung zu sor­gen oder Objek­te zu repa­rie­ren. Digi­ta­li­sie­rung als Spät­sta­di­um einer durch und
durch indus­tri­el­len Fremd­ver­sor­gung führt nicht nur zur Ver­küm­me­rung eige­ner Fähig­kei­ten, son­dern auch zur Ent­mün­di­gung. Einer­seits machen wir uns zuse­hends abhän­gig von den heiß gelieb­ten
Elek­tro­nik­spiel­zeu­gen, ande­rer­seits kön­nen wir deren Hard­ware in keins­ter Wei­se gestal­ten oder beherr­schen. Hin­zu kommt, dass die Kom­ple­xi­tät des Designs der Pro­duk­te dazu führt, dass wir die Qua­li­tät nicht mehr eigen­hän­dig prü­fen kön­nen. Ein Fahr­rad, ein Hemd, eine mecha­ni­sche Näh- oder Schreib­ma­schi­ne, eine Rohr­zan­ge, ein Möbel­stück etc. kann ich mir genau anschau­en. Unter
Nut­zung mei­ner Sin­nes­or­ga­ne bin ich wenigs­tens teil­wei­se in der Lage, das Mate­ri­al, die Robust­heit, die Ver­ar­bei­tung zu prü­fen. Ein Smart­pho­ne ist ver­gli­chen damit eine Mischung aus Wun­der­tü­te und Rou­let­te.

Nur haltbar ist nachhaltig – Pat Christ 0

Nur haltbar ist nachhaltig – Pat Christ

Ste­fan Schrid­de wehrt sich mit „Murks? Nein dan­ke!“ gegen pro­gram­mier­ten Ver­schleiß

Gesell­schafts­kri­tik ist für Ste­fan Schrid­de an die­ser Stel­le fehl am Platz: Nicht die „gei­zi­gen“ Kon­su­men­ten, son­dern die Kon­zer­ne tra­gen nach sei­ner Mei­nung die vol­le Ver­ant­wor­tung dafür, dass immer mehr Pro­duk­te auf Ver­schleiß pro­du­ziert wer­den. Mit sei­nem Ver­ein „Murks? Nein dan­ke!“ setzt er sich dafür ein, dass halt­ba­rer pro­du­ziert wird. „Halt­bar­keit ist der grö­ße­re Hebel als Nach­hal­tig­keit“, betont der Stadt- und Regio­nal­ent­wick­ler.
Dass Pro­duk­te bewusst auf Ver­schleiß pro­du­ziert wer­den, sei längst kei­ne Ver­schwö­rungs­theo­rie mehr, sagt er. An vie­len Bei­spie­len konn­ten Schrid­de und sei­ne Mit­strei­ter dies auf­zei­gen. „Es wer­den zum Bei­spiel Kon­den­sa­to­ren für Gerä­te aus­ge­wählt, die ein­deu­tig unter­di­men­sio­niert sind“, so der Anti-Murks-Akti­vist.
Dabei kos­te­ten elek­tro­ni­sche Bau­tei­le, die zehn Jah­re län­ger hal­ten wür­den, gar nicht mehr: „Im Fal­le der Kon­den­sa­to­ren müss­te man um die drei Cent zusätz­lich aus­ge­ben.“ Auch könn­ten Pla­ti­nen kos­ten­neu­tral so geplant wer­den, dass sie es 30 Jah­re län­ger machen: „Das haben mir Inge­nieu­re, mit denen ich gespro­chen habe, bestä­tigt.“
Was bei einer Jacke schlecht mög­lich ist, funk­tio­niert bei allen tech­ni­schen Gerä­ten: Ein ein­ge­bau­ter Zäh­ler begrenzt bewusst die Nut­zung. Auf­ge­flo­gen ist die­se Ver­schleiß­me­tho­de inzwi­schen unter
ande­rem bei Toner­kar­tu­schen, Kaf­fee­ma­schi­nen und Akkus. Schrid­de: „Bei Kar­tu­schen wird zum Bei­spiel auf 15.000 Sei­ten run­ter­ge­zählt.“ Ist die­se Zahl erreicht, erfolgt die Mel­dung, dass die Kar­tu­sche leer ist. Wer so cle­ver ist und den Chip auf Null stellt, kann jedoch mit die­ser angeb­lich lee­ren Kar­tu­sche mun­ter wei­ter­dru­cken: „Man­che Kar­tu­schen dru­cken ins­ge­samt 50.000 Sei­ten.“ Also drei­mal so viel.

