Kategorie: Ausgabe 05 – 2015

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Richtig rechnen – Buchbesprechung

Mit voll­stän­di­gen Zah­len zu einer neu­en Wirt­schafts­wei­se – Buch­be­spre­chung von Heinz Girsch­wei­ler – Die heu­ti­gen Finanz­kenn­zah­len der Fir­men erge­ben kein rea­lis­ti­sches Bild von ihrer tat­säch­li­chen Wir­kung auf die Gesell­schaft. Mit die­ser Behaup­tung tritt Chris­ti­an Hiß in sei­nem Buch „Rich­tig rech­nen“ an. Der ursprüng­li­che Gemü­se­gärt­ner mit eige­nem Betrieb und heu­ti­ge Geschäfts­lei­ter der Regio­nal­wert AG in Frei­burg wirbt dann auf 120 Sei­ten für sei­ne Art zu rech­nen. Die heu­ti­gen Unter­neh­men blen­de­ten in ihren Kenn­zah­len die sozia­len und die öko­lo­gi­schen Aus­wir­kun­gen ihrer Tätig­keit aus, schreibt Hiß: „Erst dann, wenn die sozia­len und öko­lo­gi­schen, das heißt gesamt­öko­no­mi­schen Effek­te des Wirt­schaf­tens anhand von fak­ti­schen und…

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Zeich(n)en für den Frieden – Ein Bericht von Steffen Henke

Ende 2013 star­te­te die gemein­nüt­zi­ge Gesell­schaft „Neu­es Geld“ die Akti­on: „Zeich­nen für den Frie­den“. Flie­ßen­des Geld kann einen wich­ti­gen Bei­trag für den Frie­den lie­fern. So kam es zu dem Auf­ruf an Künst­le­rin­nen und Künst­ler, in die­sem Fall die krea­ti­ven Gedan­ken flie­ßen zu las­sen und Ver­än­de­run­gen im Geld­sys­tem in einem schöp­fe­ri­schen Werk dar­zu­stel­len. Ich gebe ganz offen zu, dass ich einer­seits mir eine noch etwas höhe­re Reso­nanz gewünscht hät­te. Ande­rer­seits bin ich über­glück­lich, was für bril­lan­te Arbei­ten die­se Initia­ti­ve her­vor­ge­bracht hat. Inso­fern bedan­ke ich mich von gan­zem Her­zen bei allen Meis­tern, die die­se Idee so bezau­bernd unter­stützt haben. Alle Bil­der sind…

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Eine ganz andere Beurteilung der Bankenrettung – Siegfried Wendt

Heu­te bestrei­tet kaum noch jemand, dass die Sche­re zwi­schen Arm und Reich inzwi­schen viel zu weit geöff­net ist. Des­halb wäre eigent­lich zu erwar­ten, dass Regie­run­gen, die sich per Eid dem Gemein­wohl ver­pflich­tet haben, alles in ihrer Macht Ste­hen­de tun, den Öff­nungs­win­kel die­ser Sche­re wie­der auf ein akzep­ta­bles Maß zu redu­zie­ren. Statt­des­sen aber haben sie sich in den letz­ten Jah­ren auf Regeln geei­nigt, die zu einer wei­te­ren Öff­nung der Sche­re füh­ren. Denn sie haben sich – etwas über­spitzt gesagt – dar­auf geei­nigt, eine bestimm­te Art von Ver­si­che­rungs­be­trug zu lega­li­sie­ren. Der Zweck einer Ver­si­che­rung besteht dar­in, eine Soli­dar­ge­mein­schaft zu bil­den, wel­che ein…

Feigenblatt: jon / pixelio.de Kraftwerk: Gabi Schoenemann / pixelio.de 0

Doch wieder nur ein Feigenblatt? – Pat Christ

Die bis­her frei­wil­li­ge Nach­hal­tig­keits­be­richt­erstat­tung wird 2017 EU-weit zur Pflicht – Markt­an­rei­ze für Nach­hal­tig­keit zu schaf­fen, dar­auf zielt der Deut­sche Nach­hal­tig­keits­ko­dex des Nach­hal­tig­keits­rats ab. In 20 Kri­te­ri­en beschreibt er Nach­hal­tig­keits­leis­tun­gen von Unter­neh­men. Noch ist dies frei­wil­lig. Doch ab 2017 sind grö­ße­re Unter­neh­men in der EU ver­pflich­tet, Daten zu Umwelt-, Sozi­al- und Arbeit­neh­mer­be­lan­gen, zur Ach­tung der Men­schen­rech­te und zur Bekämp­fung von Kor­rup­ti­on bereit­zu­stel­len. Doch wird die Wirt­schaft dadurch wohl wirk­lich nach­hal­ti­ger? Der Rat für Nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung wur­de im April 2001 von der Bun­des­re­gie­rung unter Kanz­ler Ger­hard Schrö­der beru­fen. Er soll­te die Regie­rung bezüg­lich ihrer Nach­hal­tig­keits­po­li­tik bera­ten und den gesell­schaft­li­chen Dia­log zur Nach­hal­tig­keit…

