Kategorie: Archiv 2012

Alle Aus­ga­ben der Zeit­schrift aus dem Jahr 2012

© Martin Bangemann, bestmoose.biz 0

Teufelskreise der Reichtumskonzentration – Friedrich Müller-Reißmann

Ange­sichts von Finanz­kri­se, Staats­ver­schul­dung, Sozi­al­ab­bau usw. wer­den alle mög­li­chen Vari­an­ten von „Rei­chen­steu­ern“ gefor­dert: Erhö­hung der Spit­zen­steu­er­sät­ze, Wie­der­ein­füh­rung der Ver­mö­gens­steu­er, ein­ma­li­ge Son­der­ab­ga­ben auf beson­ders gro­ße Ver­mö­gen,
Zwangs­an­lei­hen usw. Die­se Vor­stö­ße set­zen stra­te­gi­sch an der fal­schen Stel­le an und blen­den eigent­li­ch kri­ti­schen Punkt aus: die Her­kunft des Reich­tums.
Anstatt dar­über nach­zu­den­ken, wie man den Rei­chen etwas von ihrem Reich­tum zuguns­ten der All­ge­mein­heit neh­men kann, soll­te man erst ein­mal die Mecha­nis­men aus­schal­ten, die auto­ma­ti­sch den Reich­tum der Rei­chen zulas­ten der All­ge­mein­heit ohne (eige­ne) Leis­tung end­los ver­meh­ren. Es bringt wenig, den Bestand des Reich­tums zu atta­ckie­ren, wenn man sei­nen Zufluss unan­ge­tas­tet lässt. Nicht „Rei­chen­steu­ern“ sind not­wen­dig, son­dern eine Reform des Geld- und Finanz­sys­tems.

Leserbriefe 06/2012 0

Leserbriefe 06/2012

Ihre Mei­nung ist uns wich­tig! Sen­den Sie uns Ihre Fra­gen, Anre­gun­gen oder per­sön­li­chen Mei­nun­gen. Wir bemü­hen uns, so vie­le Leser­brie­fe unter­zu­brin­gen, wie mög­li­ch. Wenn wir Leser­brie­fe kür­zen, dann so, dass das Anlie­gen der Schrei­ben­den gewahrt bleibt. Leser­brie­fe geben nicht die Mei­nung der Redak­ti­on wie­der.

(Hu)manigfaltiges – 06/2012 0

(Hu)manigfaltiges – 06/2012

— Wirt­schafts­pro­fes­sor will Markt­wirt­schaft von Kapi­ta­lis­mus befrei­en — Kei­ne Leis­tungs­ge­sell­schaft, son­dern eine Ren­tier­s­wirt­schaft —

Karsten Behr, © Manuel Bangemann 0

Essen: Lesertreffen der HUMANEN WIRTSCHAFT in „neuem“ Raum – Redaktion

In der Katha­ri­nen­stra­ße 14 in Essen-Rüt­ten­scheid fin­det seit vie­len Jah­ren an jedem 2. Diens­tag des Monats um 17 Uhr ein Tref­fen für Leser, Inter­es­sier­te und Freun­de der HUMANEN WIRTSCHAFT statt. Tra­di­tio­nell eröff­net Wil­helm Schmül­ling den Ter­min mit einem Impuls­re­fe­rat und mode­riert im Anschluss die leb­haf­ten Dis­kus­sio­nen zum aktu­el­len Gesche­hen in Wirt­schaft und Poli­tik der stets zahl­rei­chen Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer. Anläss­li­ch der Ver­an­stal­tung am 9. 10. 2012 prä­sen­tier­te sich der Tagungs­raum in atem­be­rau­ben­der Erschei­nung.

