Klare Worte des Sparkassen-Präsidenten

Hein­rich Haa­sis ist der Prä­si­dent des Deut­schen Spar­kas­sen- und Giro­ver­ban­des. In sei­ner Rede zur Bilanz­pres­se­kon­fe­renz 2012 redet er Klar­text, im Hin­blick auf die jüngs­ten „Geld­flu­tun­gen“ durch die EZB, aber auch für das Stamm­buch jener, die sich so inten­siv um die ver­meint­li­che „Geld­schöp­fung aus dem Nichts“ von Geschäfts­ban­ken den Kopf zer­bre­chen:

„Bei den Kun­den­ein­la­gen konn­ten die Spar­kas­sen 2011 um 2,0 % auf 783,4 Mrd. EUR zule­gen. Ins­ge­samt leg­ten die Kun­den wei­te­re 15,6 Mrd. Euro in Form von Spar- und ande­ren Ein­la­gen bei Spar­kas­sen an. Das nied­ri­ge Zins­ni­veau ver­an­lass­te die Kun­den auch wei­ter­hin, sehr liqui­de zu blei­ben. So stie­gen die Ter­min­gel­der um 10,1 %, die Sicht­ein­la­gen um 2 %. Bei den Spar­ein­la­gen hin­ge­gen war nur ein gerin­ger Zuwachs fest­stell­bar. Immer­hin konn­ten die Insti­tu­te mit attrak­ti­ven Eigen­emis­sio­nen mit + 4,1 % einen deut­li­chen Zuwachs erzie­len.

Wir erle­ben aller­dings heu­te in mehr­fa­cher Hin­sicht eine sehr unge­wöhn­li­che und schwie­ri­ge Markt­si­tua­ti­on, ich hat­te das ein­gangs ange­spro­chen.

Die EZB flu­tet die Märk­te mit bil­li­gem Geld. Unab­hän­gig von der Güte eines Geschäfts­mo­dells oder dem Ver­trau­en der Kun­den wer­den Kre­dit­in­sti­tu­te unbe­grenzt und lang­fris­tig mit Liqui­di­tät aus­ge­stat­tet. Wer sich wie die Spar­kas­sen einen Ein­la­gen­über­hang von rund 106 Mrd. Euro müh­sam am Markt erar­bei­tet, sieht sich zuneh­mend Wett­be­wer­bern aus­ge­setzt, die Liqui­di­tät anstren­gungs­los erhal­ten. Für die Spar­kas­sen ist es kei­ne Opti­on, eben­falls ihr soli­des Geschäfts­mo­dell umzu­stel­len, Kapi­tal von der EZB zu holen und die­ses in hoch­ren­tier­li­chen, aber sehr risi­ko­rei­chen Invest­ments zu plat­zie­ren. Wir stel­len aber fest, dass Wett­be­wer­bern mit sol­chen Geschäfts­mo­del­len der­zeit die Gewin­ne durch den Staat ins Haus getra­gen wer­den.

Ein­zel­nen Insti­tu­ten wer­den staat­li­che Mit­tel ohne ange­mes­se­ne Gegen­leis­tung zur Ver­fü­gung gestellt. Es ist unver­ständ­lich, dass eine gro­ße deut­sche Bank für stil­le Ein­la­gen des Bun­des kei­ner­lei Zin­sen zahlt. Ihr wur­den damit in drei Jah­ren vom Steu­er­zah­ler fast 2,2 Mrd. Euro geschenkt. Das ent­spricht dem Jah­res­über­schuss aller deut­schen Spar­kas­sen. Oder ich könn­te es auch anders sagen: Unse­re jähr­li­chen Steu­er­zah­lun­gen könn­ten wir zu fast einem Drit­tel direkt die­ser deut­schen Groß­bank über­wei­sen. Man über­lässt es dem Insti­tut selbst, sei­ne Kon­di­tio­nen, sei­ne G+V und damit sei­ne HGB-Bilanz so zu gestal­ten, dass kei­ner­lei Gewin­ne in Deutsch­land anfal­len und damit auch kei­ne Zin­sen gezahlt wer­den müs­sen. Das geht so nicht mehr. Ande­re Insti­tu­te, die staat­li­che Hil­fe erhal­ten, wer­den dras­tisch ver­klei­nert oder sogar abge­wi­ckelt.