Renan Demirkan – Foto: © Pat Christ
Foto: © Pat Christ
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Eine Schauspielerin begehrt auf – Pat Christ

Im All­ge­mei­nen ist der Begriff nicht umstrit­ten: „Tole­ranz“ wird viel und gern ver­wen­det. Da gibt es den „Ver­ein für Tole­ranz & Zivil­cou­ra­ge“ in Neu­müns­ter. Die „Tole­ranz Fabrik“ in Würz­burg. Oder das „Bünd­nis für Demo­kra­tie und Tole­ranz“ der Bun­des­re­gie­rung. Für die aus der Tür­kei stam­men­de Schau­spie­le­rin Ren­an Demir­kan aller­dings ist Tole­ranz eine „Herr­schafts­ges­te“. Ange­sichts des sich aus­brei­ten­den Rechts­ra­di­ka­lis­mus warnt sie in ihrem Buch „Respekt“ vor den Fol­gen „tole­ran­ter“ Respekt­lo­sig­kei­ten. In tole­ran­ten Ges­ten ver­rät sich für Demir­kan oft ekla­tan­te Respekt­lo­sig­keit. „Die viel beschwo­re­ne ‚Tole­ranz‘ besteht auf dem Abstand zu Allem“, sagt sie. Wer sein Gegen­über tole­riert, lässt es zwar leben. Aber er nimmt sie oder ihn noch lan­ge nicht an. Ist noch lan­ge nicht bereit, den Schritt vom „Ich“ zum „Wir“ zu voll­zie­hen. Tole­ranz passt genau zur indi­vi­dua­li­sier­ten Kul­tur des Wes­tens, fin­det Ren­an Demir­kan: „Denn des­sen Ide­al­bild ist der getrenn­te Mensch.“ Den man auf Abstand dul­det. Ohne sich wei­ter mit ihm zu soli­da­ri­sie­ren. Tole­riert wird damit nicht nur das Indi­vi­du­um. Son­dern zum Bei­spiel auch wach­sen­de Armut und Unge­rech­tig­keit im eige­nen Land.

Niko Paech bei der Jubiläumsfeier
Foto: © Pat Christ
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„Wir haben es in der Hand!“ – 10 Jahre CHIEMGAUER – Pat Christ

Gemein­sam für eine lebens­wer­te Zukunft:
3.500 Men­schen enga­gie­ren sich inzwi­schen für den CHIEMGAUER. Sie wis­sen, so CHIEM­GAU­ER-Grün­der Chris­ti­an Gel­le­ri: „Wir haben es in der Hand, ob wir etwas ändern!“ Zehn Jah­re ist die in den Land­krei­sen Chiem­gau und Rosen­heim gül­ti­ge Regio­nal­wäh­rung inzwi­schen alt. Grund genug, ein­mal inne zu hal­ten und über Chan­cen und Gren­zen von Kom­ple­men­tär­wäh­run­gen zu dis­ku­tie­ren. Dies taten 300 Teil­neh­mer beim 5. Regio­nal­wäh­rungs­kon­gress in Traun­stein.
Unter­neh­men, die auf nichts ande­res als auf Gewinn­ma­xi­mie­rung schau­en, wer­den mit dem Chiem­gau­er wenig anfan­gen kön­nen. Denn je nach­dem, was ein Betrieb pro­du­ziert, kos­tet die­ses Geld mit­un­ter mehr als es der Fir­ma bringt. Was Domi­nik Sen­nes von der St. Leon­hards Ver­triebs GmbH bei einer Podi­ums­dis­kus­si­on zum Auf­takt des Kon­gres­ses bestä­tig­te. „Wir müs­sen 90 Pro­zent der CHIEMGAUER zurück­tau­schen“, so der Gemein­wohlöko­nom, der bei St. Leon­hard für nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung zustän­dig ist. Der Rück­tausch kos­tet. Den­noch sieht es die Fir­ma als sinn­voll an, sich beim Chiem­gau­er zu betei­li­gen: „Wir wol­len ein Bewusst­sein für das Geld­we­sen schaf­fen.“ …