Rudolf Steiner um 1891, gemeinfrei, Quelle: Wikipedia. 0

„Dreigliederung des sozialen Organismus“ – Gerhardus Lang

Sil­vio Gesell nennt sein erst­mals 1916 her­aus­ge­ge­be­nes Grund­la­gen­werk „Die natür­li­che Wirt­schafts­ord­nung“. Dazu sagt er selbst: „Die Wirt­schafts­ord­nung, .….…., kann nur inso­fern eine natür­li­che genannt wer­den, als sie der Natur des Men­schen ange­passt ist. Es han­delt sich also nicht um eine Ord­nung, die sich etwa von selbst, als Natur­pro­dukt, ein­stellt. Eine sol­che Ord­nung gibt es über­haupt nicht, denn immer ist die Ord­nung, die wir uns geben, eine Tat, und zwar eine bewuss­te und gewoll­te Tat.“ Er stellt dann noch fest, dass , und dar­um auch „das Maß sei­ner Wirt­schaft.“

Pik Bube, origina by uschi dreiucker / pixelio.de 0

Das Ende einer Skatrunde – Andreas Bangemann

Seit Jah­ren traf sich Klaus mit sei­nen Freun­den, Armin und Vla­do zum wöchent­li­chen Skat­spiel. Im Wech­sel spiel­ten sie jeweils bei einem der drei zu Hau­se am Küchen­ti­sch. Sie lieb­ten den Skat und sie lieb­ten ihn mit all den in Skat­tur­nie­ren unter­sag­ten Vari­an­ten, wie Bock- oder Ram­schrun­den. Die Span­nung erhiel­ten sich die Freun­de, indem sie einen „har­ten“ Pfen­nig-Skat spiel­ten – sie blie­ben bei dem tra­di­tio­nel­len Aus­druck, auch wenn es natür­li­ch längst um Euro­cent ging –, bei dem am glei­chen Abend bar aus­ge­zahlt wird. Da kön­nen im Höchst­fall schon mal 50,- € und mehr den Besit­zer wech­seln. Skat war für die drei Freun­de nicht ein­fach nur Zeit­ver­treib. Ohne Skat wäre ihr Leben ärmer gewe­sen. Des­halb war es ihnen auch wich­tig, dass Skat bei allem Spie­le­ri­schen doch mit der nöti­gen Ernst­haf­tig­keit gespielt wur­de. Ein
Pfen­nig-Skat bestraft leicht­fer­ti­ge und ris­kan­te Spiel­wei­se mit hohen Ver­lus­ten. Aus die­sem Grund war der rela­tiv hohe Ein­satz ein­fach nur
Garant für Ernst­haf­tig­keit und – wie im Fal­le der drei Freun­de – für Spie­le auf einem hohen Niveau. Ein­zig dar­auf kam es ihnen immer an.

Ohne Zentralbankgeld geht nichts – Axel Thorndorff und Tobias Schütze 2

Ohne Zentralbankgeld geht nichts – Axel Thorndorff und Tobias Schütze

Geschäfts­ban­ken wickeln den unba­ren Zah­lungs­ver­kehr ihrer Kun­den ab. Dazu benö­ti­gen sie Zen­tral­bank­geld. Bei einer Über­wei­sung
zahlt eine Kun­din aus ihrer Sicht schein­bar mit Geld von ihrem Giro­kon­to. Für die Geschäfts­bank ist das Giral­geld jedoch eine Ver­bind­lich­keit,
die sie nicht ein­fach so an eine ande­re Bank ohne Gegen­leis­tung los­wer­den kann. Daher müs­sen die Geschäfts­ban­ken unter­ein­an­der die unba­re Kun­den­zah­lung mit einem Zah­lungs­mit­tel beglei­chen, das von den betei­lig­ten Ban­ken akzep­tiert wird. Die Zah­lung muss also auch zwi­schen den Ban­ken erfol­gen, denn ein Über­trag von Giral­geld stellt zunächst eine Kre­dit­ge­wäh­rung der Emp­fän­ger­bank an die Geber­bank
dar. Die gegen­sei­ti­gen Kre­dit­li­mits der Ban­ken sind jedoch auf­grund des jewei­li­gen Risi­ko­ma­nage­ments begrenzt.

