Kategorie: Wirtschaftspolitik

John Maynard Keynes (gemeinfrei, Wikipedia) 1

Gerechtes Geld – Dieter Suhr

Im Som­mer 2015 jähr­te sich zum 25. Mal der Tag, an dem Prof. Dr. Die­ter Suhr, Rechts­phi­lo­soph an der Uni­ver­si­tät Augs­burg, töd­lich ver­un­glück­te. Mit sei­nem Auf­satz „Gerech­tes Geld“ möch­ten wir an Die­ter Suhr erin­nern und dan­ken sei­ner Frau Mari­an­ne Suhr für die Erlaub­nis zum Wie­der­ab­druck. Die­ser Auf­satz war die über­ar­bei­te­te Fas­sung eines Vor­trags, den Die­ter Suhr auf dem Kon­gress „Arbeit, Geld­ord­nung, Staats­fi­nan­zen“ gehal­ten hat, ver­an­stal­tet von der „Inter­na­tio­na­len Ver­ei­ni­gung für Natür­li­che Wirt­schafts­ord­nung“ vom 12. – 15. Mai 1983 in Wörgl/Tirol. Er erschien zuerst in: Archiv für Rechts- und Sozi­al­phi­lo­so­phie Nr. 3/1983, S. 322 – 339. Auch erschie­nen in Zeit­schrift für…

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Bofinger sollte den Notenbanken maßvoll helfen

Bei­trag von Eck­hard Beh­rens, Hei­del­berg Nun hat sich auch ein bekann­ter deut­scher Öko­nom die For­de­rung zu eigen gemacht, das Bar­geld abzu­schaf­fen. Auch er will damit der Noten­bank mehr Spiel­raum für ihre Geld­po­li­tik ver­schaf­fen. Das ist ein sehr berech­tig­tes Anlie­gen. Es ist rich­tig, das Bar­geld wegen sei­ner Hort­bar­keit ins Auge zu fas­sen. Denn die Mög­lich­keit, Bar­geld fast ver­lust­frei auf­zu­be­wah­ren, hat die soge­nann­te Null­zins­schran­ke für den Leit­zins zur Fol­ge; die Noten­ban­ken kön­nen ihre Leit­zin­sen nicht spür­bar in den nega­ti­ven Raum absen­ken, weil die Ban­ken dann Kre­dit zum Leit­zins auf­neh­men und Bar­geld bun­kern (hor­ten). Aber die For­de­rung, das Bar­geld abzu­schaf­fen, „schüt­tet das Kind…

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Eurobonds – Saurer Apfel

Rund um die »Euro­bonds« ist es auf­fäl­lig ruhig gewor­den. Die Staats­ver­schul­dun­gen in Euro­pa dürf­ten eher nicht klamm­heim­lich zurück­be­zahlt wor­den sein. Die­se Ruhe kurz vor der Bun­des­tags­wahl in Deutsch­land kann nicht ver­wun­dern. Doch kaum jemand zwei­felt dar­an, dass die »Euro­kis­te« spä­tes­tens ab Okto­ber geöff­net wird. Die Wahl­kampf­stra­te­gen trau­en sich auch nicht, das zum The­ma zu machen. Die Par­tei­en könn­ten im Grun­de genom­men nur ver­lie­ren, wenn sie sich damit befass­ten und so beißt der­zeit kei­ner in die­sen sau­ren Apfel Lehnt man die Bonds ab, wie die CDU und die FDP das ver­kün­den, sähe man sich nach der Wahl gezwun­gen, das Wort zu bre­chen. Denn die…

