HUMANE WIRTSCHAFT ...mehr als eine Zeitschrift

Badewanne - Illustration im Original von André Fritz 0

Wandel aus der Badewanne – Andreas Bangemann

Von einem, der sich aus­zog und die Unter­neh­mens­welt ver­än­der­te.
Uwe Lüb­ber­mann trägt kei­nen Bart. Er „führt Kote­let­ten unter dem Kinn zusam­men“. Mit spür­ba­rer Lebens­freu­de bringt er Zuhö­rer
und Mit­men­schen dazu, gewohn­te Denk­mus­ter zu ver­las­sen. Zwi­schen dem Bad, das sein Leben ver­än­der­te im Jah­re 1999 und dem Füh­ren eines immer erfolg­rei­che­ren „Kol­lek­tivs“ sind 13 Jah­re ver­gan­gen. Die Wor­te, die dem Grün­der ein­fal­len, um zu beschrei­ben, wie sich das Erreich­te anfühlt, sind: „Ein­fach nur geil“. Uwe Lüb­ber­mann hat­te sich beim Baden über die Geschmacks­ver­än­de­rung sei­ner Lieb­lings-Cola („Afri-Cola“) gewun­dert. Nach eini­gen Recher­chen fand er her­aus, dass die Grün­der­fa­mi­lie Karl Flach aus Köln 1998 die Mar­ken­rech­te von Afri-Cola an einen Kon­zern (Mine­ral­brun­nen Über­kin­gen-Tein­ach AG) abge­ge­ben und die­ser „nach Guts­her­ren- Art“ die Rezep­tur ver­än­dert hat. Das woll­te der ein­ge­fleisch­te Afri- Cola-Trin­ker Uwe Lüb­ber­mann nicht auf sich sit­zen las­sen und mel­de­te sich bei den Her­stel­lern mit sei­nen Beschwer­den. Um ihn her­um bil­de­te sich – noch lan­ge bevor es so etwas wie „Face­book“ gab – eine Com­mu­ni­ty, wel­che sein Anlie­gen teil­te und gemein­sam wur­de alles dar­an gesetzt, das Unter­neh­men zurück zu den geschmack­li­chen Wur­zeln des Pro­dukts zu füh­ren.

Macht-Geld-Sinn-Energie 2013 1

Der Wirtschafts- und Energiekongress 2013 – Manuel Schürmann

„Geld regiert die Welt.“ Sel­ten war die­ser Spruch so plau­si­bel wie heu­te. Schon immer lie­ßen Köni­ge und Kai­ser ihr Bild­nis auf Mün­zen prä­gen und bekräf­tig­ten damit ihren Herr­schafts­an­spruch. Geld und Macht schei­nen unlös­lich mit­ein­an­der ver­knüpft, aber kann Geld auch Sinn machen oder, was schier undenk­bar erscheint, kann Sinn ein Geld machen, das ganz anders ist als das, was wir heu­te ken­nen und das sei­nen Inha­bern zwar weni­ger Macht ver­leiht, dafür aber ein sinn­haf­tes Leben eröff­net? Ein Geld, des­sen Wert vor allem dar­in liegt, dass es umläuft,
von einer Hand zur ande­ren gereicht wird, anstatt dass es sich in den Hän­den weni­ger bestän­dig ver­mehrt?

Prof. Frithjof Bergmann – Foto: Pat Christ
Foto: © Pat Christ
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Mit Freu(n)den den Wandel gestalten – Ein Bericht von Pat Christ