Hot Euro, © Martin Bangemann, bestmoose.de 2

Vollgeld… – Helmut Creutz

Ein Bei­trag zur Lösung unse­rer Geld­pro­ble­me oder zur wei­te­ren Ver­wir­rung? – Ver­su­ch einer Klä­rung
„Mit der Ein­füh­rung des Voll­gel­des wäre … mit einem Schlag die Euro­kri­se been­det. Die bestehen­den Staats­schul­den aller Euro­län­der wären kein Pro­blem mehr und die Finanz­märk­te wären froh, wenn sie über­haupt noch Staats­an­lei­hen zum Kauf fin­den. Die Euro­staa­ten könn­ten sich ent­spannt auf die Ein­hal­tung des Fis­kal­pak­tes und der Schul­den­brem­se und den Aus­gleich der Han­dels­de­fi­zi­te kon­zen­trie­ren, so dass kei­ne neu­en lang­fris­ti­gen Staats­schul­den mehr ent­ste­hen.“ [Aus einem Papier des Ver­eins „ Initia­ti­ve Mon­e­ta­ti­ve“ von Tho­mas May­er]

Stephan Geue 0

Der blinde Fleck von Greenpeace- Stephan Geue

Ende August fand ich in den Green­peace-Nach­rich­ten, den quar­tals­wei­se erschei­nen­den Infor­ma­tio­nen für För­de­rer der Umwelt­or­ga­ni­sa­ti­on, wie­der ein­mal einen Arti­kel über deren Umwelt­stif­tung. Da als gemein­nüt­zig aner­kann­te Ver­ei­ne selbst kei­ne nen­nens­wer­ten Rück­la­gen bil­den dür­fen, hat Green­peace die­se Stif­tung gegrün­det. Stif­tun­gen dür­fen Rück­la­gen bil­den, ja, sie müs­sen es sogar; Rück­la­gen sind, so wie Stif­tun­gen heut­zu­ta­ge „kon­stru­iert“ sind, sozu­sa­gen deren Exis­tenz­grund­la­ge. Und den Zweck der Stif­tung legt der­je­ni­ge fest, der sie grün­det und das Grün­dungs­ka­pi­tal ein­bringt. Eigent­li­ch könn­te das Finanz­amt also auch gleich den Ver­ei­nen die Bil­dung von Rück­la­gen erlau­ben.

© Pat Christ
Foto: © Pat Christ
0

Nicht mehr länger nur Mainstream – Pat Christ

Dass ein ange­hen­der Maschi­nen­bau­er ein recht strik­tes Stu­di­um durch­lau­fen muss, mit viel Mathe­ma­tik, Tech­ni­scher Mecha­nik, Elek­tro­tech­nik
und Inge­nieur­geo­me­trie, das leuch­tet noch ein. Doch eine Volks­wir­tin? Die soll­te, wie jede ande­re Sozi­al­wis­sen­schaft­le­rin, ein wesent­li­ch freie­res Cur­ri­cu­lum haben. Hat sie de fac­to aber nicht. Woge­gen das deutsch­land­wei­te „Netz­werk Plu­ra­le Öko­no­mik“ Sturm läuft. In einem Offe­nen Brief for­dern die Akteu­re eine Neu­ge­stal­tung der Volks­wirt­schafts­leh­re. Jeden Mon­tag gibt es an der Uni­ver­si­tät Bay­reu­th nach­mit­tags Übun­gen zur Vor­le­sung „Mathe­ma­ti­sche Grund­la­gen für Wirt­schafts­wis­sen­schaft­ler“. Am Don­ners­tag wird bereits um 8 Uhr am Mor­gen eine (zwei­stün­di­ge) Fra­ge­stun­de ange­bo­ten. Auch da geht es um mathe­ma­ti­sche Grund­la­gen. Am Mon­tag­vor­mit­tag ver­sam­meln sich die Stu­den­tin­nen und Stu­den­ten mit der Matri­kel-End­zif­fer 0 bis 5 im Audi­max, um sich Kennt­nis­se über sta­tis­ti­sche Metho­den anzu­eig­nen. Übun­gen zu jenen Metho­den ste­hen in Bay­reu­th am Diens­tag­nach­mit­tag auf dem Pro­gramm. Am Vor­mit­tag die­ses Tages geht es in einem Inten­siv­kurs um das indus­trie­öko­no­mi­sche The­ma „Markt und Wett­be­werb“.

