Reichenzwangsabgabe: Absurd und Absurdesabsurd

Wie kamen die wirklich Reichen in Deutschland zu Reichtum? In aller Regel durch Geldvermögen. Wer hat, dem wird gegeben und zwar mit mathematischer Genauigkeit. Zins und Zinseszins sind uns - vornehmlich von Wirtschaftsweisen und Anlageberatern - als 8. Weltwunder verkauft worden.
Die Logik dahinter wollen wir mal aufdröseln:
Die Reichen wurden durch Geldvermögen, Zins und Zinseszins immer reicher, unter anderem weil der Staat die Geldvermögen in Form von Verschuldung aufgenommen hat. Die Reichen wurden also reicher durch den reichlich fließenden Zins der Staatsschulden. Die Schulden des Staates wuchsen mit den Geldvermögen mit. Die Schulden tragen alle Bürger. Die Geldvermögen konzentrieren sich bei sehr Wenigen.
Der Staat holt sich jetzt, in Form einer Zwangsabgabe -  ein Stück vom Reichtum der Reichen um die Zinsen zu bezahlen, die er an die Reichen bezahlen muss. In Einzelfällen - bei besonders Reichen die viele Staatsschuldpapiere halten - kann man vielleicht sogar die Schuld für die Abgabe direkt mit der Zinszahlung verrechnen, die der Staat an diesen Reichen zu leisten hat.
Derartiges Absurditäten-Kabinett ist eigentlich nicht mehr zu fassen.Man versucht in die Illusionen-Box des endlosen Geldes zu greifen und vielleicht den Geist loszuwerden, den man selbst heraufbeschwor.
von Phil Manker unter CC-Lizenz bei Fllickr.com
Da werden Heerscharen von Fachleuten eingesetzt und niemand kommt offenbar auf die Idee, sich zu fragen, ob es vielleicht denkbar wäre der Gesellschaft ein Geldsystem zu Grunde zu legen, das es erst gar nicht möglich macht, dass man alleine durch den Besitz von Geldvermögen ohne eigene Leistung immer reicher wird. Das "achte Weltwunder" treibt uns in den Ruin und unsere Eliten bieten uns täglich konfuser werdenden Unsinn als mögliche Lösungen an. Womit haben wir das verdient?
Bild:  Caesars Palace Illusion by Phil Manker (CC-Lizenz) Flickr.com

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5 Antworten

  1. Andreas Bangemann sagt:

    Lie­ber Wolf­ram Schnei­der,
    wie wahr! Die Geschich­te bie­tet uns Bei­spie­le zuhauf und doch sind im Hier und Jetzt die wenigs­ten in der Lage, zurück­zu­tre­ten und das poli­ti­sche und gesell­schaft­li­che Gesche­hen als Gan­zes zu betrach­ten. Täte man dies – viel zu weni­ge tun es durch­aus – so müss­te man im glei­chen Moment aktiv wer­den, sich gegen die einen weh­ren und die vor­han­de­nen, zar­ten „Pflänz­chen“ des Wan­dels hel­fend unter­stüt­zen.
    Solan­ge sich auch sol­che, die das Unrecht sehr wohl erken­nen und nicht haben wol­len, davor scheu­en ihren irgend­wie doch funk­tio­nie­ren­den All­tag zu ver­än­dern, wird die Ver­än­de­rung ihnen eben leid­voll begeg­nen.
    Die Geschich­te zeigt auch: Schlau­er wer­den die Men­schen nicht so schnell aus ihr.

