Kategorie: Ausgabe 05 – 2013

Einübung in eine freiwirtschaftliche Zukunft – Jörg Gude 0

Einübung in eine freiwirtschaftliche Zukunft – Jörg Gude

Zum Geden­ken an den Jahr­hun­dert­öko­no­men John May­nard Keynes, der vor 130 Jah­ren, am 5. 6. 1883, in Cam­bridge das Licht der Welt erblickte.

Ein Teil der Zukunft
ist schon Gegenwart 

„Ich glau­be, daß die Zukunft mehr vom Geis­te Gesells als von jenem von Marx ler­nen wird.“ Heu­te sind die Befür­wor­ter von Geld- und Boden­re­form aus der Gesell-Schu­le Trä­ger die­ser Bot­schaft. Was bedeu­tet dies für die Kom­men­tie­rung und Ver­or­tung der heu­ti­gen Situa­ti­on mit Staats­schul­den­kri­se, Immo­bi­li­en­kri­se, Ban­ken­kri­se, Euro­kri­se? – Die Euro- und die Ban­ken­ret­tung wer­den uns noch län­ger beschäf­ti­gen. Die Erschei­nun­gen die­ser Kri­se sind aber der Stoff, aus dem auch frei­wirt­schaft­li­che Blü­ten­träu­me gewirkt sind. Die real exis­tie­ren­de Öko­no­mie ver­weist ver­gleich­bar dem Phi­lo­so­phen Ernst Bloch in sei­nem „Prin­zip Hoff­nung“ im Gegen­wär­ti­gen auf das für Zukünf­ti­ges Ange­leg­te und Intendierte.

Gewiss, wir waren schon ein­mal wei­ter. Für eine kur­ze Zeit­span­ne, viel­leicht für ein his­to­ri­sches Zeit­fens­ter, schien der Weg der Noten­ban­ken in einen Nega­tiv­zins geöff­net, als Man­kiw und Bui­ter die Null­zins­schran­ke mit einem Nega­tiv­zins nach unten durch­bre­chen woll­ten und sich dabei auch auf Gesell bezo­gen. Noten­bank­po­li­tik und poli­ti­sche Kri­sen­be­wäl­ti­ger sind vor­erst einen ande­ren Weg gegan­gen. Und doch geben uns die Kri­se und ihre Bewäl­ti­gung Fin­ger­zei­ge und Inter­pre­ta­ti­ons­hil­fe für frei­wirt­schaft­li­che Lösungs- und Vermittlungsansätze.

Wie wir­ken nied­ri­ge oder gar in der Nähe von Null ver­lau­fen­de (Haben-)Zinsen? Wenn Anhän­ger der Geld­re­form­be­we­gung die­se pos­tu­lie­ren, so sind sie in der Ver­gan­gen­heit viel­leicht auf Unver­ständ­nis gesto­ßen. Jetzt kön­nen sie dar­auf ver­wei­sen, dass die Rea­li­tät die Uto­pie ein­ge­holt hat. Auch kön­nen sie vor­ur­teils­frei die sich ein­stel­len­den Pro­ble­me anschau­en und gege­be­nen­falls ent­schär­fen. Dafür kön­nen wir auch dank­bar sein, weil eine frei­wirt­schaft­li­che Zukunft dann ohne die spä­te­re Last der Wider­le­gung von Gegen­ar­gu­men­ten bereits jetzt argu­men­ta­tiv ent­wi­ckelt wer­den kann. Es ist leicht und bil­lig zu behaup­ten, man habe immer schon das Kri­sen­haf­te der Ent­wick­lung vor­her­ge­sagt und gewusst, selbst wenn die­se Fest­stel­lung rich­tig ist. Dies haben die Mar­xis­ten auch stets betont und doch gefehlt in ihrer Lösung. Wir müs­sen im Jetzt für ein behut­sa­mes Ver­ständ­nis wer­ben, dass hohe Ren­di­ten in der Gegen­wart und Zukunft nicht, oder nur gegen exor­bi­tan­te Risi­ken zu haben sind. 

Der Haben­zins beläuft sich etwas über oder um null Pro­zent. Für Anle­ger – auch Lebens­ver­si­che­run­gen – mit wei­ter zurück­lie­gen­dem Zins­ge­dächt­nis erscheint dies wie eine Kata­stro­phe für ihre Geld­an­la­ge. Und ange­sichts einer, wenn auch mäßi­gen Infla­ti­ons­ra­te bedeu­tet dies eine nega­ti­ve Real­ver­zin­sung auf das ein­ge­setz­te Geld­ka­pi­tal. Der Rück­blick auf ver­meint­lich gol­de­ne Zei­ten bezüg­lich der Nomi­nal- und Real­ver­zin­sung geht in die 70er Jah­re des ver­gan­ge­nen Jahr­hun­derts zurück, als die Infla­ti­ons­ra­ten hoch und akze­le­rie­rend waren und kei­nes­wegs fest­stand, dass wenig spä­ter mit­tels einer restrik­ti­ven Geld­po­li­tik die Infla­ti­ons­er­war­tun­gen gebro­chen wur­den mit den Fol­gen von Arbeits­lo­sig­keit, Unter­neh­mens­kon­kur­sen und Wachstumsschwäche.
Zurück­bli­ckend scheu­ten vie­le Anle­ger in der jüngs­ten Ver­gan­gen­heit eine lang­fris­ti­ge Anla­ge wegen der nied­ri­gen Zin­sen und flüch­te­ten in die kurz­fris­ti­ge Anla­ge, die Liqui­di­tät (die­ser Aspekt wird ins­be­son­de­re von Eck­hard Beh­rens vom Semi­nar für frei­heit­li­che Ord­nung betont). Hier bewahr­hei­tet sich, was Frei­wir­te und Keyne­sia­ner, Sil­vio Gesell und John May­nard Keynes her­aus­ge­ar­bei­tet haben: Unter­schrei­tet der Zins eine gewis­se Unter­gren­ze, stellt sich das Geld nicht zur Anla­ge ein. Das Rezept dage­gen ist die Geld­um­lauf­si­che­rung durch einen Umlaufs­an­trieb, Schwung oder Schwund oder eine Geld­steu­er, wie immer man dies auch benen­nen mag.

Der sozi­al­de­mo­kra­ti­sche Spit­zen­kan­di­dat im hes­si­schen Land­tags­wahl­kampf 2009 Thors­ten Schä­fer-Güm­bel hat­te die Idee einer Zwangs­an­lei­he bei Ver­mö­gen­den für den Staat. Jeder mit einem Ver­mö­gen über 750.000 € soll­te 2 % hier­von für 15 Jah­re dem Staat zu 2,5 % Zin­sen zur Ver­fü­gung stel­len. In mei­nem Bei­trag „Zwangs­an­lei­he für Rei­che? – Nein Dan­ke“ habe ich dage­gen­ge­hal­ten: „War­um soll­te der Staat aus­ge­rech­net die­ser Kli­en­tel einen Zins und eine Ren­di­te von 2,5 % auf 15 Jah­re garan­tie­ren?“ Ich habe dann wei­te­re Zins­sen­kun­gen vor­aus­ge­se­hen, die ja auch tat­säch­lich ein­ge­tre­ten sind. 