Weder Armut noch Überfluss – Pat Christ 0

Weder Armut noch Überfluss – Pat Christ

Hans Die­fen­ba­cher über die neue (Arbeits)Freiheit in der Post­wachs­tums­ge­sell­schaft

Unter dem Kom­man­do der Wachts­um­sideo­lo­gen wird geschuf­tet auf Teu­fel komm raus. Arbeit ist in unse­rer Gesell­schaft von höchs­tem Wert. Aller­dings nur die Erwerbs­ar­beit. Ande­re Arbeit fin­det zwar zuhauf statt. Doch wird sie nicht ent­lohnt. Und schon gar nicht wert­ge­schätzt. „Hier bedarf es einer Ver­än­de­rung des gesell­schaft­li­chen Moni­to­rings“, for­dert der Umwelt­öko­nom Pro­fes­sor Hans Die­fen­ba­cher von der For­schungs­stät­te der Evan­ge­li­schen
Stu­di­en­ge­mein­schaft (FEST).

Die Plau­si­bi­li­tät von Wachs­tum als höchs­tes wirt­schafts­po­li­ti­sches Ziel steht zuneh­mend in Fra­ge. Zwar wird es durch Wachs­tum – rein theo­re­tisch – mög­lich, immer mehr zu kon­su­mie­ren. Doch laut Die­fen­ba­chers Ana­ly­sen steigt die Lebens­zu­frie­den­heit dadurch nicht an. Oft ist sogar das Gegen­teil der Fall. Denn zu viel bleibt auf der Stre­cke. In einer rein auf das Brut­to­in­lands­pro­dukt (BIP) aus­ge­rich­te­ten Gesell­schaft haben etwa Haus­ar­beit oder Ehren­amt kaum einen Wert. Den­noch zie­len die Appel­le der Poli­ti­ker und Poli­ti­ke­rin­nen ein­zig auf ein Hin­auf­trei­ben des BIP als unan­ge­foch­te­nes Ziel ab.

Nicht nur Poli­ti­kern die­sen Star zu ste­chen, dar­um bemü­hen sich Auf­klä­rer wie Hans Die­fen­ba­cher immer inten­si­ver. So zeigt der Hei­del­ber­ger For­scher auf, dass ab einem bestimm­ten Ein­kom­men eine kla­re Ent­kopp­lung der Ver­bin­dung zwi­schen Wirt­schafts­wachs­tum und der emp­fun­de­nen Lebens­qua­li­tät statt­fin­det.

Die Grenzen der Postwachstumsforschung – Pat Christ 0

Die Grenzen der Postwachstumsforschung – Pat Christ

HUMANE WIRTSCHAFT sprach mit Mit­glie­dern der Bun­des­tags-Enquete­kom­mis­si­on „Wachs­tum – Wohl­stand – Lebens­qua­li­tät“

Die Ener­gie­wen­de sei gera­de­zu eine Pro­be aufs Exem­pel, inwie­weit sich „green growth“ erfolg­reich umset­zen lässt – dies ver­kün­de­te Franz Feh­ren­bach
von der Robert Bosch GmbH im Febru­ar bei einer Green­tech-Kon­fe­renz in Frank­furt. Bosch sieht in der Ener­gie­wen­de vor allem eines: Wachs­tums­chan­cen.
Und genau dar­um scheint es in Deutsch­land nach wie vor zu gehen. Trotz zuneh­men­der Wachs­tums­kri­tik. Und einer Enquete­kom­mis­si­on, die den Stel­len­wert von Wachs­tum eben­falls kri­tisch hin­ter­fragt.

