Kategorie: Ausgabe 02 – 2017

Schuld-Entruempelung von Monika Herz 0

Schuldbewirtschaftung – Roland Rottenfußer

Wie wir in Ver­schul­dung getrie­ben und durch Schuld­ge­füh­le mani­pu­liert wer­den – – –  „Schul­den“ und „Schuld“ haben nicht nur den Wort­stamm gemein­sam. Es ist das glei­che Phä­no­men, das sich auf ethi­schem und wirt­schaft­li­chem Gebiet zeigt. Wer sich schul­dig fühlt, fühlt sich in beson­de­rem Maße klein. Er ist bereit, fast alles zu tun, was ihn von dem uner­träg­li­chen Schuld­ge­fühl befreit. Somit wird ihm auch die Geld­bör­se locker sit­zen, wenn es um Dienst­leis­tun­gen geht, die ver­meint­lich sei­ne Schuld redu­zie­ren. Schuld ist also ein Roh­stoff, der bewirt­schaf­tet wer­den kann. In einer auf Ver­schul­dung und Zin­sen basie­ren­den Öko­no­mie ist die Schuld­kul­tur, die wir z. B. in Reli­gi­on,…

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Globalisierung neu denken – Buchrezension von Jens Langer

Chris­toph Kör­ner: „Christ­li­che Sozi­al­öko­no­mie – Auf dem Weg zu Gerech­tig­keit, Frie­den und Bewah­rung der Schöp­fung“ Reli­gi­on & Kul­tur Ver­lag, Zell am Main 2017, 234 S., Taschen­buch, € 20,–, ISBN 978–3–93389–129–7 https://buch-findr.de/buecher/christliche-sozialoekonomie/ – – –  Aus­ge­rech­net 1989 reich­te Chris­toph Kör­ner, Autor des vor­zu­stel­len­den Buches, sei­ne Dis­ser­ta­ti­on bei der Uni­ver­si­tät Leip­zig ein. „Not und Not­wen­dig­keit der poli­ti­schen Pre­digt. Erwä­gun­gen zu einem homi­le­ti­schen Pro­blem“ lau­te­te das The­ma. Die­sem ist er treu geblie­ben und wei­tet es nun auf die Sozi­al­öko­no­mie aus; denn er will den Gra­ben zwi­schen Fröm­mig­keit und Wirt­schaft über­win­den. Für ihn steht fest, dass Loya­li­tät gegen­über der bibli­schen Über­lie­fe­rung und Soli­da­ri­tät mit der Welt­ge­sell­schaft…

Foto: Florian Schmitz
Foto: Florian Schmitz
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Freiraum Mensch: Eine Stadt auf dem Weg – Uta Atzpodien und Florian Schmitz

Ähn­lich wie in einem Kör­per­kreis­lauf pul­sie­ren die wirt­schaft­li­chen Adern in der Stadt Wup­per­tal. Im all­täg­li­chen Leben begeg­nen sich so Men­schen, Unter­neh­men und Orte als Akteu­re. Doch wohin geht die öko­no­mi­sche Rei­se? Schon his­to­risch war Wup­per­tal eine fra­gen­de, auch hin­ter­fra­gen­de Stadt – allein das Engels­haus spricht für sich. Der kri­ti­sche Blick auf Wachs­tum, Geld, sozia­le Ungleich­heit, Kri­sen und par­al­lel das Suchen nach neu­en, gemein­schaft­li­chen Per­spek­ti­ven prä­gen das städ­ti­sche Mobi­le. Ein neu­es Den­ken und Han­deln wird immer rele­van­ter. – – –  Wohin geht die Rei­se? Wir besu­chen zunächst eini­ge eta­blier­te Akteu­re im wirt­schaft­li­chen Gefü­ge: den Ver­ein wup­per­talak­tiv!, die IHK Wup­per­tal-Solin­gen-Rem­scheid, die Neue Effi­zi­enz, die…

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Ein Plädoyer für Vernunft in ungewissen Zeiten – Andreas S. Lübbe

