Kategorie: Ausgabe 03 – 2011

Staatsverschuldung – Ferdinand Wenzlaff 0

Staatsverschuldung – Ferdinand Wenzlaff

Zu bedau­ern ist, dass sich in der Poli­tik oft kei­ne ratio­na­len Debat­ten füh­ren las­sen und Ein­zel­in­ter­es­sen einen kor­rup­ten Weg der Durch­set­zung zum Scha­den des Gemein­we­sens fin­den. Der noch grö­ße­re Skan­dal besteht dar­in, dass sich die Wirt­schafts­wis­sen­schaft in den Dienst pri­va­ter Inter­es­sen stel­len lässt und Ideo­lo­gi­en statt volks­wirt­schaft­li­chen Theo­ri­en den Dis­kurs domi­nie­ren, die zur Grund­la­ge einer ver­fehl­ten Wirt­schafts- und Sozi­al­po­li­tik wer­den. Die Debat­te um die Staats­schul­den zeigt ganz beson­ders, wie unzu­rei­chend ein volks­wirt­schaft­li­cher Gegen­stand betrach­tet wer­den kann. Wenn Volks­wir­te den kreis­lauf­wirk­sa­men Impuls einer Kür­zung der Staats­aus­ga­ben mit dem Ziel des Bud­get­aus­gleichs (kei­ne neu­en Schul­den) oder gar Kon­so­li­die­rung (Schul­den­til­gung) weg­den­ken, wird der Anspruch eines eige­nen Gegen­stan­des der
Volks­wirt­schafts­leh­re negiert und Staats­ver­schul­dung als betriebs­wirt­schaft­li­ch zu lösen­des Pro­blem auf­ge­fasst.

Ein neues Geld braucht das Land – Gudula Frieling 0

Ein neues Geld braucht das Land – Gudula Frieling

Begren­zung der Boni­zah­lun­gen an hoch­ran­gi­ge Ban­ker, Eigen­ka­pi­tal der Ban­ken erhö­hen, Steu­er­oa­sen schlie­ßen – so lau­ten seit Jah­ren die immer glei­chen For­de­run­gen, in der Hoff­nung die ent­fes­sel­te Finanz­welt zu bän­di­gen.

Walter Russell und das universale Partnerprinzip – Dagmar Neubronner 0

Walter Russell und das universale Partnerprinzip – Dagmar Neubronner

Wer war Wal­ter Rus­sell? In Deutsch­land wird das beein­dru­cken­de Lebens­werk des „neu­en Leo­nar­do da Vin­ci“ all­mäh­li­ch bekann­ter. Dazu trägt neben sei­nen Büchern auch sein „Fern­stu­di­en­kurs Kos­mi­sches Bewusst­sein“ bei. An der von Wal­ter und Lao Rus­sell gegrün­de­ten frei­en „Uni­ver­si­ty of Sien­ce and Phi­lo­so­phy“ wird die­ser Kurs seit 1950 ange­bo­ten, die Rus­sell-Exper­tin Dag­mar Neu­bron­ner hat ihn auf Deut­sch her­aus­ge­ge­ben.

Peak Oil und die abiotische Theorie – Norbert Rost 0

Peak Oil und die abiotische Theorie – Norbert Rost

Die letz­te „Huma­ne Wirt­schaft“ trans­por­tier­te in Form eines Leser­briefs von Uwe Todd einen Hin­weis auf die abio­ti­sche Theo­rie der Erd­ölent­ste­hung. Für unse­re heu­ti­ge Wirt­schafts­wei­se ist Erd­öl extrem wich­tig, da im Grun­de der gesam­te Stra­ßen­trans­port­be­reich, der sei­ner­seits not­wen­di­ge Vor­aus­set­zung für die heu­ti­ge Arbeits­tei­lung zwi­schen den Unter­neh­men ist, auf Erd­öl als Treib­stoff basiert. Die Annah­me, Erd­öl sei ein end­li­cher
Roh­stoff, pro­vo­ziert des­halb die Fra­ge, wie eine Wirt­schaft ohne die­sen Roh­stoff über­haupt aus­se­hen könn­te.

Antiatomarer Schaulauf – Pat Christ 0

Antiatomarer Schaulauf – Pat Christ

Plötz­li­ch passt sie selbst ein­ge­fleisch­ten Befür­wor­tern nicht mehr: Atom­ener­gie ist in Miss­kre­dit gera­ten. Wie glaub­wür­dig wohl die Anti-Kern­kraft-Bekun­dun­gen sind? Skep­sis ist ange­zeigt. Lie­ber jenen ver­trau­en, die sich schon lan­ge gegen ato­ma­re Ener­gie aus­spre­chen. In Bay­ern bei­spiels­wei­se kämpft der Bund Natur­schutz seit Jah­ren für erneu­er­ba­re Ener­gie und gegen Kern­kraft. Bereits im Som­mer 2008 star­te­te der BN die Kam­pa­gne „Elf lee­re Phra­sen“ gegen Atom-Pro­pa­gan­da.

Die öko-neoliberale Republik … – Roland Rottenfußer 0

Die öko-neoliberale Republik … – Roland Rottenfußer

Frü­her waren die Grü­nen ein Gesamt­pro­jekt, basie­rend auf einer Rei­he von eng mit­ein­an­der ver­zahn­ten
Idea­len: öko­lo­gi­sch, basis­de­mo­kra­ti­sch, kapi­ta­lis­mus­kri­ti­sch. Heu­te beschränkt sich ihr Ange­bot weit­ge­hend dar­auf, dafür zu sor­gen, dass Inves­to­ren beim Pro­fi­tie­ren nicht durch Radio­ak­ti­vi­tät gestört wer­den.