Vor rund drei Jah­ren ließ Ange­la Mer­kel ver­lau­ten: „Wir müs­sen ler­nen, den Wachs­tums­be­griff neu zu defi­nie­ren.“ Anfang 2011 äußer­te sie in einer Grund­satz­re­de gar, es sei einer der „der fatals­ten Irr­tü­mer“ auf den Finanz­märk­ten, „dass man das Wachs­tum über alles gesetzt hat“. Viel­leicht klang das sei­ner­zeit gut. Zwi­schen­zeit­lich scheint Mer­kel jeden­falls ver­ges­sen zu haben, was sie damals gesagt hat.

Vom Geld und anderen Gemeingütern – Pat Christ 0

Vom Geld und anderen Gemeingütern – Pat Christ

„Gemein­gut in Bür­ge­rIn­nen­hand“ nennt sich ein Ver­ein, der für die Bewah­rung und Demo­kra­ti­sie­rung aller öffent­li­chen Insti­tu­tio­nen und für die gesell­schaft­li­che Ver­fü­gung über die natur­ge­ge­be­nen Gemein­gü­ter ein­tritt. Was­ser, Bil­dung, Mobi­li­tät, Ener­gie und vie­les ande­re sol­len wie­der demo­kra­tisch kon­trol­liert wer­den. Das ers­te Pro­jekt 2011 war die Kam­pa­gne „Wollt-ihr­wis­sen“ zum Was­ser-Volks­ent­scheid in Ber­lin. Dabei ging es um die Offen­le­gung von PPP-Geheim­ver­trä­gen. Zahl­rei­che GiB-Akti­vis­tIn­nen bekämp­fen vor Ort in ihren Städ­ten und Gemein­den Pri­va­ti­sie­rungs­be­stre­bun­gen. Hier­zu gehö­ren attac-Grup­pen, loka­le Zusam­men­schlüs­se gegen Public Pri­va­te Part­nership (PPP) und gegen die Bahn­pri­va­ti­sie­rung, sowie loka­le Anti­pri­va­ti­sie­rungs­bünd­nis­se. Der Ver­ein selbst ist orga­ni­sa­to­risch und poli­tisch unab­hän­gig.

Reich & Arm © Pat Christ
Foto: © Pat Christ
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Warum die Politik Armut will – Pat Christ

„Logik der Öko­no­mie – Kri­se der Arbeit“ heißt ein Taschen­buch aus dem Jahr 2001, das Franz Seg­bers zusam­men mit Uwe Becker und Micha­el Wie­de­mey­er ver­öf­fent­licht hat­te. Fünf Jah­re spä­ter erschien gemein­sam mit Jür­gen Klu­te „Gute Arbeit ver­langt ihren gerech­ten Lohn.“ Aktu­ell lässt der Theo­lo­ge wie­der mit einem bri­san­ten The­ma auf­hor­chen: „Reich­tum ist gewollt – Armut auch!“ Vor allem mit Stu­die­ren­den dis­ku­tiert Seg­bers dar­über, wel­che Ursa­chen die neue Armut im rei­chen Land Deutsch­land hat. Wachs­tumsideo­lo­gie und unge­zü­gel­ter Fort­schritts­glau­be haben offen­sicht­lich nicht erfüllt, was sie seit jeher ver­spre­chen: Dass es allen Men­schen bes­ser gehen wird, wenn wir nur mehr und immer mehr pro­du­zie­ren. Im Gegen­teil, so Seg­bers: „In Deutsch­land war die Armut prak­tisch bekämpft. Sie war ledig­lich ein Phä­no­men von Rand­grup­pen.“ Vor allem Alters­ar­mut war lan­ge Zeit kein bri­san­tes Pro­blem. Jetzt ist die­se Pro­ble­ma­tik zurück­ge­kehrt.
Was kein Zufall ist. Deutsch­lands Poli­ti­ker ver­zö­ger­ten und ver­lang­sam­ten den sozi­al­po­li­ti­schen Fort­schritt, der sich seit dem 2. Welt­krieg ent­wi­ckelt hat­te, nicht nur, son­dern dräng­ten ihn gera­de­zu zurück. Obwohl die Wirt­schaft in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ste­tig wuchs, kam es plötz­lich wie­der dazu, dass heu­te vie­le Men­schen nach dem Ren­ten­ein­tritt nicht mehr genug Geld zur Ver­fü­gung haben, um ihren Lebens­stan­dard zu hal­ten. Sie müs­sen in schlech­te Woh­nun­gen zie­hen und sich von dem ernäh­ren, was die Tafel­lä­den bie­ten.