Vor­wort – – –  Ver­nunft beinhal­tet die Fähig­keit, mit­hil­fe sei­nes Ver­stan­des durch Beob­ach­tung und Erfah­rung Zusam­men­hän­ge durch Schluss­fol­ge­run­gen her­zu­stel­len, deren Bedeu­tung zu erken­nen, Regeln und Prin­zi­pi­en auf­zu­stel­len und danach zu han­deln. Mensch­li­che Ent­schei­dun­gen unter­lie­gen nicht immer der Ver­nunft. Das Gefühl ist eine beglei­ten­de psy­cho­lo­gi­sche Grund­funk­ti­on. Zu ihr gehö­ren Emo­ti­on und Intui­ti­on. Manch­mal zie­hen Ver­stand und Gefühl in eine Rich­tung, mit­un­ter gehen bei­de getrenn­te Wege. – – –  So waren es weni­ger ver­nunft­ge­steu­er­te Ent­schei­dun­gen, die den Ras­sis­ten, Sexis­ten und Dem­ago­gen Donald Trump zum Prä­si­den­ten mach­ten. Sei­ne Wäh­ler ver­trau­ten die­sem ganz auf Emo­ti­on set­zen­den Kan­di­da­ten, brach­ten ihm mehr Gefühl ent­ge­gen, als sei­ner Kon­kur­ren­tin, obwohl der Ver­stand ihnen…

Hörsaal in der FH Würzburg
Foto: Pat Christ
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Menschenrechte in „Aldi Süd“ – Pat Christ

Vor zehn Jah­ren sorg­te Hör­saal-Spon­so­ring für Auf­se­hen. Heu­te ist das ganz nor­mal. – – –  Das Licht fla­cker­te, die dreh­ba­ren Stüh­le waren aus­ge­lei­ert, die Tische zer­kratzt – der Hör­saal Z09 der Fach­hoch­schu­le Würz­burg-Schwein­furt muss­te vor zehn Jah­ren drin­gend reno­viert wer­den. Der Dis­coun­ter Aldi Süd ermög­lich­te dies durch eine fünf­stel­li­ge Spen­de. Dar­um heißt der Hör­saal seit dem Win­ter­se­mes­ter 2006/2007 auch offi­zi­ell „Aldi Süd“. Sei­ner­zeit war die Auf­re­gung um die­sen Schritt groß. Heu­te ist es selbst­ver­ständ­lich, zur Vor­le­sung in „Aldi Süd“ zu gehen. – – –  Anfang Okto­ber 2006 ent­deck­te Stu­den­tin Jani­na die Umbe­nen­nung ihres Hör­saals. Sie lehn­te die Maß­nah­me kom­plett ab: „Ich will kein Bild vom…

Ökonomisches Denken nach dem Crash 0

Ökonomisches Denken nach dem Crash – Christian Mayer

Eine Buch­be­spre­chung… und mehr – – –  Die Leh­re der Öko­no­mie ist in der Kri­se. Das möch­te man heu­te kaum noch lesen, so oft stieß man in den letz­ten Jah­ren über die­sen Satz. Kri­ti­sches zur Main­stream­öko­no­mie füllt mitt­ler­wei­le gan­ze Regal­rei­hen. So gese­hen hat­te die Kri­se auch etwas Posi­ti­ves. War es Visio­nä­ren und Kri­ti­kern bis vor ein paar Jah­ren gar nicht mög­lich, das Sys­tem tief­grei­fend auf den Prüf­stand zu stel­len. Wer es als wis­sen­schaft­li­cher Mit­ar­bei­ter gewagt hat, die hei­li­ge Kuh der Öko­no­mie – die Neo­klas­sik – öffent­lich zu dis­kre­di­tie­ren, der spiel­te mit sei­ner wis­sen­schaft­li­chen Repu­ta­ti­on und nicht zuletzt mit einer ganz lebens­prak­ti­schen Ent­wick­lung: mit sei­ner…

Prof. Dr. Joseph Huber 0

Prof. Dr. Hubers Vollgeldtheorie – Auf Sand gebaut? – Gero Jenner

Eine tie­fer gehen­de Buch­be­spre­chung – – –  Wis­sen­schaft­li­che Arbei­ten las­sen eine Beur­tei­lung nach ver­schie­de­nen Kri­te­ri­en zu, von denen ich die fol­gen­den für wesent­lich hal­te: – – –  1. Sprach­li­che Kom­pe­tenz – – –  2. Sach­li­che Kom­pe­tenz im Hin­blick auf vor­han­de­nes Wis­sen – – –  3. Päd­ago­gi­sche Kom­pe­tenz bei der Ver­mitt­lung des eige­nen Stand­punk­tes – – –  4. Sach­li­che Kom­pe­tenz im Hin­blick auf den Wahr­heits­ge­halt der Theo­rie – – –  – – –  Ich möch­te mei­ne Bespre­chung des wis­sen­schaft­li­chen Haupt­werks von Prof. Huber von vorn­her­ein so anle­gen, dass ich sie mit dem wis­sen­schaft­li­chen Haupt­werk von Hel­mut Creutz ver­glei­che, der über das­sel­be The­ma, die Geld­theo­rie, sein bekann­tes Werk „Das Geld­syn­drom“ ver­fass­te. Die­ser Ver­gleich scheint mir in…

