Stabile Währung durch Haltegebühr auf Geld – Ein Positionspapier

Den Zen­tral­ban­ken gelingt es immer noch nicht, den Geld­wert sta­bil zu hal­ten. Nied­ri­ge Infla­ti­ons­ra­ten
und Zin­sen füh­ren außer­dem auf den Güter- und den Kapi­tal­märk­ten zu neu­en
Pro­ble­men. Eine spür­ba­re Belas­tung der liqui­den Mit­tel, die den Geld­strom in Fluss hält,
könn­te die Pro­ble­me lösen und den Noten­ban­ken nega­ti­ve Leit­zin­sen ermög­li­chen.

Die Erst­un­ter­zeich­ner:
Initia­ti­ve für Natür­li­che Wirt­schafts­ord­nung e. V. – Vla­do Pla­ga, Semi­nar für frei­heit­li­che Ord­nung e. V. – Eck­hard Beh­rens, Sozi­al­wis­sen­schaft­li­che Gesell­schaft 1950 e. V. – Prof. Dr. Dirk Löhr, Fritz And­res – Fra­gen der Frei­heit, Andre­as Ban­ge­mann – HUMANE WIRTSCHAFT, Bea­te Bock­t­ing – FAIRCONOMY, Wer­ner Onken – Zeit­schrift für Sozi­al­öko­no­mie (ZfSö), Prof. Dr. Felix Fuders, Prof. Dr. Ger­hard Senft.

Auf den Güter- und Finanz­märk­ten tre­ten zur­zeit
Pro­ble­me auf, für die es kei­ne Lösung zu geben
scheint:
• die güns­ti­ge Wir­kung posi­ti­ver Infla­ti­ons­ra­ten
auf die gesamt­wirt­schaft­li­che Nach­fra­ge lässt
nach, wäh­rend eine durch tra­di­tio­nel­le Geld­po­li­tik
nicht beherrsch­ba­re Defla­ti­on in gefähr­li­che
Nähe rückt;
• die güns­ti­ge Wir­kung posi­ti­ver Zins­sät­ze auf die
Bereit­schaft der Spa­rer zur lang­fris­ti­gen Anla­ge
lässt eben­falls nach, weil es zwi­schen kurz- und
lang­fris­ti­gen Zin­sen kaum noch Unter­schie­de
gibt: die Zins­struk­tur­kur­ve ver­läuft im Euro­raum
fast flach.
Sin­ken­de Zin­sen und Infla­ti­ons­ra­ten füh­ren zu einer
Aus­wei­tung der Liqui­di­täts­hal­tung, die die gesamt­wirt­schaft­li­che
Nach­fra­ge hemmt und die Spe­ku­la­ti­on
begüns­tigt. Die Vor­lie­be für Liqui­di­tät wird
zum zen­tra­len Pro­blem der Wäh­rungs­po­li­tik.
Eine Rück­kehr zu höhe­ren Infla­ti­ons­ra­ten und Zins­sät­zen
ist nicht mit ein­fa­chen Mit­teln erreich­bar
und auch nicht wün­schens­wert. Statt­des­sen soll­te
die Liqui­di­täts­hal­tung selbst durch eine Gebühr
belas­tet wer­den. Dadurch wer­den klei­ne und gro­ße
Geld­be­sit­zer ver­an­lasst, den Umfang ihrer Liqui­di­täts­hal­tung
auf das für ihre Trans­ak­tio­nen benö­tig­te
Maß zu begren­zen: Der Hang zur Liqui­di­tät wird
auch bei nied­ri­gen Zin­sen und Infla­ti­ons­ra­ten ein­ge­dämmt.
Die Belas­tung der liqui­des­ten Mit­tel (Zen­tral­bank­geld)
soll­te ca. 5 % p. a. betra­gen und mög­lichst tages­ge­nau
abge­rech­net wer­den. Sie lie­ße sich heu­te
• beim Bar­geld (= Zen­tral­bank­geld in pri­va­ter
Hand) in die Sicher­heits­strei­fen der Bank­no­ten
ein­pro­gram­mie­ren und
• bei den Zen­tral­bank­gut­ha­ben der Geschäfts­ban­ken
durch schlich­te Abbu­chung bewerk­stel­li­gen.
Auch eine Gebüh­ren-Belas­tung der Bank­gut­ha­ben
wäre durch Abbu­chung mög­lich.

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