Prof. Frithjof Bergmann – Foto: Pat Christ
Foto: © Pat Christ
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Mit Freu(n)den den Wandel gestalten – Ein Bericht von Pat Christ

Der Bau­er auf sei­ner Schol­le kann­te noch kei­ne Stech­uhr. Sei­ne Arbeit war zwei­fel­los hart. Sicher oft sehr hart. Doch hät­te man frü­her je von einem Land­wirt mit Burn-out gehört? Lan­ge stand die Art und Wei­se, wie der Bau­er sei­nen Lebens­un­ter­halt ver­dien­te, für den größ­ten Teil der Bevöl­ke­rung als Syn­onym für „Arbeit“. Vor 200 Jah­ren, so Frith­jof Berg­mann, änder­te sich das. Es begann ein Arbei­ten, das die Men­schen erschöpf­te. Und sie, bedingt durch das neue Arbeits­sys­tem, in „Rei­che“ und „Arme“ spal­te­te. So zumin­dest der all­ge­mei­ne
Sprach­ge­brauch. Frith­jof Berg­mann, Phi­lo­so­phie­pro­fes­sor und Erfin­der des Kon­zepts der „Neu­en Arbeit“, spricht lie­ber von „Oasen­men­schen“
als von „Rei­chen“ und von „Wüs­ten­men­schen“ als von „Armen“. Etwa 80 Pro­zent der Mensch­heit gehö­ren letz­te­rer Grup­pe an, so der For­scher
bei sei­nem unge­wöhn­li­chen Auf­takt zur Jah­res­fei­er 2012 der HUMANEN WIRTSCHAFT in der Sil­vio-Gesell-Tagungs­stät­te. Und es wer­den unwei­ger­lich immer mehr. Denn in der tech­no­lo­gi­sier­ten und glo­ba­li­sier­ten Welt gibt es nicht mehr genug bezahl­te Arbeit für alle. Wes­halb Berg­mann in Detroit seit lan­gem ein neu­es Arbeits­sys­tem ent­wi­ckelt.

© Pat Christ
Foto: © Pat Christ
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Nicht mehr länger nur Mainstream – Pat Christ

