Economia – The Limited Edition – Deutsche Übers. v. Andreas Bangemann

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Econo­mia – The Limi­ted Editi­on am 15. und 16. Mai 2020, Natlab, Eind­ho­ven, Nieder­lan­de Einla­dung zur Teil­nah­me und Aufruf zur Einrei­chung von Beiträ­gen
„Call for Papers and Artworks“
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„Econo­mia – The Limi­ted Editi­on“ ist eine englisch­spra­chi­ge Konfe­renz im Natlab, dem ehema­li­gen Physik­la­bor der Firma Phil­ips. Ziel der Veran­stal­tung ist es, neue Wege für spie­le­ri­sche und phan­ta­sie­vol­le zukünf­ti­ge Entwick­lun­gen in der Wirt­schaft zu entwer­fen. Das erste Econo­mia-Festi­val, das 2017 von den Baltan Labo­ra­to­ries orga­ni­siert wurde, hat die Gren­zen unse­res Denkens über die Wirt­schaft erwei­tert. Am 15. und 16. Mai 2020 werden wir neue Ideen erfor­schen und heraus­fin­den, wie wir die Bedürf­nis­se aller im Rahmen unse­rer (menschlichen)Ressourcen erfül­len können. Bei „Econo­mia – The Limi­ted Editi­on“ werden sich gegen­sei­tig ausschlie­ßen­de Werte­sys­te­me wie Fülle und Knapp­heit oder Wachs­tum und Degrowth unter­sucht.
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Homo econo­mi­cus
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Das Thema der Konfe­renz leitet sich vom Homo econo­mi­cus ab, einem Konzept, in dem der Mensch in erster Linie ein wirt­schaft­li­ches Wesen ist, das auf effi­zi­en­te, ratio­na­le und logi­sche Weise auf die Befrie­di­gung seiner Bedürf­nis­se hin ausge­rich­tet ist. Econo­mia wird prüfen, welche Syste­me diesen tief verwur­zel­ten Glau­ben aufrecht­erhal­ten und echte Verän­de­run­gen verhin­dern. Abseits einer Welt, die getrie­ben wird vom alles über­schat­ten­den Gewinn­stre­ben, könnte Homo econo­mi­cus statt­des­sen seine Rolle als wirt­schaft­li­ches Wesen in Verbin­dung mit der Welt erfül­len, neue Ideale der Rettung des Plane­ten erfor­schen, die Ausbeu­tung von Menschen verhin­dern und erträu­men, wie das Para­dig­ma des unbe­grenz­ten Wachs­tums umkehr­bar wird.
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Econo­mia – The Limi­ted Editi­on ist ein Labo­ra­to­ri­um für Ideen; ein Ort, an dem wir für eine Weile aus dem bestehen­den Rahmen heraus­tre­ten und uns der Ökono­mie auf uner­war­te­te, spie­le­ri­sche und grund­le­gen­de Weise nähern können. Lasst uns einen erwei­ter­ten Blick werfen auf unser Wirt­schafts­sys­tem und die globa­li­sier­te Gesell­schaft mit dem frischen und manch­mal distan­zier­ten Blick auf den Besu­cher, Forscher, Gamer, Außer­ir­di­schen und Künst­ler. Lasst uns die Wirt­schaft als ein sozia­les und kultu­rel­les Konstrukt zurück­for­dern, das wir geschaf­fen haben, und uns dabei befrei­en von der Vorstel­lung der Wirt­schaft als zwangs­läu­fi­gem Natur­ge­setz.
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Über Econo­mia
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Jeder, der gele­gent­lich Science-Fiction schaut, weiß, dass die Lebens­be­din­gun­gen auf dem Mars völlig andere sind als die derzei­ti­gen auf der Erde. Die Härten und Nöte, denen die Mensch­heit ausge­setzt wäre, um auf ande­ren Plane­ten zu über­le­ben, wären enorm. Die Frage sollte daher nicht sein, ob wir auf einem mars-ähnli­chen Plane­ten über­le­ben können, sondern wie wir verhin­dern können, dass die Erde zu einem solch unwirt­li­chen Ort wird. Wie können wir unser wirt­schaft­li­ches Para­dig­ma des endlo­sen Wachs­tums in einer Zeit ändern, in der mensch­li­che Akti­vi­tä­ten die Umwelt der Erde so stark beein­flus­sen?
