Geldschöpfungen der Banken – Realität oder Theorie? – Helmut Creutz

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9 Antworten

  1. Rudi Czop sagt:

    Wenn Sie schon so Spar­kas­sen­gläu­big sind, dann bit­te auch das Zin­ses­zins­ba­shing ein­stel­len!

    “”Hal­lo Micha­el Gau,
    Ihr Pro­blem mit dem Zin­ses­zins ver­ste­hen wir nicht. Viel­leicht liegt auch nur ein klei­ner Denk­feh­ler zu Grun­de. Denn eigent­li­ch wird auf Zin­sen kein Zins gezahlt. Viel­mehr wer­den bestimm­te Zeit­punk­te für die Zins­zah­lung ver­ein­bart, häu­fig das Ende eines Kalen­der­jah­res oder das Quar­tals­en­de. Dort zahlt der Schuld­ner dem Gläu­bi­ger aus sei­nem Ver­mö­gen eine “Gebühr” für das Über­las­sen des Gel­d­es. Die­ses erhal­te­ne Kapi­tal kann der Gläu­bi­ger aus­ge­ben, ander­wei­tig ver­wen­den oder zum Kre­dit hin­zu­fü­gen, der sich dann ent­spre­chend erhöht. Natür­li­ch sind in der nächs­ten Peri­ode auf den erhöh­ten Kre­di­te Zin­sen zu zah­len. Es han­delt sich also immer um Zin­sen, ledig­li­ch die Kre­dit­hö­he erhöht sich. Das ist aber nur mög­li­ch, wenn Schuld­ner und Gläu­bi­ger dies gemein­sam wol­len. Sie haben aber recht: Die­ser Effekt, “Zin­ses­zins­ef­fekt” genannt, ist dann gefähr­li­ch, wenn Schuld­ner die Zin­sen nicht auf­brin­gen kön­nen und sich des­halb der Kre­dit immer wei­ter erhöht. Des­halb ist es so wich­tig, bei der Kre­dit­auf­nah­me auf die Fähig­keit zur Zins­zah­lung und (!) Schul­den­til­gung zu ach­ten. Das gilt für pri­va­te und öffent­li­che Haus­hal­te glei­cher­ma­ßen. Gera­de öffent­li­che Haus­hal­te haben hier häu­fig ein Pro­blem, wenn sie fäl­li­ge Zins­zah­lun­gen mit neu­en Kre­di­ten beglei­chen. Das soll­ten ihnen die Wäh­ler und Steu­er­zah­ler eigent­li­ch nicht zulas­sen. Für pri­va­te Anla­ger beinhal­tet die­ser Effekt aber die Chan­ce, über län­ge­re Zeit mit klei­nen Beträ­gen ein gewis­ses Vor­sor­ge­ver­mö­gen auf­bau­en zu kön­nen. /ca”

  2. Andreas Bangemann sagt:

    Für die Ent­wick­lung von Gut­ha­ben und Spar­be­trä­gen war und ist der Zin­ses­zins­ef­fekt das schla­gen­de Argu­ment mit “Wow-Effekt”, das jeder Anla­ge­be­ra­ter bis heu­te ver­wen­det, beson­ders wenn er jun­gen Men­schen das Spa­ren fürs Alter schmack­haft machen will.
    Im Hin­bli­ck auf die Geld­an­la­gen haben wir es mit Ein­zel­ver­trä­gen zu tun, die ganz ein­deu­tig expo­nen­ti­ell wach­sen. Auf der Schuld­ner­sei­te sieht es etwas anders aus. Ein Kre­dit­neh­mer muss nach “Plan” zurück­zah­len und den Kre­dit bedie­nen. Mit jeder Zah­lung nimmt sei­ne Schuld ab und ist irgend­wann ganz zurück­ge­zahlt. Die Bank ist aber gezwun­gen für das anwach­sen­de Gut­ha­ben des Anle­gers immer die ent­spre­chen­den Kre­dit­neh­mer zu suchen, son­st macht sie Ver­lus­te. Der Zin­ses­zins­ef­fekt wirkt von der Anla­ge­sei­te auf die Kre­dit­sei­te, aber eben nicht auf ein­zel­ne Kre­di­te, son­dern auf deren Gesamt­heit.