Dipl.-Psych. Peter Berner 0

Kapitalismuskritik – einmal anders. – Peter Berner

Auch in der gegen­wär­tig wach­sen­den Geld­sys­tem-kri­ti­schen Pro­test­be­we­gung haben es die Ein­sich­ten der Frei­wirt­schafts­leh­re anschei­nend
oft rela­tiv schwer, die ihnen gebüh­ren­de Beach­tung zu fin­den. Liegt dies viel­leicht an dem weit rei­chen­den Per­spek­ti­ven­wech­sel, den die­se Ein­sich­ten erfor­dern? Immer­hin schreibt selbst Hel­mut Creutz, einer der gegen­wär­tig wich­tigs­ten Ver­tre­ter der Frei­wirt­schaft, ein­lei­tend in sei­nem Buch ‚Das Geld-Syn­drom‘: „Das The­ma (Geld) inter­es­sier­te mich (ursprüng­li­ch) eigent­li­ch wenig, denn ich konn­te mir nicht vor­stel­len, dass im Geld ein Pro­blem­feld steckt. Schließ­li­ch hat­te ich mehr als 30 Jah­re lang in der Wirt­schafts­pra­xis damit zu tun, bei Objekt­fi­nan­zie­run­gen, Kal­ku­la­tio­nen und Wirt­schaft­lich­keits­be­rech­nun­gen.“ Heu­te ist die Arbeit von Creutz eine wert­vol­le Quel­le von Zah­len und Fak­ten zur Unter­maue­rung der frei­wirt­schaft­li­chen Argu­men­ta­ti­on. Der fol­gen­de Text möch­te inter­es­sier­ten Ein­stei­gern die Grund­ge­dan­ken die­ser Argu­men­ta­ti­on nahe­brin­gen.

Prof. Dr. Dr. Wolfgng Berger 0

Die globale Finanz- und Schuldenkrise – Wolfgang Berger

Richard Por­tes, Pro­fes­sor an der „Lon­don School of Eco­no­mics“ gilt als bedeu­tends­ter Öko­nom Groß­bri­tan­ni­ens. In 2007 schreibt er: „…
the inter­na­tio­na­li­sa­ti­on of the Ice­lan­dic finan­ci­al sec­tor is a remar­ka­ble suc­cess sto­ry that the mar­kets should bet­ter ack­now­led­ge“ (die erfolg­rei­che glo­ba­le Aus­rich­tung des islän­di­schen Finanz­sek­tors soll­te die Märk­te mehr beein­dru­cken). Fre­de­ric S. Mish­kin – Öko­no­mie­pro­fes­sor
an der „Colum­bia Uni­ver­si­tät New York“ und ehe­ma­li­ger Prä­si­dent der US-Zen­tral­bank – ver­öf­fent­licht in 2007 einen Auf­satz „Finan­ci­al Sta­bi­li­ty in Ice­land“ (Die finan­zi­el­le Sta­bi­li­tät Islands). Die islän­di­sche Zen­tral­bank zahlt ihm dafür 124.000 Dol­lar [http://de.wikipedia.org/wiki/Frederic_Mishkin].

Waage des Vertrauens, © Martin Bangemann, bestmoose.de 0

Die einzige Deckung des Geldes ist Vertrauen. – Andreas Bangemann

Ein kom­men­tie­ren­der Bericht vom ers­ten „Bar­geld­sym­po­si­um“ der Deut­schen Bun­des­bank am 10.10.2012 in Frank­furt am Main.
In sei­ner Eröff­nungs­re­de mach­te Jens Weid­mann, der Prä­si­dent der Deut­schen Bun­des­bank mit einem kur­zen Bli­ck auf die Geschich­te des Bar­gel­des deut­li­ch, wie wich­tig das ein­zi­ge gesetz­li­che Zah­lungs­mit­tel bis heu­te ist. Auch wenn in ent­le­ge­nen Win­kel der Erde noch Urein­woh­ner zur Bezah­lung gro­ße Stei­ne zur Beglei­chung einer Schuld nutz­ten, was eine beson­de­re Form des Bar­gelds dar­stel­le, so habe das „moder­ne“ Bar­geld im Rest der Welt und ins­be­son­de­re in Euro­pa eine unge­bro­che­ne Erfolgs­ge­schich­te auf­zu­wei­sen und das trotz Ent­wick­lung moderns­ter Mög­lich­kei­ten im Bereich elek­tro­ni­scher Zah­lungs­sys­te­me.

Warum hohe Benzinpreise erst der Anfang sind – Norbert Rost 2

Warum hohe Benzinpreise erst der Anfang sind – Norbert Rost

Die hohen Kraft­stoff­prei­se belas­ten Ver­brau­cher und Unter­neh­men. Und sie belas­ten die Wirt­schaft als Gan­zes.
Doch die Dis­kus­si­on um Steu­er­sen­kun­gen greift zu kurz.