Der Bau­er auf sei­ner Schol­le kann­te noch kei­ne Stech­uhr. Sei­ne Arbeit war zwei­fel­los hart. Sicher oft sehr hart. Doch hät­te man frü­her je von einem Land­wirt mit Burn-out gehört? Lan­ge stand die Art und Wei­se, wie der Bau­er sei­nen Lebens­un­ter­halt ver­dien­te, für den größ­ten Teil der Bevöl­ke­rung als Syn­onym für „Arbeit“. Vor 200 Jah­ren, so Frith­jof Berg­mann, änder­te sich das. Es begann ein Arbei­ten, das die Men­schen erschöpf­te. Und sie, bedingt durch das neue Arbeits­sys­tem, in „Rei­che“ und „Arme“ spal­te­te. So zumin­dest der all­ge­mei­ne
Sprach­ge­brauch. Frith­jof Berg­mann, Phi­lo­so­phie­pro­fes­sor und Erfin­der des Kon­zepts der „Neu­en Arbeit“, spricht lie­ber von „Oasen­men­schen“
als von „Rei­chen“ und von „Wüs­ten­men­schen“ als von „Armen“. Etwa 80 Pro­zent der Mensch­heit gehö­ren letz­te­rer Grup­pe an, so der For­scher
bei sei­nem unge­wöhn­li­chen Auf­takt zur Jah­res­fei­er 2012 der HUMANEN WIRTSCHAFT in der Sil­vio-Gesell-Tagungs­stät­te. Und es wer­den unwei­ger­lich immer mehr. Denn in der tech­no­lo­gi­sier­ten und glo­ba­li­sier­ten Welt gibt es nicht mehr genug bezahl­te Arbeit für alle. Wes­halb Berg­mann in Detroit seit lan­gem ein neu­es Arbeits­sys­tem ent­wi­ckelt.

Kalender 1913 von Erich Mühsam 1

Kalender 1913 von Erich Mühsam

Bild wiki­pe­dia: Müh­sam wäh­rend sei­ner Lehr- und Wan­der­jah­re, um 1906   Janu­ar: Der Rei­che klappt den Pelz empor, und mol­lig glüht das Ofen­rohr. Der Arme klebt, daß er nicht frier, sein Fens­ter zu mit Pack­pa­pier. Febru­ar: Im Fasching schaut der rei­che Mann sich gern ein armes Mäd­chen an. Wie zärt­lich…

Spiel mit Inflationserwartungen? 0

Spiel mit Inflationserwartungen?

Die Noten­ban­ken sol­len die Infla­ti­ons­er­war­tun­gen steu­ern. Dazu brau­chen sie eine hohe Repu­ta­ti­on, also Glaub­wür­dig­keit, dass sie ihren Ankün­di­gun­gen auch Taten fol­gen las­sen und ihre Zie­le errei­chen wer­den. Den Noten­ban­ken ist von dem Ver­such abzu­ra­ten, mit den Infla­ti­ons­er­war­tun­gen so zu „spie­len“, wie sie das mit den Leit­zin­sen tun. Sta­bi­le, aber höhe­re Infla­ti­ons­ra­ten sind leich­ter erreich­bar als die heu­ti­gen nied­ri­gen Infla­ti­ons­zie­le.

© Martin Bangemann, bestmoose.biz 0

Teufelskreise der Reichtumskonzentration – Friedrich Müller-Reißmann

Ange­sichts von Finanz­kri­se, Staats­ver­schul­dung, Sozi­al­ab­bau usw. wer­den alle mög­li­chen Vari­an­ten von „Rei­chen­steu­ern“ gefor­dert: Erhö­hung der Spit­zen­steu­er­sät­ze, Wie­der­ein­füh­rung der Ver­mö­gens­steu­er, ein­ma­li­ge Son­der­ab­ga­ben auf beson­ders gro­ße Ver­mö­gen,
Zwangs­an­lei­hen usw. Die­se Vor­stö­ße set­zen stra­te­gisch an der fal­schen Stel­le an und blen­den eigent­lich kri­ti­schen Punkt aus: die Her­kunft des Reich­tums.
Anstatt dar­über nach­zu­den­ken, wie man den Rei­chen etwas von ihrem Reich­tum zuguns­ten der All­ge­mein­heit neh­men kann, soll­te man erst ein­mal die Mecha­nis­men aus­schal­ten, die auto­ma­tisch den Reich­tum der Rei­chen zulas­ten der All­ge­mein­heit ohne (eige­ne) Leis­tung end­los ver­meh­ren. Es bringt wenig, den Bestand des Reich­tums zu atta­ckie­ren, wenn man sei­nen Zufluss unan­ge­tas­tet lässt. Nicht „Rei­chen­steu­ern“ sind not­wen­dig, son­dern eine Reform des Geld- und Finanz­sys­tems.