Australien erhebt Gebühr auf bestimmte Einlagen 0

Australien erhebt Gebühr auf bestimmte Einlagen

Ab Janu­ar 2016 sol­len in Aus­tra­li­en Bank­gut­ha­ben von mehr als 250.000 aus­tra­li­schen Dol­lar mit einer Gebühr in Höhe 0,05% belas­tet wer­den. Kei­ne fal­schen Hoff­nun­gen bit­te, das hat nichts mit Erkennt­nis­sen zu tun, die man im Hin­blick auf die Archi­tek­tur des Geld­sys­tems gewon­nen hat. Man kann es eher als eine Ver­zweif­lungs­tat der Regie­rung wer­ten, irgend­wie Herr der immer grö­ßer wer­den­den Pro­ble­me zu wer­den. Man sieht sich einem wach­sen­den Defi­zit des Staats­haus­hal­tes aus­ge­setzt und einem Rück­gang der Kon­junk­tur­aus­sich­ten, bedingt durch nach­las­sen­de Nach­fra­ge aus Chi­na. Die Wel­le der Gegen­wehr for­miert sich natür­lich bereits und man kann erwar­ten, dass das letzt­lich poli­tisch Umge­setz­te sich…

Zaubermittel der Zentralbanken – falsch eingesetzt 0

Zaubermittel der Zentralbanken – falsch eingesetzt

In der FRANKFURTER ALLGEMEINEN SONNTAGSZEITUNG schreibt Lisa Nien­haus zu „Kon­junk­tur – Wir­kungs­lo­ser Sti­mu­lus“ Sie stellt dar, wel­che außer­or­dent­li­chen Sti­mu­li die Noten­ban­ken und die Regie­run­gen seit dem Aus­bruch der Finanz­kri­se im Herbst 2008 gesetzt haben und dass die erhoff­te Wir­kung aus­ge­blie­ben sei. Es sei daher unge­wiss, ob die Zau­ber­mit­tel der Noten­ban­ken aus­rei­chen. Mein Leser­kom­men­tar auf FAZ.net: Ein Zau­ber­mit­tel der Zen­tral­ban­ken ist die Steue­rung der Infla­ti­ons­er­war­tun­gen. Die EZB bezif­fer­te ihr Infla­ti­ons­ziel schon vor 10 Jah­ren auf „unter, aber nahe 2%“. Das Ziel der Geld­wert­sta­bi­li­tät im Sin­ne einer Null-Inflation/Deflation wur­de auf­ge­ge­ben, weil sich die Men­schen bei Geld­wert­sta­bi­li­tät noch ähn­lich ver­hal­ten wie bei Defla­ti­on. Sie…

Kalender 1913 von Erich Mühsam 1

Kalender 1913 von Erich Mühsam

Bild wiki­pe­dia: Müh­sam wäh­rend sei­ner Lehr- und Wan­der­jah­re, um 1906   Janu­ar: Der Rei­che klappt den Pelz empor, und mol­lig glüht das Ofen­rohr. Der Arme klebt, daß er nicht frier, sein Fens­ter zu mit Pack­pa­pier. Febru­ar: Im Fasching schaut der rei­che Mann sich gern ein armes Mäd­chen an. Wie zärt­lich oft die Lie­be war, wird im Novem­ber offen­bar. März: Im Jah­re acht­und­vier­zig schien die neue Zeit hin­auf­zu­ziehn. Ihr, mei­ne Zeit­ge­nos­sen wißt, daß heut noch nicht mal Vor­märz ist. April: Wer Diplo­ma­te wer­den will, nehm sich ein Mus­ter am April. Aus hei­term Blau bricht der Orkan, und nie­mand hat‚s nach­her getan.…

Spiel mit Inflationserwartungen? 0

Spiel mit Inflationserwartungen?

Die Noten­ban­ken sol­len die Infla­ti­ons­er­war­tun­gen steu­ern. Dazu brau­chen sie eine hohe Repu­ta­ti­on, also Glaub­wür­dig­keit, dass sie ihren Ankün­di­gun­gen auch Taten fol­gen las­sen und ihre Zie­le errei­chen wer­den. Den Noten­ban­ken ist von dem Ver­such abzu­ra­ten, mit den Infla­ti­ons­er­war­tun­gen so zu „spie­len“, wie sie das mit den Leit­zin­sen tun. Sta­bi­le, aber höhe­re Infla­ti­ons­ra­ten sind leich­ter erreich­bar als die heu­ti­gen nied­ri­gen Infla­ti­ons­zie­le.

