Kategorie: Ausgabe 05 – 2012

„Alles wandelt sich. Neu beginnen kannst Du mit dem letzten Atemzug.“ – Andreas Bangemann 0

„Alles wandelt sich. Neu beginnen kannst Du mit dem letzten Atemzug.“ – Andreas Bangemann

Die­sen Herbst wird eini­ges pas­sie­ren, das kann ich Ihnen ver­spre­chen! Men­schen wer­den Angst haben. Die Far­be des Laubs wird sich ändern. Men­schen wer­den Geld ver­lie­ren. Das Laub wird von den Bäu­men fal­len. Der Nie­der­gang des Euro wird wei­ter­ge­hen. Das Laub wird nass wer­den. Die Men­schen wer­den ver­wirrt, ver­ängs­tigt und ver­är­gert auf die Stra­ßen Euro­pas gehen. Die Tie­re wer­den sich auf den Win­ter vor­be­rei­ten. Die Men­schen wer­den wei­ter vor der Wirt­schafts­kri­se ste­hen, wie das Kanin­chen vor der Schlange.

Geldsystem: 13½ Gründe für eine grundlegende Erneuerung – Andreas Bangemann 0

Geldsystem: 13½ Gründe für eine grundlegende Erneuerung – Andreas Bangemann

Das Gefühl des Getrie­ben­seins beherrscht mitt­ler­wei­le alle Berei­che des mensch­li­chen Lebens. Die Dra­ma­tik der Ereig­nis­sen nimmt zu und mit ihr die Anzahl der Rat­schlä­ge von allen Sei­ten, was wohl jetzt als nächs­tes zu tun ist. Poli­ti­ker han­deln sprung­haft und
meist „alter­na­tiv­los“. Bür­ge­rin­nen und Bür­ger ver­har­ren im Gefühl der Macht­lo­sig­keit in einer lethar­gi­schen Erstar­rung. Sich ganz auf sich selbst kon­zen­trie­rend, die gro­ßen Din­ge teil­nahms­los beob­ach­tend, bewäl­tigt man sei­nen All­tag. Den­noch ist die Lage ange­spannt und von heu­te auf mor­gen kann die ver­meint­li­che Erstar­rung in offe­ne Aggres­si­vi­tät umschla­gen. Wäre es da nicht wahr­lich Zeit für eine Inven­tur? Inne­hal­ten, Bestand auf­neh­men und erst dann ent­schei­den, was als nächs­tes zu tun ist? So
han­deln, dass wie­der Ruhe ein­keh­ren und sich lang­fris­ti­ge Ent­wick­lun­gen hin zum Guten ein­stel­len kön­nen? Ohne „Inven­tur“ aller Fra­gen des Geld­sys­tems wer­den wir nicht wei­ter kom­men. Die Lis­te im fol­gen­den soll dyna­misch sein, ergänzt, gekürzt und erwei­tert wer­den. Sie soll dazu bei­tra­gen, die Schwie­rig­kei­ten zu erhellen.

Reimen gegen den Zeitgeist – Michael Freuding 0

Reimen gegen den Zeitgeist – Michael Freuding

War­um gibt es kei­ne poli­ti­schen Gedich­te mehr? Die­se Fra­ge schwang mit, als die Zeit im März 2011 ihr Pro­jekt „Poli­tik und Lyrik“ aus dem Boden stampf­te. Eine alte Form der poli­ti­schen Aus­ein­an­der­set­zung soll­te wie­der­be­lebt wer­den, eine Form die „schär­fer und wit­zi­ger“ sein konn­te als Arti­kel oder Fotos – mein­ten die Redak­teu­re. Die Fra­ge, war­um es kei­ne poli­ti­schen Gedich­te mehr gab oder gäbe, war für die Initia­to­ren schnell beant­wor­tet: Angeb­lich weil wir in einem ideo­lo­gie­frei­en Zeit­al­ter leb­ten, in dem par­tei­po­li­ti­sche oder gar agi­ta­to­ri­sche Inhal­te nicht mehr gefragt sei­en. Inter­es­sant, dach­te ich mir – inter­es­sant, weil ich glau­be, dass die Welt sich nie­mals tie­fer in eine Ideo­lo­gie ver­strickt hat, als das gegen­wär­tig der Fall ist. Nur dass die Urhe­ber die­ser Ideo­lo­gie kaum bekannt sind und nicht den Sta­tus genie­ßen, den man Ideo­lo­gie­stif­tern in frü­he­ren Zei­ten ein­räum­te. Das aber hängt eng mit ihren Glau­bens­sät­zen zusam­men, die Frei­heit und Indi­vi­dua­li­tät zum Zen­trum der neu­en Leh­re erklä­ren. Mit fast schon reli­giö­sem Sen­dungs­be­wusst­sein setzt uns die Maschi­ne­rie der Mas­sen­me­di­en all­täg­lich jenen Glau­bens­sät­zen aus und pro­gram­miert uns zu Skla­ven einer Min­der­heit von Glo­ba­li­sie­rungs­pro­fi­teu­ren. Die­se Min­der­heit bezeich­net sich selbst gern als ideo­lo­gie­frei und wis­sen­schafts­ori­en­tiert, ohne über die damit ver­bun­de­nen Vor­tei­le vie­le Wor­te zu ver­lie­ren. So wirk­sam ist die Gehirn­wä­sche, dass der unin­for­mier­te Mit­läu­fer selbst in den tiefs­ten Kri­sen noch nach jenen Pro­blem­lö­sern schreit, die unse­re Pro­ble­me erst ver­ur­sacht haben. Da herrscht kei­ner­lei Ein­sicht, kein Hauch der Hoffnung.