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Die Biosphä­re der Erde hat eine endli­che Größe. Es gibt keinen Raum für Expan­si­on, so dass das Wirt­schafts­wachs­tum letzt­lich auf Kosten der Lebens­räu­me ande­rer geht. Wenn man die Erde aus dem All betrach­tet, stellt sich heraus, dass es sich um ein Null­sum­men­spiel handelt; wenn die Mensch­heit weiter­wächst, nehmen wir mehr Platz ein und lassen weni­ger für andere Arten übrig. Auch wenn wir alle ökolo­gisch wirt­schaf­ten, vegan werden und nur erneu­er­ba­re Ener­gi­en nutzen, werden wir durch unse­ren stän­dig wach­sen­den Wohl­stand und unsere stän­dig wach­sen­de Bevöl­ke­rung das Leben für uns und andere Arten lang­sam aber sicher unmög­lich machen.
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In jedem ande­ren natür­li­chen Prozess stoppt das Wachs­tum, sobald es auf eine Begren­zung trifft. Seit den Anfän­gen der Mensch­heit haben unsere tech­no­lo­gi­schen Fähig­kei­ten es uns ermög­licht, diese Einschrän­kun­gen zu über­win­den. Wir müssen in unser eige­nes Wachs­tum eingrei­fen, wenn wir nicht auf einem mars-ähnli­chen Plane­ten landen wollen.
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Diese Art von Inter­ven­ti­on erfor­dert ein grund­le­gen­des Umschal­ten in unse­rem Denken. Die Ökono­mie redu­ziert die verschie­de­nen Ansät­ze zum Verständ­nis unse­res komple­xen und unvor­her­seh­ba­ren ökono­mi­schen Verhal­tens auf eine umfas­sen­de Theo­rie: das neoli­be­ra­le Modell. Das hat einen großen Einfluss auf unsere Ideen, Hoff­nun­gen und Träume, unser Selbst­ver­ständ­nis und unsere gesell­schaft­li­che Orga­ni­sa­ti­on. Obwohl es immer mehr kriti­sche Ansich­ten gibt, fällt auf, wie wenig Vorstel­lungs­kraft viele dieser alter­na­ti­ven Ansät­ze hervor­ru­fen.
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Um ein Beispiel zu nennen: Die Ökono­mie hat kein Äqui­va­lent für mehre­re Univer­sen, Einzig­ar­tig­keit oder Welt­raum­fahrt; die selt­sa­men Lebens­for­men in den Tiefen des Ozeans oder auf ande­ren Plane­ten; oder künst­li­ches oder ewiges Leben. Die Wirt­schaft ist erstaun­lich fanta­sie­los, und anstatt die Gren­zen ihres eige­nen Geltungs­be­reichs zu erfor­schen und zu verschie­ben, scheint sie sich in genau die entge­gen­ge­setz­te Rich­tung zu bewe­gen.
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Aufruf für Papie­re & Ideen- – -
Call for Papers & Ideas
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Warum soll­ten wir auf der Suche nach neuen wirt­schaft­li­chen Erkennt­nis­sen und Alter­na­ti­ven zum aktu­el­len Modell nicht damit begin­nen, die Wirt­schaft wie jedes andere sozia­le und kultu­rel­le Konstrukt zu behan­deln und Verant­wor­tung zu über­neh­men, damit wir sie nach eige­nem Ermes­sen umge­stal­ten und über­ar­bei­ten können? Wir heißen akade­mi­sche Forscher, Desi­gner, Künst­ler, Wissen­schaft­ler, Studen­ten, Gelehr­te, (Sozial-)Unternehmer, Visio­nä­re und andere krea­ti­ve Denker und Prak­ti­ker will­kom­men, Vorschlä­ge für Econo­mia einzu­rei­chen.
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