Kategorie: Ausgabe 03 – 2012

Einkommensgruppen in Deutschland - © Martin Bangemann 0

Einkommen und Einkommensunterschiede – Helmut Creutz

Wie das Jah­res­ein­kom­men des VW-Chefs Win­ter­korn mit rund 17 Mil­lio­nen, hat auch das des BMW-Chefs Reit­ho­fer mit rund 6,2 Mio. kürz­lich Schlag­zei­len gemacht. Nicht ohne Grund, denn selbst wenn man die­ses letzt­ge­nann­te Ein­kom­men um den Steu­er-Höchst­be­trag auf 3,4 Mil­lio­nen redu­ziert, liegt es noch beim 86-fachen des ver­füg­ba­ren Ein­kom­mens eines Durch­schnitts-Haus­halts in unse­rem Land, das 2007 bei 40.550 Euro gele­gen hat. Die­ser bereits schwer nachvollziehbare
Unter­schied nimmt jedoch noch erheb­lich zu, wenn man – wie Wal­ter Wüllen­we­ber kürz­lich im Stern – zum Ver­gleich das Ver­mö­gens­ein­kom­men der Fami­lie Quandt her­an­zieht, die als Haupt­ak­tio­när von BMW im ver­gan­ge­nen Jahr 650 Mil­lio­nen abkas­sier­te und damit das 106-fache des Fir­men­chefs und – eben­falls besteu­ert – mit 370 Mil­lio­nen das 9.140-fache eines Nor­mal­haus­halts erhielt!

Allegorische Darstellung der Lust am Stadttheater, Gießen. 0

Lust auf neues Geld – Andreas Bangemann

Das ist doch ein­mal etwas ande­res. Statt sich mit den immer wir­rer wer­den­den Gescheh­nis­sen um Poli­tik und Finanz­markt her­um­zu­är­gern, frö­nen wir der Lust! Doch was ist wohl mit „neu­em Geld“ gemeint? Mit dem Geld, das wir zu ken­nen glaub­ten, scheint ja etwas Grund­le­gen­des im Argen zu lie­gen. Wir erle­ben, wie es sich erkenn­bar in unvor­stell­ba­ren Men­gen bei eini­gen weni­gen sam­melt und es bei den aller­meis­ten hin­ten und vor­ne fehlt, bei man­chen gar über­haupt nicht mehr ankommt. Immer kla­rer wird dabei: Es han­delt sich nicht um einen Pro­zess, der maß­geb­lich durch mehr oder weni­ger Leis­tung beein­flusst wird, son­dern das im Besitz haben von Geld genügt, um zu Reich­tum zu kom­men. Immer kla­rer wird auch, dass wir mit die­sem Geld einer leid­vol­len Kata­stro­phe ent­ge­gen gehen. Von einem sol­chen Geld haben wir und immer mehr Men­schen auf der gan­zen Welt die Nase voll. Die­ses Geld ent­zweit, macht ein­sam und zer­stört nach und nach alles, was uns lieb und „teu­er“ ist. Wir wis­sen, was wir nicht mehr wollen.

Geld muss fließen, wie dieser Bach 0

Die Welt braucht fließendes Geld – Wolfgang Berger

Die Leser die­ser Zeit­schrift wis­sen es: Geld muss flie­ßen, wenn es sei­ne wohl­tu­en­den Wir­kun­gen ent­fal­ten soll – flie­ßen wie Blut in unse­rem Kör­per oder wie Was­ser in der Natur. Der klei­ne Trick mit gro­ßer Wir­kung beim flie­ßen­den Geld ist, dass das Aus­ge­ben belohnt wird, nicht das Fest­hal­ten. Wer Geld zurück­hält, zahlt eine klei­ne Steu­er. Die­ser „Umlauf­im­puls“ ent­fällt für den, der Geld aus­gibt, inves­tiert, lang­fris­tig anlegt oder ver­schenkt. Dadurch ver­ste­tigt sich der Geldumlauf.