Komm auf den Punkt! – Roland Spinola 0

Komm auf den Punkt! – Roland Spinola

Stel­len Sie sich fol­gen­de Situa­ti­on vor: In einer Unter­hal­tung sagt jemand „Sie haben sich doch mit Kom­ple­men­tär­wäh­run­gen beschäf­tigt – wor­um geht es da eigent­lich?“ Das ist Ihre Chan­ce! Wenn Sie jetzt kurz und klar dar­stel­len kön­nen, wor­um es geht, kann das der Beginn einer inter­es­san­ten Dis­kus­si­on werden!

Wie viel Zeit haben Sie? Eine Minu­te, viel­leicht zwei, wenn Ihr Gegen­über inter­es­siert ist! Und wie oft pas­siert es Ihnen, dass Sie ich ver­has­peln, ver­spre­chen, vom Hölz­chen zum Stöck­chen kom­men und schließ­lich mer­ken, dass das Inter­es­se ihres Zuhö­rers – oder sind es gar meh­re­re? – lang­sam nach­lässt. Ein paar höf­li­che Bemer­kun­gen – dann wen­det man sich ande­ren The­men zu.

Mein Kol­le­ge Wolf­gang Enß­lin beschreibt eine Vari­an­te, die wohl jedem von uns schon pas­siert ist – sei es als Opfer oder als Täter: „Sie wol­len Ihrem Gegen­über eine fas­zi­nie­ren­de Idee oder einen wich­ti­gen Gedan­ken­gang erklä­ren … und spon­tan wird bei Ihnen ein unge­hemm­ter Rede­fluss aus­ge­löst – wie in einem Wei­zen­si­lo: Klap­pen­he­bel auf und das Korn fließt her­aus auf den dar­un­ter ste­hen­den Emp­fän­ger, der nur noch ‚Bahn­hof‘ ver­steht. Ihr Zuhö­rer schal­tet ganz ein­fach ab.“

Wor­an liegt’s?

An man­geln­dem Wis­sen in den wenigs­ten Fäl­len. Wes­halb gelingt es dann so sel­ten, unser Wis­sen und Ide­en klar, kurz und wir­kungs­voll zu kommunizieren?

„Tritt fest auf, mach’s Maul auf, hör bald auf“, hat Mar­tin Luther die Regeln für einen guten Vor­trag zusam­men­ge­fasst. Und Kurt Tuchol­sky mein­te: „Kla­re Dis­po­si­ti­on im Kopf – mög­lichst wenig auf dem Papier. Haupt­sät­ze, Haupt­sät­ze, Haupt­sät­ze. Mer­ke: wat jestri­chen is, kann nich durchfalln.“

Finanzzirkus 0

Der Krieg gegen die arbeitende Bevölkerung – Wolfgang Berger

Im Jah­re 1870 bil­det die Lon­do­ner Mane­ge-Schu­le erst­mals Zir­kus­di­rek­to­ren aus. Die Abschluss­qua­li­fi­ka­ti­on für die erfolg­rei­chen Absol­ven­ten ist eine Berufs­be­zeich­nung, die hun­dert Jah­re spä­ter auch woan­ders in Mode kommt: Mana­ger. Der Begriff lei­tet sich vom latei­ni­schen „manum age­re“ ab: jemand an der Hand führen.

Im Zir­kus hat es ange­fan­gen. Ken­nen Sie das? Zir­kus­tie­re wer­den an der Lei­ne geführt, mit Tricks und Gewalt dres­siert und zu Kunst­stü­cken gezwun­gen, die sie von sich aus nie tun wür­den. So wie Zir­kus­tie­re gegen ihre Natur auf ein nicht art­ge­rech­tes Ver­hal­ten gedrillt wer­den, dril­len Unter­neh­men vie­le Men­schen gegen ihre Natur auf ein nicht art­ge­rech­tes Verhalten.

„Angst und Geld sind das ein­zi­ge, was Mit­ar­bei­ter moti­viert“, mein­te Jef­frey Skil­ling, Chef der Enron Cor­po­ra­ti­on – einem Ener­gie­kon­zern aus Texas – bis zur spek­ta­ku­lä­ren Plei­te in 2001. Der Har­vard Absol­vent hat­te sei­ne Kar­rie­re bei der Unter­neh­mens­be­ra­tung McK­in­sey begon­nen und dann den größ­ten Wirt­schafts­kri­mi des 20. Jahr­hun­derts insze­niert. Nach jah­re­lan­gen Anfech­tungs­kla­gen hat im Som­mer 2013 ein Bezirks­rich­ter in Hous­ton, Texas, sei­ne Gefäng­nis­stra­fe von 24 auf 14 Jah­re redu­ziert – gegen Zah­lung von 40 Mil­lio­nen Dollar.
Die Share­hol­der-Value-Dok­trin zer­bricht die Menschen 

Die Enron-Plei­te hat 22.000 Men­schen arbeits­los gemacht und zugleich ihre Alters­ver­sor­gun­gen ver­nich­tet. In den letz­ten fünf Jah­ren vor dem Zusam­men­bruch hat Enron sei­nen Gewinn jähr­lich um 65 Pro­zent stei­gern kön­nen. Der nach der Bör­sen­ka­pi­ta­li­sie­rung gemes­se­ne Wert des Unter­neh­mens war welt­weit an sechs­ter Stel­le. Nam­haf­te Exper­ten haben im Jah­re 2000 den Enron-Ver­wal­tungs­rat (Board) als einen der fünf bes­ten der USA bewertet.

In weni­gen Tagen ist dann das Kar­ten­haus aus Gier, Skru­pel­lo­sig­keit und Grö­ßen­wahn zusam­men­ge­fal­len. Aus­lö­ser für eine Unter­neh­mens­stra­te­gie, die zunächst von der Fach­welt bewun­dert und anschlie­ßend von einem Tsu­na­mi regel­recht über­rollt wird, ist ein US-ame­ri­ka­ni­sches Gerichts­ur­teil. Weil alle gro­ßen Fir­men eine Nie­der­las­sung in den USA haben und dort mit astro­no­mi­schen Scha­dens­er­satz­for­de­run­gen ver­klagt wer­den kön­nen, hin­ter­lässt es eine Spur auf der gan­zen Welt:

1932 grün­den Joseph und Charles Rev­son die Kos­me­tik­fir­ma Rev­lon. Zu Beginn der 1980er Jah­re inter­es­siert sich die Lei­tung der Fir­ma für die Gewin­ne der Eigen­tü­mer, aber außer­dem auch noch für Belan­ge von Beleg­schaft, Kun­den und Lie­fe­ran­ten. Da wird sie ver­klagt. 1985 ver­ur­teilt der Dela­ware Supre­me Court (das höchs­te Gericht des Bun­des­staa­tes) die Füh­rung des Unter­neh­mens. Nach dem Urteil des Gerichts muss die Lei­tung eines Unter­neh­mens der Eigen­tums­meh­rung der Aktio­nä­re alles – wirk­lich alles ande­re unter­ord­nen. Mit die­sem Urteil gelingt es Ronald Per­e­man, die Akti­en­ge­sell­schaft „feind­lich“ zu über­neh­men. Und das heißt: Gegen den erbit­ter­ten Wider­stand der Beleg­schaft und der Unternehmensleitung.

