Das könnte Dich auch interessieren …

9 Antworten

  1. passover sagt:

    Die Geld­schöp­fung geschieht tatsäch­lich nicht durch Kredit­ver­ga­be an Nicht­ban­ken, sondern durch die Verga­be an Staa­ten. Die Konten der Bürger dienen eher als Feigen­blatt, als sinn­stif­ten­de Herde für die Exis­tenz der Banken. Der Ablauf ist so schön einfach und unlo­gisch, das die Bundes­bank ebenso wie die Bundes­zen­tra­le für poli­ti­sche Bildung lieber die erste Vari­an­te als „Wahr­heit“ veröf­fent­licht.
    Zur Bank­grün­dung braucht man ledig­lich eine Milli­on Euro und einen Bank­an­ge­stell­ten aus dem geho­be­nen Manage­ment, die Grün­dungs­aus­ga­ben sind eher zu vernach­läs­si­gen, wie wir gleich sehen.
    Mit dieser 1 Milli­on Euro Eigen­ka­pi­tal, das ich auch in Staats­an­lei­hen inves­tiert haben darf, tue ich genau das : IT0004793474 ist eine italie­ni­sche Staats­an­lei­he, die 4,75% Zinsen im Jahr halb­jähr­lich auszah­len soll.
    Davon hole ich mir 1000 Stück zu 1000 Euro (der Emis­si­onkurs war sogar unter pari, aber neben­säch­lich).
    Nun parke ich die Anlei­hen bei der EZB – nimmt alles bis BB- und jede EU-Staats­an­lei­he an, und gibt dafür Zentral­bank­geld abzüg­lich eines Hair­cuts in Abhän­gig­keit des Risi­kos. Dieser beträgt bei dieser, wohl­ge­merkt italie­ni­schen, Anlei­he, sagen­haf­te 1,5%.
    Ich erhal­te also 985.000 Euro ZBG und was mach ich damit? Wie wäre es mit 985 Stück der oben erwähn­te Anlei­he? Aber immer. Und wieder zur EZB damit, gibt immer­hin noch 970.225 Euro. Von Rundungs­feh­lern abge­se­hen kann ich das Spiel­chen genau 458mal trei­ben, bis ich weni­ger als 1.000 Euro habe.
    Bis dahin habe ich 66,6 Millio­nen Euro an Itali­en gelie­hen. Und nun kommt der beson­de­re Clou des ganzen : Als Bank kassier ich vom Staat Zinsen, da ich diesem Geld vorstre­cke. Nun hat aber die EZB mir ja (bis auf die 1 Milli­on Eigen­ka­pi­tal) das ganze Geld gelie­hen und müsste dementspre­chend auch die Zinsen kassie­ren – falsch. Jedes halbe Jahr streicht die Bank Zinsen in Höhe von 1,6 Millio­nen ein, und das bei einer Inves­ti­ti­on von 1 Milli­on. Mit diesen 1,6 Millio­nen könn­ten von dieser Anlei­he dann wieder 100 Millio­nen Euro gezeich­net werden. Nach einem Jahr käme man so auf eine Zins­zah­lung von 4 Millio­nen. Und so geht das Spiel­chen recht schnell in die Milli­ar­den. Und zu all dem ist der Bürger voll­kom­men unnö­tig – er darf über Steu­ern nur die Zinsen zahlen, in D sind’s nur 32 Milli­ar­den im Jahr, diesel­be Summe wie für Hartz-IV (nur das dort 8 Milli­ar­den für Verwal­tung und unsin­ni­ge „Fort­bil­dun­gen“ drauf gehen).

  2. Luigi sagt:

    Helmut Creutz hat es tref­fend begrün­det und auf den Punkt gebracht: Geschäfts­ban­ken können gar kein Geld schöp­fen!

    Am über­zeu­gends­ten ist für mich der Umstand, das Banken­ge­win­ne aus den Kredit­ge­schäf­ten zum größ­ten Teil als Zins an die Sparer ausge­zahlt werden.

    Warum soll­ten Banken so etwas „dummes“ tun, wenn sie irgend­wie Geld „aus dem Nichts“ schöp­fen könn­ten? Sie können es eben nicht! Banken können ohne Spar­ein­la­gen gar keine Kredi­te verge­ben und gehen sogar in die Insol­venz, sofern Sparer vermehrt ihre Konten auflö­sen.