Der unsichtbare Elefant 0

Bundestags-Enquete: Unsichtbarer Elefant bleibt unentdeckt.

Zwar hat der Grü­nen-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te und Mit­glied der Kom­mis­si­on „Wachs­tum, Wohl­stand, Lebens­qua­li­tät“, Dr. Her­mann Ott, eine wich­ti­ge For­de­rung auf­ge­stellt, indem er als ein Ergeb­nis der Kom­mis­si­ons­ar­beit das Absen­ken des Res­sour­cen­ver­brauchs als unab­ding­bar dar­stell­te. Unschein­bar, aber durch­aus bri­sant, kommt auch die Erkennt­nis daher, dass es nicht genü­ge den Res­sour­cen­ver­brauch weni­ger stark anstei­gen zu las­sen, als die Wirt­schafts­leis­tung. Bri­sant, weil die­se Erkennt­nis den Wirt­schafts-Pro­gram­men nahe­zu aller Par­tei­en dia­me­tral ent­ge­gen­steht. Poli­tisch sind wir auf dem Weg, den ein „Wachs­tums­be­schleu­ni­gungs­ge­setz“ pflas­tert und bei des­sen Erlass haben Fra­gen der Umwelt und der Res­sour­cen nur am Ran­de eine Rol­le gespielt. Die Kom­mis­si­on, maß­geb­lich mit Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten aller Par­tei­en…

Offshore-Windkraft – Ordnungspolitik statt Subventionspolitik 1

Offshore-Windkraft – Ordnungspolitik statt Subventionspolitik

Die Poli­tik zur Ener­gie­wen­de ver­kommt zum Vor­wand für Sub­ven­ti­ons­po­li­tik. Dies zei­gen aktu­el­le Pres­se­be­rich­te über die Plä­ne des Umwelt- und des Wirt­schafts­mi­nis­ters zur Haf­tungs­be­gren­zung für die Netz­be­trei­ber und über die Abwäl­zung der Kos­ten für Fehl­in­ves­ti­tio­nen auf die Ver­brau­cher. Die ord­nungs­po­li­tisch unbe­darf­te Ver­brau­cher­schutz­mi­nis­te­rin Aigner, der es nur um die End­ver­brau­cher­prei­se für Haus­halts­strom geht, hat das Ver­dienst, eine Dis­kus­si­on ange­sto­ßen zu haben, die die fau­len Sub­ven­ti­ons- und Haf­tungs-Kom­pro­mis­se des Umwelt- und des Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­ums offen­ge­legt hat. Natür­lich muss der Ver­brau­cher alle unver­meid­li­chen Kos­ten tra­gen, aber markt­wirt­schaft­lich ent­schei­dend ist, durch stren­ge Haf­tungs­re­geln für Kos­ten­mi­ni­mie­rung zu sor­gen. Sonst bei­ßen den Letz­ten die Hun­de. Es reicht markt­wirt­schaft­lich…

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Geldsystem: 13 ½ Gründe für eine Erneuerung

“Was bedeu­tet es, wenn die drin­gen­de Auf­ga­be jetzt nicht dar­in besteht, um jeden Preis zu han­deln, son­dern viel­mehr dar­in, Inven­tur zu machen, um unse­re Schwie­rig­kei­ten zu erhellen?”[1] Das Gefühl des Getrie­benseins beherrscht mitt­ler­wei­le alle Berei­che des mensch­li­chen Lebens. Die Dra­ma­tik der Ereig­nis­se nimmt zu und mit ihr die Zahl der Rat­schlä­ge von allen Sei­ten, was wohl jetzt als nächs­tes zu tun ist. Poli­ti­ker han­deln sprung­haft und meist “alter­na­tiv­los”. Bür­ge­rin­nen und Bür­ger  ver­har­ren mit dem Gefühl der Macht­lo­sig­keit in einer lethar­gi­schen Erstar­rung. Sich ganz auf sich selbst kon­zen­trie­rend, die gro­ßen Din­ge teil­nahms­los beob­ach­tend, bewäl­tigt man sei­nen All­tag. Den­noch ist die Lage…