Das Urteil zwingt die Unter­neh­men der Welt zu einer Stra­te­gie, die „Share­hol­der-Value-Dok­trin“ genannt wird. „Share­hol­der Value“ ist der Betrag, den das gesam­te Unter­neh­men zum gegen­wär­ti­gen Bör­sen­kurs wert ist. Das Manage­ment muss mit allen lega­len Mit­teln den Unter­neh­mens­wert stei­gern und dadurch den Reich­tum der Aktio­nä­re meh­ren. Ande­re Zie­le dür­fen nur ver­folgt wer­den, wenn es nicht zu Las­ten die­ses höchs­ten Gebots geht.

Wo die Dok­trin nicht befolgt wird, sinkt der Akti­en­kurs – und damit droht eine feind­li­che Über­nah­me des Unter­neh­mens. Fonds, die sol­che Spie­le radi­kal betrei­ben, finan­zie­ren Über­nah­men mit Kre­di­ten gro­ßer Finanz­in­sti­tu­te, vor­nehm­lich in der „City of Lon­don.“ Die Rück­zah­lung der Kre­di­te wird dem erober­ten Unter­neh­men auf­ge­bür­det. Wenn es den Wert des Unter­neh­mens erhöht, muss die Unter­neh­mens­lei­tung Per­so­nal ent­las­sen. Nao­mi Klein beschreibt die­se Machen­schaf­ten und ihre Hin­ter­grün­de auf 763 Sei­ten detail­liert und fak­ten­reich: »Die Schock-Stra­te­gie – Der Auf­stieg des Katastrophen-Kapitalismus«.

Die Vor­stän­de müs­sen mit­spie­len und ihre Ver­ant­wor­tung für das Gan­ze zurück­stel­len. Die Vor­aus­set­zun­gen dafür schuf Mit­te der 1970er Jah­re die Unter­neh­mens­be­ra­tung »McK­in­sey & Com­pa­ny Inc.« Bis dahin waren Mana­ger Arbeit­neh­mer, eben­so wie die ihnen unter­stell­ten Mit­ar­bei­ter – und stan­den damit in natür­li­chem Inter­es­sen­ge­gen­satz zu den Kapi­tal­eig­nern. Mit „Stock Opti­ons“ (Akti­en­op­tio­nen) wur­den die ange­stell­ten Unter­neh­mens­füh­rer von der Sei­te der Beleg­schaft auf die Sei­te des Kapi­tals gezogen.

Akti­en­op­tio­nen wer­den als Erfolgs­bo­nus – als Beloh­nung – zusätz­lich zum Gehalt aus­ge­ge­ben, wenn der Akti­en­kurs eine bestimm­te Höhe erklimmt. Wer sol­che Optio­nen besitzt, kann sie gegen Akti­en des von ihm gelei­te­ten Unter­neh­mens ein­tau­schen und die­se Akti­en spä­ter auch verkaufen.

Unab­hän­gig von den Zwän­gen der Recht­spre­chung hat der Inha­ber von Optio­nen ein per­sön­li­ches Inter­es­se an einem hohen Akti­en­kurs. Die Ver­su­chung ist groß, die­sem Inter­es­se ande­re The­men unter­zu­ord­nen: die Belan­ge der Beleg­schaft und die lang­fris­ti­ge Zukunft des Unter­neh­mens; gewach­se­ne Kun­den- und Lie­fe­ran­ten­be­zie­hun­gen; Fair­ness gegen­über Wett­be­wer­bern; Loya­li­tät gegen­über Pro­duk­ti­ons­stand­or­ten, die die Infra­struk­tur bereit­stel­len und deren Bevöl­ke­rung von Ent­las­sungs­wel­len betrof­fen ist; sowie Rück­sicht auf den Staat, auf des­sen Infra­struk­tur alle Unter­neh­men ange­wie­sen sind.

Akti­en­op­tio­nen haben den Kapi­ta­lis­mus von Grund auf ver­än­dert. Die Füh­rung von bör­sen­ge­han­del­ten Akti­en­ge­sell­schaf­ten ist seit­dem weni­ger bestrebt, Pro­duk­te oder Dienst­leis­tun­gen anzu­bie­ten, Stand­or­te und Arbeits­plät­ze zu erhal­ten. Sie bemüht sich vor allem dar­um, den Akti­en­kurs nach oben zu trei­ben. Die übri­gen Arbeit­neh­mer – bis dahin in einer Inter­es­sen­ge­mein­schaft mit der Unter­neh­mens­spit­ze – blei­ben zurück und pro­fi­tie­ren nicht mehr von dem Pro­duk­ti­vi­täts­zu­wachs, den sie erarbeiten.
Auch das Land, in dem die Akti­en­ge­sell­schaft ihren Sitz hat, bleibt zurück. Die Mehr­heit der Akti­en der 30 größ­ten und umsatz­stärks­ten deut­schen Unter­neh­men, die an der Frank­fur­ter Bör­se gehan­delt wer­den – die deut­schen „DAX-Kon­zer­ne“ – gehört nach Aus­kunft der Wirt­schafts­prü­fer Ernst & Young aus­län­di­schen Inves­to­ren. In ande­ren Län­dern ist es kaum anders. Vie­le die­ser Kon­zer­ne wei­sen Bilanz­sum­men aus, die das Brut­to­in­lands­pro­dukt der meis­ten Staa­ten die­ser Welt übersteigen.

Die Fonds haben ihren Sitz über­wie­gend auf exo­ti­schen Inseln, die ihnen als „tax haven“ (Steu­er­flucht­stät­te) die­nen. Die­se „Offshore“-Finanzplätze“ lie­gen jen­seits der eige­nen Küs­te (off shore). Aber die Fonds wer­den in der „City of Lon­don“ ver­wal­tet. Ähn­lich wie der Vati­kan kein Teil Ita­li­ens ist, gehört der Finanz­di­strikt „City of Lon­don“ nicht zu Groß­bri­tan­ni­en. Er ist eine eigen­stän­di­ge poli­ti­sche Ein­heit. Die dort gül­ti­gen Geset­ze wer­den von den ca. 250 glo­bal täti­gen Finanz­in­sti­tu­ten gestal­tet, die dort nie­der­ge­las­sen sind und kei­ne natio­na­le Iden­ti­tät haben.

Samu­el J. Pal­misa­no, Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­der der Com­pu­ter­fir­ma IBM, drückt die Auf­la­gen des Finanz­sek­tors in sei­ner „Road­map to 2015“ (Ziel­pla­nung für 2015) kna­ckig aus: „Earnings to dou­ble“ (Den Gewinn ver­dop­peln). Unter der Lei­tung der CEO (Prä­si­den­tin) Vir­gi­nia M. „Gin­ni“ Romet­ty sol­len die welt­weit über 430.000 Mit­ar­bei­ter die Ren­di­ten der Akti­en in weni­gen Jah­ren um 100 Pro­zent erhö­hen. Die­ser Druck wird an die gesam­te Beleg­schaft weitergegeben.

Die Kon­se­quen­zen zei­gen sich in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten – dem Aus­gangs­punkt der ver­än­der­ten Recht­spre­chung – am dra­ma­tischs­ten: 1970 ver­dien­te ein Unter­neh­mens­chef in den USA das 25fache des Durch­schnitts­ein­kom­mens sei­ner Mit­ar­bei­ter, heu­te ist es das 500fache. Im Rest der Welt drif­ten die Ein­kom­men zwi­schen der Unter­neh­mens­spit­ze und der Beleg­schaft ähn­lich stark auseinander.