„Geld ist nicht grau“ – Pat Christ 0

„Geld ist nicht grau“ – Pat Christ

Ohne Loya­li­tät wür­de gar nichts gehen: Nur weil die Men­schen unaus­ge­spro­chen über­ein­ge­kom­men sind, dass bestimm­te Scheine
„Geld“ bedeu­ten, sind die­se Schei­ne auch etwas wert. „Geld ist eine kon­stru­ier­te, eine gemach­te Grö­ße, die der Bürg­schaft einer Sozia­li­tät bedarf“, sagt die Inns­bru­cker Eth­no­lo­gie-Pro­fes­so­rin Dr. Sil­ke Mey­er. In ihrem drei­se­mest­ri­gen Stu­di­en­pro­jekt „Money Mat­ters“ brach­te sie Stu­die­ren­de dazu, über das The­ma „Geld“ ein­mal etwas genau­er nachzudenken.

Von Geld, Geldmengen und Geldillusionen – Helmut Creutz 0

Von Geld, Geldmengen und Geldillusionen – Helmut Creutz

„Der Versuch, die Geldmenge zu definieren, treibt akribische Experten an den Rand der Verzweiflung. Denn es gibt keine klare Trennungslinie im Kaleidoskop der Anlagen, die es ermöglichen würde, genau den Punkt festzulegen, an dem sich Geld von anderen Anlagen scheidet.“[1]
„Die genaue Definition >der Geldmenge< ist ebenso eine Frage des Geschmacks wie der wissenschaftlichen Notwendigkeit. Neben M1 und M2 haben die Ökonomen mehr als ein Dutzend Geldmengenkonzepte definiert: M3, M1a, M1b!“[2] [1] Deutsche Bundesbank, Monatsbericht Januar 1992 [2] Paul A. Samuelson, in seinem weltweit verbreiteten Lehrbuch „Volkswirtschaftslehre“

In Sozialen Handel investieren – Henk van Arkel 0

In Sozialen Handel investieren – Henk van Arkel

Die in Utrecht in den Nie­der­lan­den ansäs­si­ge Stif­tung „Soci­al TRa­de Orga­ni­sa­ti­on”, kurz „STRO” genannt, ist eine der weni­gen Orga­ni­sa­tio­nen der Welt, die alter­na­ti­ve Geld­sys­te­me entwickelt.[1] STRO kon­zen­triert sich auf Alter­na­ti­ven zum aktu­el­len Geld, weil es offen­sicht­lich ist, dass das herr­schen­de Geld­sys­tem unnö­ti­ge Armut erzeugt und eine gefähr­li­che Belas­tung für die Umwelt und jede Kul­tur darstellt.

„Kaufe Lokal“ – Arthur M. Gruenbaum 0

„Kaufe Lokal“ – Arthur M. Gruenbaum

Die Soci­al Tra­de Orga­ni­sa­ti­on (STRO) ist Initia­tor des „Kau­fe Lokal“-Programms und setzt sich für des­sen Kom­bi­na­ti­on mit kom­ple­men­tä­ren Wäh­run­gen ein, da die­se die posi­ti­ve Wir­kung lokal­be­wuss­ten Ein­kau­fens noch verstärken.