  3. So sehr ich Hel­mut Creutz auch schät­ze. In die­sem Punkt irrt er gewal­tig. Dies beginnt schon bei der Defi­ni­ti­on des Gel­d­es, bei der er aus­schließ­li­ch das Zen­tral­bank­geld gel­ten lässt. Wenn jedoch von der Geld­schöp­fung der Geschäfts­ban­ken die Rede ist, dann ist aus­schließ­li­ch Giral­geld gemeint (Syn­ony­me: Sicht­gut­ha­ben, Geschäfts­ban­ken­geld). Tat­säch­li­ch han­delt es sich dabei natür­li­ch um Gut­ha­ben, die über­trag­bar sind und damit eben­so, wie das Zen­tral­bank­geld Zah­lungs­mit­tel­funk­ti­on haben. Im Prin­zip sind es Gut­schei­ne, wel­che die Ban­ken schon seit dem Mit­tel­al­ter aus­stel­len. Der­ar­ti­ge Gut­schei­ne stel­len die Ban­ken aber nicht nur gegen direkt ein­ge­zahl­tes Geld oder gegen den Emp­fang von Zen­tral­ban­ken­geld bei einer Über­wei­sung auf ein Kon­to eines Kun­den aus, son­dern auch dann, wenn sie einen Kre­dit ver­ge­ben. Wäh­rend bei einer Ein­zah­lung ledig­li­ch ein Tau­sch von Zen­tral­bank­geld gegen einen Gut­schein statt­fin­det, ist das bei einer Kre­dit­gut­schrift nicht der Fall. Hier stellt die Bank dem Kre­dit­neh­mer ein Sicht­gut­ha­ben zur Ver­fü­gung, indem sie die­ses ein­fach gut­schreibt. Das Geschäfts­ban­ken­geld, näm­li­ch die Gut­schrift auf dem Giro­kon­to des Kre­dit­neh­mers ist aus dem Nichts geschöpft wor­den. Wegen der Mög­lich­keit, dass sich der Kre­dit­neh­mer den Betrag bar aus­zah­len lässt, ist ledig­li­ch eine Reser­ve­hal­tung (etwa ein Zehn­tel des Kreditbetrages)in Form von Zen­tral­bank­geld not­wen­dig. Obgleich in die­sem Fall die Bank das Geschäfts­ban­ken­geld erzeugt, so haben aber auch die bank­kun­den Ein­fluss auf die Men­ge des Geschäfts­ban­ken­gel­des (=Sichtguthaben=Giralgeld). Schließ­li­ch nimmt jemand einen Kre­dit auf, um etwas zu bezah­len, so dass das kre­dit­wei­se ein­ge­räum­te Sicht­gut­ha­ben in der regel schnell den Besit­zer wech­selt. Nur die­ser ent­schei­det, ob er sein Gut­ha­ben bar abhebt, oder es viel­leicht zu einem Spar­gut­ha­ben umwan­delt. Im ers­ten Fall ver­rin­gert sicht die men­ge des Geschäfts­ban­ken­gel­des durch Tau­sch gegen Bar­geld, im zwei­ten Fall ver­rin­gert sie sich durch die Umschich­tung auf ein Spar­buch. Spar­gut­ha­ben sind bekann­ter­ma­ßen nicht über­trag­bar und daher auch kein Geschäfts­ban­ken­geld. In glei­chem Maße kann der Bank­kun­de auch sein Spar­gut­ha­ben in Sicht­gut­hab­den umwan­deln, wobei die Men­ge Geschäfts­ban­ken­geld ent­spre­chend ansteigt. Schließ­li­ch fin­det bei jeder Kre­dit­til­gung der umge­kehr­te Vor­gang statt: Vom Giro­kon­to des Kre­dit­neh­mers wer­den Zins- und Til­gungs­be­trag ein­fach aus­ge­bucht. Das zuvor geschöpf­te Geschäfts­ban­ken­geld ist damit ins Nir­wa­na ver­schwun­den. Zurück bleibt eine gestie­ge­ne Reser­ve der Bank, die es erlaubt neue Kre­di­te gut zu schrei­ben. Die­se kön­nen höher sein, als zuvor, weil die durch die Kre­dit­gut­schrift gesun­ke­nen Reser­ven sich nach der Til­gung wegen der Zins­ab­bu­chun­gen über den Aus­gangs­zu­stand hin­aus ver­grö­ßern.

    Bereits Keynes beschrieb den Pro­zess der Schöp­fung von Depo­si­ten in sei­nem Buch “Vom Gelde”. Schon damals gab es hef­ti­ge Dis­kus­sio­nen um das The­ma. Rich­tig ist auf jeden­fall, dass man in Dis­kus­sio­nen um die Geld­schöp­fung klar­stellt, um wel­ches geld es geht, näm­li­ch aus­schließ­li­ch um Geschäfts­ban­ken­geld. Und das sind seit dem spä­ten Mit­tel­al­ter ledig­li­ch Gut­schei­ne, wel­che die Ban­ken gegen die Ent­ge­gen­nah­me von Zen­tral­bank­geld gleich­sam als Quit­tung aus­stel­len, aber auch als Kre­dit. Solan­ge das Reser­ve­sys­tem besteht und die vor­ge­schrie­be­ne reser­ve auf Sicht­gut­ha­ben nicht 100% beträgt, wird die lei­di­ge und über­flüs­si­ge Dis­kus­si­on wohl wei­ter­ge­hen.