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Geldsystem: 13 ½ Gründe für eine Erneuerung 2. Teil

Fort­set­zung von Teil 1 | 8 | Insta­bi­li­tät und wach­sen­de Kriegs­ge­fah­ren. Arme Gebie­te wer­den zum Spiel­ball von Spe­ku­la­tio­nen mit Geld. Welt­weit ope­rie­ren­de Groß­kon­zer­ne eig­nen sich die Roh­stoff­vor­kom­men der Ent­wick­lungs­län­der an, beu­ten Land und Leu­te aus und haben nur ihre eige­ne Kapi­tal­ent­wick­lung im Auge.  Geld, das schnell her­ein­kommt, ist genau­so schnell wie­der ver­schwun­den und hin­ter­lässt wirt­schaft­lich rui­nier­te Regio­nen oder gan­ze Län­der. Insta­bi­le poli­ti­sche Ver­hält­nis­se, eine zer­stör­te Umwelt, gro­ße Armut und laten­te Kriegs­ge­fah­ren sind die Fol­ge. | 9 | Wach­sen­de Umwelt­schä­den. Nicht der Nut­zen einer nöti­gen Maß­nah­me für eine intak­te Umwelt steu­ert die Rea­li­sie­rung erfor­der­li­cher Pro­jek­te, son­dern ein­zig die Ren­ta­bi­li­tät des ein­ge­setz­ten Kapi­tals.…

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Zuckerbrot Zins ist vergammelt

Und die Peit­sche Infla­ti­on wird von Geis­ter­hand geführt Die Noten­ban­ken haben für die Geld­po­li­tik ein Instru­ment, mit dem sie direk­ten Ein­fluss neh­men kön­nen: die Höhe des „Haupt­re­f­an­zie­rungs­zin­sat­zes“. Das ist der Zins zu dem sich die Geschäfts­ban­ken Geld bei der Zen­tral­bank lei­hen kön­nen. Die Ver­än­de­rung die­ses Zins­sat­zes hat direk­ten Ein­fluss auf die Zins­ent­wick­lung am Geld­markt. Zuletzt hat die EZB den Haupt­re­fi­nan­zie­rungs­zins­satz auf von 1% auf 0,75% gesenkt. His­to­risch nied­ri­ge Anla­ge­zin­sen und zugleich his­to­risch rie­si­ge Geld­ver­mö­gen bestim­men die Sze­ne­rie am Geld­markt. Wer vom Erar­bei­te­ten etwas zurück­le­gen will, hat bei „siche­ren“ Anla­gen mit Ver­lus­ten zu rech­nen, weil die nied­ri­gen Zin­sen von der Infla­ti­on…

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Reichenzwangsabgabe: Absurd und Absurdesabsurd

Wie kamen die wirk­lich Rei­chen in Deutsch­land zu Reich­tum? In aller Regel durch Geld­ver­mö­gen. Wer hat, dem wird gege­ben und zwar mit mathe­ma­ti­scher Genau­ig­keit. Zins und Zin­ses­zins sind uns – vor­nehm­lich von Wirt­schafts­wei­sen und Anla­ge­be­ra­tern – als 8. Welt­wun­der ver­kauft wor­den. Nun for­dert das DIW die Ein­füh­rung einer Rei­chen­ab­ga­be. Die Logik dahin­ter wol­len wir mal auf­dröseln: Die Rei­chen wur­den durch Geld­ver­mö­gen, Zins und Zin­ses­zins immer rei­cher, unter ande­rem weil der Staat die Geld­ver­mö­gen in Form von Ver­schul­dung auf­ge­nom­men hat. Die Rei­chen wur­den also rei­cher durch den reich­lich flie­ßen­den Zins der Staats­schul­den. Die Schul­den des Staa­tes wuch­sen mit den Geld­ver­mö­gen mit.…