Bälle © Martin Bangemann 0

Das Geld ist der Fußball der Volkswirtschaft – Silvio Gesell Zitat

Die Rol­le, die die Geld­sub­stanz spielt, lässt sich ziem­lich gut mit dem ver­glei­chen, was das Leder des Fuß­bal­les für die Spie­ler bedeu­tet. Es kommt den Spie­lern durch­aus nicht auf die Sub­stanz des Bal­les an, auch nicht mal auf sei­nen Besitz. Zerrissen,
beschmutzt, neu oder alt, alles ist gleich­gül­tig. Ist der Ball greif­bar und sicht­bar, so kann die Bal­ge­rei los­ge­hen. Und um mehr han­delt es sich beim Geld auch nicht. Haben oder nicht haben; ein ste­ter rast­lo­ser Kampf um sei­ne Erwer­bung, nicht weil man den Ball, das Geld an sich, den Geld­stoff braucht, son­dern weil man weiß, dass ande­re das Geld wie­der­ge­win­nen und zu sei­ner Wie­der­ge­win­nung Opfer brin­gen müs­sen. Beim Fuß­ball bestehen die­se Opfer in Fuß­trit­ten, beim Geld in Waren. Das ist der gan­ze Unterschied.
Und wer Lieb­ha­ber ist von kur­zen Begriffs­er­klä­run­gen, der wird viel­leicht Freu­de emp­fin­den, wenn ich sage:
Das Geld ist der Fuß­ball der Volkswirtschaft.

„Entweder Kapitalismus oder Sozialismus“ – Friedrich Müller-Reißmann 0

„Entweder Kapitalismus oder Sozialismus“ – Friedrich Müller-Reißmann

„NIEDER MIT DEM KAPITALISMUS – ES LEBE DER SOZIALISMUS“ stand auf dem Spruch­band. „Nein“, dach­te ich, als ich das las, „der Kapi­ta­lis­mus soll ver­schwin­den und der Sozia­lis­mus blei­ben, wo er ist: in unbe­lehr­ba­ren Köp­fen!“ In den gesell­schafts­wis­sen­schaft­li­chen“ Semi­na­ren, die ich sei­ner­zeit als Stu­dent der Phy­sik an der Uni­ver­si­tät Leip­zig besu­chen muss­te, wur­de mir unab­läs­sig ein­ge­häm­mert, dass der „Haupt­in­halt unse­rer Epo­che“ im „Sieg des Sozia­lis­mus über den Kapi­ta­lis­mus“ bestün­de. Den Stu­den­ten der ande­ren Fach­rich­tun­gen ging es zu DDR-Zei­ten nicht bes­ser. – Nun, die Geschich­te folg­te nicht der mar­xis­ti­schen Geschichts­ideo­lo­gie. Indes, die Pro­pa­gan­da­müh­len haben nicht ver­ge­bens geklap­pert. Noch immer sehen vie­le kei­ne ande­re Alter­na­ti­ve zum Kapi­ta­lis­mus, wenn er doch eines Tages sein Ende fin­det, als den „Sozia­lis­mus“.

Billionen-Grab Euro-Rettung – Kommentar von Wilhelm Schmülling 0

Billionen-Grab Euro-Rettung – Kommentar von Wilhelm Schmülling

Viel­leicht sind auch Sie ein wenig irri­tiert dar­über, dass die Euro-Ret­tung ein­fach nicht gelin­gen will, obwohl dafür immer mehr Geld auf­ge­wen­det wird. Die ver­fah­re­ne Situa­ti­on wird mit gro­ßen Zah­len beschrie­ben. Da wer­den Bil­lio­nen­be­trä­ge genannt, die wir uns gar nicht vor­stel­len kön­nen; jedoch die Ursa­che der Mise­re nennt kei­ner. Man­che Leser erwar­ten wohl, von den Auto­ren der HUMANEN WIRTSCHAFT eine Ant­wort. Aus­ge­rech­net bei denen, die volks­wirt­schaft­lich nicht zum Main­stream gehö­ren. Recht haben sie.