Dass ein ange­hen­der Maschi­nen­bau­er ein recht strik­tes Stu­di­um durch­lau­fen muss, mit viel Mathe­ma­tik, Tech­ni­scher Mecha­nik, Elek­tro­tech­nik
und Inge­nieur­geo­me­trie, das leuch­tet noch ein. Doch eine Volks­wir­tin? Die soll­te, wie jede ande­re Sozi­al­wis­sen­schaft­le­rin, ein wesent­lich freie­res Cur­ri­cu­lum haben. Hat sie de fac­to aber nicht. Woge­gen das deutsch­land­wei­te „Netz­werk Plu­ra­le Öko­no­mik“ Sturm läuft. In einem Offe­nen Brief for­dern die Akteu­re eine Neu­ge­stal­tung der Volks­wirt­schafts­leh­re. Jeden Mon­tag gibt es an der Uni­ver­si­tät Bay­reuth nach­mit­tags Übun­gen zur Vor­le­sung „Mathe­ma­ti­sche Grund­la­gen für Wirt­schafts­wis­sen­schaft­ler“. Am Don­ners­tag wird bereits um 8 Uhr am Mor­gen eine (zwei­stün­di­ge) Fra­ge­stun­de ange­bo­ten. Auch da geht es um mathe­ma­ti­sche Grund­la­gen. Am Mon­tag­vor­mit­tag ver­sam­meln sich die Stu­den­tin­nen und Stu­den­ten mit der Matri­kel-End­zif­fer 0 bis 5 im Audi­max, um sich Kennt­nis­se über sta­tis­ti­sche Metho­den anzu­eig­nen. Übun­gen zu jenen Metho­den ste­hen in Bay­reuth am Diens­tag­nach­mit­tag auf dem Pro­gramm. Am Vor­mit­tag die­ses Tages geht es in einem Inten­siv­kurs um das indus­trie­öko­no­mi­sche The­ma „Markt und Wett­be­werb“.

„Leider fehlt es noch an Kraft und Mut“ – Pat Christ 0

„Leider fehlt es noch an Kraft und Mut“ – Pat Christ

Nur eine splee­ni­ge Spie­le­rei? Vor allem für älte­re, einst in öffent­li­chen Ämtern akti­ve Men­schen ist es schwer, sich auf das The­ma
„Regio­geld“ ein­zu­las­sen, sagt Petra Ber­ger­mann vom Schwa­ba­cher Ver­ein Regio-Mark: „Sie haben nun ein­mal im gege­be­nen Sys­tem als Funk­tio­när funk­tio­niert.“ Die mitt­le­re Gene­ra­ti­on neh­me das, was sie über die Bedeu­tung von regio­na­lem Geld erzäh­le, immer­hin zur Kennt­nis. Doch lei­der feh­le es hier an Zeit, Kraft und Mut, sich für eine Geld­re­form ein­zu­set­zen.

„Geld ist nicht grau“ – Pat Christ 0

„Geld ist nicht grau“ – Pat Christ

Ohne Loya­li­tät wür­de gar nichts gehen: Nur weil die Men­schen unaus­ge­spro­chen über­ein­ge­kom­men sind, dass bestimm­te Schei­ne
„Geld“ bedeu­ten, sind die­se Schei­ne auch etwas wert. „Geld ist eine kon­stru­ier­te, eine gemach­te Grö­ße, die der Bürg­schaft einer Sozia­li­tät bedarf“, sagt die Inns­bru­cker Eth­no­lo­gie-Pro­fes­so­rin Dr. Sil­ke Mey­er. In ihrem drei­se­mest­ri­gen Stu­di­en­pro­jekt „Money Mat­ters“ brach­te sie Stu­die­ren­de dazu, über das The­ma „Geld“ ein­mal etwas genau­er nach­zu­den­ken.

Wann ein Reicher „vermögend“ ist“ – Pat Christ 0

Wann ein Reicher „vermögend“ ist“ – Pat Christ

Sind Rei­che nur Ego­is­ten? Sind sie gren­zen­los Gie­ri­ge? Die sich mit­un­ter durch frag­wür­di­ge Metho­den Geld und noch mehr Geld ver­schaf­fen? Für jene Wis­sen­schaft­ler, die sich zum „Forum für Ver­mö­gens­for­schung“ zusam­men­ge­schlos­sen haben, sind all dies ver­zerr­te Bil­der von Rei­chen. „Ein neu­es Ver­ständ­nis von Ver­mö­gen­den auf­zu­bau­en, basie­rend auf ihrer gesell­schaft­li­chen
Ver­ant­wor­tung“, ist eines der Zie­le des Forums, das am Insti­tut für Sozio­lo­gie der Uni­ver­si­tät Müns­ter eta­bliert wur­de.