Gar nichts gut am Zuckerhut 1

Gar nichts gut am Zuckerhut

Rio20+! Fest­hal­ten am Wachs­tum hat sys­tem­be­ding­te Grün­de, bricht aber allen Umwelt­be­mü­hun­gen das Genick! Rund 50.000 Men­schen rei­sen um die Welt, weil sie sich Gedan­ken um eine „nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung“ machen. Als man sich vor 20 Jah­ren das ers­te Mal in Rio traf, sprach man vom „wich­tigs­ten Mei­len­stein der inter­na­tio­na­len Umwelt­po­li­tik“. 20 Jah­re, geprägt von Absichts­er­klä­run­gen mit heh­ren Zie­len und einem den­noch immer grö­ßer wer­den­den Res­sour­cen­ver­brauch mit all sei­nen bedroh­li­chen Fol­gen für Mensch und Natur. Es scheint als sei der Umwelt am meis­ten gedient, wenn der­lei „Umwelt­gip­fel“ erst gar nicht statt­fin­den und die tau­sen­de Besu­cher bes­ser einen Wald­spa­zier­gang in ihrer Hei­mat mach­ten. Immer­hin: Es…

Foto unter CC-Lizenz von "teejaybee" auf Flickr 5

Im Sumpf der Schuldenbremse

Bevor wir in den „Sumpf“ ein­tau­chen, müs­sen wir fest­hal­ten: Das Kon­zept einer Schul­den­brem­se als Mit­tel um ein vor dem Kol­laps ste­hen­des Geld­sys­tem zu ret­ten, ist gelin­de gesagt ein volks­wirt­schaft­li­cher Aber­witz. Das volks­wirt­schaft­li­che Schul­den­ma­chen ist unlös­bar ver­bun­den mit dem Auf­bau von Geld­ver­mö­gen. Die Hal­ter von Geld­ver­mö­gen inter­es­siert es bes­ten­falls peri­pher, wer ihr Kapi­tal in Form von Schul­den auf­nimmt und bedient. Es kön­nen dies nur sein: 1.) Unter­neh­men 2.) Pri­va­te Haus­hal­te 3.) Der Staat Wenn ein Teil die­ser Akteu­re in einer Volks­wirt­schaft zukünf­tig auf das Schul­den­ma­chen ver­zich­ten will, dann müs­sen die ver­blei­ben­den die neu ent­ste­hen­den Geld­ver­mö­gen in Form von Schul­den auf­neh­men. Wenn also der…

Es arbeitet noch immer: das Geld 0

Es arbeitet noch immer: das Geld

Seit 2008 ist die Welt in Finanz­fra­gen wach­ge­rüt­telt. Bis dahin Ahnungs­lo­se, in Finanz­fach­krei­sen eben­so wie unter „Nor­ma­len“, haben erken­nen müs­sen, dass in unse­rem Geld­sys­tem so man­ches im Argen liegt. Die per­sön­li­chen Schuld­zu­wei­sun­gen an die Gie­ri­gen und Macht­hung­ri­gen über­wie­gen bis heu­te die ana­ly­ti­schen Beschrei­bun­gen des Gesche­hens, das offen­bar zu kei­nem Ende kom­men will. Schien es eine zeit­lang so, als keh­re in den mit Geld­an­la­gen befass­ten Dienst­leis­tern Demut und Ein­sicht in die Zusam­men­hän­ge ein, so ist man den­noch zum Tages­ge­schäft zurück­ge­kehrt, schlim­mer noch: Man arbei­tet mit den glei­chen Mit­teln, wie eh und je. Der wohl größ­te Unsinn, den die Finanz­bran­che bis heu­te hart­nä­ckig…

