Leser­briefe 02/2016

Wenn wir Leserbriefe kürzen, dann so, dass das Anliegen der Schreibenden gewahrt bleibt. Leserbriefe geben nicht die Meinung der Redaktion wieder.
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Eine Frage/Anregung, inspiriert durch die DGB-Reichtumsuhr
bspw: http://www.vermoegensteuerjetzt.de/reichtumsuhr/
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Die einzelnen momentanen Werte machen nicht viel Sinn. Für mich interessant ist die zeitliche Entwicklung über die Jahrzehnte. Von Helmut Creutz gibt es die Verteilungsgrafik über die zehn Vermögensgruppen. Meine Vorstellung wäre, über die Zeit und die Verteilung der Vermögensgruppen farblich auf der y-Achse zu unterschieden. Gibt es diese Grafik bereits? Ich habe leider nicht die Muße eine solche zu erstellen. Es scheint mir eine bewußtseinserhellende zu sein, da sie mit einem Blick deutlich macht, dass in erster Linie das „Wachstum“ eine Umverteilung ist. ---

Diese Frage beschäftigt mich weiterhin, da ich fast täglich an dieser Uhr vorbeilaufe und mich dann jedes Mal frage, wieviel ist jetzt von dem gesamten Vermögenszuwachs bei dem höchsten Zehntel gelandet. Doch so richtig, kann ich es aus den einzelnen Werten nicht sehen. Vielleicht haben die Programmierer auch einen linearen Zusammenhang in den Hintergrund gelegt. Dies müsste jedoch dann stets zu Abweichungen führen mit den gemessenen Zahlen. Vielleicht gibt es ja von Euch jemanden, der sich mit dieser Uhr auseinandersetzen kann und mag.
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Friedhelm Heinrich, Mainz
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Auch die HUMANE WIRTSCHAFT bekommt ihren „Shitstorm“: Zu „Gekaufte Wissenschaft“.
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Den Artikel fand ich sehr interessant und aufschlussreich. Was mir jedoch einen komischen Beigeschmack am Ende des Beitrags gab, ist, dass Sie damit werben, das Buch über Amazon zu bestellen! Wie passt das zu Ihrer Zeitschrift HUMANE WIRTSCHAFT?
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Wo doch schon oft im Gespräch war, dass Amazon durchaus seltsame Beschäftigungsverhältnisse und Mitarbeiterführung hat. Wird Herr Prof. Dr. Kreiß etwa durch Amazon unterstützt? Warum werben Sie nicht damit, die kleinen Buchhändler zu unterstützen, die sowieso schon kaum mehr selbst entscheiden können, aufgrund der großen Buchhandlungsketten?
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Petra Klingner
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Amazon gnadenlos
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Ausgerechnet das Interview mit Christian Kreiß zu seinem Buch „Gekaufte Forschung – Wissenschaft im Dienst der Konzerne“ endet mit einem Bezugshinweis per Link über Amazon. Als Jeff Bezos 1995 Amazon gründete, wollte er seinen Konzern zunächst „Relentless“ nennen (englisch für unbarmherzig, unerbittlich, gnadenlos). Die Seite relentless.com ist auch heute noch Amazon zugeordnet. Ganz offen vertritt Amazon das Ziel, nicht nur Marktführer sondern Monopolist im Versandhandel zu werden – für alle Branchen und weltweit.
Eines von drei Büchern auf dieser Erde – ob gebraucht oder neu – wird bereits über Amazon geliefert. In Deutschland sind es gar drei von vier Büchern! Suchalgorithmen bei Google führen seit 2015 vorrangig zu Amazon oder zu mit Amazon verknüpften Seiten. Für Endkunden nicht erkennbar, gehören mittlerweile zahlreiche einst unabhängige Unternehmen zum Amazon-Konzern, so z. B. bei gebrauchten, vergriffenen oder antiquarischen Büchern auch zvab oder abebooks.
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Wer direkt oder indirekt Amazon nutzt oder bewirbt, kann sich oder seine Dienstleistung auch gleich auf dem Sklavenmarkt anbieten. Aktuellstes Beispiel sind Knebelverträge mit Verlagen, deren Neuerscheinungen nur noch bei Amazon vertrieben werden dürfen. Im Gegenzug garantiert Amazon die Abnahme der Erstauflage, allerdings zu Dumping-Preisen.
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Im Falle von HUMANE WIRTSCHAFT dürfte Unwissenheit kaum als Entschuldigung dienen. War dieser Link also Nachlässigkeit oder gar Ignoranz? In der Hoffnung auf Besserung – solidarische Grüße von Herzen,
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Harald im Spring, Schiltach, www.das-freie-buch.de

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