Fußballtheorie © Martin Bangemann 0

Die Fußballtheorie des Geldes – Andreas Eschbach

Es ist das immer glei­che Ritu­al: Ein neu­er Finanz­mi­nis­ter tritt sein Amt an und bekräf­tigt in der ers­ten Pres­se­kon­fe­renz sei­ne Ent­schlos­sen­heit, den Haus­halt zu sanie­ren und nun aber wirk­lich die Staats­schul­den abzu­bau­en. Denn, so sagt er wei­ter, es kön­ne nicht ange­hen, dass ein immer grö­ße­rer Teil der Steu­ern in den Schul­den­dienst flie­ße – also in Zin­sen für auf­ge­nom­me­ne Kre­di­te des Staats –; das stel­le eine Bür­de für kom­men­de Gene­ra­tio­nen dar und enge die gestal­te­ri­schen Spiel­räu­me der Regie­rung ein. Und so weiter.

Leserbriefe 03/2012 0

Leserbriefe 03/2012

Ihre Mei­nung ist uns wich­tig. Sen­den Sie uns Ihre Fra­gen, Anre­gun­gen oder per­sön­li­che Mei­nun­gen. Bit­te fas­sen Sie sich kurz, um so wahr­schein­li­cher wird die Ver­öf­fent­li­chung. Die Redak­ti­on behält sich vor, Leser­brie­fe ohne Rück­spra­che zu kürzen.

CC-BY-NC-SA Bruno Jehle 0

MACHT GELD SINN – eine Nachlese – Felix Coeln

In der Woche vom 10. bis 16. März 2012 war wie­der ein­mal alles ganz anders: vie­le Akti­vis­tIn­nen aus der
„Geld­re­for­mer­sze­ne“ mach­ten sich auf in das klei­ne his­to­ri­sche Städt­chen Köthen – nicht um sich das Fürch­ten zu leh­ren – viel­mehr um die gegen­sei­ti­ge Wert­schät­zung zu lernen.

© duxschulz / pixelio.de 2

Reale Zusammenhänge wieder herstellen – Claude-Alain Perrochet

Zur Vor­beu­gung oder Lösung der Schul­den­pro­ble­ma­tik wird immer wie­der ver­langt, man sol­le zum Prin­zip zurück­keh­ren, immer nur aus­zu­ge­ben, was man habe. Der über­mä­ßi­ge (Staats-)Konsum wird ange­pran­gert. Das ist zu kurz gedacht. Dabei wird der Zusam­men­hang zwi­schen Kon­sum, Pro­duk­ti­on und Ein­kom­men ver­ges­sen. Die Güter für den ger­ne kri­ti­sier­ten Kon­sum auf Pump, konn­ten offen­bar pro­blem­los erzeugt wer­den (von der öko­lo­gi­schen Pro­ble­ma­tik mal abge­se­hen). Also war­um auf Kon­sum ver­zich­ten, wenn man sich die­sen von der Güter­pro­duk­ti­on her leis­ten kann? Volks­wirt­schaft­lich gese­hen macht das Nicht-Auslasten
der Pro­duk­ti­ons­mög­lich­kei­ten kei­nen Sinn.

CC-BY-3.0 Bastian Bringenberg, Quelle: Wikimedia Commons 0

Partei ohne Programm? – Marina Weisband im Interview

Kann die Pira­ten­par­tei die Hoff­nun­gen von Geld­re­for­mern erfül­len? Der Lan­des­ver­band Sach­sen-Anhalt hat zumin­dest einen viel­ver­spre­chen­den Vor­stoß gemacht. Tom Aslan hat sich am 16. April 2012 mit Mari­na Weis­band, Bun­des­vor­stands­mit­glied der Pira­ten­par­tei, in Ber­lin zu einem Gespräch für die HUMANE WIRTSCHAFT getroffen.