Katja Kipping – Sympathisch, aber nicht zu 100% 1

Katja Kipping – Sympathisch, aber nicht zu 100%

Die neue Par­tei­vor­sit­zen­de hat ein sym­pa­thi­sches Wesen. Das darf man auch dann sagen, wenn man ansons­ten nicht viel von der Links­par­tei hält. Sie hat das Herz am rech­ten Fleck und denkt sach­lich und bür­ger­nah über vie­le The­men nach. Wenn sie 100% Steu­ern für alle for­dert, die mehr als 40.000,-€ monat­lich ver­die­nen, dann ist das in gewis­ser Bezie­hung sogar sach­dien­lich. Es wird kaum einen abhän­gig Beschäf­tig­ten geben, der die 40.000 auf sei­nem monat­li­chen Lohn­strei­fen ste­hen hat. Wenn die Gut­ver­die­ner durch Ver­mö­gens­ein­kom­men per Ein­kom­mens­steu­er­er­klä­rung zur Kas­se gebe­ten wer­den, wird in so man­cher Mil­li­ar­därs­fa­mi­lie, das gro­ße Zit­tern begin­nen. 5% Zin­sen aus der 1 Mil­li­ar­de sind 50…

Die Grenzen des Tellerrands 1

Die Grenzen des Tellerrands

Dr. Tho­mas Gambke, Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ter für die Grü­nen, der­zeit Mit­glied in der 2011 vom Bun­des­tag ein­ge­setz­ten Enquete-Kom­mis­si­on „Wachs­tum, Wohl­stand, Lebens­qua­li­tät – Wege zu nach­hal­ti­gem Wirt­schaf­ten und gesell­schaft­li­chem Fort­schritt in der Sozia­len Markt­wirt­schaft“ hat die rich­ti­ge Ein­stel­lung, um in einer sol­chen Kom­mis­si­on mit­zu­wir­ken und sie zu wahr­lich neu­en poli­ti­schen Kon­zep­ten zu füh­ren: Für mich als Natur­wis­sen­schaft­ler ist klar, dass es in einer begrenz­ten Welt kein unbe­grenz­tes Wachs­tum geben kann.  Doch ist er damit in die­sem „Think Tank“ eine – aus Sicht der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger – löb­li­che Aus­nah­me. Ich ver­mu­te Dr. Her­mann Ott von den Grü­nen ist eine wei­te­re. Die Mit­glie­der der Kom­mis­si­on…

Polens Notenbankchef sieht griechische Regionalgeld-Lösung als „innovativ“ an 1

Polens Notenbankchef sieht griechische Regionalgeld-Lösung als „innovativ“ an

In der Finan­ci­al Times Deutsch­land vom 28.3.2012 bringt Marek Bel­ka jenen Mut auf, den er selbst in der Dis­kus­si­on um die bes­ten Lösun­gen der Euro-Kri­se nur ein­zel­nen Wirt­schafts­pro­fes­so­ren attes­tiert. Er sieht zur Stär­kung der grie­chi­schen Wirt­schaft und deren gerin­ge­re Leis­tungs­fä­hig­keit eine zwei­tes, lan­des­in­ter­nes Zah­lungs­mit­tel als eine mög­li­che und gang­ba­re Lösung an. Gute Erfah­run­gen und ein ent­spre­chen­des Know­How, haben die Initia­to­ren und Vor­den­ker des deut­schen Regio­wäh­rungs­pro­jek­tes „Chiem­gau­er“ bereits im Febru­ar dazu ver­an­lasst, die­sen Vor­schlag tief­ge­hend als Lösung dar­zu­le­gen. Auch Eck­hard Beh­rens für das Bad Bol­ler „Semi­nar für frei­heit­li­che Ord­nung“ hat­te einen in die­se Rich­tung gehen­den Vor­schlag aus­ge­ar­bei­tet. Um so erfreu­li­cher, dass…

Klare Worte des Sparkassen-Präsidenten 4

Klare Worte des Sparkassen-Präsidenten

Hein­rich Haa­sis ist der Prä­si­dent des Deut­schen Spar­kas­sen- und Giro­ver­ban­des. In sei­ner Rede zur Bilanz­pres­se­kon­fe­renz 2012 redet er Klar­text, im Hin­blick auf die jüngs­ten „Geld­flu­tun­gen“ durch die EZB, aber auch für das Stamm­buch jener, die sich so inten­siv um die ver­meint­li­che „Geld­schöp­fung aus dem Nichts“ von Geschäfts­ban­ken den Kopf zer­bre­chen: „Bei den Kun­den­ein­la­gen konn­ten die Spar­kas­sen 2011 um 2,0 % auf 783,4 Mrd. EUR zule­gen. Ins­ge­samt leg­ten die Kun­den wei­te­re 15,6 Mrd. Euro in Form von Spar- und ande­ren Ein­la­gen bei Spar­kas­sen an. Das nied­ri­ge Zins­ni­veau ver­an­lass­te die Kun­den auch wei­ter­hin, sehr liqui­de zu blei­ben. So stie­gen die Ter­min­gel­der um…

Ein Herz aus Stein 0

Sehnsucht nach „der“ Volkspartei?