Leserbriefe 05/2013 0

Leserbriefe 05/2013

Som­mer­ta­gung 90. Geburts­tag Hel­mut Creutz

Am Ran­de der Tagung hat­te ich viel­fach Gele­gen­heit, mich mit ande­ren Teil­neh­mern aus­zu­tau­schen. Geball­tes Fach­wis­sen war auf der Tagung unter­wegs. Sehr erfri­schend waren der Sketch mit Andre­as Ban­ge­mann und Stef­fen Hen­ke, die Rum­ba-Ein­la­ge mit Stef­fen Hen­ke und sei­ner Frau, um flie­ßen­des Geld tän­ze­risch dar­zu­stel­len. Gran­di­os auch die tän­ze­ri­sche Inter­pre­ta­ti­on von Sil­vio Gesells „Robin­so­na­de“ durch Jona­than Ries.

Es war ein gran­dio­ses Wochen­en­de – mein Dank an alle Orga­ni­sa­to­ren und Mitmacher.
Marie-Lui­se Volk,
Gesund­heits­be­ra­te­rin (GGB) und Spre­che­rin der Bür­ger­initia­ti­ve „Bürger/innen sagen NEIN
zur Agro-Gen­tech­nik“ im Land­kreis Cochem-Zell
www.agrogen-rlp.de – www.kritisches-netzwerk.de

Eine wun­der­vol­le Som­mer­ta­gung bei herr­li­chem Wetter.

Dr. Frank Schep­ke, Löptin – www.kannwas.org

Sys­te­ma­ti­sche Belanglosigkeit

„Wenn wir auf unse­re Schu­len und Hoch­schu­len schau­en, dann müs­sen uns erheb­li­che Zwei­fel kom­men, ob die Auf­ga­ben, mit denen Schü­ler in Trab, wenn auch nicht bei Lau­ne gehal­ten wer­den, die­sen Anfor­de­run­gen genü­gen. Kön­nen wir uns Leh­rer vor­stel­len, die auf die Mit­ar­beit ihrer Schü­ler für eine wich­ti­ge gemein­sa­me Ange­le­gen­heit ange­wie­sen sind? Kön­nen wir uns Schü­ler vor­stel­len, die das im Ernst erwar­ten? Die Auf­ga­ben, die Schü­lern und Stu­den­ten auf­er­legt wer­den, sind bei­nah aus­nahms­los tri­vi­al. Schu­len sind wah­re Pro­duk­ti­ons­stät­ten für belang­lo­se Auf­ga­ben. Allein die Tat­sa­che, dass immer alle das Glei­che tun müs­sen und immer alle am fest­ge­leg­ten Stan­dard gemes­sen wer­den, macht die Arbeit, die in der Schu­le geleis­tet wird – von Schü­lern wie von Leh­rern – sys­te­ma­tisch belang­los. Dass ein Schü­ler mit einer ihm gemä­ßen Auf­ga­be befasst wer­de, wird nicht ein­mal mehr für wünschbar gehal­ten. Dass ein Pro­fes­sor sich um Talent und Bega­bung jedes sei­ner Stu­den­ten sorgt, macht ihn zu einem Stör­fak­tor im Betrieb. Auf­ga­ben müs­sen nicht bedeut­sam sein, wenn nur die Resul­ta­te abprüfbar sind und mit einer Note erle­digt wer­den kön­nen. Und an die Stel­le der Koope­ra­ti­on bei der Bewäl­ti­gung wich­ti­ger Auf­ga­ben ist die Kon­kur­renz getre­ten, die jede Erkennt­nis und alle Wahr­heits­su­che dem Sie­ges­wil­len und der Image­pfle­ge opfert. Aus Leh­ren­den und Ler­nen­den sind Prü­fer und Prüf­lin­ge gewor­den und die Auf­ga­ben sind zum Prüfstoff ver­kom­men, wodurch selbst Inhal­te von erheb­li­cher Trag­wei­te zu Baga­tel­len wer­den. Bil­dung ist von die­sen Bil­dungs­ein­rich­tun­gen nicht zu erwar­ten und wird auch nicht von ihnen erwar­tet. Man kann in ihnen reüs­sie­ren oder schei­tern, das ist alles. Dass sich im Ein­zel­fall Bil­dung den­noch ereig­net, weil Leh­rer und Schü­ler trotz alle­dem auch unter den wid­rigs­ten Umstän­den dort ein­an­der und ihre Auf­ga­ben fin­den, ist ein Wun­der, ändert aber nichts an der trau­ri­gen Bilanz. Wäre die­se Pro­ze­dur nur ein­fach wir­kungs­los, dann könn­te man die ver­geu­de­te Zeit und die ver­schwen­de­ten Steu­er­gel­der bekla­gen, und müss­te sich sonst nicht wei­ter auf­re­gen. Dann wäre die Sache eben ein­fach unnütz. Tat­säch­lich aber ist sie sehr wirk­sam, und es wird dabei eine ver­hee­ren­de Lek­ti­on gelernt, näm­lich die, dass es auf mich über­haupt nicht ankommt, auch nicht auf das, was ich tue oder kann oder las­se, nicht dar­auf, ob ich Gutes oder Böses im Sinn habe oder
igno­rant gegen­über bei­dem bin, son­dern ledig­lich dar­auf, dass ich mit­hal­ten kann im Kampf um Rang und Vorteil.“

Zitiert aus dem Vor­trag von Prof. Mari­an­ne Gro­nemey­er, 2012 anläss­lich des 10. Todes­tags von Ivan Illich.
Im Gan­zen hier zu fin­den: http://www.marianne-gronemeyer.de/resources/Bremen+2012+10.+Todestag.pdf

Ein Jubiläum der besonderen Art – Andreas Bangemann 0

Ein Jubiläum der besonderen Art – Andreas Bangemann

Som­mer­ta­gung der HUMANEN WIRTSCHAFT aus Anlass des 90. Geburts­tags von Hel­mut Creutz.
Ein Bericht von Andre­as Bangemann

„Wir sind sehr glück­lich, die­ses Fest hier fei­ern zu kön­nen.“, sag­ten Bar­ba­ra und Hel­mut Creutz zu Beginn die­ser beson­de­ren Som­mer­ta­gung vom 13. bis 14. Juli 2013 in Wuppertal. 

In der Sil­vio-Gesell-Tagungs­stät­te hat Hel­mut Creutz ein „Heim­spiel“. Seit Jahr­zehn­ten nimmt er immer ger­ne die Ein­la­dun­gen zu Ver­an­stal­tun­gen an die­sem Ort an.

Das Pro­gramm hat­te dem­entspre­chend einen Schwer­punkt in Vor­trä­gen rund um das Schaf­fen des erfolg­rei­chen Buch­au­tors und Wirtschaftsanalytikers.

Den Anfang mach­te Prof. Gün­ther Moewes, der erläu­ter­te, wie es Hel­mut Creutz gelang, ihn in sei­nen Bann zu schla­gen. In sei­ner Lehr­tä­tig­keit als Pro­fes­sor an der Fach­hoch­schu­le in Dort­mund stieß er wie­der­keh­rend auf die öko­no­mi­schen Zwän­ge, wel­che einer öko­lo­gisch erfor­der­li­chen Ent­wick­lung im Bau­we­sen im Wege standen.

Umso mehr inspi­rier­te ihn die Begeg­nung mit Hel­mut Creutz und des­sen Werk. Kur­ze Zeit nach dem Ken­nen­ler­nen lud er ihn zu Vor­trä­gen nach Dort­mund ein.