  3. Wachstumswahn sagt:

    Werter Herr Dr. Käsma­cher,
    ich möchte Ihren Zeilen voll und ganz zustim­men, obwohl ich selbst nicht solch exakte Kennt­nis­se über diesen Vorgang besit­ze.
    Immer­hin: Das entschei­den­de Krite­ri­um bei der Kredit­ver­ga­be ist ja nicht die Frage, hat die Bank genug Spar­geld da, um einen Kredit zu gewäh­ren, das Entschei­den­de ist in meinen Augen die Frage: Kann der Kredit­neh­mer genü­gend Sicher­hei­ten für das verlie­he­ne Geld abtre­ten (z. B. Kfz-Brief bei Fahr­zeug­fi­nan­zie­rung).
    Und die immer wieder mal auftau­chen­de Frage: „Wieso kann dann eine Bank über­haupt pleite gehen, wenn sie selbst unbe­grenzt selbst Geld schöp­fen kann?“ traue selbst ich mir zu beant­wor­ten:
    Bei der Geld­schöp­fung kommt es zu einer Bilanz­ver­län­ge­rung, d. h. die Summe auf der Aktiv­sei­te und der Passiv­sei­te der Bilanz erhöht sich im Gleich­schritt.
    Was jedoch abso­lut keinen Einfluss auf das Eigen­ka­pi­tal der Bank hat.
    Das Eigen­ka­pi­tal einer Bank wird durch Gewin­ne erhöht und durch Verlus­te (oder Ausschüt­tun­gen) redu­ziert. Ich hoffe, dass dies für jeden verständ­lich ist.

    Was mir übri­gens im Arti­kel von Helmut Creutz leider komplett fehlt, ist eine Stel­lung­nah­me zur Idee der Moneta­ti­ve, dass die Noten­bank dem Staats­haus­halt zins­los die Mittel zu seiner Refi­nan­zie­rung zur Verfü­gung stel­len könnte und somit die Abhän­gig­keit der Refi­nan­zie­rung von dem Gemein­wohl verpflich­te­ten Staa­ten von profit­ori­en­tier­ten Privat­ban­ken (… den Finanz­märk­ten, wie es so schön heißt) ein Ende hätte.

    An der Beant­wor­tung dieser Frage würde nämlich deut­lich, ob man kleine Schrit­te hin zur Frei­wirt­schaft gehen möchte oder ob man die Devise: „Ganz oder gar nicht“ vertritt.