(c) Pat Christ
Foto: © Pat Christ
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Eine praktische Revolte – Pat Christ

Mit einem für Human­wirt­schaft­le­rIn­nen frag­los span­nen­den The­ma beschäf­tig­te sich in den ver­gan­ge­nen Jah­ren der Münch­ner Sozio­lo­ge Dr. Chris­ti­an Thiel: „Das ‚bes­se­re‘ Geld“ lau­tet sei­ne eth­no­gra­phi­sche Stu­die über Regio­nal­wäh­run­gen, die Ende 2011 erschien. Dar­in befasst er sich mit der Sozio­lo­gie und der Psy­cho­lo­gie des Gel­des, den Wur­zeln der Regio­geld­be­we­gung sowie ver­schie­de­nen Regio­geld-Kon­zep­tio­nen. Reich­lich Raum nimmt eine Fall­stu­die zur Alter­na­tiv­wäh­rung „Chiem­gau­er“ ein.

„Wir müssen sichtbar werden!“ – Pat Christ 0

„Wir müssen sichtbar werden!“ – Pat Christ

Auf gie­ri­ge Mana­ger zu schimp­fen und Ban­ker per se zu ver­dam­men, wie es die­ser Tage gern geschieht, ist ten­den­zi­ös
und geht am eigent­li­chen The­ma völ­lig vor­bei. Objek­tiv betrach­tet, sind weder Ban­ker noch Mana­ger haupt­ver­ant­wort­lich für die aktu­el­le Kri­se. „Die Kri­tik an Nutz­nie­ßern des Sys­tems über­deckt den eigent­li­chen
Sys­tem­feh­ler“, beton­te Andre­as Ban­ge­mann, Chef­re­dak­teur der HUMANEN WIRTSCHAFT, zum Auf­takt der
Jah­res­fei­er „Huma­ne Wirt­schaft 2011“ in der Wup­per­ta­ler Sil­vio-Gesell-Tagungs­stät­te.

Kann es Gutes im Schlechten geben? – Pat Christ 0

Kann es Gutes im Schlechten geben? – Pat Christ

0,05 Pro­zent, soviel sol­len Finanz­ti­tel­händ­ler nach dem Wil­len der Kam­pa­gne „Steu­er gegen Armut“ künf­tig für Trans­ak­tio­nen auf­wen­den. 66.000 Men­schen unter­schrie­ben die Kam­pa­gnen­pe­ti­ti­on inzwi­schen. Bis zu 100.000 Unter­schrif­ten will die Evan­ge­li­sche Lan­des­kir­che Bay­ern für eine wei­te­re Peti­ti­on an den G20- Gip­fel im Novem­ber sam­meln. Viel Power wird also mobi­li­siert. Den­noch bleibt die For­de­rung umstrit­ten: Wie sinn­voll und gut ist eine Steu­er auf finan­zi­el­le Trans­ak­tio­nen, die per se sinn­los und schlecht sind?

EU-Flagge, © Martin Bangemann, Kontakt: bestmoose.de 0

Klitzekleiner Geldregen – Pat Christ

Noch ist sie nicht recht­lich fixiert. Doch zwei von drei Hür­den sind inzwi­schen genom­men. Nach­dem sich das Euro­pa­par­la­ment am 8. März die­ses Jah­res für eine Finanz­trans­ak­ti­ons­steu­er aus­ge­spro­chen hat, stimm­te auch die Euro­päi­sche Kom­mis­si­on Ende Sep­tem­ber der Ein­füh­rung die­ser Steu­er im Jahr 2014 zu. Nun muss noch der Euro­päi­sche Rat ent­schei­den, ob und, wenn ja, in wel­chem Maße er den Finanz­sek­tor an der Bewäl­ti­gung der Kos­ten der glo­ba­len Kri­sen betei­li­gen
will.