Die staat­li­chen Ein­grif­fe in den Wett­be­werb füh­ren schlei­chend dazu, dass soli­de Leis­tungs­trä­ger geschwächt und der Anla­ge­markt ver­zerrt wird. Es ist des­halb nicht nur aus Grün­den der Sta­bi­li­tät, son­dern auch aus Wett­be­werbs­grün­den wich­tig, dass die EZB bald­mög­lichst wie­der den Aus­stieg aus die­sen unbe­grenz­ten Ten­der­maß­nah­men fin­det. Und der Bund soll­te sicher­stel­len, dass sein Kapi­tal bei dau­er­haft bestehen­den Ban­ken ange­mes­sen ver­zinst wird.“

Bra­vo Hein­rich Haa­sis. Mögen Ihnen die nächs­ten Schrit­te, wie die Ergrün­dung der Ursa­chen für die­se Geld­po­li­tik, ein wich­ti­ges nächs­tes Ziel sein.

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4 Antworten

  1. Die gan­ze Geschich­te wird uns schnel­ler ein­ho­len, als wir den­ken, die Natur­sys­te­me reagie­ren bereits deut­lich auf noch mehr Geld-,Stoffumsatz und Aus­beu­tung: Aus­ster­ben der Haie, Mas­sen­wachs­tum der Kal­ma­re, Fisch­fang bzw. Über­fi­schung und Mas­sen­wachs­tum der Qual­len.
    Mer­ke: Mit der „Wert­schöp­fung“ geht eine Regres­si­on der Arten ein­her.
    Noch bes­ser: Der Kre­dit für den Auto­bahn­bau in den 30ern war gedeckt durch spä­te­res Mor­den und Plün­dern der ande­ren Völ­ker mit den ent­spre­chen­den Wir­kun­gen, also Wachs­tum und Malo­che für den Krieg.
    Um es mit Los tros Tor­na­dos zu sagen: Wir sind süß aber doof.…

    Trotz alle­dem

    Herz­li­che Grü­ße

    Wolf­gang Rein­ke

  2. Fin­de es ein­fach mehr als ver­bre­che­risch, dass die­se gren­zen- und beden­ken­lo­sen Groß­ban­ken unge­rügt und unbe­auf­sich­tigt hier wursch­teln kön­nen; sie gehö­ren beschränkt, in eine Rei­he über­schau­ba­rer ver­ant­wort­li­cher Ban­ken ver­wan­delt, so daß wie­der eine g e w i s s e Kon­trol­le mög­lich; dass nicht der gro­ße Zusam­men­bruch dann auf dem Rücken der Men­schen aus­ge­tra­gen wer­den muss…denn die­ses bis jet­zi­ge Han­deln ist unver­ant­wort­lich (gilt auch für Frau Mer­kel!).
    Aber alles von Ratings /USA und IWF kom­men­de ist nichts Geschei­tes!: Nicht mal einen ver­nünf­ti­gen Bun­des­prä­si­den­ten (Köh­ler, IWF) beka­men wir daher…B.Kraft

  3. Luigi sagt:

    Eigent­lich sind doch die Zen­tral­ban­ken Schuld an aus­ein­an­der­bre­chen­den Volks­wirt­schaf­ten und dem zuneh­men­den Mas­sen­elend im Euro­raum.

    Ein­fach weil sie unfä­hig sind, das von ihnen emit­tier­te Geld gleich­mä­ßig umlau­fen zu las­sen. Die EZB kann ja noch soviel Geld emit­tie­ren, ohne aus­rei­chen­de Umlauf­ge­schwin­dig­keit wird die Wir­kung = Null sein und blei­ben.

  4. Arthur sagt:

    Und das Gemei­ne an der Sache ist: was hat die Deut­sche Bank mit Deutsch­land zu tun, außer , dass sie auch noch den Namen „Deut­sche“ miss­braucht?
    Die gehört doch nicht dem Steu­er­zah­ler.
    Da wer­den die Grie­chen, Spanier,ect. bald alle sau­er auf Deut­sche sein, weil die nun mal „Deut­sche Bank“ heisst.

    Da wer­de ich mal Schacht­schnei­der fra­gen, ob da nicht recht­lich was gegen tun kann ?

    Sol­len die sich doch klar zu erken­nen geben: Able­ger von Gold­mann Sachs unter Lei­tung von Rot­schild !

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