Leserbriefe 06/2012 0

Leserbriefe 06/2012

Ihre Mei­nung ist uns wich­tig! Sen­den Sie uns Ihre Fra­gen, Anre­gun­gen oder per­sön­li­chen Mei­nun­gen. Wir bemü­hen uns, so vie­le Leser­brie­fe unter­zu­brin­gen, wie mög­lich. Wenn wir Leser­brie­fe kür­zen, dann so, dass das Anlie­gen der Schrei­ben­den gewahrt bleibt. Leser­brie­fe geben nicht die Mei­nung der Redak­ti­on wie­der.

(Hu)manigfaltiges – 06/2012 0

(Hu)manigfaltiges – 06/2012

— Wirt­schafts­pro­fes­sor will Markt­wirt­schaft von Kapi­ta­lis­mus befrei­en — Kei­ne Leis­tungs­ge­sell­schaft, son­dern eine Ren­tier­s­wirt­schaft —

Karsten Behr, © Manuel Bangemann 0

Essen: Lesertreffen der HUMANEN WIRTSCHAFT in „neuem“ Raum – Redaktion

In der Katha­ri­nen­stra­ße 14 in Essen-Rüt­ten­scheid fin­det seit vie­len Jah­ren an jedem 2. Diens­tag des Monats um 17 Uhr ein Tref­fen für Leser, Inter­es­sier­te und Freun­de der HUMANEN WIRTSCHAFT statt. Tra­di­tio­nell eröff­net Wil­helm Schmül­ling den Ter­min mit einem Impuls­re­fe­rat und mode­riert im Anschluss die leb­haf­ten Dis­kus­sio­nen zum aktu­el­len Gesche­hen in Wirt­schaft und Poli­tik der stets zahl­rei­chen Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer. Anläss­lich der Ver­an­stal­tung am 9. 10. 2012 prä­sen­tier­te sich der Tagungs­raum in atem­be­rau­ben­der Erschei­nung.

Rudolf Steiner um 1891, gemeinfrei, Quelle: Wikipedia. 0

„Dreigliederung des sozialen Organismus“ – Gerhardus Lang

Sil­vio Gesell nennt sein erst­mals 1916 her­aus­ge­ge­be­nes Grund­la­gen­werk „Die natür­li­che Wirt­schafts­ord­nung“. Dazu sagt er selbst: „Die Wirt­schafts­ord­nung, .….…., kann nur inso­fern eine natür­li­che genannt wer­den, als sie der Natur des Men­schen ange­passt ist. Es han­delt sich also nicht um eine Ord­nung, die sich etwa von selbst, als Natur­pro­dukt, ein­stellt. Eine sol­che Ord­nung gibt es über­haupt nicht, denn immer ist die Ord­nung, die wir uns geben, eine Tat, und zwar eine bewuss­te und gewoll­te Tat.“ Er stellt dann noch fest, dass , und dar­um auch „das Maß sei­ner Wirt­schaft.“

Pik Bube, origina by uschi dreiucker / pixelio.de 0

Das Ende einer Skatrunde – Andreas Bangemann

Seit Jah­ren traf sich Klaus mit sei­nen Freun­den, Armin und Vla­do zum wöchent­li­chen Skat­spiel. Im Wech­sel spiel­ten sie jeweils bei einem der drei zu Hau­se am Küchen­tisch. Sie lieb­ten den Skat und sie lieb­ten ihn mit all den in Skat­tur­nie­ren unter­sag­ten Vari­an­ten, wie Bock- oder Ram­schrun­den. Die Span­nung erhiel­ten sich die Freun­de, indem sie einen „har­ten“ Pfen­nig-Skat spiel­ten – sie blie­ben bei dem tra­di­tio­nel­len Aus­druck, auch wenn es natür­lich längst um Euro­cent ging –, bei dem am glei­chen Abend bar aus­ge­zahlt wird. Da kön­nen im Höchst­fall schon mal 50,- € und mehr den Besit­zer wech­seln. Skat war für die drei Freun­de nicht ein­fach nur Zeit­ver­treib. Ohne Skat wäre ihr Leben ärmer gewe­sen. Des­halb war es ihnen auch wich­tig, dass Skat bei allem Spie­le­ri­schen doch mit der nöti­gen Ernst­haf­tig­keit gespielt wur­de. Ein
Pfen­nig-Skat bestraft leicht­fer­ti­ge und ris­kan­te Spiel­wei­se mit hohen Ver­lus­ten. Aus die­sem Grund war der rela­tiv hohe Ein­satz ein­fach nur
Garant für Ernst­haf­tig­keit und – wie im Fal­le der drei Freun­de – für Spie­le auf einem hohen Niveau. Ein­zig dar­auf kam es ihnen immer an.

