Big Data – Gute Zeit, um in die Verantwortung zu gehen

Wis­sens­vor­sprung

Geldbaum © Martin Bangemann, Kontakt: bestmoose.biz

Geld­baum

Zu allen Zei­ten wur­den Daten gesam­melt. Vor dem Inter­net, war es ein grö­ße­rer Auf­wand, an sie her­an­zu­kom­men. Wenn mich mei­ne Erin­ne­rung nicht trügt, war es in einer Fern­seh­sen­dung Ende der 70er Jah­re, als ein Repor­ter­team von einem belie­bi­gen vor­bei­fah­ren­den Auto das Kenn­zei­chen notier­te und nach eini­ger Zeit an der Haus­tür des Hal­ters klin­gel­te und dem kon­ster­nier­ten Men­schen die wich­tigs­ten Daten sei­nes Lebens­wegs vor­la­sen.
Die Daten wur­den teil­wei­se unter „Umge­hung“ von Rechts­vor­schrif­ten, aber auch ganz legal ermit­telt. Der Anfang war den­noch nur das KFZ-Kenn­zei­chen.
Der Auf­wand dafür war natür­lich immens und bewies nur eines: Wer will, bekommt von jedem alles nur Erdenk­li­che her­aus.

Daten und Ver­trau­en

Heut­zu­ta­ge ver­lässt man für den Groß­teil von Recher­che-Arbeit nicht ein­mal mehr den Büro­stuhl. Die Mög­lich­keit mas­sen­haft Daten zu bekom­men, die bestimm­ten Zwe­cken dien­lich sein kön­nen, ist ver­lo­ckend und gefähr­lich.
Wir alle sind poten­ti­el­le Daten­samm­ler und Aus­ge­späh­te zugleich. Solan­ge alles weit­ge­hend unbe­merkt abläuft emp­fin­det der Ein­zel­ne es eher ange­nehm, wenn einem die Wün­sche sozu­sa­gen „von den Lip­pen abge­le­sen“ wer­den und der Online-Ver­sen­der des Ver­trau­ens auf­grund bereits getä­tig­ter Ein­käu­fe Din­ge vor­schlägt, die zu einem pas­sen, weil das „Käu­fer­pro­fil“ immer bes­ser wird.
Hei­kel wird es, wenn das so ent­ste­hen­de Pro­fil selbst zur „Ware“ wird und plötz­lich Ange­bo­te von Drit­ten ins Haus flat­tern, mit denen man nie zu tun hat­te und denen man erst mal kein Ver­trau­en schenkt.

Einer­seits ist über­trie­be­ne Hys­te­rie im Spiel, wenn von „Daten­kra­ken“ die Rede ist, ande­rer­seits ist es auf Sei­ten der Ver­brau­cher und pri­va­ten Nut­zer Zeit für umfang­rei­che Bil­dungs­an­ge­bo­te zur Nut­zung des Inter­net und für den Umgang mit heik­len Daten.
Das gilt hin­sicht­lich schu­li­scher Ange­bo­te für Kin­der, aber auch und vor allem im Bereich der Erwach­se­nen­bil­dung.
Die Unter­neh­men, die heu­te ver­su­chen an Kon­su­men­ten zu kom­men, sind nicht bes­ser oder schlech­ter als frü­her. Sie wol­len Geschäf­te machen und wol­len um uns wer­ben.
Wenn sie dafür ler­nen, die Kla­via­tur der Mög­lich­kei­ten des Inter­net zu spie­len, so ist das per se nichts Ver­werf­li­ches. Es ist die moder­ne Form des Mar­ke­ting und der Wer­bung. Die gebo­te­nen Mög­lich­kei­ten best­mög­lich für sich zu nut­zen, darf nicht am Pran­ger ste­hen.

Poli­ti­sche Auf­ga­ben

Ein unab­läs­si­ges Fei­len an Regeln, wel­che dem Miss­brauch ent­ge­gen­wir­ken, ist eine poli­ti­sche Auf­ga­be, die weder der Auf­ge­regt­heit eini­ger ewig gest­ri­ger anheim­fal­len soll­te, noch soll­te sie all­zu lax neben­bei erle­digt wer­den. Die Abtei­lun­gen der Daten­schüt­zer müs­sen von unab­hän­gi­gen Exper­ten des Inter­net beglei­tet wer­den und als Schnitt­stel­le für die Ent­schei­der in Poli­tik und Wirt­schaft fun­gie­ren.
Das Inter­net und Big Data sind ein nie mehr enden­des Zukunfts­pro­jekt. Wenn Mar­ke­ting- und Wer­be­stra­te­gen gemein­sam mit inter­es­sier­ten und auf­ge­schlos­se­nen Unter­neh­men nach Zukunfts­kon­zep­ten suchen, wie das bei­spiels­wei­se in Ams­ter­dam beim „Soci­al Media Mar­ke­ting iCom­mer­ce Sum­mit“ (kurz SMICS) der Fall ist, dann kann das getrost als Zei­chen dafür gewer­tet wer­den, dass die Unter­neh­men in Koope­ra­ti­on mit ihren Kun­den nach Wegen für Stra­te­gi­en suchen, die am Ende zum Vor­teil aller gerei­chen. Denn eines ist doch klar: Der Ver­trau­ens­ent­zug im Inter­net – und dar­auf lie­fe es beim Ent­ste­hen mono­po­li­sier­ter und intrans­pa­ren­ter Struk­tu­ren hin­aus – scha­det allen Unter­neh­men, die sich und ihre Leis­tun­gen best­mög­lich an die Frau und den Mann brin­gen wol­len.
Ob das Wunsch­den­ken oder Rea­li­tät ist, könn­te man am bes­ten vor Ort her­aus­fin­den, des­halb soll­te die HUMANE WIRTSCHAFT eigent­lich bei dem Sum­mit als „unab­hän­gi­ger Beob­ach­ter“ ver­tre­ten sein.

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