  2. Wolfram Schneider sagt:

    Lie­ber Andre­as Ban­ge­mann,

    womit haben wir d a s ver­dient? Ja, es ist wich­tig die­se Fra­ge zu stel­len. Eine der Ant­wor­ten scheint mir in der Tat­sa­che zu lie­gen, dass wir aus der Geschich­te der Wei­ma­rer Repu­blik weder etwas gelernt, noch nach dem Zwei­ten Welt­krieg die Chan­ce der Demo­kra­tie aus­rei­chend genutzt haben.
    Noch immer him­melt die Mas­se ihre Ersatz­kai­ser bzw. Ersatz­mär­chen­kö­ni­ge in Gestalt von Prä­si­den­ten, Kanz­lern und sons­ti­gen Funk­tio­nern an und ent­blö­det sich auch nicht, sich fern­ab aller Wirk­lich­keit in ein­schlä­gi­gen Schund­blät­tern mit ‚dem Adel’ zu beschäf­ti­gen, den es seit 1918 auch in Deutsch­land gar nicht mehr gibt.
    Die mas­sen­haf­te Flucht in Schein­wel­ten und der schon vor 1933 geüb­te Volks­sport ‚Kopf-in-den-Sand-ste­cken’ ver­stel­len den Bli­ck aufs Wesent­li­che. Das Wesent­li­che einer funk­tio­nie­ren­den demo­kra­ti­schen Gemein­schaft ist die kon­struk­ti­ve Selbst­or­ga­ni­sa­ti­on nach dem alt­e­her­ge­brach­ten und zeit­los gül­ti­gen Erfolgs­prin­zip ‚Einer für alle, alle für einen’. Bei die­ser Denk- und Han­dels­wei­se ist wenig Raum für Leu­te, die sich in Gesell­schaft, Poli­tik und Wirt­schaft von der Bevöl­ke­rung weg in klei­ne Kun­gel­krei­se ver­ab­schie­den.
    Ein Pra­xis­bei­spiel aus der kom­mu­na­len Politk: Ein Schwä­bi­sch Gmün­der CDU-Orts­vor­ste­her sag­te mir anfangs der 90er Jah­ren ein­mal: „Es braucht nur 10 Leu­te, die zusam­men­hal­ten, und du kann­st eine Stadt wie Gmünd regie­ren.“ Gmünd hat­te damals 60 000 Ein­woh­ner! 10 : 60 000, das funk­tio­niert dort. Und auch anders­wo, wie ich in Hes­sen haut­nah auf Orts-, Kreis- und Lan­des­ebe­ne selbst mit­er­lebt habe.
    Die­se – wie wir Hes­sen sagen – Herr­schafts­pos­sen funk­tio­nie­ren aller­dings nur solan­ge, als wir ihnen Raum geben. Ein Hit­ler konn­te sich nur des­we­gen breit machen und hal­ten, und die heu­ti­gen stän­di­gen Rechts- und Ver­fas­sungs­brü­che kön­nen nur des­we­gen gesche­hen, weil das die Bevöl­ke­rung mehr­heit­li­ch mit­ge­tra­gen hat bzw. mit­trägt. Mer­kel schießt nicht selbst in Afgha­nis­tan, betei­ligt sich nicht selbst aktiv an einem uner­klä­rer­ten völ­ker­rechts­wid­ri­gen Krieg in Syri­en, und Hit­ler hat selbst auch kei­nen katho­li­schen Pries­ter ver­haf­tet oder einen wider­stän­di­gen SPD-Genos­sen gefol­tert.
    All die­se Din­ge und auch – wider bes­se­ren Wis­sen-Müs­sens – das kor­rup­te, gemein­schafts­schä­di­gen­de und –zer­stö­ren­de kapi­ta­lis­ti­sche Zin­ses­zin­s­un­we­sen las­sen wir zu. Mehr – wir betei­li­gen uns aktiv dar­an und geben ihm dadurch Kraft und Daseins­be­rech­ti­gung. Wir lachen über die, die wiss­be­gie­rig und mutig Geld­ex­pe­ri­men­te wagen, wir igno­rie­ren deren Erfah­run­gen und Schluss­fol­ge­run­gen anstatt Abge­ord­ne­ten, die betrü­ge­ri­sche Finanz­kon­zer­ne mit Steu­er­gel­der pam­pern oder EU-Ver­fas­sun­gen an der Bevöl­ke­rung vor­bei trick­sen, die Stim­me zu ver­wei­gern, eige­ne, par­tei­un­ab­hän­gi­ge Kan­di­da­ten auf­zu­stel­len oder gar uns sel­ber als wähl­ba­re Alter­na­ti­ven zur Ver­fü­gung zu stel­len.
    Wie mäch­tig ist die dem Wirt­schafts- und Mili­tär­kom­plex höri­ge Frau Mer­kel, wie mäch­tig sind ihre hand­ver­le­se­nen Hof­schran­zen tat­säch­li­ch, wenn ihnen nie­mand die Hand ersetzt und sie ihre kru­den Ide­en eigen­hän­dig in die Tat umset­zen müss­ten? Wel­ch Macht haben ein Arbeit­ge­ber­prä­si­dent Hundt, alle die Acker­män­ner und ‚Verteidigungs’minister, wenn Ange­stell­te nicht in die Fabrik­hal­len kom­men, wenn nie­mand Kre­di­te für ver­zicht­ba­re Din­ge auf­nimmt oder jeder den Wehr­dienst igno­riert?
    Nie­mand kann uns von der Ver­ant­wor­tung befrei­en, die wir alle zusam­men für die der­zeit herr­schen­den Zustän­de haben. Nur wir selbst kön­nen uns durch ande­res Den­ken und Han­deln befrei­en – auch vom Zin­ses­zins­knecht­schafts­sys­tem. Solan­ge wir selbst jedoch von der Mas­sen­seu­che der Scheiß­ega­li­tät befal­len blei­ben und uns nicht selbst kurie­ren, gilt für uns die kno­chen­tro­cke­ne Erkennt­nis des römi­schen Rechts­ge­lehr­ten Ulpia­nus: „Dem, der es so will, geschieht kein Unrecht.“

