DESEQUILIBRADOS – Kinostart am 14. 10. 2021 – Redaktion

KINOSTART 14. 10. 2021
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Dieser Film des argen­ti­ni­schen Regis­seurs Juan Bald­ana star­tet in den Kinos. Er spielt zu Beginn der Pande­mie in Buenos Aires und erzählt die Geschich­te des Rechts­an­walts Greco, der eine Chance sieht, die Welt zu verän­dern. Indem er ein Buch zu Ende schreibt, das von Silvio Gesell und seinen Lösun­gen für das Geld- und Boden­recht handelt, glaubt er maßgeb­li­ches für eine alter­na­ti­ve Ökono­mie beitra­gen zu können.
Ein Inter­view mit dem Regis­seur (oben im Bild) gab es in HUMANE WIRTSCHAFT (Heft 2–2021)

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Weshalb die Ideen des Deut­schen Refor­mers, der auch in Argen­ti­ni­en lebte, eine tragen­de Rolle im Film spielt, erklär­te Juan Bald­ana darin so:

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„Silvio Gesell war ein Visio­när, und wie allen Visio­nä­ren, haben ihm nur wenige zuge­hört. Die Menschen sind nicht auf die großen Verän­de­run­gen vorbe­rei­tet, die von Ideen ausge­hen, welche sich gegen das Etablier­te stel­len. Was wurde nicht alles schon vorher­ge­sagt. Aber erst müssen wir tausend­mal gegen die Wand fahren, bis wir verste­hen, dass die Mahner Recht hatten. Wir wissen zum Beispiel, dass wir den Plane­ten zur Müll­ton­ne machen. Wir füllen buch­stäb­lich die Ozeane mit unse­rem Abfall, die Glet­scher ziehen sich zurück, die Wälder werden abge­holzt, die Felder mit Pesti­zi­den und Agro­che­mi­ka­li­en verseucht. Aber es passiert nichts, weil es nicht weh tut. Exper­ten sagen, dass uns keine Zeit mehr bleibt und wir in ein paar Jahren schwer­wie­gen­de Folgen erlei­den. Müssen wir warten, bis es 50 Grad Hitze gibt und der Krieg ums Wasser ein tägli­ches Thema in den Nach­rich­ten ist, bevor wir wenigs­tens darüber reden? So wie wir jetzt über das Coro­na­vi­rus reden? Die Selbst­sucht des Menschen ist histo­risch gese­hen das Übel, das uns heim­sucht. Viel­leicht würde Silvio Gesell heute seine visio­nä­ren Anstren­gun­gen verdop­peln und weite­re Ideen vorschla­gen, die wir uns heute nicht einmal vorstel­len können. Was er vor fast hundert Jahren prokla­mier­te, ist mitt­ler­wei­le so offen­sicht­lich gewor­den, dass einige das glück­li­cher­wei­se zu erken­nen beginnen.“

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