Bundesgerichtshof: Geld ist kein Geld

Ein inter­es­san­tes Urteil des Bun­des­ge­richts­ho­fes.

Zwar ging es dabei im Kern um „Samm­ler­mün­zen“, wobei die zum Teil als gesetz­li­ches Zah­lungs­mit­tel gel­ten, aber im Urteil steckt eine inter­es­san­te Sicht­wei­se:

Der Bun­des­ge­richts­hof ent­schei­det die­se Fra­ge dahin­ge­hend, dass allein die staat­li­che Aner­ken­nung einer Mün­ze als offi­zi­el­les Zah­lungs­mit­tel noch nicht dazu führt, dass der Tat­be­stand des § 935 Abs. 2 BGB erfüllt ist. Dar­über hin­aus ist erfor­der­lich, dass die­se zum Umlauf im öffent­li­chen Zah­lungs­ver­kehr bestimmt und geeig­net ist. – Mehr hier: http://www.rechtslupe.de/zivilrecht/sammlermuenzen-sind-kein-geld-365761#sthash.OmjL3QbO.dpuf

Wie Hel­mut Ritt­gen von der Deut­schen Bun­des­bank beim Bar­geld­sym­po­si­um 2012 ein­drucks­voll dar­leg­te, sind 85 bis 90% der aus­ge­ge­ben Bar­geld­men­ge seit vie­len Jah­ren nicht zum Zwe­cke des öffent­li­chen Zah­lungs­ver­kehrs im Umlauf. Die­ses Bar­geld dient ihren Hal­tern als „Samm­ler­stü­cke“, denn es wird gehor­tet, bzw. ist aus Sicht der Deut­schen Bun­des­bank mit unbe­kann­ter Nut­zung unter­wegs.

Die wich­tigs­te Funk­ti­on des Gel­des, näm­lich die, Tausch­mit­tel zu sein, sorgt so für viel Ver­wir­rung.

Der Grund ist ein­fach: Solan­ge Geld nicht als öffent­li­che Ein­rich­tung wahr­ge­nom­men und sei­ne Nut­zung als Tausch­mit­tel nicht in einem ent­spre­chen­den Ord­nungs­rah­men defi­niert wird, weiß eigent­lich nie­mand so recht, ob Geld über­haupt Geld ist. Dabei wäre es so ein­fach, das eigent­lich zum Zwe­cke der wirt­schaft­li­chen Trans­ak­ti­on erdach­te Bar­geld flie­ßen zu las­sen und es klar von „Samm­ler­stü­cken“ zu tren­nen.

Es lohnt sich die­ses Urteil mehr­fach genau durch­zu­le­sen und sich dabei die Nut­zung des heu­ti­gen Bar­gelds vor Augen zu füh­ren.

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