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Keine Vernunft. Nirgends. – Ralph Bock

Die sys­te­ma­ti­sche Selbst­täu­schung beim The­ma Gen­tech­nik – Beim The­ma Gen­tech­nik wer­den sys­te­ma­ti­sche Selbst­täu­schung, Schein­hei­lig­keit und Ver­lo­gen­heit in Poli­tik und Öffent­lich­keit zur Gewohn­heit. Dabei wis­sen offen­bar die wenigs­ten, was ein gen­tech­nik­frei­es Deutsch­land für uns tat­säch­lich bedeu­ten wür­de. Eigent­lich hat­te ich mir vor­ge­nom­men, zum The­ma „Grü­ne Gen­tech­nik“ bis auf wei­te­res nichts mehr zu schrei­ben. Vor gut zwei Jah­ren hat­te ich im Auf­trag der Natio­na­len Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten (Leo­pol­di­na) in einer Exper­ten­grup­pe des Ver­ban­des der Euro­päi­schen Wis­sen­schafts­aka­de­mi­en (Euro­pean Aca­de­mies Sci­ence Advi­so­ry Coun­cil, EASAC) alles zusam­men­ge­tra­gen, was sich zum The­ma aus wis­sen­schaft­li­cher Sicht sagen lässt. Der Auf­trag der Aka­de­mi­en an die Arbeits­grup­pe war dabei…

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Die große Transformation hat gerade erst angefangen – Thomasz Konicz interviewt Fabian Scheidler

Fabi­an Scheid­ler über die Schran­ken des kapi­ta­lis­ti­schen Welt­sys­tems und den Nie­der­gang des mäch­tigs­ten und auch gefähr­lichs­ten Sys­tems, das die Welt­ge­schich­te je erlebt hat. „Sie ver­wen­den in ihrem Buch für das gegen­wär­ti­ge kapi­ta­lis­ti­sche Welt­sys­tem das Bild einer rie­si­gen, welt­um­span­nen­den Maschi­ne, der titel­ge­ben­den Mega­ma­schi­ne. Kön­nen Sie die­sen Begriff etwas erläu­tern? Zielt er auf tech­ni­sche Aspek­te ab, oder ist es ein Herr­schafts­be­griff?“ „Mega­ma­schi­ne ist eine Meta­pher für ein öko­no­mi­sches, poli­ti­sches, mili­tä­ri­sches und ideo­lo­gi­sches Sys­tem, das vor etwa 500 Jah­ren in Euro­pa ent­stan­den ist und sich seit­her um den gan­zen Glo­bus ver­brei­tet hat. Wir wach­sen mit dem Mythos auf, dass Euro­pa der Aus­gangs­punkt von…

Foto: © Pat Christ
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Fatale Bildungsferne – Pat Christ

War­um es Initia­ti­ven wie den Wup­per­ta­ler „Lern­ort“ drin­gend braucht – Stif­te oder Com­pu­ter? Tafel oder White­board? Lese­buch oder Lap­top? Sol­che der­zeit leb­haft dis­ku­tier­ten Fra­gen sind im Kern für das The­ma „Bil­dung“ nicht rele­vant. Viel wich­ti­ger ist es, die Fra­ge zu stel­len, was unter dem Stich­wort „Bil­dung“ in Schu­len, Hoch­schu­len und Aka­de­mi­en pas­siert. Und ob das über­haupt noch etwas mit „Bil­dung“ zu tun hat. Die Ant­wort lau­tet in wei­ten Tei­len: Nein. Denn „Bil­dung“ ist nur dann „Bil­dung“, wenn sie zur Ver­än­de­rung befä­higt. Per­sön­lich. Und gesell­schaft­lich. Fakt ist, dass „Bil­dung“ oder das, was dar­un­ter ver­stan­den wird, heu­te vor allem dazu dient, die…

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Brutales System: Kapitalismus – Kommentar von Wilhelm Schmülling

Die exis­tie­ren­de Geld- und Wäh­rungs­ord­nung ist das Werk­zeug eines unmensch­li­chen Boden­rechts – Wer in die­ser Zeit der welt­wei­ten Kri­sen, der Krie­ge, der Aus­plün­de­rung gan­zer Län­der durch das kapi­ta­lis­ti­sche Wirt­schafts­sys­tem, einen Kom­men­tar schrei­ben soll, sieht sich einer schier unlös­ba­ren Auf­ga­be gegen­über, wenn er nicht die Ursa­chen auf­de­cken kann. Die Scheu davor bemerkt man in vie­len Pres­se­kom­men­ta­ren. Wenn doch ein­mal auf Ursa­chen hin­ge­wie­sen wird, dann sind es doch wie­der Sym­pto­me, wie z. B. die Ver­schul­dung, das schlech­te Steu­er­sys­tem usw. Die wirk­li­chen Ursa­chen gehen auf das kapi­ta­lis­ti­sche Wirt­schafts­sys­tem der stän­di­gen Pro­fiter­zeu­gung zurück. Sei­ne Basis ist das real exis­tie­ren­de Boden­recht, sein Werk­zeug die Geld-…