  3. Sahar sagt:

    Erhöh­te MwSt. nur „indi­rekt eine Steu­er­er­hö­hung für Ver­mö­gen­de“???
    Wohl kaum!

    Die Men­schen, bei denen one­hin schon das Geld fehlt, wol­len sie noch zusätz­li­ch durch eine MwSt.-erhöhung belas­ten? Ich kann ihnen da nicht fol­gen. War­um auch das Ein­kom­men aus Arbeit höher besteu­ert wer­den soll ist für mich nicht nach­voll­zieh­bar. Was soll dar­an Huma­ne Wirt­schaft sein? Die Lebens­hal­tungs­kos­ten wür­den für die Gering­ver­die­ner und den Mit­tel­stand erheb­li­ch stei­gen, sodass die sozia­len Span­nun­gen noch schnel­ler zuneh­men. Mit die­ser Mass­nah­me tref­fen sie die Fal­schen, sie wird wohl nicht genü­gen um die Ver­mö­gen der Sup­per­rei­chen abzu­schmel­zen und damit auch die Ver­schul­dung dau­er­haft zu redu­zie­ren oder gar abzu­tra­gen bei gleich­zei­ti­ger Bewah­rung des sozia­len Frie­dens. Die höhe­re Besteue­rung von umwelt­schäd­li­chen Luxus­ar­ti­keln hal­te ich für sinn­vol­ler. Der Hang zur Liqui­di­tät wür­de nur von kur­zer Dau­er aus­ge­he­belt wer­den und zwar gen­au von der Ankün­di­gung der Erhö­hung bis zum Stich­tag. Für noch sin­vol­ler hal­te ich es aller­dings erst ein­mal die frei­wirt­schaft­li­chen Ide­en umzu­set­zen, dana­ch kann über­legt wer­den was wie sinn­voll zu besteu­ert wer­den könn­te.

  4. Dr. Ludwig Paul Häußner sagt:

    Höhe­re Mehr­wert­steu­er als indi­rek­te Ver­mö­gens­ab­ga­be – am Bei­spiel Spa­ni­ens
    ————————————————————————–

    „Spa­re in der Zeit, so hasst Du in der Not.“ oder auf Spa­ni­en bezo­gen: „Spa­re in der Not, so hast Du Zeit dazu.“

    Lei­der hat Spa­ni­ens poli­ti­sche Eli­te die Ein­füh­rung des Euros und die damit ver­bun­de­nen nied­ri­ge­ren Zin­sen nicht dazu genutzt um sei­nen Staats­haus­halt soli­de zu füh­ren. Gera­de die Nied­rig­zins­pha­se hät­te Spa­ni­en dazu nut­zen kön­nen und sol­len, die MwSt schritt­wei­se zu erhö­hen – zumal wenn mann drei unter­schied­li­che MwSt-Sät­ze hat.
    Gemein­sam mit Deutsch­land war Spa­ni­en lan­ge EU-wei­tes Schluß­licht mit 16% MwSt-Satz. Deutsch­land hat die „Mer­kel-Steu­er“ zum 01. 01. 2007 auf 19% erhöht – Spa­ni­en nicht! Erst zum 01. 07. 2010 wur­de der MwSt-Nor­mal­satz auf 18% erhöht. 

    Seit Juli 2010 ein Nor­mal­satz von 18% und ein ermä­ßig­ter Steu­er­satz von 8%. Außer­dem gibt es einen stark ermä­ßig­ten Steu­er­satz von 4%.

