Bit­coin – Poten­tial als Zukunfts­wäh­rung – Rico Kol­ler

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Im folgen­den Arti­kel werden die ursprüng­li­chen Ziele und Progno­sen von Bitcoin mit der aktu­el­len Situa­ti­on vergli­chen und daraus Hypo­the­sen für die Weiter­ent­wick­lung von Bitcoin abge­lei­tet. Des weite­ren wird das Poten­ti­al von Bitcoin basie­rend auf Analo­gi­en zu Altcoins und Komple­men­tär­wäh­run­gen (z. B. WIR), sowie Exper­ten­mei­nun­gen einge­schätzt.
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Ursprüng­li­che Progno­sen und Erkennt­nis­se
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Vergleicht man die im Jahr 2008 vom Grün­der Sato­shi Naka­mo­to gestell­te Progno­se bzgl. Einsatz­ge­biet des Bitcoins, mit dem bis heute bekann­ten Nutzer­ver­hal­ten, ist eine große Diskre­panz auszu­ma­chen. Bis heute werden Bitcoins im Wesent­li­chen zum Sparen und aus Speku­la­ti­ons­grün­den gekauft. Dies beweist auch die 2012 in Israel erstell­te Studie „Quan­ti­ta­ti­ve Analy­sis of the Full Bitcoin Tran­sac­tion Graph“. Die Forscher analy­sier­ten die Block­chain und stell­ten fest, dass viele Adres­sen nur Bitcoins empfan­gen, aber von diesen Adres­sen keine Bitcoins gesen­det wurden. So konnte nach­ge­wie­sen werden, dass 78 % der erzeug­ten Bitcoins nicht für den Handel genutzt, sondern als Spar­gut­ha­ben gespei­chert werden. Der Bitcoin-Erfin­der Sato­shi Naka­mo­to machte sich zu den mögli­chen Einsatz­ge­bie­ten andere Gedan­ken. Da mit Bitcoin keiner­lei Gebüh­ren entste­hen und in voller Anony­mi­tät bezahlt werden kann, glaub­te er, dass die ersten Einsät­ze für Zahlun­gen mit Bitcoin in den Berei­chen Micro­pay­ment, also Trans­ak­tio­nen über sehr kleine Beträ­ge, oder porno­gra­fi­sche Inter­net­sei­ten zustan­de kämen. Dass Bitcoins heute haupt­säch­lich als Inves­ti­ti­on gekauft werden, liegt aber auch daran, dass immer noch verhält­nis­mä­ßig wenige Dienst­leis­ter Bitcoin als Zahlungs­mit­tel akzep­tie­ren. Damit Bitcoins öfter ausge­ge­ben werden, müss­ten nicht nur kleine Spezi­al­ge­schäf­te Bitcoin als Zahlungs­mit­tel akzep­tie­ren, sondern insbe­son­de­re dieje­ni­gen Geschäf­te, die Arti­kel für den tägli­chen Bedarf anbie­ten, z. B. große Waren­häu­ser.
Welt­weit fanden System­kri­ti­ker Gefal­len an der Idee von Naka­mo­to, eine Währung zu nutzen, die nicht von Regie­run­gen oder Zentral­ban­ken kontrol­liert wird.
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Was die Erstel­lung von neuen Bitcoins mittels Mining-Prozess betrifft, hat das Bitcoin-System bisher die Erwar­tun­gen erfüllt. Gesteu­ert über einen Schwie­rig­keits­grad (Diffi­cul­ty Factor) werden je nach Hash­ing-Power immer gleich viele neue Bitcoins erstellt, das hat Naka­mo­to von Anfang an so gewollt. Was er hinge­gen nicht für möglich gehal­ten hat, ist die Proble­ma­tik der 51 %-Atta­cke. Es war in seinem System nicht vorge­se­hen, dass sich Mining-Pools bilden, die mögli­cher­wei­se mehr als die Hälfte aller neuen Bitcoins erstel­len und so Einfluss auf das System nehmen könn­ten.