Foto: © Pat Christ
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Damit Freiheit nicht länger Mangelware ist – Pat Christ

Die kes­sen Sprü­che, die ver­zwei­felt Mut zu machen ver­su­chen, tau­gen nicht mehr. Die Men­schen sind
nicht mehr zu beru­hi­gen. Denn die herr­schen­de Poli­tik, das spü­ren sie immer deut­li­cher, wird ihnen nicht
mehr gerecht. Ande­re Din­ge sind ihr wich­ti­ger gewor­den. Allen vor­an die „Märk­te“. Ihnen ist nach den
Ana­ly­sen des Ber­li­ner Insti­tuts für sozia­le Drei­glie­de­rung eine Poli­tik geschul­det, die jene von Frei­heit berei­nig­te Mono­kul­tur erzeugt,
die ver­meint­lich der demo­kra­tisch
eru­ier­ten Mehr­heits­mei­nung ent­spricht.

„Ich habe wohl ein Weltverbesserungs-Gen“ – Pat Christ 0

„Ich habe wohl ein Weltverbesserungs-Gen“ – Pat Christ

Kunst kann, sie darf sogar welt­ab­ge­wandt sein. Ein Refu­gi­um für Träu­me. Eine see­li­sche Well­ness­oa­se. Wobei Kunst auch immer anders ver­stan­den wur­de und wird: Poli­tisch, pro­vo­ka­tiv – ein Medi­um, das mit die Emo­tio­nen berüh­ren­den Mit­teln auf Miss­stän­de hin­weist. Der Song­wri­ter, Publi­zist und Musik­pro­du­zent Georg „Cos­mic“ Näg­le gehört zu jener Sor­te poli­ti­scher und kri­ti­scher Künst­ler, die eher in die als aus der Welt flüch­ten möch­ten. Dar­um grün­de­te er 2008 auch das Pro­jekt www.liebeangelamerkel.de.

Wo Kapitalismus unter die Haut geht – Pat Christ 0

Wo Kapitalismus unter die Haut geht – Pat Christ

Erpres­sung, Vor­teils­nah­me, Betrug, Nöti­gung, Steu­er­hin­ter­zie­hung und Ver­stoß gegen das Trans­plan­ta­ti­ons­ge­setz, so lau­te­ten die Vor­wür­fe gegen den Esse­ner Chef­arzt Pro­fes­sor Dr. Chris­toph Bro­elsch. Im Mai 2007 wur­de erst­mals ruch­bar, dass der renom­mier­te Medi­zi­ner sei­ne War­te­lis­te für Organ­trans­plan­ta­tio­nen wohl mani­pu­liert hat­te. Bis zu 10.000 Euro sol­len Pati­en­ten gezahlt haben, um von ihm ein neu­es Organ ein­ge­pflanzt zu bekom­men. Im ver­gan­ge­nen Jahr wur­de Bro­elsch zu drei Jah­ren Frei­heits­ent­zug ver­ur­teilt.

Antiatomarer Schaulauf – Pat Christ 0

Antiatomarer Schaulauf – Pat Christ

Plötz­lich passt sie selbst ein­ge­fleisch­ten Befür­wor­tern nicht mehr: Atom­ener­gie ist in Miss­kre­dit gera­ten. Wie glaub­wür­dig wohl die Anti-Kern­kraft-Bekun­dun­gen sind? Skep­sis ist ange­zeigt. Lie­ber jenen ver­trau­en, die sich schon lan­ge gegen ato­ma­re Ener­gie aus­spre­chen. In Bay­ern bei­spiels­wei­se kämpft der Bund Natur­schutz seit Jah­ren für erneu­er­ba­re Ener­gie und gegen Kern­kraft. Bereits im Som­mer 2008 star­te­te der BN die Kam­pa­gne „Elf lee­re Phra­sen“ gegen Atom-Pro­pa­gan­da.