„Geld­ord­nung und Bau­we­sen – Die Haupt­ur­sa­che der Öko­lo­gie­feind­lich­keit unse­rer Wirt­schaft“ titel­te Gün­ther Moewes 1991 in der Einladung. 

In der Fol­ge ver­band sich die Arbeit von Gün­ther Moewes immer aus­ge­präg­ter mit dem Wis­sen sei­nes Aache­ner Archi­tek­ten­kol­le­gen. Das Buch „Geld oder Leben – Umden­ken und unse­re Zukunft nach­hal­tig sichern“ ent­stamm­te 2004 als Ergeb­nis die­ser „Sym­bio­se“. Bis heu­te ist Gün­ther Moewes, wenn auch beruf­lich im Ruhe­stand, schrei­bend in der Sache tätig. Unnach­gie­big macht er auf das fol­gen­schwe­re immer deut­li­cher an den Ursa­chen vor­bei­ge­hen­de poli­ti­sche Ver­hal­ten auf­merk­sam. Ein Ver­hal­ten, das schlicht reflex­haft ein­sei­tig auf die Sym­pto­me der erkenn­ba­ren Miss­stän­de reagiert und den Ursa­chen nicht auf den Grund geht.

Pro­fes­sor Chris­ti­an Kreiß aus Aalen sprach am Nach­mit­tag unter dem Titel „Pro­fit­wahn – War­um sich eine mensch­li­che Wirt­schaft lohnt“. 

Er kann als einer der zuletzt zu Hel­mut Creutz‘ „Kreis der Bewun­de­rer“ Hin­zu­ge­kom­me­nen benannt wer­den. In sei­nem Vor­trag, den er spick­te mit Zita­ten des Aache­ners, war die „Linie“ unver­kenn­bar, wel­che die bei­den verbindet.

Tipps aus dem Reparatur-Café – Pat Christ 0

Tipps aus dem Reparatur-Café – Pat Christ

Drei Fra­gen an den Olden­bur­ger Post­wachs­tums­öko­no­men Niko Paech

So, wie Men­schen heu­te nach Geld, Kon­sum und immer mehr Wohl­stand jagen, das kann nicht gut sein und wird nicht gut gehen, warnt Niko Paech seit lan­gem. Der Post­wachs­tums­öko­nom plä­diert für ein neu­es Bewusst­sein von gutem Leben, das einen ande­ren Kon­sum­stil her­vor­bringt. Inak­zep­ta­bel ist für den Wachs­tums­kri­ti­ker, dass Waren auf Ver­schleiß her­ge­stellt wer­den. Gegen­über Pat Christ berich­tet er, was jeder ein­zel­ne gegen geplan­te Obso­les­zenz tun kann.

Herr Paech, in wel­chem Umfang pro­du­zie­ren gera­de Elek­tro­kon­zer­ne Ihren Erkennt­nis­sen zufol­ge auf vor­zei­ti­gen Verschleiß?

Minia­tu­ri­sie­rung, Digi­ta­li­sie­rung und die Halb­lei­ter­tech­no­lo­gie bil­den per­fek­te Vor­aus­set­zun­gen für das Design von Objek­ten, die nicht repa­ra­bel sind und deren Ver­schleiß sich unbe­merkt, zuwei­len auch schwer beweis­bar, regel­recht ein­pro­gram­mie­ren lässt. Das ist die Schat­ten­sei­te ver­meint­li­cher Fort­schrit­te in der Infor­ma­ti­ons­tech­no­lo­gie: Wo sich alles steu­ern und pro­gram­mie­ren lässt, kann eben auch die Zer­stö­rung auto­ma­ti­siert wer­den, ohne den Nut­zern die Chan­ce zu las­sen, selbst­tä­tig für Instand­hal­tung zu sor­gen oder Objek­te zu repa­rie­ren. Digi­ta­li­sie­rung als Spät­sta­di­um einer durch und
durch indus­tri­el­len Fremd­ver­sor­gung führt nicht nur zur Ver­küm­me­rung eige­ner Fähig­kei­ten, son­dern auch zur Ent­mün­di­gung. Einer­seits machen wir uns zuse­hends abhän­gig von den heiß geliebten
Elek­tro­nik­spiel­zeu­gen, ande­rer­seits kön­nen wir deren Hard­ware in keins­ter Wei­se gestal­ten oder beherr­schen. Hin­zu kommt, dass die Kom­ple­xi­tät des Designs der Pro­duk­te dazu führt, dass wir die Qua­li­tät nicht mehr eigen­hän­dig prü­fen kön­nen. Ein Fahr­rad, ein Hemd, eine mecha­ni­sche Näh- oder Schreib­ma­schi­ne, eine Rohr­zan­ge, ein Möbel­stück etc. kann ich mir genau anschau­en. Unter
Nut­zung mei­ner Sin­nes­or­ga­ne bin ich wenigs­tens teil­wei­se in der Lage, das Mate­ri­al, die Robust­heit, die Ver­ar­bei­tung zu prü­fen. Ein Smart­pho­ne ist ver­gli­chen damit eine Mischung aus Wun­der­tü­te und Roulette.

Nur haltbar ist nachhaltig – Pat Christ 0

Nur haltbar ist nachhaltig – Pat Christ

Ste­fan Schrid­de wehrt sich mit „Murks? Nein dan­ke!“ gegen pro­gram­mier­ten Verschleiß

Gesell­schafts­kri­tik ist für Ste­fan Schrid­de an die­ser Stel­le fehl am Platz: Nicht die „gei­zi­gen“ Kon­su­men­ten, son­dern die Kon­zer­ne tra­gen nach sei­ner Mei­nung die vol­le Ver­ant­wor­tung dafür, dass immer mehr Pro­duk­te auf Ver­schleiß pro­du­ziert wer­den. Mit sei­nem Ver­ein „Murks? Nein dan­ke!“ setzt er sich dafür ein, dass halt­ba­rer pro­du­ziert wird. „Halt­bar­keit ist der grö­ße­re Hebel als Nach­hal­tig­keit“, betont der Stadt- und Regionalentwickler.
Dass Pro­duk­te bewusst auf Ver­schleiß pro­du­ziert wer­den, sei längst kei­ne Ver­schwö­rungs­theo­rie mehr, sagt er. An vie­len Bei­spie­len konn­ten Schrid­de und sei­ne Mit­strei­ter dies auf­zei­gen. „Es wer­den zum Bei­spiel Kon­den­sa­to­ren für Gerä­te aus­ge­wählt, die ein­deu­tig unter­di­men­sio­niert sind“, so der Anti-Murks-Aktivist.
Dabei kos­te­ten elek­tro­ni­sche Bau­tei­le, die zehn Jah­re län­ger hal­ten wür­den, gar nicht mehr: „Im Fal­le der Kon­den­sa­to­ren müss­te man um die drei Cent zusätz­lich aus­ge­ben.“ Auch könn­ten Pla­ti­nen kos­ten­neu­tral so geplant wer­den, dass sie es 30 Jah­re län­ger machen: „Das haben mir Inge­nieu­re, mit denen ich gespro­chen habe, bestätigt.“
Was bei einer Jacke schlecht mög­lich ist, funk­tio­niert bei allen tech­ni­schen Gerä­ten: Ein ein­ge­bau­ter Zäh­ler begrenzt bewusst die Nut­zung. Auf­ge­flo­gen ist die­se Ver­schleiß­me­tho­de inzwi­schen unter
ande­rem bei Toner­kar­tu­schen, Kaf­fee­ma­schi­nen und Akkus. Schrid­de: „Bei Kar­tu­schen wird zum Bei­spiel auf 15.000 Sei­ten run­ter­ge­zählt.“ Ist die­se Zahl erreicht, erfolgt die Mel­dung, dass die Kar­tu­sche leer ist. Wer so cle­ver ist und den Chip auf Null stellt, kann jedoch mit die­ser angeb­lich lee­ren Kar­tu­sche mun­ter wei­ter­dru­cken: „Man­che Kar­tu­schen dru­cken ins­ge­samt 50.000 Sei­ten.“ Also drei­mal so viel.