„Leider fehlt es noch an Kraft und Mut“ – Pat Christ 0

„Leider fehlt es noch an Kraft und Mut“ – Pat Christ

Nur eine splee­ni­ge Spie­le­rei? Vor allem für älte­re, ein­st in öffent­li­chen Ämtern akti­ve Men­schen ist es schwer, sich auf das The­ma
„Regio­geld“ ein­zu­las­sen, sagt Petra Ber­ger­mann vom Schwa­ba­cher Ver­ein Regio-Mark: „Sie haben nun ein­mal im gege­be­nen Sys­tem als Funk­tio­när funk­tio­niert.“ Die mitt­le­re Gene­ra­ti­on neh­me das, was sie über die Bedeu­tung von regio­na­lem Geld erzäh­le, immer­hin zur Kennt­nis. Doch lei­der feh­le es hier an Zeit, Kraft und Mut, sich für eine Geld­re­form ein­zu­set­zen.

Eine unmögliche Kombination: Kapitalismus und Marktwirtschaft – Wilhelm Schmülling 0

Eine unmögliche Kombination: Kapitalismus und Marktwirtschaft – Wilhelm Schmülling

In jeder Dis­kus­si­on über Armut und Reich­tum wird schnell Einig­keit über die Not­wen­dig­keit zur „Bekämp­fung der Armut“ erzielt, nicht aber über die Bekämp­fung des Reich­tums. Armut ist nun mal Rea­li­tät, die es zu bekämp­fen gilt. Wäh­rend zur „Armuts­be­kämp­fung“ vie­le Vor­schlä­ge prä­sen­tiert wer­den, deren Wirk­sam­kei­ten umstrit­ten sind, stößt bei einer Reich­tums­be­kämp­fung“ (ein kaum gehör­tes Wort!) jeder Vor­schlag auf mas­si­ven Wider­stand derer, die den Reich­tum als
Vor­aus­set­zung zur Min­de­rung der Armut anse­hen. Reich­tum sei nun mal in unse­rer markt­wirt­schaft­li­chen Ord­nung von jeder­mann erreich­bar, wenn er nur intel­li­gent und flei­ßig genug sei.

Ohne Vertrauen funktioniert Geld nicht – Andreas Bangemann 0

Ohne Vertrauen funktioniert Geld nicht – Andreas Bangemann

Ohne die Schwin­gun­gen der Luft, könn­ten wir kei­ne Stim­me wahr­neh­men. Wir hören unse­re Mit­men­schen spre­chen und brau­chen dabei nicht zu wis­sen, war­um Luft schwingt und wel­che Beson­der­hei­ten dabei eine Rol­le spie­len. Es dürf­te eine gro­ße Mehr­heit sein, die nicht all­zu viel Wis­sen über die Schwin­gun­gen von Luft hat. Ich gehö­re auch dazu.

„Alles wandelt sich. Neu beginnen kannst Du mit dem letzten Atemzug.“ – Andreas Bangemann 0

„Alles wandelt sich. Neu beginnen kannst Du mit dem letzten Atemzug.“ – Andreas Bangemann

Die­sen Herbst wird eini­ges pas­sie­ren, das kann ich Ihnen ver­spre­chen! Men­schen wer­den Angst haben. Die Far­be des Laubs wird sich ändern. Men­schen wer­den Geld ver­lie­ren. Das Laub wird von den Bäu­men fal­len. Der Nie­der­gang des Euro wird wei­ter­ge­hen. Das Laub wird nass wer­den. Die Men­schen wer­den ver­wirrt, ver­ängs­tigt und ver­är­gert auf die Stra­ßen Euro­pas gehen. Die Tie­re wer­den sich auf den Win­ter vor­be­rei­ten. Die Men­schen wer­den wei­ter vor der Wirt­schafts­kri­se ste­hen, wie das Kanin­chen vor der Schlan­ge.

