Hilflos in Europa

Zuneh­mend werden Vermu­tun­gen geäu­ßert, wonach die großen Geld­ver­mö­gen längst aus Zypern abge­wan­dert sind und sich der Gläu­bi­ger-Betei­li­gung, die jetzt beschlos­sen wurde, entzo­gen haben.
Im Wett­ren­nen zwischen dem „Hasen“ Poli­tik und den schlau­en Igeln der Finanz­wirt­schaft steht der Sieger schon von Beginn an fest. Die alter­na­tiv­lo­se Poli­tik ist chan­cen­los.
Glaubt denn ernst­haft jemand, dass die mit größ­ter Profes­sio­na­li­tät und unter Einsatz moderns­ter Werk­zeu­ge verwal­te­ten Riesen­ver­mö­gen gedul­dig warten, bis die büro­kra­ti­sche Poli­tik sie belangt? Kann man es den Akteu­ren verübeln?
Es ist ein alter Hut: Wenn der Banken­run des „klei­nen Mannes“ sich aufmacht, nach­dem die Banken wieder aufma­chen, dann ist das Wesent­li­che bereits über die Bühne gegan­gen.
Die Gutwil­li­gen und Unbe­darf­ten blei­ben geprellt zurück. Sie wären es eigent­lich, die den Schutz der Staa­ten­ge­mein­schaft bräuch­ten. Statt dessen werden sie belo­gen und betro­gen. Ihre Wut rich­tet sich gegen die vermeint­lich Schul­di­gen, im Zwei­fels­fall die Deut­schen.

Der Euro und sein schlud­ri­ges Umset­zungs­kon­zept säen Zwie­tracht und tren­nen, was eigent­lich vereint werden sollte. Wir sind an einem Punkt ange­kom­men, an dem es neben eines Krisen­ma­nage­ments ein zwei­tes bräuch­te, das jetzt im Geiste eines verein­ten Euro­pas an alter­na­ti­ven wirt­schaft­li­chen Model­len arbei­tet.

Das euro­päi­sche Repa­ra­tur­team, das immer augen­schein­li­cher versagt, muss durch bürger­li­ches Enga­ge­ment abge­löst werden. Das würde funk­tio­nie­ren, wenn jetzt nur möglichst vielen Gewahr würde, dass Demo­kra­tie nicht konsu­miert, sondern nur gelebt werden kann.

Bild: Europa-Point, Gibral­tar von David Stan­ley unter CC-Lizenz auf Flickr

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