  4. So sehr ich Helmut Creutz auch schät­ze. In diesem Punkt irrt er gewal­tig. Dies beginnt schon bei der Defi­ni­ti­on des Geldes, bei der er ausschließ­lich das Zentral­bank­geld gelten lässt. Wenn jedoch von der Geld­schöp­fung der Geschäfts­ban­ken die Rede ist, dann ist ausschließ­lich Giral­geld gemeint (Synony­me: Sicht­gut­ha­ben, Geschäfts­ban­ken­geld). Tatsäch­lich handelt es sich dabei natür­lich um Gutha­ben, die über­trag­bar sind und damit ebenso, wie das Zentral­bank­geld Zahlungs­mit­tel­funk­ti­on haben. Im Prin­zip sind es Gutschei­ne, welche die Banken schon seit dem Mittel­al­ter ausstel­len. Derar­ti­ge Gutschei­ne stel­len die Banken aber nicht nur gegen direkt einge­zahl­tes Geld oder gegen den Empfang von Zentral­ban­ken­geld bei einer Über­wei­sung auf ein Konto eines Kunden aus, sondern auch dann, wenn sie einen Kredit verge­ben. Während bei einer Einzah­lung ledig­lich ein Tausch von Zentral­bank­geld gegen einen Gutschein statt­fin­det, ist das bei einer Kredit­gut­schrift nicht der Fall. Hier stellt die Bank dem Kredit­neh­mer ein Sicht­gut­ha­ben zur Verfü­gung, indem sie dieses einfach gutschreibt. Das Geschäfts­ban­ken­geld, nämlich die Gutschrift auf dem Giro­kon­to des Kredit­neh­mers ist aus dem Nichts geschöpft worden. Wegen der Möglich­keit, dass sich der Kredit­neh­mer den Betrag bar auszah­len lässt, ist ledig­lich eine Reser­ve­hal­tung (etwa ein Zehn­tel des Kreditbetrages)in Form von Zentral­bank­geld notwen­dig. Obgleich in diesem Fall die Bank das Geschäfts­ban­ken­geld erzeugt, so haben aber auch die bank­kun­den Einfluss auf die Menge des Geschäfts­ban­ken­gel­des (=Sichtguthaben=Giralgeld). Schließ­lich nimmt jemand einen Kredit auf, um etwas zu bezah­len, so dass das kredit­wei­se einge­räum­te Sicht­gut­ha­ben in der regel schnell den Besit­zer wech­selt. Nur dieser entschei­det, ob er sein Gutha­ben bar abhebt, oder es viel­leicht zu einem Spar­gut­ha­ben umwan­delt. Im ersten Fall verrin­gert sicht die menge des Geschäfts­ban­ken­gel­des durch Tausch gegen Bargeld, im zwei­ten Fall verrin­gert sie sich durch die Umschich­tung auf ein Spar­buch. Spar­gut­ha­ben sind bekann­ter­ma­ßen nicht über­trag­bar und daher auch kein Geschäfts­ban­ken­geld. In glei­chem Maße kann der Bank­kun­de auch sein Spar­gut­ha­ben in Sicht­gut­hab­den umwan­deln, wobei die Menge Geschäfts­ban­ken­geld entspre­chend ansteigt. Schließ­lich findet bei jeder Kredit­til­gung der umge­kehr­te Vorgang statt: Vom Giro­kon­to des Kredit­neh­mers werden Zins- und Tilgungs­be­trag einfach ausge­bucht. Das zuvor geschöpf­te Geschäfts­ban­ken­geld ist damit ins Nirwa­na verschwun­den. Zurück bleibt eine gestie­ge­ne Reser­ve der Bank, die es erlaubt neue Kredi­te gut zu schrei­ben. Diese können höher sein, als zuvor, weil die durch die Kredit­gut­schrift gesun­ke­nen Reser­ven sich nach der Tilgung wegen der Zins­ab­bu­chun­gen über den Ausgangs­zu­stand hinaus vergrö­ßern.

    Bereits Keynes beschrieb den Prozess der Schöp­fung von Depo­si­ten in seinem Buch „Vom Gelde“. Schon damals gab es hefti­ge Diskus­sio­nen um das Thema. Rich­tig ist auf jeden­fall, dass man in Diskus­sio­nen um die Geld­schöp­fung klar­stellt, um welches geld es geht, nämlich ausschließ­lich um Geschäfts­ban­ken­geld. Und das sind seit dem späten Mittel­al­ter ledig­lich Gutschei­ne, welche die Banken gegen die Entge­gen­nah­me von Zentral­bank­geld gleich­sam als Quit­tung ausstel­len, aber auch als Kredit. Solan­ge das Reser­ve­sys­tem besteht und die vorge­schrie­be­ne reser­ve auf Sicht­gut­ha­ben nicht 100% beträgt, wird die leidi­ge und über­flüs­si­ge Diskus­si­on wohl weiter­ge­hen.

  5. Andreas Bangemann sagt:

    Für die Entwick­lung von Gutha­ben und Spar­be­trä­gen war und ist der Zinses­zins­ef­fekt das schla­gen­de Argu­ment mit „Wow-Effekt“, das jeder Anla­ge­be­ra­ter bis heute verwen­det, beson­ders wenn er jungen Menschen das Sparen fürs Alter schmack­haft machen will.
    Im Hinblick auf die Geld­an­la­gen haben wir es mit Einzel­ver­trä­gen zu tun, die ganz eindeu­tig expo­nen­ti­ell wach­sen. Auf der Schuld­ner­sei­te sieht es etwas anders aus. Ein Kredit­neh­mer muss nach „Plan“ zurück­zah­len und den Kredit bedie­nen. Mit jeder Zahlung nimmt seine Schuld ab und ist irgend­wann ganz zurück­ge­zahlt. Die Bank ist aber gezwun­gen für das anwach­sen­de Gutha­ben des Anle­gers immer die entspre­chen­den Kredit­neh­mer zu suchen, sonst macht sie Verlus­te. Der Zinses­zins­ef­fekt wirkt von der Anla­ge­sei­te auf die Kredit­sei­te, aber eben nicht auf einzel­ne Kredi­te, sondern auf deren Gesamt­heit.