  4. Wachstumswahn sagt:

    Wer­ter Herr Dr. Käs­ma­cher,
    ich möch­te Ihren Zei­len voll und ganz zustim­men, obwohl ich selbst nicht sol­ch exak­te Kennt­nis­se über die­sen Vor­gang besit­ze.
    Immer­hin: Das ent­schei­den­de Kri­te­ri­um bei der Kre­dit­ver­ga­be ist ja nicht die Fra­ge, hat die Bank genug Spar­geld da, um einen Kre­dit zu gewäh­ren, das Ent­schei­den­de ist in mei­nen Augen die Fra­ge: Kann der Kre­dit­neh­mer genü­gend Sicher­hei­ten für das ver­lie­he­ne Geld abtre­ten (z. B. Kfz-Brief bei Fahr­zeug­fi­nan­zie­rung).
    Und die immer wie­der mal auf­tau­chen­de Fra­ge: “Wie­so kann dann eine Bank über­haupt plei­te gehen, wenn sie selbst unbe­grenzt selbst Geld schöp­fen kann?” traue selbst ich mir zu beant­wor­ten:
    Bei der Geld­schöp­fung kommt es zu einer Bilanz­ver­län­ge­rung, d. h. die Sum­me auf der Aktiv­sei­te und der Pas­siv­sei­te der Bilanz erhöht sich im Gleich­schritt.
    Was jedoch abso­lut kei­nen Ein­fluss auf das Eigen­ka­pi­tal der Bank hat.
    Das Eigen­ka­pi­tal einer Bank wird durch Gewin­ne erhöht und durch Ver­lus­te (oder Aus­schüt­tun­gen) redu­ziert. Ich hof­fe, dass dies für jeden ver­ständ­li­ch ist.

    Was mir übri­gens im Arti­kel von Hel­mut Creutz lei­der kom­plett fehlt, ist eine Stel­lung­nah­me zur Idee der Mon­e­ta­ti­ve, dass die Noten­bank dem Staats­haus­halt zins­los die Mit­tel zu sei­ner Refi­nan­zie­rung zur Ver­fü­gung stel­len könn­te und somit die Abhän­gig­keit der Refi­nan­zie­rung von dem Gemein­wohl ver­pflich­te­ten Staa­ten von pro­fit­ori­en­tier­ten Pri­vat­ban­ken (… den Finanz­märk­ten, wie es so schön heißt) ein Ende hät­te.

    An der Beant­wor­tung die­ser Fra­ge wür­de näm­li­ch deut­li­ch, ob man klei­ne Schrit­te hin zur Frei­wirt­schaft gehen möch­te oder ob man die Devi­se: “Ganz oder gar nicht” ver­tritt.

  5. Luigi sagt:

    Hel­mut Creutz hat es tref­fend begrün­det und auf den Punkt gebracht: Geschäfts­ban­ken kön­nen gar kein Geld schöp­fen!

    Am über­zeu­gends­ten ist für mich der Umstand, das Ban­ken­ge­win­ne aus den Kre­dit­ge­schäf­ten zum größ­ten Teil als Zins an die Spa­rer aus­ge­zahlt wer­den.

    War­um soll­ten Ban­ken so etwas „dum­mes“ tun, wenn sie irgend­wie Geld „aus dem Nichts“ schöp­fen könn­ten? Sie kön­nen es eben nicht! Ban­ken kön­nen ohne Spar­ein­la­gen gar kei­ne Kre­di­te ver­ge­ben und gehen sogar in die Insol­venz, sofern Spa­rer ver­mehrt ihre Kon­ten auf­lö­sen.

  6. passover sagt:

    Die Geld­schöp­fung geschieht tat­säch­li­ch nicht durch Kre­dit­ver­ga­be an Nicht­ban­ken, son­dern durch die Ver­ga­be an Staa­ten. Die Kon­ten der Bür­ger die­nen eher als Fei­gen­blatt, als sinn­stif­ten­de Her­de für die Exis­tenz der Ban­ken. Der Ablauf ist so schön ein­fach und unlo­gi­sch, das die Bun­des­bank eben­so wie die Bun­des­zen­tra­le für poli­ti­sche Bil­dung lie­ber die ers­te Vari­an­te als “Wahr­heit” ver­öf­fent­licht.
    Zur Bank­grün­dung braucht man ledig­li­ch eine Mil­lion Euro und einen Bank­an­ge­stell­ten aus dem geho­be­nen Manage­ment, die Grün­dungs­aus­ga­ben sind eher zu ver­nach­läs­si­gen, wie wir gleich sehen.
    Mit die­ser 1 Mil­lion Euro Eigen­ka­pi­tal, das ich auch in Staats­an­lei­hen inves­tiert haben darf, tue ich gen­au das : IT0004793474 ist eine ita­lie­ni­sche Staats­an­lei­he, die 4,75% Zin­sen im Jahr halb­jähr­li­ch aus­zah­len soll.
    Davon hole ich mir 1000 Stück zu 1000 Euro (der Emis­si­onkurs war sogar unter pari, aber neben­säch­li­ch).
    Nun par­ke ich die Anlei­hen bei der EZB – nimmt alles bis BB- und jede EU-Staats­an­lei­he an, und gibt dafür Zen­tral­bank­geld abzüg­li­ch eines Hair­cuts in Abhän­gig­keit des Risi­kos. Die­ser beträgt bei die­ser, wohl­ge­merkt ita­lie­ni­schen, Anlei­he, sagen­haf­te 1,5%.
    Ich erhal­te also 985.000 Euro ZBG und was mach ich damit? Wie wäre es mit 985 Stück der oben erwähn­te Anlei­he? Aber immer. Und wie­der zur EZB damit, gibt immer­hin noch 970.225 Euro. Von Run­dungs­feh­lern abge­se­hen kann ich das Spiel­chen gen­au 458­mal trei­ben, bis ich weni­ger als 1.000 Euro habe.
    Bis dahin habe ich 66,6 Mil­lio­nen Euro an Ita­li­en gelie­hen. Und nun kommt der beson­de­re Clou des gan­zen : Als Bank kas­sier ich vom Staat Zin­sen, da ich die­sem Geld vor­stre­cke. Nun hat aber die EZB mir ja (bis auf die 1 Mil­lion Eigen­ka­pi­tal) das gan­ze Geld gelie­hen und müss­te dem­entspre­chend auch die Zin­sen kas­sie­ren – fal­sch. Jedes hal­be Jahr streicht die Bank Zin­sen in Höhe von 1,6 Mil­lio­nen ein, und das bei einer Inves­ti­ti­on von 1 Mil­lion. Mit die­sen 1,6 Mil­lio­nen könn­ten von die­ser Anlei­he dann wie­der 100 Mil­lio­nen Euro gezeich­net wer­den. Nach einem Jahr käme man so auf eine Zins­zah­lung von 4 Mil­lio­nen. Und so geht das Spiel­chen recht schnell in die Mil­li­ar­den. Und zu all dem ist der Bür­ger voll­kom­men unnö­tig – er darf über Steu­ern nur die Zin­sen zah­len, in D sind’s nur 32 Mil­li­ar­den im Jahr, die­sel­be Sum­me wie für Hartz-IV (nur das dort 8 Mil­li­ar­den für Ver­wal­tung und unsin­ni­ge “Fort­bil­dun­gen” drauf gehen).

  1. 11. Januar 2012

    […] Autor Hel­mut Creutz­Vor eini­gen Wochen mach­te eine Mel­dung Schlag­zei­len: Die Schwe­di­sche Reichs­bank hat­te ihre Leit­zin­sen für die Zen­tral­bank­geld­ein­la­gen der Ban­ken auf minus 0,25% gesenkt! So etwas hat­te es bis­her noch nir­gend­wo gege­ben! Denn wäh­rend die Ban­ken bis­lang für ihre Ein­la­gen bei den Zen­tral­ban­ken Zin­sen erhiel­ten, wer­den sie ihnen nun abge­zo­gen! (Quel­le: Huma­ne Wirt­schaft) http://humane-wirtschaft.de/geldschoepfungen-der-banken-realitaet-oder-theorie-helmut-creutz/ […]

  2. 22. Januar 2012

    […] Huma­ne Wirt­schaft Be Socia­ble, Share! Tweet(function() {var s = document.createElement(‚SCRIPT’), s1 = document.getElementsByTagName(‚SCRIPT’)[0];s.type = ‚text/javascript’;s.async = true;s.src = ‚http://widgets.digg.com/buttons.js';s1.parentNode.insertBefore(s, s1);})(); Tag­ged ban­ken, Creutz, Geld­schöp­fun­gen, Hel­mut, oder, Rea­li­tät, Theo­rie. Book­mark the per­ma­link. « WISO: Finan­zen unter 35 Free Hugs Scot­land » […]

  3. 26. Oktober 2014

    […] Doku­ment fin­det man unter fol­gen­dem Link: Geld­schöp­fung der Ban­ken oder als hier als PDF-Down­load, Bild­quel­le Start­bild Mathew […]

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