Die „Zeitung“ der HUMANEN WIRTSCHAFT – Redaktion 0

Die „Zeitung“ der HUMANEN WIRTSCHAFT – Redaktion

Die Zei­tung der HUMANEN WIRTSCHAFT … mehr als eine Zeitung

Der Markt für Print­me­di­en, wie Tages­zei­tun­gen, Zeit­schrif­ten und Peri­odi­ka aller Art erlebt einen nie für mög­lich gehal­te­nen Rück­gang der Auf­la­gen. Die digi­ta­len Medi­en sor­gen für einen Umbruch, des­sen Ende noch nicht abzu­se­hen ist. Offen­bar began­nen die Her­aus­ge­ber der auf­la­gen­star­ken Titel viel zu spät damit, sich um zukunfts­fä­hi­ge Kon­zep­te zu bemü­hen, die der Ver­än­de­rung der Nut­zung von Medi­en in Zei­ten des Inter­net Rech­nung tra­gen. Die Eins-zu-Eins-Kopie des alten Geschäfts­mo­dells wur­de ver­sucht, war aber aus­sichts­los. Für Infor­ma­tio­nen im Inter­net bezahlt man nicht. Auch Wer­be­stra­te­gi­en las­sen sich nicht ein­fach „Kopie­ren und Einfügen“.

Damit die gute, alte Zei­tung nicht ganz stirbt, haben wir uns ent­schlos­sen, ihr zu neu­em Leben zu verhelfen.

Am 7. August war es soweit. Die HUMANE WIRTSCHAFT hat die ers­te Aus­ga­be ihrer „Zei­tung“ her­aus­ge­bracht. Auf Anre­gung des Lesers Tris­tan Abrom­eit heißt die neue Publi­ka­ti­on aus unse­rer Redak­ti­on „Die Zei­tung der HUMANEN WIRTSCHAFT“. In unre­gel­mä­ßi­gen Abstän­den, aber min­des­tens ein­mal monat­lich wird über Hin­ter­grün­de, neu­es­te Ent­wick­lun­gen und Zusam­men­hän­ge rings um die The­men Wirt­schaft, Geld und Boden in Form eines Inter­net-News­let­ters informiert.

Wir durch­su­chen für unse­re Leser das Daten­meer des Inter­net nach rele­van­ten Infor­ma­tio­nen mit dem the­ma­ti­schen Schwer­punkt, den auch unse­re Zeit­schrif­ten­ar­beit prägt. Wir ent­schleu­ni­gen die Flüch­tig­keit der Infor­ma­tio­nen, die auf­grund ihrer Unmen­ge in ihrem Wahr­heits­ge­halt nicht mehr ein­schätz­bar ist. Mit der Schlin­ge unse­rer Wahr­neh­mung, getra­gen von jahr­zehn­te­lan­ger Erfah­rung und aus­ge­rüs­tet mit moderns­ten Instru­ment für die “Infor­ma­ti­ons­jagd“ fan­gen wir die Wirk­lich­keit für unse­re Leser ein. 

Wir wei­sen auf Ver­an­stal­tun­gen hin und geben Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen zu Ver­ei­nen und Organisationen. 

Wann und wo auch immer sich auf der Welt neue Ent­wick­lun­gen erge­ben, berei­ten wir die­se Infor­ma­tio­nen auf und stel­len Sie Ihnen zur Verfügung.

„Die Zei­tung der HUMANEN WIRTSCHAFT“ gibt es als Email, PDF-Datei oder Online auf der Web­sei­te der Zeit­schrift oder über unse­re Sozia­len Netzwerkseiten. 

Das Bes­te: Die Zei­tung ist kos­ten­los! Und alle von uns geschrie­be­nen Tex­te ste­hen unter Crea­ti­ve Com­mons Lizenz zur Wei­ter­ver­wen­dung bereit. Die Zei­tung ist wie alles bei der HUMANEN WIRTSCHAFT unab­hän­gig von Ein­nah­men durch Werbung. 

Getra­gen wird die Zeit­schrift von Abon­nen­ten, Spen­dern und Mit­glie­dern im „För­der­ver­ein für Natür­li­che Wirt­schafts­ord­nung e. V.“ und dem unbe­zahl­ba­ren Ein­satz unse­rer Auto­ren und Mitarbeiter. 

Alle Akti­ven in den Grup­pen und Initia­ti­ven sei­en ein­ge­la­den, uns ihre Infor­ma­tio­nen, Hin­wei­se und Berich­te zu senden:
redaktion@humane-wirtschaft.de

Redak­ti­ons­schluss für die 2. Aus­ga­be ist der 27. 8. 2013

Die zwei­te Aus­ga­be wird rund ein­tau­send Leser errei­chen und täg­lich mel­den sich neue an.

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So ein­fach muss Zeitung! 😉 

Tempelreinigung, Holzschnitt (1860) von Julius Schnorr von Carolsfeld 1

Die unterdrückende Religion des Geldes – Christoph Körner

… oder die befrei­en­de Reli­gi­on des Rei­ches Got­tes im Wir­ken Jesu, dar­ge­stellt an der Geschich­te von Jesu Tem­pel­rei­ni­gung (Mk.11, 15–19)

Reli­gi­on kann sehr ambi­va­lent ver­stan­den wer­den. Des­halb möch­te ich Ihnen zu Beginn eine Epi­so­de aus mei­nem Leben erzäh­len, die mir sehr ein­drück­lich in Erin­ne­rung blieb.

Mit eini­gen kri­ti­schen Theo­lo­gen habe ich in der DDR im klei­nen Kreis mit kri­ti­schen Mar­xis­ten über Reli­gi­on und Gesell­schaft dis­ku­tiert. In einem Gespräch mit Prof. Dr. Doh­le sag­te ich damals, die Mar­xis­ten müss­ten end­lich den Marx’schen Satz „Reli­gi­on ist Opi­um des Vol­kes“ revi­die­ren, wenn sie glaub­haft mit Chris­ten dis­ku­tie­ren woll­ten. Dar­auf die Ant­wort: „Opi­um kann sowohl Gift als auch Heil­mit­tel sein. Je nach­dem wie es ange­wen­det wird, kann es schäd­lich oder hei­lend wir­ken. So ver­hält es sich auch mit der Religion.“

Da wur­de mir klar: Es gibt sowohl eine Reli­gi­on der Unter­drü­ckung als auch eine Reli­gi­on der Befrei­ung. Am Bei­spiel der Tem­pel­rei­ni­gung Jesu begeg­nen uns kon­trast­reich bei­de Reli­gi­ons­phä­no­me­ne. Ver­kör­pert die Reli­gi­on des Tem­pels Reli­gi­on als Aus­beu­tungs­in­stru­ment, so bedeu­tet die Reli­gi­on des Rei­ches Got­tes im Wir­ken Jesu ein befrei­tes Leben ohne Aus­beu­tung und Unter­drü­ckung. Dies möch­te ich Ihnen am Bei­spiel der Tem­pel­rei­ni­gung Jesu verdeutlichen.