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Auch wenn verschie­de­ne Exper­ten in der ursprüng­li­chen Tech­no­lo­gie von Bitcoin Schwä­chen sehen, muss gesagt werden, dass das vom anony­men Grün­der erstell­te tech­no­lo­gi­sche Konzept und dessen Umset­zung, abge­se­hen von klei­ne­ren Fehlern, die im Laufe der Zeit entdeckt wurden, einwand­frei funk­tio­niert. So sagt denn auch Luzius Meis­ser (Präsi­dent Bitcoin Asso­cia­ti­on Switz­er­land): „Am tech­ni­schen Konzept des Bitcoin-Systems wurden keine Anpas­sun­gen vorge­nom­men. Die seit der ersten Versi­on erschie­nen Soft­ware-Updates, wurden nur nötig, um Sicher­heits­lü­cken zu elimi­nie­ren und die Code-Leser­lich­keit zu verbes­sern.“
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Tech­no­lo­gisch gese­hen hat sich die Progno­se bzgl. der Funk­ti­on des Systems also bestä­tigt, anders sieht es bei den Anwen­dungs­ge­bie­ten aus. Da Naka­mo­to keine Progno­se zur welt­wei­ten Verbrei­tung stell­te, kann über dessen Eintref­fen auch keine Aussa­ge gemacht werden.
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Analo­gi­en
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Um das Zukunfts­po­ten­ti­al von Bitcoin auszu­lo­ten, wird ein Vergleich gezo­gen zu frühe­ren Versu­chen, die herkömm­li­chen Währun­gen zu erset­zen. Auch Analo­gi­en zu vergleich­ba­ren Ersatz­ver­su­chen werden aufge­zeigt.
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Letz­te­res gilt z. B. für die Einfüh­rung von E-Mail, das anfäng­lich kaum genutzt werden konnte, da kaum jemand über eine E-Mail-Adres­se verfüg­te. Das erklärt auch, weshalb Bitcoins kaum zum Kauf von Waren genutzt werden, denn es fehlen die Dienst­leis­ter, die Bitcoin als Zahlungs­mit­tel akzep­tie­ren.
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Altcoins
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Inter­es­sant ist, zu verfol­gen wie sich andere digi­ta­le Währun­gen, so genann­te Altcoins (Kurz­form von alter­na­ti­ven Coins), entwi­ckeln. Diese können z. B. aus einem abge­än­dert Quell­code von Bitcoin entste­hen. Obwohl viele Altcoins schnell wieder verschwin­den, erfreu­en sie sich erstaun­li­cher Beliebt­heit. Auch diese Währun­gen können auf Online-Börsen gehan­delt werden, der Umsatz liegt aber weit hinter Bitcoin zurück. Trotz­dem zeich­net sich mit dem Trend von Bitcoin-Kopien ab, wie die Weiter­ent­wick­lung des Bitcoin-Prin­zips in Zukunft ausse­hen kann. Die schritt­wei­se Verbes­se­rung des Grund­prin­zips erfolgt durch Einfüh­run­gen neuer Währun­gen paral­lel zu den bestehen­den. Altcoins wie z. B. Lite­coin, Peer­coin, Nova­Coin, Frei­coin oder YACoin, haben beispiels­wei­se folgen­de Vortei­le gegen­über Bitcoin:
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kürze­re Block­ge­ne­rie­rungs­in­ter­val­le
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Trans­ak­ti­ons­be­stä­ti­gun­gen erfol­gen schnel­ler
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andere Mining-Mecha­nis­men mit gerin­ge­rem Ener­gie­ver­brauch
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größe­re Sicher­heit
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Diese Anpas­sun­gen könn­ten auch ins Bitcoin-System über­nom­men werden und so die Akzep­tanz und Verbrei­tung fördern.
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Komple­men­tär­wäh­run­gen
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Aufgrund bereits erleb­ter und poten­ti­el­ler Welt­wirt­schafts­kri­sen, die Poli­tik und Länder wieder­holt zu teuren Inter­ven­tio­nen zwin­gen, kamen schon verschie­dent­lich Ideen zu alter­na­ti­vem Geld, soge­nann­ten Komple­men­tär­wäh­run­gen auf. Bereits Hunder­te solcher ergän­zen­den Währungs­sys­te­me, die neben der offi­zi­el­len Landes­wäh­rung exis­tie­ren, um eine regio­na­le Wirt­schaft und die Lebens­si­tua­ti­on aller Betei­lig­ten zu verbes­sern, wurden erfolg­reich einge­führt. Insbe­son­de­re Krisen­zei­ten bieten einen guten Nähr­bo­den, um unkon­ven­tio­nel­le Ideen im Währungs­sys­tem umzu­set­zen…

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