Andreas Bangemann © Martin Bangemann 1

Vor dem Karren der Lufthändler – Andreas Bangemann

ACTA und die Fra­gen zu geis­ti­gem Eigen­tum und Urhe­ber­rech­ten spal­ten das Lager der Verlierer.
Wenn „Krea­ti­ve“ und Künst­ler gegen die Ver­fech­ter einer den Zei­ten des Inter­net ange­pass­ten Rechts­grund­la­ge für geis­ti­ges Eigen­tum kämp­fen, kann es nur Ver­lie­rer geben. Las­sen sich Künst­ler und Krea­ti­ve vor den Kar­ren derer span­nen, die vor­ge­ben, sich für ihre Belan­ge ein­zu­set­zen, in Wahr­heit aber nur an der mög­lichst noch lan­ge spru­deln­den Geld­quel­le von „Luft­rech­ten“ inter­es­siert sind? Haben die „Pira­ten des Inter­net“ womög­lich das Wohl der Krea­ti­ven weit ehr­li­cher im Peri­skop, als die Lob­by­is­ten der Rechteverwerter?

Monopole auf geistiges Eigentum… – Thijs Markus 0

Monopole auf geistiges Eigentum… – Thijs Markus

Das Copy­right-Mono­pol
Mar­ten Toon­der ist einer der bekann­tes­ten nie­der­län­di­schen Auto­ren. Er gilt als nahe­zu unübersetzbar.
2012 ist von sei­nen Fans als „Toon­der­jahr“ aus­ge­ru­fen wor­den. Er schrieb Geschich­ten, die man als
Fabeln sehen kann, zum Bei­spiel über die Cha­rak­te­re Oli­ver B. Bum­ble und Tom Puss, der let­ze­re basiert
lose auf dem gestie­fel­ten Kater, der ers­te­re auf dem Mar­quis von Cara­bas. Bei­des Cha­rak­te­re aus der
fran­zö­si­schen Fabel „Der gestie­fel­te Kater“ von Charles Per­rault. Wie vie­le ande­re Fabeln, sind sei­ne Geschich­ten häu­fig Para­beln der ech­ten Welt.

© Martin Bangemann 0

Flagge zeigen für das „Fließende Geld“ – Ein Aufruf von Steffen Henke

Am 9. 6. 2012 in der Are­na Leip­zig tref­fen sich Men­schen, die „Lust auf neu­es Geld“ haben. Menschen,
die zei­gen, dass die sicht­ba­ren Fol­gen eines zer­stö­re­ri­schen Geld­sys­tems, eine Gele­gen­heit sind, sich
für etwas Neu­es ein­zu­set­zen. Men­schen, die wie Mil­lio­nen ande­re gegen die Macht des Gel­des und den Dschun­gel des inter­na­tio­na­len Finanz­mark­tes sind. Men­schen, die demons­trie­ren, jedoch nicht gegen etwas Uner­klär­ba­res, son­dern für ech­te Alter­na­ti­ven. Men­schen, die zei­gen wol­len: Ver­än­de­rung ist mög­lich und sie
muss von unten, aus der Bevöl­ke­rung, nach oben, in die Poli­tik getra­gen werden.

(Hu)manigfaltiges 03/2012 0

(Hu)manigfaltiges 03/2012

Kurz­nach­rich­ten und Hinweise:
Mate­ri­ell und see­lisch Aus­ge­beu­te­te Zitat von Andre­as Popp – Aus „Rechts oder Links“
Süd­see-Insel Rapa Iti will welt­weit ein­zig­ar­ti­ge sozi­al­öko­lo­gi­sche Wen­de einleiten
„Express­geld statt Euroaustritt“
Deka­Bank der Spar­kas­sen stoppt Spe­ku­la­ti­on mit Grund­nah­rungs­mit­teln bei eige­nen Fonds
QR-Codes, was ist das? (Wir nen­nen sie Schnekkos)