Ohne Zentralbankgeld geht nichts – Axel Thorndorff und Tobias Schütze 2

Ohne Zentralbankgeld geht nichts – Axel Thorndorff und Tobias Schütze

Geschäfts­ban­ken wickeln den unba­ren Zah­lungs­ver­kehr ihrer Kun­den ab. Dazu benö­ti­gen sie Zen­tral­bank­geld. Bei einer Über­wei­sung
zahlt eine Kun­din aus ihrer Sicht schein­bar mit Geld von ihrem Giro­kon­to. Für die Geschäfts­bank ist das Giral­geld jedoch eine Ver­bind­lich­keit,
die sie nicht ein­fach so an eine ande­re Bank ohne Gegen­leis­tung los­wer­den kann. Daher müs­sen die Geschäfts­ban­ken unter­ein­an­der die unba­re Kun­den­zah­lung mit einem Zah­lungs­mit­tel beglei­chen, das von den betei­lig­ten Ban­ken akzep­tiert wird. Die Zah­lung muss also auch zwi­schen den Ban­ken erfol­gen, denn ein Über­trag von Giral­geld stellt zunächst eine Kre­dit­ge­wäh­rung der Emp­fän­ger­bank an die Geber­bank
dar. Die gegen­sei­ti­gen Kre­dit­li­mits der Ban­ken sind jedoch auf­grund des jewei­li­gen Risi­ko­ma­nage­ments begrenzt.

Hot Euro, © Martin Bangemann, bestmoose.de 2

Vollgeld… – Helmut Creutz

Ein Bei­trag zur Lösung unse­rer Geld­pro­ble­me oder zur wei­te­ren Ver­wir­rung? – Ver­such einer Klä­rung
„Mit der Ein­füh­rung des Voll­gel­des wäre … mit einem Schlag die Euro­kri­se been­det. Die bestehen­den Staats­schul­den aller Euro­län­der wären kein Pro­blem mehr und die Finanz­märk­te wären froh, wenn sie über­haupt noch Staats­an­lei­hen zum Kauf fin­den. Die Euro­staa­ten könn­ten sich ent­spannt auf die Ein­hal­tung des Fis­kal­pak­tes und der Schul­den­brem­se und den Aus­gleich der Han­dels­de­fi­zi­te kon­zen­trie­ren, so dass kei­ne neu­en lang­fris­ti­gen Staats­schul­den mehr ent­ste­hen.“ [Aus einem Papier des Ver­eins „ Initia­ti­ve Mon­eta­ti­ve“ von Tho­mas May­er]

Stephan Geue 0

Der blinde Fleck von Greenpeace- Stephan Geue

Ende August fand ich in den Green­peace-Nach­rich­ten, den quar­tals­wei­se erschei­nen­den Infor­ma­tio­nen für För­de­rer der Umwelt­or­ga­ni­sa­ti­on, wie­der ein­mal einen Arti­kel über deren Umwelt­stif­tung. Da als gemein­nüt­zig aner­kann­te Ver­ei­ne selbst kei­ne nen­nens­wer­ten Rück­la­gen bil­den dür­fen, hat Green­peace die­se Stif­tung gegrün­det. Stif­tun­gen dür­fen Rück­la­gen bil­den, ja, sie müs­sen es sogar; Rück­la­gen sind, so wie Stif­tun­gen heut­zu­ta­ge „kon­stru­iert“ sind, sozu­sa­gen deren Exis­tenz­grund­la­ge. Und den Zweck der Stif­tung legt der­je­ni­ge fest, der sie grün­det und das Grün­dungs­ka­pi­tal ein­bringt. Eigent­lich könn­te das Finanz­amt also auch gleich den Ver­ei­nen die Bil­dung von Rück­la­gen erlau­ben.