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Geldschöpfung und kein Ende – Dirk Löhr

Robin­son und die Eich­hörn­chen – Um die Geld­schöp­fungs­de­bat­te habe ich bewusst immer einen gro­ßen Bogen gemacht – die Chan­ce, sich einen Shit­s­torm ein­zu­fan­gen und arbeits­un­fä­hig zu wer­den, ist kaum irgend­wo grö­ßer als damit. Doch sei ‚s drum. Ich sehe mich genö­tigt, das The­ma auf­zu­grei­fen. Denn man­che Befür­wor­ter der „auto­no­men Geld­schöp­fung“ der Geschäfts­ban­ken gehen so weit zu behaup­ten, Kre­di­te könn­ten ver­ge­ben wer­den, ohne dass zuvor Erspar­nis­se gebil­det wor­den wären. Dies wür­de bedeu­ten, dass das auf die Phy­sio­kra­ten zurück­ge­hen­de und von Gesell und Keynes auf­ge­grif­fe­ne volks­wirt­schaft­li­che Kreis­lauf­den­ken obso­let wäre. Mei­nes Erach­tens ist das star­ker Tobak, der zustan­de kommt, weil die real­wirt­schaft­li­che „Par­al­lel­welt“…

John Maynard Keynes (gemeinfrei, Wikipedia) 1

Gerechtes Geld – Dieter Suhr

Im Som­mer 2015 jähr­te sich zum 25. Mal der Tag, an dem Prof. Dr. Die­ter Suhr, Rechts­phi­lo­soph an der Uni­ver­si­tät Augs­burg, töd­lich ver­un­glück­te. Mit sei­nem Auf­satz „Gerech­tes Geld“ möch­ten wir an Die­ter Suhr erin­nern und dan­ken sei­ner Frau Mari­an­ne Suhr für die Erlaub­nis zum Wie­der­ab­druck. Die­ser Auf­satz war die über­ar­bei­te­te Fas­sung eines Vor­trags, den Die­ter Suhr auf dem Kon­gress „Arbeit, Geld­ord­nung, Staats­fi­nan­zen“ gehal­ten hat, ver­an­stal­tet von der „Inter­na­tio­na­len Ver­ei­ni­gung für Natür­li­che Wirt­schafts­ord­nung“ vom 12. – 15. Mai 1983 in Wörgl/Tirol. Er erschien zuerst in: Archiv für Rechts- und Sozi­al­phi­lo­so­phie Nr. 3/1983, S. 322 – 339. Auch erschie­nen in Zeit­schrift für…

Andreas Bangemann © Martin Bangemann 0

Ein Klima für Gerechtigkeit – Editorial

Ist es ver­nünf­tig, im Hand­um­dre­hen mit einem leich­ten Coup viel Geld zu ver­die­nen? Umge­kehrt gefragt: Ist es töricht, wenig Geld mit viel Arbeit zu ver­die­nen? In einem Wirt­schafts­sys­tem, in dem eine über­wäl­ti­gen­de Mehr­heit einig zu sein scheint, sieht man sich genö­tigt, bei­de Fra­gen mit einem kla­ren „Ja!“ zu beant­wor­ten. Die Ant­wort auf ergän­zen­de Fra­ge „Ist das gerecht?“ wird schon schwie­ri­ger. Auf der Ebe­ne der han­deln­den Per­so­nen wer­den es die Vir­tuo­sen die­ses Spiels als gerecht anse­hen. Die Ver­lie­rer füh­len sich benach­tei­ligt. Frucht­ba­rer wird die Suche nach Gerech­tig­keit auf dem Gebiet der Sys­tem­ana­ly­se. Läuft eine Maschi­ne lan­ge genug, wer­den die Ergeb­nis­se der…

Sommercamp in der WFLB 0

Wenn Kreise Kreise ziehen – Daniela Saleth

Der Kreis ist die sta­bils­te Form in der Geo­me­trie. Auf sei­ner Linie sind alle Punk­te immer gleich weit vom Zen­trum ent­fernt. Es gibt kein Oben und kein Unten, kei­ne Ecken und kei­ne Kan­ten, kei­nen Anfang und kein Ende. Der Kreis ist das Sym­bol für die Rhyth­men in der Natur, für Ein­heit, Aus­ge­gli­chen­heit, Ewig­keit, Ver­bun­den­sein und geschlos­se­ne Sys­te­me. Auf dem Som­mer­camp 2015 am „Lern­ort Wup­per­tal“ lie­ßen sich vie­le Krei­se fin­den, man­che schlie­ßen und man­che öff­nen. Zwei Wochen lang vom 13. – 26. Juli fan­den sich über den gesam­ten Zeit­raum ver­teilt geschätz­te 250 Men­schen auf dem Gelän­de der Sil­vio-Gesell-Tagungs­stät­te ein, san­gen und…