Die Währung ist unser Schicksal – Kommentar von Wilhelm Schmülling

Ein fast verzwei­fel­ter Versuch, auf eine frei­heit­li­che und gerech­te Lösung hinzu­wei­sen.
Es ist kaum zu glau­ben, mit welchen Maßnah­men die Währungs­hü­ter versu­chen, die immer noch viru­len­te Finanz­kri­se, die eigent­lich eine Geld­ord­nungs­kri­se ist, an einer Explo­si­on zu hindern. Bei Maßnah­men, die zwar tenden­zi­ell rich­tig sein mögen, aber nur auf bruch­stück­haf­te Anlei­hen von der vor fast 100 Jahren konzi­pier­ten Theo­rie der NATÜRLICHEN WIRTSCHAFTSORDNUNG und der darin enthal­te­nen Geld­ord­nung zurück­grei­fen, wird das Schei­tern unaus­weich­lich sein. Ein Schei­tern, das dies­mal nicht nur den Steu­er­zah­ler schröpft, sondern die Währung insge­samt so erschüt­tert, dass ihr Zusam­men­bruch droht.

Was kommt da auf uns zu, nur weil die Scheu­klap­pen von Poli­ti­kern und Natio­nal­ban­kern verhin­dern, über ihre eige­nen natio­nal­öko­no­mi­schen „Schu­len“ auf „Außen­sei­ter“ zu schau­en, die eben keine oder nur gerin­ge akade­mi­sche Weihen vorzu­wei­sen haben. Lang­jäh­ri­gen Studi­en der Volks­wirt­schaft haben sie immun gemacht gegen außer­halb der Schul­wis­sen­schaft vorge­tra­ge­ne Theo­ri­en. Dabei sollte ihnen zu denken geben, dass inner­halb ihrer Wissen­schaft durch­aus unter­schied­li­che Vorschlä­ge, gar gegen­sätz­li­che Theo­ri­en vertre­ten werden. Verglei­chen Sie einmal die Ansich­ten der „Öster­rei­chi­schen Schule“ mit der mone­ta­ris­ti­schen oder der „Keyn­essia­ni­schen Schule“ mit der neoklas­si­schen. Ach ja, jetzt sind die „Neoli­be­ra­len“ führend. Eine fröh­li­che Wissen­schaft fürwahr. Gibt es so viele „Schu­len“ auch in der Mathe­ma­tik? Womit die Frage der Wissen­schaft­lich­keit in der Volks­wirt­schafts­leh­re geklärt sein dürfte.

Nun, da die Folgen der heuti­gen diffu­sen Währungs­ord­nung sicht­bar werden, nämlich die Defla­ti­on trotz Geld­schwem­me und in ihrem Gefol­ge die Arbeits­lo­sig­keit, besin­nen sich einige namhaf­te Volks­wirt­schaft­ler auf den bis dato gemie­de­nen Währungs­re­for­mer Silvio Gesell. Er war ihnen zu radi­kal, wollte er doch das Einkom­men der Bürger auf die Leis­tungs­trä­ger beschrän­ken und damit eine wirk­li­che Leis­tungs­ge­sell­schaft errei­chen. Leis­tungs­lo­ses Einkom­men war ihm suspekt, womit Erträ­ge aus Besitz von Grund und Boden und aus Geld­an­la­gen gemeint sind.

Es Ist doch das Bestre­ben vieler Mitbür­ger, über Erbschaf­ten oder mit einem Lotto­ge­winn zur Klasse derer zu gehö­ren, die nicht mehr zu arbei­ten brau­chen. In letz­ter Konse­quenz heißt das, sie möch­ten von der Arbeit Ande­rer leben. Vorder­grün­dig ist solcher Egois­mus verständ­lich, letzt­lich für die Gemein­schaft jedoch schäd­lich, da mit diesem Verhal­ten eine Klas­sen­ge­sell­schaft der Armen und Reichen entsteht. Die „Sozia­le Frage“ hat hier ihren Ursprung. Schie­ben wir aber nicht die Schuld auf das falsche „Bewusst­sein“ der Menschen, auf Gier oder Faul­heit. Schuld sind falsche Struk­tu­ren der Gesell­schafts­ord­nung, insbe­son­de­re der Geld- und Währungs­ord­nung.

Seit Einfüh­rung dieser kapi­ta­lis­ti­schen Ordnung 1945 in Deutsch­land, genannt Sozia­le Markt­wirt­schaft, nahmen die sozia­len Proble­me erst lang­sam aber dann immer schnel­ler zu. Alle gutge­mein­ten jedoch nutz­lo­sen Sozi­al­ge­set­ze verhin­der­ten nicht den Reich­tum im oberen Zehn­tel der Bevöl­ke­rung. Immer­hin gibt es heute in Deutsch­land 1.1 Millio­nen Millio­nä­re bei zuneh­men­der Anzahl und zuneh­men­dem Vermö­gen. Die spie­gel­bild­lich anstei­gen­den sozia­len Proble­me konn­ten trotz stei­gen­der Produk­ti­vi­tät nicht gelöst werden.

Jetzt sieht Prof. Thomas Straub­haar, immer­hin Direk­tor des Hambur­ger Welt­Wirt­schafts­in­sti­tuts (HWW) das Ende des Kapi­ta­lis­mus kommen. Wieso? Er schreibt am 20. Juni 2014 in der WELT „Ein posi­ti­ver Zins ist das Herz des Kapi­ta­lis­mus …“ Nun aber sei mit den von der EZB einge­führ­ten Nega­tiv­zin­sen das Ende des Kapi­ta­lis­mus gekom­men. „Nega­ti­ve Zinsen gehö­ren zum Urge­stein der Kapi­ta­lis­mus­geg­ner“, womit offen­sicht­lich die Befür­wor­ter der Frei­wirt­schaft­li­chen Schule nach Silvio Gesell gemeint sind.

Es ist erstaun­lich, wie auch Profes­so­ren eine glas­klar in der NATÜRLICHEN WIRTSCHAFTSORDNUNG vorge­stell­te Theo­rie unge­nau und verdreht wieder­ge­ben. Viel­leicht ist das sogar Absicht. Es wird nichts nützen. Die zuneh­men­den Proble­me in der heuti­gen Geld- und Währungs­po­li­tik und die daraus sich erge­ben­den sozia­len Unge­rech­tig­kei­ten werden zur Über­nah­me einer besse­ren Gesell­schafts­ord­nung zwin­gen.

Die Währung ist unser Schick­sal.

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