taz deckt „räuberische Privatisierung“ schonungslos auf

War­um sind hohe Gewin­ne mit Was­ser eigent­lich nicht erlaubt?

Die Ber­li­ner Was­ser­be­trie­be haben ein Mono­pol sowohl auf die Ver­sor­gung der Haupt­stadt mit Lei­tungs­was­ser als auch auf die Rei­ni­gung des Abwas­sers. Haus­hal­te sind gesetz­lich gezwun­gen, sich ans Netz anzu­schlie­ßen. Die Was­ser­be­trie­be sind, trotz der Betei­li­gung pri­va­ter Anteils­eig­ner, for­mal wei­ter eine Anstalt öffent­li­chen Rechts. Für ihre Tari­fe gel­ten der Grund­satz der Ver­hält­nis­mä­ßig­keit und das Grund­recht auf Gleich­be­hand­lung aus Arti­kel 3 des Grund­ge­set­zes. Die Rich­ter des Ber­li­ner Ver­fas­sungs­ge­richts­ho­fes lei­te­ten dar­aus ab, es müs­se bei den Tari­fen “eine sach­ge­rech­te Ver­knüp­fung zwi­schen den Kos­ten und der Höhe des zu erhe­ben­den Ent­gelts” geben. Zwar gebe dies “dem Gesetz­ge­ber inner­halb gewis­ser Gren­zen einen Ent­schei­dungs- und Gestal­tungs­spiel­raum”. Auch Gewin­ne sei­en mög­lich. Man dür­fe die Tari­fe aber nicht “völ­lig unab­hän­gig von den tat­säch­li­chen Kos­ten” anset­zen.

Die umstrit­te­ne Pri­va­ti­sie­rung der „Ber­li­ner Was­ser­be­trie­be“ zeigt mit wel­chen Metho­den öffent­li­che Ein­rich­tun­gen den Geset­zen des nur auf Pro­fit aus­ge­rich­te­ten Kapi­ta­lis­mus unter­wor­fen wur­de.
Indem die taz die gehei­men Was­ser­ver­trä­ge ver­öf­fent­licht, ent­blößt sie nicht nur die Machen­schaf­ten von Geld getrie­be­nen Poli­ti­kern und Finanz­hai­en. Sie zeigt auf, wie absurd die­ses auf Kapi­tal­ver­meh­rung auf­ge­bau­te Geld­sys­tem mitt­ler­wei­le ist.
Wie vie­ler der­ar­ti­ger Bei­spie­le braucht es noch, bis wir die­ses Sys­tem in den Orkus schie­ßen.

Wei­te­res Zitat:

„Auf wel­chem Wege soll­ten die Was­ser­be­trie­be den­noch Gewin­ne machen?

Als das Land Ber­lin Ende der Neun­zi­ger­jah­re nach einem Käu­fer für die Was­ser­be­trie­be such­te, griff es zu einem Trick, der bei öffent­li­chen Unter­neh­men bun­des­weit üblich ist: In die Tari­fe soll­ten auch fik­ti­ve Kos­ten ein­be­rech­net wer­den. Die Was­ser­be­trie­be soll­ten für das Kapi­tal, das für die Anla­gen zur Was­ser­ver- und -ent­sor­gung not­wen­dig ist, fik­ti­ve Zin­sen berech­nen. Die­se Zin­sen soll­ten dann den Kun­den über die Was­ser­ta­ri­fe in Rech­nung gestellt wer­den. Da tat­säch­lich gar kei­ne Zins­kos­ten in die­ser Höhe anfal­len, soll­te dann ein Gewinn übrig blei­ben. Und je höher die fik­ti­ven Zin­sen, des­to höher der Gewinn.“

Um die über­le­bens­wich­ti­gen öffent­li­chen Ein­rich­tun­gen in die Maschi­ne­rie der Umver­tei­lung durch Zin­sen ein­zu­ord­nen wer­den und wur­den räu­be­ri­sche Ver­trags­tricks ange­wen­det.

Posted via email from HUMANE-WIRTSCHAFT

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