Geldsystem: 13½ Gründe für eine grundlegende Erneuerung – Andreas Bangemann 0

Geldsystem: 13½ Gründe für eine grundlegende Erneuerung – Andreas Bangemann

Das Gefühl des Getrie­bens­eins beherrscht mitt­ler­wei­le alle Berei­che des mensch­li­chen Lebens. Die Dra­ma­tik der Ereig­nis­sen nimmt zu und mit ihr die Anzahl der Rat­schlä­ge von allen Sei­ten, was wohl jetzt als nächs­tes zu tun ist. Poli­ti­ker han­deln sprung­haft und
meist „alter­na­tiv­los“. Bür­ge­rin­nen und Bür­ger ver­har­ren im Gefühl der Macht­lo­sig­keit in einer lethar­gi­schen Erstar­rung. Sich ganz auf sich selbst kon­zen­trie­rend, die gro­ßen Din­ge teil­nahms­los beob­ach­tend, bewäl­tigt man sei­nen All­tag. Den­no­ch ist die Lage ange­spannt und von heu­te auf mor­gen kann die ver­meint­li­che Erstar­rung in offe­ne Aggres­si­vi­tät umschla­gen. Wäre es da nicht wahr­li­ch Zeit für eine Inven­tur? Inne­hal­ten, Bestand auf­neh­men und erst dann ent­schei­den, was als nächs­tes zu tun ist? So
han­deln, dass wie­der Ruhe ein­keh­ren und sich lang­fris­ti­ge Ent­wick­lun­gen hin zum Guten ein­stel­len kön­nen? Ohne „Inven­tur“ aller Fra­gen des Geld­sys­tems wer­den wir nicht wei­ter kom­men. Die Lis­te im fol­gen­den soll dyna­mi­sch sein, ergänzt, gekürzt und erwei­tert wer­den. Sie soll dazu bei­tra­gen, die Schwie­rig­kei­ten zu erhel­len.

Reimen gegen den Zeitgeist – Michael Freuding 0

Reimen gegen den Zeitgeist – Michael Freuding

War­um gibt es kei­ne poli­ti­schen Gedich­te mehr? Die­se Fra­ge schwang mit, als die Zeit im März 2011 ihr Pro­jekt „Poli­tik und Lyrik“ aus dem Boden stampf­te. Eine alte Form der poli­ti­schen Aus­ein­an­der­set­zung soll­te wie­der­be­lebt wer­den, eine Form die „schär­fer und wit­zi­ger“ sein konn­te als Arti­kel oder Fotos – mein­ten die Redak­teu­re. Die Fra­ge, war­um es kei­ne poli­ti­schen Gedich­te mehr gab oder gäbe, war für die Initia­to­ren schnell beant­wor­tet: Angeb­li­ch weil wir in einem ideo­lo­gie­frei­en Zeit­al­ter leb­ten, in dem par­tei­po­li­ti­sche oder gar agi­ta­to­ri­sche Inhal­te nicht mehr gefragt sei­en. Inter­es­sant, dach­te ich mir – inter­es­sant, weil ich glau­be, dass die Welt sich nie­mals tie­fer in eine Ideo­lo­gie ver­strickt hat, als das gegen­wär­tig der Fall ist. Nur dass die Urhe­ber die­ser Ideo­lo­gie kaum bekannt sind und nicht den Sta­tus genie­ßen, den man Ideo­lo­gie­stif­tern in frü­he­ren Zei­ten ein­räum­te. Das aber hängt eng mit ihren Glau­bens­sät­zen zusam­men, die Frei­heit und Indi­vi­dua­li­tät zum Zen­trum der neu­en Leh­re erklä­ren. Mit fast schon reli­giö­sem Sen­dungs­be­wusst­sein setzt uns die Maschi­ne­rie der Mas­sen­me­di­en all­täg­li­ch jenen Glau­bens­sät­zen aus und pro­gram­miert uns zu Skla­ven einer Min­der­heit von Glo­ba­li­sie­rungs­pro­fi­teu­ren. Die­se Min­der­heit bezeich­net sich selbst gern als ideo­lo­gie­frei und wis­sen­schafts­ori­en­tiert, ohne über die damit ver­bun­de­nen Vor­tei­le vie­le Worte zu ver­lie­ren. So wirk­sam ist die Gehirn­wä­sche, dass der unin­for­mier­te Mit­läu­fer selbst in den tiefs­ten Kri­sen noch nach jenen Pro­blem­lö­sern schreit, die unse­re Pro­ble­me erst ver­ur­sacht haben. Da herrscht kei­ner­lei Ein­sicht, kein Hauch der Hoff­nung.

