Enquete-Kommission Wachstum soll Arbeit aufnehmen

Auf Betrei­ben aller Bun­des­tags­frak­tio­nen wird sich laut Druck­sa­che 173853 des Deut­schen Bun­des­tags (PDF) unver­züg­lich eine Enquete-Kom­mis­si­on kon­sti­tu­ie­ren, die den Titel trägt „Wachs­tum, Wohl­stand, Lebens­qua­li­tät – Wege zu nach­hal­ti­gem Wirt­schaf­ten und gesell­schaft­li­chem Fort­schritt in der Sozia­len Markt­wirt­schaft“.
Die Komms­si­on soll vor Ablauf der Legis­la­tur­pe­ri­ode über ihre Arbeits­er­geb­nis­se berich­ten. Die­ser Bericht wird dann einer brei­ten Öffent­lich­keit zugäng­lich gemacht.

Das könn­te eine span­nen­de Kom­mis­si­on wer­den, denn das The­ma bie­tet eini­gen Zünd­stoff, schließ­lich geht es beim Wachs­tum in der poli­ti­schen Dis­kus­si­on stets um die zu gerin­ge Geschwin­dig­keit des­sel­ben. Maß­nah­men zur Wachs­tums­be­schleu­ni­gung ste­hen hoch im Kurs. Und jetzt müs­sen sich die glei­chen Poli­ti­ker um „nach­hal­tig­hes Wirt­schaf­ten“ küm­mern?

Die Unter­zeich­ner des Papiers (alle Frak­ti­ons­chefs der Par­tei­en) haben schon mal auf­blit­zen las­sen, wie „ergeb­nis­of­fe­nes“ Arbei­ten im Hin­blick auf Wachs­tums­fra­gen aus­zu­se­hen hat. Zitat: “
„Unser Wirt­schafts­sys­tem ist auf Wachs­tum aus­ge­rich­tet. Bleibt volks­wirt­schaft­li­ches Wachs­tum aus, ent­steht
schnell eine Rei­he von sozia­len und wirt­schaft­li­chen Her­aus­for­de­run­gen.“
Doch der­lei Vor­ga­ben wer­den kaum etwas nut­zen, wenn die Kom­mis­si­ons­mit­glie­der (17 Par­tei­mit­glie­der und 17 Sach­ver­stän­di­ge) zu Fra­gen kom­men, die den Zusam­men­hang des mate­ri­el­len Wirt­schafts­wachs­tums, wie wir es trotz inten­si­ver Bemü­hun­gen nicht anders ken­nen, und der zer­stö­re­ri­schen Ent­wick­lung für Mensch und Umwelt „frei­le­gen“ müs­sen.
Es wird zu Dis­kus­sio­nen kom­men müs­sen, wel­che die Ursa­chen für den Zwang zum Wachs­tum scho­nungs­los auf­de­cken. Zumin­dest wäre das in die­ser über Jah­re ange­leg­ten Arbeit wün­schens­wert. Spä­tes­tens dabei wer­den die Funk­tio­nen des Geld­sys­tems zur Spra­che kom­men. Es wird erklärt wer­den müs­sen, wie man das unge­bän­dig­te Wachs­tum von Geld­ver­mö­gen und Schul­den, das zum Kapi­ta­lis­mus gehört, wie der Rah­men zum Fens­ter, been­den will.
Jeder Vor­schlag wird sich dar­an mes­sen las­sen müs­sen, ob er an der zer­stö­re­ri­schen Wir­kung die­ser Ent­wick­lung etwas ändern kann:

Der Weg zu einer nach­hal­ti­gen Wirt­schaft führt nur über das Been­den des Kapi­ta­lis­mus, wie wir ihn ken­nen.
Dabei gibt es auch kei­nen Mit­tel­weg. Ein biss­chen Kapi­ta­lis­mus ist wie ein biss­chen schwan­ger.  Oder ein biss­chen Kopf­bahn­hof in Stutt­gart.
Wer­den die Par­tei­mit­glie­der in der Kom­mis­si­on sich stets nach der Par­tei­li­nie erkun­di­gen, wird das hof­fent­lich bei den Sach­ver­stän­di­gen nicht so sein.
Fest steht: Die­se Kom­mis­si­on hat eine span­nen­de Auf­ga­be und könn­te Auf­takt für eine ganz neue Dis­kus­si­on sein: Den Ent­wurf einer neu­en Wirt­schafts­ord­nung mit einem nach­hal­ti­gen Geld­sys­tem.

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2 Antworten

  1. An Ver­bes­se­run­gen glau­be ich auch nicht.
    Die Fak­ten lie­gen seit Jah­ren auf dem Tisch. Was uns umgibt, sind lau­sig, lang­wei­li­ge und dum­me Luschen.
    Die Geset­ze der Bio­lo­gie, Che­mie und Phy­sik sind klar, Geo­lo­gie, Evo­lu­ti­on und Astro­no­mie zei­gen uns den Ent­wick­lungs­weg.
    Hier­zu gibt es auf Phö­nix der­zeit eine herr­li­che Doku­men­ta­ti­on zum The­ma Erde.
    ich wün­sche allen ein gutes Jahr 2012.

    Wolf­gang Rein­ke

  2. Rene Hess sagt:

    Es wird wie immer sein, wenn die bestehen­de Eli­te unter sich tagt: es wird an markt­kon­for­men Sym­pto­men her­um­ge­dok­tert. Zu glau­ben, dass sie zu Denk­an­sät­zen fähig sein soll­te, die außer­halb ihrer jet­zi­gen Denk­wei­se lie­gen, ist illu­so­risch. Selbst die jet­zi­ge Aus­ga­be der ZEIT, his­to­risch wun­der­bar auf­be­rei­tet, fin­det kei­ne Alter­na­ti­ve zum jet­zi­gen Sys­tem. Es scheint, dass die HUMANE WIRTSCHAFT nicht bekannt ist oder nicht bekannt sein will.

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