Das Unternehmertum in einer solidarischen postkapitalistischen Wirtschaft – Norbert Bernholt 0

Das Unternehmertum in einer solidarischen postkapitalistischen Wirtschaft – Norbert Bernholt

Die Pro­duk­ti­on von Gütern und Dienst­leis­tun­gen ist eine zutiefst gesell­schaft­li­che Ange­le­gen­heit, die in der kapi­ta­lis­ti­schen Wirt­schaft über­wie­gend von pri­vat­wirt­schaft­lich orga­ni­sier­ten Unter­neh­men wahr­ge­nom­men wird. Hier­an wird sich – nach unse­ren Vor­stel­lun­gen – auch in einer soli­da­ri­schen nach­ka­pi­ta­lis­ti­schen Öko­no­mie im Prin­zip nichts ändern. Aller­dings muss sich die Ver­fas­sung ins­be­son­de­re der gro­ßen Unter­neh­men und das Umfeld, in dem sie agie­ren, radi­kal ändern. In den fol­gen­den Aus­füh­run­gen soll es dar­um gehen, Grund­zü­ge einer neu­en Unter­neh­mens­ver­fas­sung zu ent­wer­fen, die bewirkt, dass Unternehmen
nur dann erfolg­reich sind, wenn sie sich in den Dienst der Men­schen und der Umwelt stellen.

Zakat – Ein Diskussionsbeitrag von Jörg Schreiner 0

Zakat – Ein Diskussionsbeitrag von Jörg Schreiner

Bei der Dis­kus­si­on über die (Wieder-)Einführung einer Ver­mö­gens­steu­er, ent­ste­hen zahl­rei­che Fra­gen. Wer soll besteu­ert werden?
Was soll besteu­ert wer­den? Wie ver­mei­det man eine Flucht vor der Vermögenssteuer?

Piratenpartei und Geldsystem: Der Nebel lichtet sich – Roland Rottenfußer 0

Piratenpartei und Geldsystem: Der Nebel lichtet sich – Roland Rottenfußer

Das Rät­sel­haf­te sti­mu­liert die Fan­ta­sie, und die Pira­ten­par­tei ist die Sphinx unter den poli­ti­schen Akteu­ren. Spe­zi­ell in Wirt­schafts­fra­gen glänz­te sie bis­lang durch Fest­le­gungs­scheu. Sind die Pira­ten eine „Links­par­tei mit Inter­net­an­schluss“, wie Geg­ner behaup­ten, oder doch ver­kapp­te Wirt­schafts­li­be­ra­le? Wer­den nach dem Grund­ein­kom­men auch umlauf­ge­si­cher­tes Geld und Regio­nal­wäh­run­gen bei der Par­tei eine poli­ti­sche Hei­mat fin­den? Der Erfolg der Pira­ten weckt Begehr­lich­kei­ten, und der Kampf um die See­le der Par­tei ist im vol­len Gan­ge. Wohin steu­ert das Pira­ten­schiff? Und wie könn­te das Wirt­schafts­pro­gramm aus­se­hen, das auf dem Bun­des­par­tei­tag im Novem­ber ver­ab­schie­det wer­den soll? Eine Zwischenbilanz.

Demokratie in Gefahr! – Wilhelm Schmülling 0

Demokratie in Gefahr! – Wilhelm Schmülling

Ist es ange­bracht, in einer Zeit, in der die Euro-Kri­se eska­liert, über Demo­kra­tie zu reden und die Regie­rung an ihre Pflich­ten zu erin­nern? Noch nie war es nöti­ger als jetzt, da grund­le­gen­de Ent­schei­dun­gen über unse­re Wäh­rung anste­hen. Es gibt Zwei­fel dar­über, dass sol­che Ent­schei­dun­gen demo­kra­tisch her­bei­ge­führt wer­den. Zwar haben wir in unse­rem demo­kra­tisch gewähl­ten Bun­des­tag eine star­ke Oppo­si­ti­on, die unde­mo­kra­ti­sches Vor­ge­hen der Regie­rung anpran­gert. Das glau­ben wir aber nur. In Wirk­lich­keit hat sich die SPD bei den Euro-Ret­tungs­maß­nah­men als Ver­bün­de­te der Regie­rung erwie­sen. Zur­zeit über­prüft das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt das Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren zum ESM-Ver­trag (Euro­päi­scher Sta­bi­li­täts-Mecha­nis­mus). Am 12. Sep­tem­ber fällt das Gericht eine Entscheidung.

Abschied vom Steuerstaat – Dirk Löhr 1

Abschied vom Steuerstaat – Dirk Löhr

Die frei­wirt­schaft­li­che Theo­rie ist weit mehr als eine Geld­theo­rie. Sie kann auch als eine gegen Mono­po­le im wei­tes­ten Sin­ne gerich­te­te Theo­rie ver­stan­den wer­den. Was aber kann unter „Mono­po­len im wei­tes­ten Sin­ne“ ver­stan­den wer­den? Keynes beschrieb scharf­sin­nig die Eigen­schaf­ten der kri­ti­schen Assets und Dirk Löhr macht sie verständlich.