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Schuldbefreiung – Editorial

Schul­den sind eine pro­ble­ma­ti­sche Sache. Es gibt kaum jeman­den, der kei­ne hat. Man mag schul­den­frei sein und ist trotz­dem mit ihnen belas­tet, weil zum Bei­spiel die Stadt, in der man lebt, ver­schul­det ist. Im Unter­neh­men, für das man arbei­tet, sind Kre­di­te bei Ban­ken eine Selbst­ver­ständ­lich­keit. Das bleibt nicht ohne Aus­wir­kun­gen auf den eige­nen Arbeits­platz. Ganz zu schwei­gen von Staats­schul­den. Stän­dig tau­chen sie in Zei­tungs­be­rich­ten, Nach­rich­ten und Dis­kus­sio­nen auf. Deutsch­land belas­ten mehr als zwei Bil­lio­nen Euro, aber auch die erdrü­cken­den Schul­den Grie­chen­lands haben Fol­gen, die jeden Euro­pä­er tref­fen. Unter der welt­wei­ten Käse­glo­cke die­ser inein­an­der ver­schach­tel­ten Schuld­ver­hält­nis­se leben wir alle. Dabei enden…

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Termine 02/2017

Wup­per­tal, 11. bis 12. März 2017 – – – 59. Mün­de­ner Gesprä­che: „Voll­geld – Sei­ne Mög­lich­kei­ten und Gren­zen“ u. a. mit Johann Wal­ter, Fer­di­nand Wenzlaff, Dirk Löhr, Micha­el Kopatz, Ute Sau­er. In der Sil­vio-Gesell-Tagungs­stät­te in Wup­per­tal. – – – http://sozialwissenschaftliche-gesellschaft.de/muendener-gespraeche.html – – –  Bad Boll, 14. März 2017, 19:00 Uhr – – – „Zur Bil­dungs­po­li­tik” Vor­trag und Dis­kus­si­on mit Eck­hard Beh­rens im Rah­men der “Bad Bol­ler Gesprä­che” – – – Schu­le der Frei­heit, Bad­stra­ße 35, 73087 Bad Boll – – – Infos unter: http://sffo.de – – – wei­te­re Ter­mi­ne online… 

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Auf nach Barcelona – Veranstaltungshinweis

Die HUMANE WIRTSCHAFT för­dert zwei jun­ge Geld­re­form-Akti­vis­ten – Jetzt bewer­ben – – –  4. Inter­na­tio­na­le Kon­fe­renz über Sozi­al- und Ergän­zungs­wäh­run­gen: Geld, Bewusst­sein und Wer­te für den sozia­len Wan­del. Bar­ce­lo­na, 10. bis 14. Mai 2017 – – –  Die HUMANE WIRTSCHAFT ist offi­zi­el­ler Medi­en­part­ner der Ver­an­stal­tung. Wir wer­den im kom­men­den Jahr teil­neh­men und Bei­trä­ge aus dem Umfeld unse­rer Auto­ren, Leser und Akti­ven för­dern. Es ist geplant für Inter­es­sen­ten, sowohl die Rei­se, wie auch die Unter­kunft zu orga­ni­sie­ren. Das Zustan­de­kom­men einer sol­chen Pla­nung hängt vom Grad des Inter­es­ses ab. Bit­te mel­den Sie sich, falls Sie an der Teil­nah­me inter­es­siert sind. Wir infor­mie­ren Sie über anfal­len­de Kos­ten. Die Kon­fe­renz­spra­chen…