© Pat Christ
Foto: © Pat Christ
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Nicht mehr länger nur Mainstream – Pat Christ

Dass ein ange­hen­der Maschi­nen­bau­er ein recht strik­tes Stu­di­um durch­lau­fen muss, mit viel Mathe­ma­tik, Tech­ni­scher Mecha­nik, Elek­tro­tech­nik
und Inge­nieur­geo­me­trie, das leuch­tet noch ein. Doch eine Volks­wir­tin? Die soll­te, wie jede ande­re Sozi­al­wis­sen­schaft­le­rin, ein wesent­lich freie­res Cur­ri­cu­lum haben. Hat sie de fac­to aber nicht. Woge­gen das deutsch­land­wei­te „Netz­werk Plu­ra­le Öko­no­mik“ Sturm läuft. In einem Offe­nen Brief for­dern die Akteu­re eine Neu­ge­stal­tung der Volks­wirt­schafts­leh­re. Jeden Mon­tag gibt es an der Uni­ver­si­tät Bay­reuth nach­mit­tags Übun­gen zur Vor­le­sung „Mathe­ma­ti­sche Grund­la­gen für Wirt­schafts­wis­sen­schaft­ler“. Am Don­ners­tag wird bereits um 8 Uhr am Mor­gen eine (zwei­stün­di­ge) Fra­ge­stun­de ange­bo­ten. Auch da geht es um mathe­ma­ti­sche Grund­la­gen. Am Mon­tag­vor­mit­tag ver­sam­meln sich die Stu­den­tin­nen und Stu­den­ten mit der Matri­kel-End­zif­fer 0 bis 5 im Audi­max, um sich Kennt­nis­se über sta­tis­ti­sche Metho­den anzu­eig­nen. Übun­gen zu jenen Metho­den ste­hen in Bay­reuth am Diens­tag­nach­mit­tag auf dem Pro­gramm. Am Vor­mit­tag die­ses Tages geht es in einem Inten­siv­kurs um das indus­trie­öko­no­mi­sche The­ma „Markt und Wett­be­werb“.

Dipl.-Psych. Peter Berner 0

Kapitalismuskritik – einmal anders. – Peter Berner

Auch in der gegen­wär­tig wach­sen­den Geld­sys­tem-kri­ti­schen Pro­test­be­we­gung haben es die Ein­sich­ten der Frei­wirt­schafts­leh­re anschei­nend
oft rela­tiv schwer, die ihnen gebüh­ren­de Beach­tung zu fin­den. Liegt dies viel­leicht an dem weit rei­chen­den Per­spek­ti­ven­wech­sel, den die­se Ein­sich­ten erfor­dern? Immer­hin schreibt selbst Hel­mut Creutz, einer der gegen­wär­tig wich­tigs­ten Ver­tre­ter der Frei­wirt­schaft, ein­lei­tend in sei­nem Buch ‚Das Geld-Syn­drom‘: „Das The­ma (Geld) inter­es­sier­te mich (ursprüng­lich) eigent­lich wenig, denn ich konn­te mir nicht vor­stel­len, dass im Geld ein Pro­blem­feld steckt. Schließ­lich hat­te ich mehr als 30 Jah­re lang in der Wirt­schafts­pra­xis damit zu tun, bei Objekt­fi­nan­zie­run­gen, Kal­ku­la­tio­nen und Wirt­schaft­lich­keits­be­rech­nun­gen.“ Heu­te ist die Arbeit von Creutz eine wert­vol­le Quel­le von Zah­len und Fak­ten zur Unter­maue­rung der frei­wirt­schaft­li­chen Argu­men­ta­ti­on. Der fol­gen­de Text möch­te inter­es­sier­ten Ein­stei­gern die Grund­ge­dan­ken die­ser Argu­men­ta­ti­on nahe­brin­gen.