Wäh­rend über die Par­tei­ta­ge der „Eta­blier­ten“ nüch­tern und meist ergeb­nis­ori­en­tiert berich­tet wird, reizt der Bun­des­par­tei­tag der Pira­ten­par­tei die gro­ßen Medi­en zu flan­kie­ren­den Maß­nah­men, wel­che die der­zeit erfolg­reichs­te „Split­ter­par­tei“ in ein eher schlech­tes Licht rücken. Die „Tages­schau“ bringt dabei die eher unbe­kann­te Poli­to­lo­gin Kat­ja Kull­mann in Posi­ti­on, um Äuße­run­gen, wie „Ich wür­de mir wün­schen, dass wie­der sozia­le Stand­punk­te bezo­gen wer­den“ oder „Ich wün­sche mir gro­ße, star­ke, ver­läss­li­che Par­tei­en. Eigent­lich wün­sche ich mir sogar die Rück­kehr der Volks­par­tei statt lau­ter klei­ner Kli­en­tel-Par­tei­en.“ als Gegen­po­si­ti­on zu den poli­ti­schen Empor­kömm­lin­gen auf­zu­bau­en, denen man eher Neo­li­be­ra­lis­mus unter­stellt, als ein sozia­les Gewis­sen. Den Beweis lie­fert Frau…

Erste Konservative schütten das Kind mit dem Bade aus 5

Erste Konservative schütten das Kind mit dem Bade aus

Anders las­sen sich die lau­ter wer­den­den Äuße­run­gen von als kon­ser­va­tiv bekann­ten Medi­en und Poli­ti­kern kaum inter­pre­tie­ren. Die Ereig­nis­se in Eng­land haben eine scho­ckie­ren­de Bru­ta­li­tät und kom­men hier­zu­lan­de offen­bar so man­chem schon viel zu nahe. Grie­chen­land wähn­te man da wei­ter weg und deren Pro­ble­me sah man als eher haus­ge­macht an. Doch mit dem spür­ba­rer wer­den­den Gefühl von Gewalt auf der Stra­ße, wächst die Unru­he, ob denn die jah­re­lang ver­folg­te Poli­tik, die dem Neo­li­be­ra­lis­mus den Weg gebahnt hat, eigent­lich rich­tig war. Wenn der Her­aus­ge­ber der FAZ, Frank Schirr­ma­cher, unter der Über­schrift „Ich begin­ne zu glau­ben, dass die Lin­ke recht hat“ zu Wort…

Wann ist ein Staat pleite? 0

Wann ist ein Staat pleite?

Ein Land ist dann plei­te, wenn es kei­nen Kre­dit mehr bekommt. Wann bekommt es kei­nen Kre­dit mehr? Wenn kein Ver­trau­en in die Rück­zah­lung des­sel­ben besteht. Das Pro­blem an der simp­len Glei­chung: Am Kapi­tal­markt herr­schen ande­re Bedin­gun­gen als in der ratio­na­len Phy­sik. Je mehr Anle­ger glau­ben, dass ein Land Pro­ble­me hat, sei­ne Schul­den zurück­zu­zah­len, des­to höhe­re Zin­sen muss das Land bie­ten; und je höher die Zin­sen, des­to wahr­schein­li­cher ist es, dass das Land die Schul­den nie wird zurück­zah­len kön­nen. Des­halb ist Ver­trau­en das aller­höchs­te Gut im Kapi­ta­lis­mus. via berlinonline.de Sehr lesens­wer­ter Bei­trag von Robert von Heu­sin­ger in der Ber­li­ner Zei­tung. Die…