    Der ermä­ßig­te Satz von 8% fin­det bei­spiels­wei­se Anwen­dung bei:

    - Per­so­nen­be­för­de­rung- kul­tu­rel­len Ver­an­stal­tun­gen- land­wirt­schaft­li­chen Gütern- Hotel- und Restau­rant­dienst­leis­tun­gen- Sozi­al­dienst­leis­tun­gen- medi­zi­ni­schen Leis­tun­gen

    Mit 4% wer­den stark ermä­ßigt ver­steu­ert:

    - Nah­rungs­mit­tel (teil­wei­se mit 8%)- Arz­nei­mit­tel- Bücher, Zei­tun­gen, Zeit­schrif­ten
    Die jetzt geplan­te Erhö­hung von 18% auf 21% für den Nor­mal­satz wird nicht aus­rei­chen.

    Spa­ni­en müss­te die­sen sogar auf 25% erhö­hen – und hät­te damit indi­rekt eine Steu­er­er­hö­hung für Ver­mö­gen­de rea­li­siert.

    Der MwSt (als Ver­mö­gens­steu­er beim Aus­ge­ben des Ein­kom­mens aus Erwerbs­ar­beit, Divi­den­den oder Zins­ein­nah­men betrach­tet) kann sich nie­mand ent­zie­hen: Steu­er­flucht wäre nur bei NULL-Kon­sum mög­li­ch.

    Ita­li­en wie auch Frank­reich wer­den eben­falls nicht umhin­kom­men die MwSt zu erhö­hen.

    Auch Deutsch­land wird mit­tel­fris­tig nicht umhin­kom­men die MwSt ein wei­ters Mal zu erhö­hen. Das struk­tu­rel­le Defi­zit der öffent­li­chen Hand (Bund, Län­der und Gemein­den) beträgt ca. 50 Mil­li­ar­den pro Jahr. Das wür­de bedeu­ten, dass Deutsch­land die MwSt in den nächs­ten Jah­ren schritt­wei­se auf den EU-Höchst­satz von 25% wird erhö­hen müs­sen.

    Die posi­ti­ven Aus­wir­kun­gen der letz­ten MwSt-Erhö­hung zum 01. 01. 2007 haben nicht nur die öffent­li­chen Haus­hal­te kon­so­li­diert son­dern auch die Kon­junk­tur impul­siert. Über­dies konn­ten dadurch die Bei­trä­ge zur Arbeits­lo­sen­kas­se schritt­wei­se von vor­mals 6,3% auf der­zeit 2,85 gesenkt wer­den (wodurch auch der Fak­tor ARBEIT ent­las­tet und der Fak­tor KAPITAL – indi­rekt – höher belas­tet wor­den ist).

    Außer­dem wür­de eine schritt­wei­se Erhö­hung der MwSt auch dem der­zei­ti­gen Hang zur Liqui­di­tät (= Geld­hor­tung) ent­ge­gen­wir­ken.

    Die Mehr-Wert-Steu­er besteu­ert nicht nur den volks­wirt­schaft­li­ch (aus BODEN – KAPITAL und ARBEIT erwirt­schaf­te­ten Mehr-Wert) son­dern ist es wert theo­re­ti­sch wie poli­ti­sch inten­si­ver dis­ku­tiert zu wer­den.

    Eine höh­re­re MwSt wie auch ein MwSt-Har­mo­ni­sie­rung in der EU kann einen wich­ti­gen Bei­trag zu einer HUMANEN WIRTSCHAFT leis­ten – Spa­ni­en macht der­zeit in der Kri­se einen ers­ten Schritt in dies Rich­tung.