Prof. Dr. Dr. Wolfgng Berger 0

Die globale Finanz- und Schuldenkrise – Wolfgang Berger

Richard Por­tes, Pro­fes­sor an der „Lon­don School of Eco­no­mics“ gilt als bedeu­tends­ter Öko­nom Groß­bri­tan­ni­ens. In 2007 schreibt er: „…
the inter­na­tio­na­li­sa­ti­on of the Ice­lan­dic finan­ci­al sec­tor is a remar­kab­le suc­cess sto­ry that the mar­kets should bet­ter ack­now­ledge“ (die erfolg­rei­che glo­ba­le Aus­rich­tung des islän­di­schen Finanz­sek­tors soll­te die Märk­te mehr beein­dru­cken). Fre­de­ric S. Mish­kin – Öko­no­mie­pro­fes­sor
an der „Colum­bia Uni­ver­si­tät New York“ und ehe­ma­li­ger Prä­si­dent der US-Zen­tral­bank – ver­öf­fent­licht in 2007 einen Auf­satz „Finan­ci­al Sta­bi­li­ty in Ice­land“ (Die finan­zi­el­le Sta­bi­li­tät Islands). Die islän­di­sche Zen­tral­bank zahlt ihm dafür 124.000 Dol­lar [http://de.wikipedia.org/wiki/Frederic_Mishkin].

Waage des Vertrauens, © Martin Bangemann, bestmoose.de 0

Die einzige Deckung des Geldes ist Vertrauen. – Andreas Bangemann

Ein kom­men­tie­ren­der Bericht vom ers­ten „Bar­geld­sym­po­si­um“ der Deut­schen Bun­des­bank am 10.10.2012 in Frank­furt am Main.
In sei­ner Eröff­nungs­re­de mach­te Jens Weid­mann, der Prä­si­dent der Deut­schen Bun­des­bank mit einem kur­zen Blick auf die Geschich­te des Bar­gel­des deut­lich, wie wich­tig das ein­zi­ge gesetz­li­che Zah­lungs­mit­tel bis heu­te ist. Auch wenn in ent­le­ge­nen Win­kel der Erde noch Urein­woh­ner zur Bezah­lung gro­ße Stei­ne zur Beglei­chung einer Schuld nutz­ten, was eine beson­de­re Form des Bar­gelds dar­stel­le, so habe das „moder­ne“ Bar­geld im Rest der Welt und ins­be­son­de­re in Euro­pa eine unge­bro­che­ne Erfolgs­ge­schich­te auf­zu­wei­sen und das trotz Ent­wick­lung moderns­ter Mög­lich­kei­ten im Bereich elek­tro­ni­scher Zah­lungs­sys­te­me.

Die „Lebensleistungsrente“ ist eine Wohlverhaltensrente 1

Die „Lebensleistungsrente“ ist eine Wohlverhaltensrente

Nach­fol­gend fin­den Sie mei­nen Leser­brief zum FAZ-Wir­t­­schafts­­­leit­ar­­ti­kel vom 06.11.2012 – Sei­te 11. Sie fin­den den FAZ-Leit­ar­­ti­kel im Inter­net unter: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/rentenpolitik-lohn-fuer-lebensleistung-11950966.html In der SffO-Tagung am kom­men­den Wochen­en­de in Bad Boll Gene­ra­ti­ons­ver­trag und Grund­ein­kom­men Ergän­zung oder Wider­spruch? wol­len wir die­sen Fra­gen auf den Grund gehen. Sie fin­den das Pro­gramm unter http://www.sffo.de/sffo/sffo_20121110_Gen-Vertrag_fly.pdf Offen­sicht­lich…

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Jahresfeier 2012: Mit Freu(n)den den Wandel gestalten

Von 1. bis 4. Novem­ber 2012 fin­det die tra­di­tio­nel­le Jah­res­fei­er der HUMANEN WIRTSCHAFT statt, wie immer in der Sil­vio-Gesell-Tagungs­­­stät­­te in Wup­per­tal. Das in herr­li­cher Natur des Ber­gi­schen Lan­des gele­ge­ne Tagungs­haus bil­det wie immer den Rah­men für eine Ver­an­stal­tung, in der die Macher der Zeit­schrift, gemein­sam mit Auto­ren, Lesern und vie­len…

Warum hohe Benzinpreise erst der Anfang sind – Norbert Rost 2

Warum hohe Benzinpreise erst der Anfang sind – Norbert Rost

Die hohen Kraft­stoff­prei­se belas­ten Ver­brau­cher und Unter­neh­men. Und sie belas­ten die Wirt­schaft als Gan­zes.
Doch die Dis­kus­si­on um Steu­er­sen­kun­gen greift zu kurz.