1. Vor­be­mer­kung:
Zwei Fra­gen: Wie kommt es, dass in den Tex­ten der Bibel Jesus häu­fi­ger über Wirt­schaf­ten, Geld und Besitz spricht als über Him­mel, Lie­be oder Gebet? Hängt es damit zusam­men, dass das Reich Got­tes, das er ankün­digt und zei­chen­haft lebt, trans­pa­rent in unse­rer irdi­schen Welt wer­den soll, vor allem im gerech­ten Wirt­schaf­ten und rich­ti­gem Ver­tei­len der Lebens­gü­ter?! Denn alle Men­schen sol­len Zugang zu den Gütern des Lebens haben!

Und zum ande­ren: Wie kommt es, dass Jesus die Zen­tral­ge­walt des Tem­pels wie kein ande­rer Pro­phet vor ihm so radi­kal kri­ti­siert und die Ban­ker aus dem Vor­hof des Tem­pels ver­treibt und auch das Zins­neh­men wie im alten Isra­el verbietet?

Mir scheint, dass hier­in das ursäch­lichs­te Anlie­gen Jesu besteht, das bis heu­te aber die Theo­lo­gie und die Kir­che noch nicht recht erkannt haben. 

Wie wich­tig die Tem­pel­rei­ni­gung Jesu für die Urkir­che war, geht schon dar­aus her­vor, dass alle vier Evan­ge­lis­ten davon berich­ten: Mar­kus 11,15–19; Matth.21,12–17; Luk. 19,45–48; Joh. 2,13–16. Ich bezie­he mich auf die Markusstelle:

Die Tem­pel­rei­ni­gung: 11, 15–19
15 Dann kamen sie nach Jeru­sa­lem. Jesus ging in den Tem­pel und begann, die Händ­ler und Käu­fer aus dem Tem­pel hin­aus­zu­trei­ben; er stieß die Tische der Geld­wechs­ler und die Stän­de der Tau­ben­händ­ler um 16 und ließ nicht zu, dass jemand irgend­et­was durch den Tem­pel­be­zirk trug. 17 Er belehr­te sie und sag­te: Heißt es nicht in der Schrift: Mein Haus soll ein Haus des Gebe­tes für alle Völ­ker sein? Ihr aber habt dar­aus eine Räu­ber­höh­le gemacht. 18 Die Hohen­pries­ter und die Schrift­ge­lehr­ten hör­ten davon und such­ten nach einer Mög­lich­keit, ihn umzu­brin­gen. Denn sie fürch­te­ten ihn, weil alle Leu­te von sei­ner Leh­re sehr beein­druckt waren. 19 Als es Abend wur­de, ver­ließ Jesus mit sei­nen Jün­gern die Stadt.

Wo bitte geht’s zur Wirtschaftsdemokratie? – Johannes Heinrichs 0

Wo bitte geht’s zur Wirtschaftsdemokratie? – Johannes Heinrichs

Wie alle vier Jah­re wie­der sind wir in die­sem Sep­tem­ber 2013 auf­ge­ru­fen, unser pseu­do­de­mo­kra­ti­sches Kreuz­chen zu machen auf einer Lis­te von Par­tei­en, mit denen sich nur weni­ge iden­ti­fi­zie­ren kön­nen. Jeden­falls aber keine/r, die/der eine tief­grei­fen­de Geld­re­form im Sin­ne der Huma­nen Wirt­schaft und/oder gar eine Demo­kra­tie­re­form im Sin­ne einer vier­ge­glie­der­ten, wert­ge­stuf­ten Demokratie
will. Die­se Par­tei­en sind für sie alle nur das rela­tiv klei­ne­re Übel.

Wahlkampf ohne aufrüttelnde Themen – Wilhelm Schmülling 0

Wahlkampf ohne aufrüttelnde Themen – Wilhelm Schmülling

Was lockt die Wäh­ler hin­ter dem Ofen her­vor? Steu­er­sen­kung, Abschaf­fung des Solis, eine Miet­preis­be­gren­zung, PKW­Maut für Aus­län­der oder „Veg­gy-Days“?
Um Wäh­ler anzu­lo­cken, bie­ten alle Par­tei­en sol­che oder ähn­li­che Wahl­ge­schen­ke an. Doch vie­le Wäh­ler wen­den sich frus­triert ab, zu oft wur­den sie mit lee­ren Ver­spre­chun­gen gekö­dert. Eini­ge Beispiele:
• Die EURO-Ein­füh­rung, ein Bei­spiel unde­mo­kra­ti­schen Ver­hal­tens. Im Maas­tricht-Ver­trag fest­ge­leg­te Kri­te­ri­en – Das Haus­halts­de­fi­zit darf jähr­lich nicht mehr als 3 % des Brut­to-Inlands­pro­dukts betra­gen und die staat­li­chen Schul­den dür­fen 60% des BIP nicht über­stei­gen – wur­den vom Staat gebrochen.
• 1990 soll­te der Auf­bau Ost aus der Por­to-Kas­se gezahlt wer­den. „Blü­hen­de Land­schaf­ten“ wur­den ver­spro­chen. Mit dem Soli­da­ri­täts­zu­schlag muss­te schließ­lich die Wie­der­ver­ei­ni­gung finan­ziert wer­den. Den Soli­da­ri­täts­zu­schlag gibt es immer noch, obwohl er bis „Ende 1999 end­gül­tig weg“ sein soll­te. Der Staat brach sein Versprechen.
• 2008 ver­spra­chen Ange­la Mer­kel und Peer Stein­brück, dass die Bank-Ein­la­gen der Deut­schen sicher sei­en. 2013 deu­tet man aus Regie­rungs­krei­sen (ver­steckt) an, dass dem nicht so ist.
• 2012 erklär­te Bun­des­kanz­le­rin Mer­kel, eine gemein­sa­me Schul­den­haf­tung inner­halb der EU (soge­nann­te Euro­bonds) wer­de es nicht geben, „Solan­ge ich lebe“. Wün­schen wir ihr ein lan­ges Leben und beob­ach­ten, was nach der Wahl im Sep­tem­ber passiert.