Demokratie mit Schleife – Wilfried Deiß 0

Demokratie mit Schleife – Wilfried Deiß

Die Demo­kra­tie befin­det sich in einer Kri­se, nicht erst seit Atom-Lauf­zeit­ver­län­ge­rung und Stutt­gart 21. Das Ver­trau­en in die demo­kra­ti­schen Sys­te­me nimmt ab, die Wahl­be­tei­li­gung sinkt. Und wie­der besteht die Gefahr, dass die­se Unzu­frie­den­heit zur Regres­si­on in auto­ri­tä­re Sys­te­me führt, wäh­rend doch ein MEHR an Demo­kra­tie den kom­ple­xen Pro­ble­men der glo­ba­li­sier­ten Welt ange­mes­sen wäre. Auch in den am höchs­ten ent­wi­ckel­ten Demo­kra­ti­en hat es in den letz­ten Jahr­zehn­ten kaum eine Wei­ter­ent­wick­lung demo­kra­ti­scher Par­ti­zi­pa­ti­on gege­ben, obwohl dies tech­ni­sch und orga­ni­sa­to­ri­sch ohne Wei­te­res mög­li­ch wäre.

Von Pandora bis Ali Baba – Wolfgang Berger 0

Von Pandora bis Ali Baba – Wolfgang Berger

In den Anfangs­zei­ten ist die Erde ein Para­dies, es gibt weder Müh­sal noch Krank­heit und die Men­schen sind – wie die Göt­ter – unsterb­li­ch. In der grie­chi­schen Mytho­lo­gie ist die ers­te Frau nicht Eva, son­dern Pan­do­ra – die „All­be­schenk­te“. Sie ist von berau­schen­der Schön­heit und hold­se­li­gem Lieb­reiz.

Ein Herz aus Stein 1

Editorial: „Trägst du ein Herz von Fleisch, erhärte es zu Stein“ – Andreas Bangemann

„Trägst du ein Herz von Flei­sch, erhär­te es zu Stein
und wund’re dich nicht, wenn es nicht gleich gelingt.
Sei ein­mal hart vor einer gro­ßen Not,
bald siehst du zu, wenn wer ins Was­ser springt.
Das garan­tiert die Kro­ne des Gewinns:
Zins und Zin­ses­zins.“
** Ute Lem­per in dem „Lied des Lot­te­rie­agen­ten“, geschrie­ben von Kurt Weill.

Strahlendes Japan © Martin Bangemann, Kontakt: bestmoose.de 0

Kühler Kopf trotz Kernschmelze – Andreas Bangemann

Es ist der­zeit schwer, sich mit dem The­ma Kern­ener­gie auf eine Wei­se zu befas­sen, wie es eigent­li­ch gebo­ten wäre. Die Emo­tio­nen las­sen sich kaum aus­blen­den. Alle Über­le­gun­gen wer­den über­schat­tet von dem unvor­stell­ba­ren Leid der Men­schen, die direkt von den Gescheh­nis­sen der fort­dau­ern­den Kata­stro­phe in Japan betrof­fen sind. Gro­ße Trau­er, Mit­ge­fühl, aber auch die Angst vor Aus­wir­kun­gen bei uns, läh­men unse­re Fähig­keit zum kla­ren Den­ken. Mag sein, dass es gegen­wär­tig tat­säch­li­ch bes­ser wäre, sich nur den Opfern zuzu­wen­den. Doch was kön­nen wir tun? Ande­rer­seits birgt die welt­wei­te Auf­merk­sam­keit die gro­ße Chan­ce, das The­ma Kern­kraft in all sei­nen Facet­ten zu erfas­sen.“

Foto: © Pat Christ
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„Woran hängt dein Herz?“ – Pat Christ

Wie das The­ma „Gerech­te Wirt­schafts­ord­nung“ auf dem 33. Evan­ge­li­schen Kir­chen­tag prä­sen­tiert wer­den kann, das war Dis­kus­si­ons­punkt einer Tagung, die der Bei­rat der „Chris­ten für gerech­te Wirt­schafts­ord­nung“ (CGW) in Zell bei Würz­burg abhielt. Erst­mals, so das Zel­ler Bei­rats­mit­glied Die­t­er Fau­th, soll heu­er dezi­diert auf das Kir­chen­tags­mot­to ein­ge­gan­gen wer­den. „… da wird auch dein Herz sein“, lau­tet der Titel der Ver­an­stal­tung vom 1. bis 5. Juni in Dres­den. Impli­ziert ist Jesu Fra­ge: „Wor­an hängt dein Herz?“

Welt voller Geld © Martin Bangemann, Kontakt: bestmoose.de 0

Schuldgeld und Geldschulden (Teil 1 von 2) – Friedrich Müller-Reißmann

Wie kommt eigent­li­ch das Geld in die Welt? Wer „schöpft“ das Geld und bestimmt, wie viel Geld im Umlauf ist? Fra­gen, die soll­te man mei­nen leicht und ein­deu­tig zu beant­wor­ten sind. Doch an ihnen schei­den sich schon seit vie­len Jah­ren die Geis­ter, die ver­ste­hen wol­len, wie „das mit dem Geld eigent­li­ch funk­tio­niert“. Zwei Frak­tio­nen ste­hen sich in einer Art Glau­bens­krieg unver­söhn­li­ch, in wech­sel­sei­ti­gem Unver­ständ­nis, wis­sen­schafts­theo­re­ti­sch aus­ge­drückt: „para­dig­ma­ti­sch“ gegen­über.