„Leider fehlt es noch an Kraft und Mut“ – Pat Christ 0

„Leider fehlt es noch an Kraft und Mut“ – Pat Christ

Nur eine splee­ni­ge Spie­le­rei? Vor allem für älte­re, einst in öffent­li­chen Ämtern akti­ve Men­schen ist es schwer, sich auf das The­ma
„Regio­geld“ ein­zu­las­sen, sagt Petra Ber­ger­mann vom Schwa­ba­cher Ver­ein Regio-Mark: „Sie haben nun ein­mal im gege­be­nen Sys­tem als Funk­tio­när funk­tio­niert.“ Die mitt­le­re Gene­ra­ti­on neh­me das, was sie über die Bedeu­tung von regio­na­lem Geld erzäh­le, immer­hin zur Kennt­nis. Doch lei­der feh­le es hier an Zeit, Kraft und Mut, sich für eine Geld­re­form ein­zu­set­zen.

Eine unmögliche Kombination: Kapitalismus und Marktwirtschaft – Wilhelm Schmülling 0

Eine unmögliche Kombination: Kapitalismus und Marktwirtschaft – Wilhelm Schmülling

In jeder Dis­kus­si­on über Armut und Reich­tum wird schnell Einig­keit über die Not­wen­dig­keit zur „Bekämp­fung der Armut“ erzielt, nicht aber über die Bekämp­fung des Reich­tums. Armut ist nun mal Rea­li­tät, die es zu bekämp­fen gilt. Wäh­rend zur „Armuts­be­kämp­fung“ vie­le Vor­schlä­ge prä­sen­tiert wer­den, deren Wirk­sam­kei­ten umstrit­ten sind, stößt bei einer Reich­tums­be­kämp­fung“ (ein kaum gehör­tes Wort!) jeder Vor­schlag auf mas­si­ven Wider­stand derer, die den Reich­tum als
Vor­aus­set­zung zur Min­de­rung der Armut anse­hen. Reich­tum sei nun mal in unse­rer markt­wirt­schaft­li­chen Ord­nung von jeder­mann erreich­bar, wenn er nur intel­li­gent und flei­ßig genug sei.

Ohne Vertrauen funktioniert Geld nicht – Andreas Bangemann 0

Ohne Vertrauen funktioniert Geld nicht – Andreas Bangemann

Ohne die Schwin­gun­gen der Luft, könn­ten wir kei­ne Stim­me wahr­neh­men. Wir hören unse­re Mit­men­schen spre­chen und brau­chen dabei nicht zu wis­sen, war­um Luft schwingt und wel­che Beson­der­hei­ten dabei eine Rol­le spie­len. Es dürf­te eine gro­ße Mehr­heit sein, die nicht all­zu viel Wis­sen über die Schwin­gun­gen von Luft hat. Ich gehö­re auch dazu.

Grundsicherung im Alter oder bedingungsloses Grundeinkommen? 8

Grundsicherung im Alter oder bedingungsloses Grundeinkommen?

Machen die Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­rin und die SPD einen poli­ti­schen Feh­ler, wenn sie die Grund­si­che­rung dif­fa­mie­ren? Die Bedürf­tig­keits­prü­fung sei bestimm­ten Men­schen nicht zumut­bar. Wie­so nur die­sen? Müss­te nicht die Grund­si­che­rung abge­schafft und ein bedin­gungs­lo­ses Grund­ein­kom­men (bGE) für alle Men­schen im Ren­ten­al­ter ein­ge­führt wer­den? Dann hät­te Jeder im Alter das Exis­tenz­mi­ni­mum sicher. Sei­ne…

„Alles wandelt sich. Neu beginnen kannst Du mit dem letzten Atemzug.“ – Andreas Bangemann 0

„Alles wandelt sich. Neu beginnen kannst Du mit dem letzten Atemzug.“ – Andreas Bangemann