„Geld ist nicht grau“ – Pat Christ 0

„Geld ist nicht grau“ – Pat Christ

Ohne Loya­li­tät wür­de gar nichts gehen: Nur weil die Men­schen unaus­ge­spro­chen über­ein­ge­kom­men sind, dass bestimm­te Schei­ne
„Geld“ bedeu­ten, sind die­se Schei­ne auch etwas wert. „Geld ist eine kon­stru­ier­te, eine gemach­te Grö­ße, die der Bürg­schaft einer Sozia­li­tät bedarf“, sagt die Inns­bru­cker Eth­no­lo­gie-Pro­fes­so­rin Dr. Sil­ke Mey­er. In ihrem drei­se­mest­ri­gen Stu­di­en­pro­jekt „Money Mat­ters“ brach­te sie Stu­die­ren­de dazu, über das The­ma „Geld“ ein­mal etwas genau­er nach­zu­den­ken.

Von Geld, Geldmengen und Geldillusionen – Helmut Creutz 0

Von Geld, Geldmengen und Geldillusionen – Helmut Creutz

„Der Versuch, die Geldmenge zu definieren, treibt akribische Experten an den Rand der Verzweiflung. Denn es gibt keine klare Trennungslinie im Kaleidoskop der Anlagen, die es ermöglichen würde, genau den Punkt festzulegen, an dem sich Geld von anderen Anlagen scheidet.“[1]
„Die genaue Definition >der Geldmenge< ist ebenso eine Frage des Geschmacks wie der wissenschaftlichen Notwendigkeit. Neben M1 und M2 haben die Ökonomen mehr als ein Dutzend Geldmengenkonzepte definiert: M3, M1a, M1b!“[2] [1] Deutsche Bundesbank, Monatsbericht Januar 1992 [2] Paul A. Samuelson, in seinem weltweit verbreiteten Lehrbuch „Volkswirtschaftslehre“

In Sozialen Handel investieren – Henk van Arkel 0

In Sozialen Handel investieren – Henk van Arkel

Die in Utrecht in den Nie­der­lan­den ansäs­si­ge Stif­tung „Soci­al TRa­de Orga­ni­sa­ti­on”, kurz „STRO” genannt, ist eine der weni­gen Orga­ni­sa­tio­nen der Welt, die alter­na­ti­ve Geld­sys­te­me entwickelt.[1] STRO kon­zen­triert sich auf Alter­na­ti­ven zum aktu­el­len Geld, weil es offen­sicht­li­ch ist, dass das herr­schen­de Geld­sys­tem unnö­ti­ge Armut erzeugt und eine gefähr­li­che Belas­tung für die Umwelt und jede Kul­tur dar­stellt.

„Kaufe Lokal“ – Arthur M. Gruenbaum 0

„Kaufe Lokal“ – Arthur M. Gruenbaum

Die Soci­al Tra­de Orga­ni­sa­ti­on (STRO) ist Initia­tor des „Kau­fe Lokal“-Programms und setzt sich für des­sen Kom­bi­na­ti­on mit kom­ple­men­tä­ren Wäh­run­gen ein, da die­se die posi­ti­ve Wir­kung lokal­be­wuss­ten Ein­kau­fens noch ver­stär­ken.

Das Unternehmertum in einer solidarischen postkapitalistischen Wirtschaft – Norbert Bernholt 0

Das Unternehmertum in einer solidarischen postkapitalistischen Wirtschaft – Norbert Bernholt

Die Pro­duk­ti­on von Gütern und Dienst­leis­tun­gen ist eine zutief­st gesell­schaft­li­che Ange­le­gen­heit, die in der kapi­ta­lis­ti­schen Wirt­schaft über­wie­gend von pri­vat­wirt­schaft­li­ch orga­ni­sier­ten Unter­neh­men wahr­ge­nom­men wird. Hier­an wird sich – nach unse­ren Vor­stel­lun­gen – auch in einer soli­da­ri­schen nach­ka­pi­ta­lis­ti­schen Öko­no­mie im Prin­zip nichts ändern. Aller­dings muss sich die Ver­fas­sung ins­be­son­de­re der gro­ßen Unter­neh­men und das Umfeld, in dem sie agie­ren, radi­kal ändern. In den fol­gen­den Aus­füh­run­gen soll es dar­um gehen, Grund­zü­ge einer neu­en Unter­neh­mens­ver­fas­sung zu ent­wer­fen, die bewirkt, dass Unter­neh­men
nur dann erfolg­reich sind, wenn sie sich in den Dienst der Men­schen und der Umwelt stel­len.

