Geldscheine verbrennen oder für künstlerische Zwecke nutzen erlaubt!

Zehn Punk­te

  1. Der Begriff des gesetz­li­chen Zah­lungs­mit­tels soll­te auf drei Kern­punk­ten beru­hen: Ver­pflich­ten­de Annah­me von Bank­no­ten und Mün­zen, Annah­me zum vol­len Nenn­wert und Ent­las­tung von Zah­lungs­ver­pflich­tun­gen.
  2. Die Annah­me von Bar­zah­lun­gen soll­te die Regel sein: Eine Aus­nah­me davon ist nur aus Grün­den im Zusam­men­hang mit dem Grund­satz von Treu und Glau­ben mög­lich (z.B. wenn der Ein­zel­händ­ler über zu wenig Wech­sel­geld ver­fügt).
  3. Die Annah­me von Bank­no­ten mit hoher Stü­cke­lung soll­te eben­falls die Regel sein.
  4. Bei Bar­zah­lun­gen soll­ten kei­ne Auf­schlä­ge berech­net wer­den.
  5. Die Mit­glied­staa­ten soll­ten kei­ne neu­en Run­dungs­re­geln in Bezug auf die nächs­ten fünf Cent anneh­men.
  6. Die Mit­glied­staa­ten soll­ten alle als geeig­net erach­te­ten Maß­nah­men ergrei­fen, um die Ver­wen­dung von Euro-Sam­mel­mün­zen als Zah­lungs­mit­tel zu ver­hin­dern.
  7. Gefärb­te Bank­no­ten soll­ten an die natio­na­len Zen­tral­ban­ken zurück­ge­ge­ben wer­den, da sie mit hoher Wahr­schein­lich­keit gestoh­len wur­den.
  8. Die voll­stän­di­ge Ver­nich­tung von Euro-Bank­no­ten oder Mün­zen durch Ein­zel­per­so­nen in klei­nen Men­gen soll­te nicht ver­bo­ten wer­den.
  9. Die Beschä­di­gung von Bank­no­ten und Mün­zen für künst­le­ri­sche Zwe­cke soll­te tole­riert wer­den.
  10. Die Ent­schei­dung über die Ver­nich­tung von für den Umlauf geeig­ne­ten Euro-Mün­zen soll­te nicht von einer natio­na­len Behör­de allei­ne getrof­fen wer­den.

Die Mel­dung ist zwar schon vom März, aber „brand­ak­tu­ell“.
Die zehn Punk­te oben hat sich nicht etwa ein Jour­na­list aus den Fin­gern gesaugt, son­dern wur­den von einer „Ad-hoc-Arbeits­grup­pe“ unter der Lei­tung der EU-Kom­mis­si­on und der Euro­päi­schen Zen­tral­bank erar­bei­tet.
Man kann sich ja fra­gen, wozu man die­se Zehn Punk­te gera­de jetzt wohl braucht, eines bewei­sen sie alle­mal: Geld ist etwas selt­sa­mes.

Da stel­len die Staa­ten (also wir alle) durch die Noten­ban­ken Geld­schei­ne zur Ver­fü­gung und sagen den Nut­zern der­sel­ben: „Tut damit was ihr wollt. Bemalt sie, besprüht sie, ver­brennt sie oder nutzt sie zum Bezah­len. Passt schon. Irgend­wie.“

Es wäre an der Zeit, den Geld­schein als Gemein­gut zu betrach­ten, was er im Grun­de ist, denn der Staat bezahlt nicht nur sei­ne Bereit­stel­lung. Indem er ein soli­des (mehr oder weni­ger) Staats­ge­fü­ge schafft, stat­tet er den Geld­schein mit dem wich­tigs­ten aus, das er über­haupt ver­kör­pern kann: dem Ver­trau­en.
Das Ver­trau­en in die Gemein­schaft aller Men­schen eines Wäh­rungs­ge­bie­tes macht Geld zu Geld und Waren und Leis­tun­gen aus­tausch­bar. Die­sem Geld stün­de das Recht auf die Ach­tung sei­nes inne­ren Wer­tes zu.

7. Die Ein­hal­tung der opti­ma­len Nut­zung aller in Umlauf gebrach­ten Mün­zen und Bank­no­ten soll durch die Noten­ban­ken gewähr­leis­tet wer­den.
8. Durch Gebüh­ren wird die Vor­ent­hal­tung und Hor­tung von Mün­zen und Bank­no­ten ein­ge­schränkt. Bar­geld soll ste­tig umlau­fen und den Wirt­schafts­ver­kehr opti­mal beglei­ten.
9. Der Gebüh­ren­ein­zug wird durch geeig­ne­te Maß­nah­men und Erlas­se vor­ge­nom­men, die ein Umge­hen aus­schlie­ßen.
10. Die Ent­schei­dung über die Ver­nich­tung von Geld­schei­nen oder deren Schöp­fung wird von den Noten­ban­ken gemäß den wirt­schaft­li­chen Erfor­der­nis­sen opti­mal abge­stimmt, was wie­der­um nur durch einen ste­ten, steu­er­ba­ren Geld­um­lauf gewähr­leis­tet wer­den kann.

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