Die­sen Herbst wird eini­ges pas­sie­ren, das kann ich Ihnen ver­spre­chen! Men­schen wer­den Angst haben. Die Far­be des Laubs wird sich ändern. Men­schen wer­den Geld ver­lie­ren. Das Laub wird von den Bäu­men fal­len. Der Nie­der­gang des Euro wird wei­ter­ge­hen. Das Laub wird nass wer­den. Die Men­schen wer­den ver­wirrt, ver­ängs­tigt und ver­är­gert auf die Stra­ßen Euro­pas gehen. Die Tie­re wer­den sich auf den Win­ter vor­be­rei­ten. Die Men­schen wer­den wei­ter vor der Wirt­schafts­kri­se ste­hen, wie das Kanin­chen vor der Schlan­ge.

Der unsichtbare Elefant 0

Bundestags-Enquete: Unsichtbarer Elefant bleibt unentdeckt.

Zwar hat der Grü­­nen-Bun­­­des­­tags­­a­b­ge­or­d­­ne­­te und Mit­glied der Kom­mis­si­on „Wachs­tum, Wohl­stand, Lebens­qua­li­tät“, Dr. Her­mann Ott, eine wich­ti­ge For­de­rung auf­ge­stellt, indem er als ein Ergeb­nis der Kom­mis­si­ons­ar­beit das Absen­ken des Res­sour­cen­ver­brauchs als unab­ding­bar dar­stell­te. Unschein­bar, aber durch­aus bri­sant, kommt auch die Erkennt­nis daher, dass es nicht genü­ge den Res­sour­cen­ver­brauch weni­ger stark anstei­gen…

UMA-Talk mit Steffen Henke 1

UMA-Talk mit Steffen Henke

Ter­min­hin­weis für Novem­ber Die Schau­spie­le­rin Ute Maria Ler­ner aus Köln hat in die­sem Jahr das For­mat „UMA-Talk“ ins Leben geru­fen, im Rah­men des­sen sie außer­ge­wöhn­li­che Per­so­nen zu einem Gespräch ein­lädt. Am 24.9.2012 war Stef­fen Hen­ke bei ihr – bes­ser gesagt im Licht­haus Rema­gen am Neu­markt in Köln – zu Gast…

Geldsystem: 13½ Gründe für eine grundlegende Erneuerung – Andreas Bangemann 0

Geldsystem: 13½ Gründe für eine grundlegende Erneuerung – Andreas Bangemann

Das Gefühl des Getrie­ben­seins beherrscht mitt­ler­wei­le alle Berei­che des mensch­li­chen Lebens. Die Dra­ma­tik der Ereig­nis­sen nimmt zu und mit ihr die Anzahl der Rat­schlä­ge von allen Sei­ten, was wohl jetzt als nächs­tes zu tun ist. Poli­ti­ker han­deln sprung­haft und
meist „alter­na­tiv­los“. Bür­ge­rin­nen und Bür­ger ver­har­ren im Gefühl der Macht­lo­sig­keit in einer lethar­gi­schen Erstar­rung. Sich ganz auf sich selbst kon­zen­trie­rend, die gro­ßen Din­ge teil­nahms­los beob­ach­tend, bewäl­tigt man sei­nen All­tag. Den­noch ist die Lage ange­spannt und von heu­te auf mor­gen kann die ver­meint­li­che Erstar­rung in offe­ne Aggres­si­vi­tät umschla­gen. Wäre es da nicht wahr­lich Zeit für eine Inven­tur? Inne­hal­ten, Bestand auf­neh­men und erst dann ent­schei­den, was als nächs­tes zu tun ist? So
han­deln, dass wie­der Ruhe ein­keh­ren und sich lang­fris­ti­ge Ent­wick­lun­gen hin zum Guten ein­stel­len kön­nen? Ohne „Inven­tur“ aller Fra­gen des Geld­sys­tems wer­den wir nicht wei­ter kom­men. Die Lis­te im fol­gen­den soll dyna­misch sein, ergänzt, gekürzt und erwei­tert wer­den. Sie soll dazu bei­tra­gen, die Schwie­rig­kei­ten zu erhel­len.