Gol­dene Regeln – gol­dene Zei­ten – Olah, Huth & Löhr

Gol­dene Regeln – gol­dene Zei­ten – Nor­bert Olah, Tho­mas Huth & Dirk Löhr
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Mit einer opti­ma­len Staats­fi­nan­zie­rung aus Boden­ren­ten (und Geld­nut­zungs­ge­büh­ren) ver­wan­deln sich Staats­ver­schul­dung, Steu­er­hin­ter­zie­hung, Steu­er­flucht, Schwarz­ar­beit und Arbeits­lo­sig­keit in über­flüs­si­ge Schein­pro­ble­me. Ein fri­scher Blick auf die volks­wirt­schaft­li­che Gesamt­rech­nung durch die Bril­le der gol­de­nen Regeln der Kapi­tal­ak­ku­mu­la­ti­on und der Staats­fi­nan­zie­rung zeigt, dass die­se Sicht­wei­se rea­lis­tisch und der Lösungs­weg gang­bar ist. Die Ein­kom­men­steu­er kann durch eine Boden­wert­steu­er abge­löst wer­den. Die Arbeit wird nicht mehr künst­lich ver­teu­ert und Voll­be­schäf­ti­gung wird bezahl­bar.
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Das ord­nungs­po­li­ti­sche Cre­do
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Unter dem Begriff Boden­ren­te wer­den hier alle öko­no­mi­schen Ren­ten zusam­men­ge­fasst, die nicht den bei­den Pro­duk­ti­ons­fak­to­ren Arbeit und Kapi­tal zuge­ord­net wer­den kön­nen, son­dern dem ver­blei­ben­den drit­ten klas­si­schen Pro­duk­ti­ons­fak­tor Boden zuge­schrie­ben wer­den dür­fen. In vie­len Lehr­bü­chern ist der Boden als eigen­stän­di­ger Pro­duk­ti­ons­fak­tor unter den Tisch gefal­len. Man behan­delt den Boden wie ein Kapi­tal­gut, das belie­big ver­mehr­bar und ersetz­bar ist. Bei ver­mehr­ba­ren und sub­sti­tu­ier­ba­ren Kapi­ta­li­en bewirkt der markt­wirt­schaft­li­che Wett­be­werb eine Ent­ka­pi­ta­li­sie­rung, indem sich die Kapi­tal­ren­di­ten weg­kon­kur­rie­ren. Inso­fern der Boden nicht ver­mehr­bar und sub­sti­tu­ier­bar ist, kön­nen die Boden­ren­ten auch nicht im Wett­be­werbs­gleich­ge­wicht ver­schwin­den. Der Boden muss daher künst­lich ent­ka­pi­ta­li­siert wer­den, um ein Markt­ver­sa­gen zu ver­mei­den.
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Wäh­rend der Mar­xis­mus uns erzäh­len will, dass es unbe­dingt not­wen­dig wäre, pri­va­te Güter (Pro­duk­ti­ons­mit­tel) zu ver­staat­li­chen, meint der Neo­li­be­ra­lis­mus, es sei eine gute Idee, öffent­li­che Güter (Schie­nen­netz, Stadt­wer­ke) zu pri­va­ti­sie­ren. Ein ord­nungs­po­li­ti­scher Ansatz, der Nut­zen und Kos­ten mög­lichst bei­ein­an­der hal­ten will, wird öffent­li­che Güter defi­nie­ren wie etwa Geld und Boden, deren Inwert­set­zung als Gemein­schafts­leis­tung ange­se­hen wer­den kann, und sich aus die­sen Gütern refi­nan­zie­ren, so dass den sozia­len Kos­ten auch sozia­li­sier­te Ein­nah­men gegen­über­ste­hen.
Markt­ver­sa­gen und Staats­ver­sa­gen sind zwei Sei­ten der glei­chen Medail­le. Mal gibt es den Markt als Ret­ter bei Staats­ver­sa­gen, dann wie­der den Staat als Ret­ter bei Markt­ver­sa­gen. Mit einer Staats­fi­nan­zie­rung aus Geld und Boden wird dage­gen die Funk­ti­ons­fä­hig­keit von Markt und Staat her­ge­stellt. Jen­seits der libe­ra­len Idyl­le des Mark­tes und der sozia­lis­ti­schen Idyl­le des Staa­tes liegt die Theo­rie opti­ma­ler Wirt­schafts­pro­zes­se. Wer Eti­ket­ten braucht, kann die Vor­schlä­ge zur Geld- und Boden­re­form als kri­ti­sche Syn­the­se aus Boden­so­zia­lis­mus und Ordo­li­be­ra­lis­mus auf­fas­sen.
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Gol­de­ne Regeln
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Die volks­wirt­schaft­li­che Gesamt­rech­nung führt Buch über die Ent­ste­hung, Ver­wen­dung und Ver­tei­lung des Sozi­al­pro­dukts. Sowohl die gol­de­ne Regel der Kapi­tal­ak­ku­mu­la­ti­on (Mau­rice-Allais-Theo­rem) als auch die gol­de­ne Regel der Staats­fi­nan­zie­rung (Hen­ry-Geor­ge-Theo­rem) beschrei­ben Ent­spre­chun­gen zwi­schen der Ver­wen­dung und der Ver­tei­lung des Sozi­al­pro­dukts. Auf einem opti­ma­len Wachs­tums­pfad muss das Arbeits­ein­kom­men dem Kon­sum ent­spre­chen und das Kapi­tal­ein­kom­men den Inves­ti­tio­nen. Die öffent­li­chen Güter sol­len aus der Boden­ren­te finan­ziert wer­den. Ins­ge­samt hat man also drei Glei­chun­gen für die Ent­loh­nung der drei Pro­duk­ti­ons­fak­to­ren Arbeit, Kapi­tal und Boden:
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Arbeits­ein­kom­men = Kon­sum
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Kapi­tal­ein­kom­men = Inves­ti­ti­on
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Boden­ren­te + Güter­steu­ern = Staats­gü­ter
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Die gol­de­nen Regeln beschrei­ben einen opti­ma­len und aus­beu­tungs­frei­en Wirt­schafts­pro­zess. Es stellt sich somit die Fra­ge, inwie­weit die gol­de­nen Regeln in der öko­no­mi­schen Rea­li­tät erfüllt sind oder erfüllt wer­den kön­nen. Hier­zu wer­den im Fol­gen­den die Daten der volks­wirt­schaft­li­chen Gesamt­rech­nung unter­sucht (Quel­le: Sta­tis­ti­sches Bun­des­amt)…

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