Schwerter Erklärung – Stiftung Trias

Eigen­tum ver­pflich­tet – mehr Boden für das Gemein­wohl – - –
Die Schwer­ter Erklä­rung wur­de auf der „Boden­ta­gung“ der Stif­tung tri­as, die am 30./31. März 2017 in Schwer­te (NRW) statt­fand, erar­bei­tet. Die Stif­tung tri­as ist Initia­to­rin und Schirm­her­rin die­ser Erklä­rung. – - –

Die Spe­ku­la­ti­on mit Grund und Boden gefähr­det zuneh­mend den sozia­len Frie­den. Boden ist eine end­li­che Res­sour­ce. Woh­nen und der Zugang zu Boden ist nur noch mit ent­spre­chend gro­ßer finan­zi­el­ler Aus­stat­tung mög­lich. Dabei tre­ten Nach­bar­schafts­in­itia­ti­ven und gemein­nüt­zi­ge Pro­jek­te gegen das glo­ba­le Finanz­ka­pi­tal an. Die Fra­ge „Wem gehört die Stadt?“ stellt sich heu­te mit beson­de­rer Dring­lich­keit. Und obwohl das Grund­ge­setz in Arti­kel 14 mit „Eigen­tum ver­pflich­tet“ das Leit­ziel für eine gemein­wohl­ori­en­tier­te Ent­wick­lung vor­gibt, sieht die Rea­li­tät in Deutsch­land aktu­ell ganz anders aus. Dem Aus­ein­an­der­drif­ten der Boden­prei­se ist abzu­le­sen, dass der Markt in sei­ner Regu­lie­rungs­funk­ti­on ver­sagt: Leer­stand und Ver­fall in den schrump­fen­den Regio­nen, Kampf um jeden Qua­drat­me­ter in den Metro­po­len. Boden­be­sitz ist die zen­tra­le Eigen­tums­fra­ge und muss heu­te wie­der stär­ker mit Blick auf das Wohl der All­ge­mein­heit und als ein den Eigen­tü­mer aktiv ver­pflich­ten­des Natur- und Sozi­al­gut bemes­sen wer­den. Boden ist das not­wen­di­ge Fun­da­ment für das Gemein­wohl, Boden ist Zukunft! – - –

Boden dem Markt ent­zie­hen – - –

Wir ste­hen vor gewal­ti­gen Her­aus­for­de­run­gen in zen­tra­len Berei­chen der Gesell­schaft. Der Zer­stö­rung der Natur durch fort­schrei­ten­de Land­nah­me und der zuneh­men­den Unge­rech­tig­keit durch die Domi­nanz des Mark­tes kann nur mit Struk­tu­ren begeg­net wer­den, die Grund und Boden dau­er­haft der Spe­ku­la­ti­on ent­zie­hen. – - –

Mehr Boden für Pro­jek­te der Zivil­ge­sell­schaft – - –

Lösun­gen für die aktu­el­len Fra­ge­stel­lun­gen bedür­fen der Betei­li­gung und der Inno­va­ti­ons­kraft der Zivil­ge­sell­schaft. Für ihre sozia­len All­tags­la­bo­ra­to­ri­en der Koope­ra­ti­on und des Zusam­men­le­bens benö­tigt sie Räu­me, die aber wer­den immer knap­per. Wir for­dern eine akti­ve kom­mu­na­le Lie­gen­schafts­po­li­tik, die den Zugang und das Nut­zungs­recht an Boden auch für die Zivil­ge­sell­schaft sicher­stellt. Vor­kaufs­rech­te sol­len die Ver­ga­be von Boden an gemein­wohl­ori­en­tier­te Pro­jek­te und Initia­ti­ven ermög­li­chen. – - –

Kom­mu­nen als ver­ant­wort­li­che Trä­ger einer akti­ven Lie­gen­schafts­po­li­tik – - –

Der städ­ti­sche Boden wur­de von den Kom­mu­nen zur Haus­halts­sa­nie­rung weit­ge­hend ver­kauft. Kom­mu­na­le Pla­nungs- und kon­kret beein­fluss­ba­re Hand­lungs­spiel­räu­me sind dadurch ver­lo­ren gegan­gen. Die Rekom­mu­na­li­sie­rung, das Vor­kaufs­recht für Kom­mu­nen und die geziel­te Boden­vor­rats­po­li­tik müs­sen wie­der gestärkt wer­den. Das all­ge­mei­ne Wohl ist durch die kon­se­quen­te Anwen­dung vor­han­de­ner Instru­men­te des Bau­ge­setz­bu­ches durch­zu­set­zen. Soweit not­wen­dig muss das Gesetz zuguns­ten sol­cher Ein­grif­fe wei­ter­ent­wi­ckelt wer­den. Die Trans­pa­renz über Han­del mit Grund und Boden ist eine not­wen­di­ge Vor­aus­set­zung für einen gerech­ten Umgang. Grund­stücks­ei­gen­tü­mer und Eigen­tü­mer­wech­sel sind, wie bspw. in Basel-Stadt (Schweiz), öffent­lich bekannt zu machen. – - –

Nut­zung vor Ren­di­te – - –

Wir for­dern kom­mu­na­les Boden­ei­gen­tum mit lang­fris­ti­gen Zie­len zur Nut­zung und deut­lich häu­fi­ger im Erb­bau­recht zu ver­ge­ben. Die Ver­ga­be­pra­xis Ham­burgs und Mün­chens mit Anhand­ga­ben und Kon­zept­ver­ga­ben ist hier weg­wei­send. – - –

Stär­kung gemein­wohl­ori­en­tier­ter Boden­fonds – - –

In den Städ­ten und auf dem Land bedarf die Kon­kur­renz um Flä­chen einer neu­en Stra­te­gie. In der Stadt ist Boden knapp und über­teu­ert, im land­wirt­schaft­li­chen Bereich wer­den durch Ver­sie­ge­lung, inten­si­ve Land­wirt­schaft und außer­land­wirt­schaft­li­che Inves­to­ren die Pacht- und Kauf­prei­se so weit hoch­ge­trie­ben, dass eine kon­se­quent öko­lo­gi­sche – und damit Natur und Gesell­schaft dien­li­che Land­wirt­schaft – nicht mehr kon­kur­rie­ren kann. Neue For­men des soli­da­risch-gemein­schaft­li­chen Grund­er­werbs müs­sen beför­dert wer­den. – - –

Boden­fonds sichern das Gut „Boden“ gegen das Markt­ge­sche­hen ab und ermög­li­chen die Nut­zung für sozia­le, öko­lo­gi­sche und am Gemein­wohl ori­en­tier­te Ent­wick­lun­gen. Wir for­dern die Ein­rich­tung land­wirt­schaft­li­cher und städ­ti­scher Boden­fonds und ihre För­de­rung durch die öffent­li­che Hand. Dabei soll auf bestehen­de Struk­tu­ren wie Stif­tun­gen, Genos­sen­schaf­ten, kom­mu­na­le revol­vie­ren­de Boden­fonds und ande­re zivil­ge­sell­schaft­li­che Pro­jek­te auf­ge­baut, sol­len bestehen­de Koope­ra­tio­nen ver­stärkt und Instru­men­te für die Grund­aus­stat­tung der Boden­fonds ent­wi­ckelt wer­den. Fis­kal­erb­schaf­ten, leis­tungs­lo­se Pla­nungs­wert­ge­win­ne und Tei­le des Boden­wert­zu­wach­ses sind für Boden­fonds zu nut­zen. – - – mehr online…

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