Ist es da erstaun­lich, wenn vie­le Wäh­ler nicht zur Wahl gehen, wohl wis­send, damit der Demo­kra­tie einen schlech­ten Dienst zu tun? Sie ver­wei­sen auf die vie­len gebro­che­nen Wahl­ver­spre­chen, tref­fen mit Wahl­ent­hal­tung aber nicht die schul­di­gen Poli­ti­ker, son­dern die Basis unse­rer Demo­kra­tie, freie Wah­len. Wenn wenigs­tens Erfol­ge vor­zeig­bar wären, um die Lethar­gie der Wäh­ler zu über­win­den, dann könn­te man auf eine höhe­re Wahl­be­tei­li­gung hof­fen. Da wird doch die Redu­zie­rung der Arbeits­lo­sen­zah­len von fünf auf drei Mil­lio­nen als gro­ße Leis­tung gefei­ert. Drei Mil­lio­nen Arbeits­lo­se sind nur Beweis für die
Unfä­hig­keit der Regie­ren­den. Wir glau­ben sogar eini­gen Poli­ti­kern, Fehl­ent­wick­lun­gen mit Geset­zes­ver­bes­se­run­gen begeg­nen zu wol­len, z. B. Stu­di­en­ge­büh­ren abzu­schaf­fen, Kin­der­geld und Harz-IV-Bezü­ge zu erhö­hen und die Mehr­wert­steu­er nicht zu erhö­hen. Ob die­ses Wol­len nach der Wahl zur Wirk­lich­keit wird, darf bezwei­felt wer­den. Mit sol­chen Ände­run­gen wäre zwar eine Lin­de­rung der sozia­len Not erreicht und etwas mehr Kauf­kraft für die Kon­su­men­ten. Die Ursa­chen der Arbeits­lo­sig­keit, der hohen Mie­ten usw. wür­den jedoch nicht beho­ben. So wäre das Ergeb­nis: Not wird gelin­dert, aber nicht verhindert.

Andreas Bangemann © Martin Bangemann 0

Kapital, die Neutronenbombe der Wirtschaft? – Andreas Bangemann

Der Erfin­der der Neu­tro­nen­bom­be, Samu­el Cohen, beschrieb sein Mas­sen­ver­nich­tungs­mit­tel, als die „ver­nünf­tigs­te und mora­lischs­te Waf­fe, die je erfun­den wur­de“ (New York Times, Sep­tem­ber 2010). „Es ist die ein­zi­ge nuklea­re Waf­fe der Geschich­te, mit der Kriegs­füh­rung Sinn macht. Wenn der Krieg vor­bei ist, ist die Welt noch intakt.“ Offi­zi­ell dürf­te es eigent­lich kei­ne Neu­tro­nen­bom­be mehr geben.
Zwi­schen 1996 und 2003 demon­tier­ten die USA und Frank­reich angeb­lich die letz­ten noch gebau­ten. Doch die Logik die­ser Waf­fe umgibt unser Leben wei­ter auf sub­ti­le Wei­se. Die „Rüs­tungs­in­dus­trie der Angst“ schafft es, uns in Abhän­gig­keit von den Sachen zu hal­ten und in ihren „Kapi­tal­fa­bri­ken“ gera­de immer so viel bereit­zu­stel­len, dass die Mensch­heit ihren Feti­schis­mus erhält. Wir beschüt­zen mate­ri­el­le Din­ge und eine abs­trak­te Wohl­stands­vor­stel­lung auf Kos­ten von mensch­li­chem Leben und auf Kos­ten der Natur. Die Armen sind von den Rei­chen abhän­gig, die Schwar­zen von den Wei­ßen, die Frau­en von den Män­nern, die Zivi­lis­ten von den Mili­tärs und die Arbei­ter von den Unternehmern.

Buchvorstellungen 05/2013 0

Buchvorstellungen 05/2013

Chris­ti­an Kreiß: „Pro­fit­wahn“ – War­um sich eine men­schen­ge­rech­te­re Wirt­schaft lohnt – Tec­tum Ver­lag (15. 6. 2013), Klap­pen­bro­schur, 200 Sei­ten, 17,95 €, ISBN 978–3-8288–3159-9

Lavalu­na-Film Film­pro­duk­ti­on: „Poly­po­ly – Geld für alle“ –, pro­du­ziert von Dinah und Roland Pfaus, DVD, Spiel­zeit: 83 Minu­ten, 12,– €, die DVD kann in unse­rem Online-Shop bestellt werden

Ernst Fried­rich Schu­ma­cher: „Small is beau­ti­ful“ – Die Rück­kehr zum mensch­li­chen Maß. Der Öko-Klas­si­ker neu auf­ge­legt mit einem Vor­wort von Niko Paech, oekom Ver­lag, (Aug. 2013), bro­schiert, 304 Sei­ten, 19,95 €, 978–3-86581–408-1, auch als E-Book erhältlich

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Whistleblower der Superreichen – Andreas Bangemann 0

Whistleblower der Superreichen – Andreas Bangemann

Edward Snow­den und sein Auf­de­cken, des scham­lo­sen und empö­ren­den, in Deutsch­land die Grund­rech­te mit Füßen tre­ten­den Spio­nie­rens der USame­ri­ka­ni­schen Geheim­dienst­be­hör­de NSA zei­tigt Fol­gen. Nicht nur direk­te für die Bür­ger der betrof­fe­nen Staa­ten, son­dern auch indi­rek­te. Im Hin­blick auf die zahl­lo­sen »Mit­wis­ser« in wei­ten Berei­chen des öffent­li­chen Lebens. Wäh­rend vie­les auf die bewuss­te Förderung
von Denun­zi­an­ten­tum inner­halb der Bevöl­ke­rung als eine begrü­ßens­wer­te Ent­wick­lung aus Sicht der Regie­run­gen hin­deu­tet, ent­lädt sich der Frei­heits­wil­le der Regier­ten durch das Auf­de­cken von Unrecht, Amo­ral und Ver­bre­chen, wel­che sich inner­halb des Macht­ge­fü­ges abspielen.

Vertrauensentzug: Das Ende des Geldes – Andreas Bangemann 0

Vertrauensentzug: Das Ende des Geldes – Andreas Bangemann

Bericht vom 2. inter­na­tio­na­len Kon­gress zu Kom­ple­men­tär-Wäh­rungs­sys­te­men vom 20. bis 23. 6. 2013 in Den Haag.
250 Teil­neh­mer aus nahe­zu allen Kon­ti­nen­ten der Erde kamen zusam­men, um sich zu den jüngs­ten Ent­wick­lun­gen im Zusam­men­hang mit ergän­zen­den Wäh­run­gen auszutauschen.

Das »ISS«, (Inter­na­tio­nal Insti­tu­te of Soci­al Stu­dies) in der Den Haa­ger Nie­der­las­sung der Eras­mus Uni­ver­si­tät von Rot­ter­dam stell­te sei­ne Räu­me zur Ver­fü­gung. Maß­geb­lich an der Orga­ni­sa­ti­on betei­ligt waren die NGO »Qoin« mit Sitz in Ams­ter­dam, die »ccia« (com­mu­ni­ty cur­ren­ci­es in action) und die »nef« (new eco­no­mic foun­da­ti­on) aus Lon­don. Edgar Kam­pers, Nie­der­lan­de, von Qoin und der deut­sche Lean­der Bin­de­wald von der »nef« steu­er­ten zusam­men mit vie­len hel­fen­den Kräf­ten sicher durch das abwechs­lungs­rei­che Programm.
Man gab den aka­de­misch-theo­re­ti­schen Fra­gen zu den viel­fäl­ti­gen Ent­wick­lun­gen der alter­na­ti­ven Wäh­run­gen Raum. Doch der prak­ti­sche Erfah­rungs­aus­tausch dürf­te das wesent­li­che Lock­mit­tel gewe­sen sein, das den Groß­teil der Akti­ven aus den unter­schied­lichs­ten Initia­ti­ven nach Den Haag geführt hat­te. Wie erwar­tet, kam es auch zu einem regen Gedan­ken­aus­tausch und kon­struk­ti­ven Diskussionen.