  5. Aber Herr Ban­ge­mann,

    mit die­sem Bei­trag wür­den Sie in der Rie­ge der aner­kann­ten Öko­no­men blan­ke Empö­rung aus­lö­sen. In Wirk­lich­keit ist das doch so: Die armen Rei­chen muss­ten für Ihre Ein­künf­te bereits Steu­ern zah­len. Und nun will man sie noch­mals zur Kas­se bit­ten? Aber das ist doch der­ma­ßen unge­recht! Wie kön­nen Sie nur der­art ego­is­ti­sch den­ken? Zum Glück sind die Ame­ri­ka­ner klü­ger. Die Jubeln einem die­ser Rei­chen fre­ne­ti­sch zu und freu­en sich, dass er ihnen ankün­digt, sie noch wei­ter aus­zu­beu­ten. Wol­len wir wet­ten? Rom­ney wird der nächs­te Prä­si­dent der United Sta­tes. Und dana­ch stellt sich auch in Euro­pa nie­mand mehr die Fra­ge, ob Rei­chen­ab­ga­ben sinn­voll sind oder nicht. Ein Geld­sys­tem, dass der Macht­rie­ge den Hahn abdreht ist da – auf gut Neu­deut­sch – ein abso­lu­tes „No go“. Ich wünsch­te, ich wür­de erken­nen, dass sich frei­wirt­schaft­li­che Ide­en „am Markt“ durch­setz­ten. Aber die Schlag­zei­len der letz­ten Tage und Wochen las­sen mich Böses ahnen. Ich habe den Ein­druck als rüs­te­ten die Geld­e­li­ten aller­orts zu ihrem letz­ten Gefecht. Und das wird wohl nicht mehr mit Wor­t­en, son­dern mit schar­fen Waf­fen aus­ge­tra­gen. Den­ken Sie an die Bericht­erstat­tung aus Russ­land, Rumä­ni­en, Bul­ga­ri­en, den USA, aus dem ara­bi­schen Raum und und und. Da wird einem rich­tig Ban­ge, Mann! (Ver­zei­hen Sie mir das Wort­spiel, denn ich schät­ze sie sehr). 

    Jubeln wir dem Teu­fel zu?

    Sei­ne Fri­sur sitzt wie eine Plas­tik­hau­be.
    Grau­me­lier­tes Haar ziert sei­ne kan­ti­gen Schlä­fen.
    Er lächelt, wenn er sei­ne Opfer ver­sam­melt.
    Sie jubeln ihm zu: „God bless Ame­ri­ca!“
    Schließ­li­ch hat er ihnen viel ver­spro­chen.
    „Ich wer­de euch in den Stra­ßen­gra­ben sto­ßen!
    Auf mei­nen Schlacht­fel­dern sollt ihr ver­rot­ten.
    Der­weil feie­re ich Tea-Par­ty mit mei­nen Freun­den.“

    Selbst­ver­liebt schrei­tet er das Ban­kett ab.
    Er schnappt sich Lachs­häpp­chen, schlürft lüs­tern
    an einem Glas Cham­pa­gner. Die neue Welt­ord­nung -
    wie wird er sie gestal­ten? Kavi­a­rei­er zer­schmel­zen
    auf sei­ner Zun­ge, wäh­rend Mil­ton Fried­man durch
    sei­ne Gedan­ken geis­tert. Ein paar Hin­rich­tun­gen
    wür­den dem Land gut tun. Und ja: Die Medi­en
    soll­ten neue Träu­me säen. Oder die Alten bele­ben.

    Der ame­ri­ka­ni­sche Traum – wo ist der geblie­ben?
    Kran­ken­ver­si­che­run­gen? Wer braucht das?
    Die Pio­nie­re – waren die etwa ver­si­chert?
    Zahl­ten sie Steu­ern oder küm­mer­ten sich um Kol­la­te­ral­schä­den?
    Nein! Ihr Traum war ein Traum der Frei­heit. Eine Frei­heit,
    in der die Star­ken über­leb­ten und die Schwa­chen star­ben.
    Ein Hoch auf grau­me­lier­te Men­schen mit dicken Bank­kon­ten!
    Sie brin­gen die Lösung: den Tod der Schwa­chen!

    „God bless Ame­ri­ca! God bless Ame­ri­ca! God bless Ame­ri­ca!”
    Fre­ne­ti­scher Jubel bran­det auf. Der Ret­ter sonnt
    sich im Lust­ge­schrei klei­ner Maden. Er wird sie
    lächelnd zer­tre­ten, sobald sie sei­ne Köder geschluckt haben.
    Sie las­sen sich ger­ne zer­tre­ten. Sie lie­ben es,
    wenn sie wie ein Stück Kau­gum­mi an sei­nen Soh­len kle­ben.
    „Freut euch, denn ich ver­hei­ze eure Söh­ne“, ruft er
    Ihnen zu. Sie jubeln: „God bless Ame­ri­ca! God bless Ame­ri­ca!”

    http://www.traumpoet.blogspot.de

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