  6. Rudi Czop sagt:

    Wenn Sie schon so Spar­kas­sen­gläu­big sind, dann bitte auch das Zinses­zins­ba­shing einstel­len!

    „„Hallo Micha­el Gau,
    Ihr Problem mit dem Zinses­zins verste­hen wir nicht. Viel­leicht liegt auch nur ein klei­ner Denk­feh­ler zu Grunde. Denn eigent­lich wird auf Zinsen kein Zins gezahlt. Viel­mehr werden bestimm­te Zeit­punk­te für die Zins­zah­lung verein­bart, häufig das Ende eines Kalen­der­jah­res oder das Quar­tals­en­de. Dort zahlt der Schuld­ner dem Gläu­bi­ger aus seinem Vermö­gen eine „Gebühr“ für das Über­las­sen des Geldes. Dieses erhal­te­ne Kapi­tal kann der Gläu­bi­ger ausge­ben, ander­wei­tig verwen­den oder zum Kredit hinzu­fü­gen, der sich dann entspre­chend erhöht. Natür­lich sind in der nächs­ten Peri­ode auf den erhöh­ten Kredi­te Zinsen zu zahlen. Es handelt sich also immer um Zinsen, ledig­lich die Kredit­hö­he erhöht sich. Das ist aber nur möglich, wenn Schuld­ner und Gläu­bi­ger dies gemein­sam wollen. Sie haben aber recht: Dieser Effekt, „Zinses­zins­ef­fekt“ genannt, ist dann gefähr­lich, wenn Schuld­ner die Zinsen nicht aufbrin­gen können und sich deshalb der Kredit immer weiter erhöht. Deshalb ist es so wich­tig, bei der Kredit­auf­nah­me auf die Fähig­keit zur Zins­zah­lung und (!) Schul­den­til­gung zu achten. Das gilt für priva­te und öffent­li­che Haus­hal­te glei­cher­ma­ßen. Gerade öffent­li­che Haus­hal­te haben hier häufig ein Problem, wenn sie fälli­ge Zins­zah­lun­gen mit neuen Kredi­ten beglei­chen. Das soll­ten ihnen die Wähler und Steu­er­zah­ler eigent­lich nicht zulas­sen. Für priva­te Anla­ger beinhal­tet dieser Effekt aber die Chance, über länge­re Zeit mit klei­nen Beträ­gen ein gewis­ses Vorsor­ge­ver­mö­gen aufbau­en zu können. /ca“

  1. 11. Januar 2012

    […] Autor Helmut Creutz­Vor eini­gen Wochen machte eine Meldung Schlag­zei­len: Die Schwe­di­sche Reichs­bank hatte ihre Leit­zin­sen für die Zentral­bank­geld­ein­la­gen der Banken auf minus 0,25% gesenkt! So etwas hatte es bisher noch nirgend­wo gege­ben! Denn während die Banken bislang für ihre Einla­gen bei den Zentral­ban­ken Zinsen erhiel­ten, werden sie ihnen nun abge­zo­gen! (Quelle: Humane Wirt­schaft) http://humane-wirtschaft.de/geldschoepfungen-der-banken-realitaet-oder-theorie-helmut-creutz/ […]

  2. 22. Januar 2012

    […] Humane Wirt­schaft Be Socia­ble, Share! Tweet(function() {var s = document.createElement(‚SCRIPT’), s1 = document.getElementsByTagName(‚SCRIPT’)[0];s.type = ‚text/javascript’;s.async = true;s.src = ‚http://widgets.digg.com/buttons.js';s1.parentNode.insertBefore(s, s1);})(); Tagged banken, Creutz, Geld­schöp­fun­gen, Helmut, oder, Reali­tät, Theo­rie. Book­mark the perma­link. « WISO: Finan­zen unter 35 Free Hugs Scot­land » […]

  3. 26. Oktober 2014

    […] Doku­ment findet man unter folgen­dem Link: Geld­schöp­fung der Banken oder als hier als PDF-Down­load, Bild­quel­le Start­bild Mathew […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.