Zakat – Ein Diskussionsbeitrag von Jörg Schreiner 0

Zakat – Ein Diskussionsbeitrag von Jörg Schreiner

Bei der Dis­kus­si­on über die (Wieder-)Einführung einer Ver­mö­gens­steu­er, ent­ste­hen zahl­rei­che Fra­gen. Wer soll besteu­ert wer­den?
Was soll besteu­ert wer­den? Wie ver­mei­det man eine Flucht vor der Ver­mö­gens­steu­er?

Piratenpartei und Geldsystem: Der Nebel lichtet sich – Roland Rottenfußer 0

Piratenpartei und Geldsystem: Der Nebel lichtet sich – Roland Rottenfußer

Das Rät­sel­haf­te sti­mu­liert die Fan­ta­sie, und die Pira­ten­par­tei ist die Sphinx unter den poli­ti­schen Akteu­ren. Spe­zi­ell in Wirt­schafts­fra­gen glänz­te sie bis­lang durch Fest­le­gungs­scheu. Sind die Pira­ten eine „Links­par­tei mit Inter­net­an­schluss“, wie Geg­ner behaup­ten, oder doch ver­kapp­te Wirt­schafts­li­be­ra­le? Wer­den nach dem Grund­ein­kom­men auch umlauf­ge­si­cher­tes Geld und Regio­nal­wäh­run­gen bei der Par­tei eine poli­ti­sche Hei­mat fin­den? Der Erfolg der Pira­ten weckt Begehr­lich­kei­ten, und der Kampf um die See­le der Par­tei ist im vol­len Gan­ge. Wohin steu­ert das Pira­ten­schiff? Und wie könn­te das Wirt­schafts­pro­gramm aus­se­hen, das auf dem Bun­des­par­tei­tag im Novem­ber ver­ab­schie­det wer­den soll? Eine Zwi­schen­bi­lanz.

Demokratie in Gefahr! – Wilhelm Schmülling 0

Demokratie in Gefahr! – Wilhelm Schmülling

Ist es ange­bracht, in einer Zeit, in der die Euro-Kri­se eska­liert, über Demo­kra­tie zu reden und die Regie­rung an ihre Pflich­ten zu erin­nern? Noch nie war es nöti­ger als jetzt, da grund­le­gen­de Ent­schei­dun­gen über unse­re Wäh­rung anste­hen. Es gibt Zwei­fel dar­über, dass sol­che Ent­schei­dun­gen demo­kra­ti­sch her­bei­ge­führt wer­den. Zwar haben wir in unse­rem demo­kra­ti­sch gewähl­ten Bun­des­tag eine star­ke Oppo­si­ti­on, die unde­mo­kra­ti­sches Vor­ge­hen der Regie­rung anpran­gert. Das glau­ben wir aber nur. In Wirk­lich­keit hat sich die SPD bei den Euro-Ret­tungs­maß­nah­men als Ver­bün­de­te der Regie­rung erwie­sen. Zur­zeit über­prüft das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt das Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren zum ESM-Ver­trag (Euro­päi­scher Sta­bi­li­täts-Mecha­nis­mus). Am 12. Sep­tem­ber fällt das Gericht eine Ent­schei­dung.

Abschied vom Steuerstaat – Dirk Löhr 1

Abschied vom Steuerstaat – Dirk Löhr

Die frei­wirt­schaft­li­che Theo­rie ist weit mehr als eine Geld­theo­rie. Sie kann auch als eine gegen Mono­po­le im wei­tes­ten Sin­ne gerich­te­te Theo­rie ver­stan­den wer­den. Was aber kann unter „Mono­po­len im wei­tes­ten Sin­ne“ ver­stan­den wer­den? Keynes beschrieb scharf­sin­nig die Eigen­schaf­ten der kri­ti­schen Assets und Dirk Löhr macht sie ver­ständ­li­ch.