Haus in Eden 0

Eden, wie weiter? – Dietrich Heißenbüttel

Die Obst­bau-Genos­sen­schafts­sied­lung Eden (s. HUMANE WIRTSCHAFT 06/2016) steht vor Ver­än­de­run­gen. So viel ist klar. Aller­dings steht noch nicht fest, in wel­che Rich­tung. Und wer dar­über ent­schei­det.- – –  Ob das „Para­dies am Abgrund“ steht, wie der Titel in der Kon­text Wochen­zei­tung und in HUMANE WIRTSCHAFT signa­li­sier­te, oder ob sich die Obst­bau-Genos­sen­schafts­sied­lung Eden in Ora­ni­en­burg im Auf­bruch zu neu­en Ufern befin­det, steht im Moment noch nicht fest. Im Herbst lagen im Ora­ni­en­bur­ger Rat­haus vier Wochen lang die Ände­rungs­an­trä­ge für den Bebau­ungs­plan und den Flä­chen­nut­zungs­plan aus. Bis­her galt in der ältes­ten Vege­ta­rier­sied­lung Deutsch­lands: Zu jedem Haus gehört ein gro­ßes Gar­ten­grund­stück mit Obst­bäu­men und…

Dreigliederung 0

Brüder im Geiste – J. Ries und S. Padberg

Als die sozia­le Fra­ge von Frei­wir­ten und Anthro­po­so­phen des frü­hen 20. Jahr­hun­derts ganz unab­hän­gig von­ein­an­der mit jeweils der „Frei­wirt­schaft“ bzw. der „Drei­glie­de­rung des sozia­len Orga­nis­mus“ beant­wor­tet wur­de, stell­te sich her­aus, dass bei­de Bewe­gun­gen „Brü­der im Geis­te“ waren. Auch wenn es sehr unter­schied­li­che Brü­der waren, gab es doch Gemein­sam­kei­ten vor allem bei den The­men Geld- und Boden­re­form. – - – Ein Arti­kel von Ger­hardus Lang aus dem Jah­re 2012 skiz­zier­te für die Leser der HUMANEN WIRTSCHAFT die Grund­la­gen von Stei­ners Drei­glie­de­rung. Rudolf Stei­ner sah die natür­li­che Struk­tur des sozia­len Orga­nis­mus in einer drei­glied­ri­gen Ver­we­bung von Frei­heit, Gleich­heit und Brü­der­lich­keit mit den…

Verena-Wolfert-2014-Von-Hand-zu-Hand 0

Geld muss fließen – Steffen Henke

Einer­seits lau­fen in einem Geld­sys­tem hoch­kom­ple­xe Vor­gän­ge ab. Ander­seits gibt es grund­sätz­li­che Fra­gen, die bei der Ver­wen­dung von Geld zu beant­wor­ten sind und deren Kom­ple­xi­tät über­schau­bar ist. Zu den wesent­li­chen Punk­ten gehört, ob Geld mit einer Umlauf­si­che­rung aus­ge­stat­tet wer­den soll. – – –  Es gibt Anhän­ger von Leh­ren, die sich kei­ner­lei Regel­werk wün­schen und es dem Markt über­las­sen wol­len, wann und wie sich Geld bewegt. In einem sol­chen Gefü­ge wür­de sich dann ein natür­li­cher Zins her­aus­bil­den. Sol­che Posi­tio­nen wer­den zum Bei­spiel von der „Öster­rei­chi­schen Schu­le“ ver­tre­ten. Staat­li­che Ein­grif­fe wer­den als Stö­run­gen mit destruk­ti­ven Wir­kun­gen emp­fun­den. Der Markt hät­te die selbst­hei­len­den Kräf­te, um Ver­schie­bun­gen…

Mündener Gespräche online 0

59. Mün­de­ner Gesprä­che in Wup­per­tal – Ter­min­hin­weis der SG

59. Mün­de­ner Gesprä­che – am 11. und 12. März 2017 in der Sil­vio-Gesell-Tagungs­stät­te in Wup­per­tal – Ter­min­hin­weis der Sozi­al­wis­sen­schaft­li­chen Gesell­schaft – – - Auf die Welt­wirt­schafts­kri­se von 1929 reagier­ten die bei­den US-Öko­no­men Irving Fisher und Hen­ry Simons mit dem Vor­schlag eines „100 %-Money“. Durch die Not­wen­dig­keit, Giro­gut­ha­ben zu 100 % mit Zen­tral­bank­geld zu unter­le­gen, soll­te den Geschäfts­ban­ken die Mög­lich­keit genom­men wer­den, „Giral­geld“ auf dem Kre­dit­we­ge selbst zu schöp­fen. Denn in die­ser Mög­lich­keit sahen Fisher und Simons den ent­schei­den­den Treib­satz für die dama­li­ge Kri­se. Zur Ver­sor­gung der Wirt­schaft mit Geld soll­ten allein die Zen­tral­ban­ken berech­tigt und natür­lich auch ver­pflich­tet sein.- – – Die­sen Vor­schlag bau­te der…