Greg Mankiw schlägt Wellen 0

Greg Mankiw schlägt Wellen

Der Ein­fluss des Har­vard Pro­fes­sors Greg Man­kiw scheint groß genug, um Ein­fluss auf die FED aus­zu­üben. Nach­dem die New York Times Greg Man­kiws Vor­schlag der nega­ti­ven Zin­sen groß auf­ge­macht hat, wird die­ser Vor­schlag mitt­ler­wei­le welt­weit dis­ku­tiert. Man­kiw selbst gibt an, dass sel­ten ein Vor­schlag von ihm zu einer der­ar­ti­gen Wel­le von Kom­men­ta­ren geführt hat. Tobi­as Bay­er schreibt heu­te in der FTD dar­über und erläu­tert anschau­lich den Weg, der ein­ge­schla­gen wer­den muss, um auch bei nega­ti­ven Zins­ra­ten noch zu einem ste­ten Geld­um­lauf zu kom­men. Ein­lei­tend schreibt Bay­er gar, dass die FED in einer inter­nen Ana­ly­se einen Zins­satz von minus fünf Pro­zent…

Scherenöffnung 0

Scherenöffnung

In regel­mä­ßi­gen Abstän­den wer­den die Ergeb­nis­se der Sta­tis­ti­ker zur Ver­tei­lung und Ent­wick­lung von Ver­mö­gen und Armut prä­sen­tiert. Seit Jah­ren ist das Ergeb­nis der sich abzeich­nen­den Ent­wick­lung gleich: die Sche­re öff­net sich immer wei­ter. Einem wach­sen­den Heer von Habe­nicht­sen steht eine gerin­ge Zahl von Super­rei­chen gegen­über. Letz­te­re schaf­fen es mit ihren Ver­mö­gens­zu­wäch­sen gar, das durch­schnitt­li­che Gesamt­ver­mö­gen jedes ein­zel­nen in der Bevöl­ke­rung zu stei­gern. Für Jeman­den, der die­se Sta­tis­ti­ken mal so eben über­fliegt ergibt sich das Gesamt­bild einer immer ver­mö­gen­der wer­den­den Gesell­schaft.  Die gro­ßen Medi­en haben zu die­ser Fehl­ein­schät­zung einer gefähr­li­chen gesell­schaft­li­chen Ent­wick­lung stets ihr Scherf­lein bei­ge­tra­gen, weil sie weder die dahin­ter…

Ursachen der Wirtschafts- und Finanzmartktkrise 2

Ursachen der Wirtschafts- und Finanzmartktkrise

„In Süd­asi­en bin­det man klei­ne Ele­fan­ten an ein Baum, wo sie dann um ihre Frei­heit kämp­fen, bis sie resi­gnie­ren und den Kampf um ihre Frei­heit auf­ge­ben. Anschlie­ßend genügt sogar bei einem erwach­se­nen Ele­fan­ten ein klei­nes Seil, damit er sich nicht getraut, sich vom Baum los­zu­rei­ßen. Es wäre ein Klacks für den Ele­fan­ten sich zu befrei­en, aber er traut sich nicht mehr“ *   Die Finanz­markt­kri­se offen­bart bei den Men­schen ein ähn­li­ches Phä­no­men. Die Gefan­gen­nah­me durch das herr­schen­de Geld­sys­tem hat offen­bar dazu geführt, dass wir uns nicht mehr trau­en, uns davon zu befrei­en. Da sit­zen die glei­chen Ver­tre­ter aus Poli­tik, Wis­sen­schaft…

USA bringen „Freigeld“ in Umlauf 1

USA bringen „Freigeld“ in Umlauf

Auf „Tagesschau.de“ wird das Kon­junk­tur­sti­mu­lie­rungs­pro­gramm der USA als Frei­geld für die Bür­ger titu­liert. Lei­der wis­sen die Redak­teu­re bei der Tages­schau noch nicht, was „Frei­geld“ wirk­lich ist, sonst wür­den sie das „Wir-schen­ken-jedem-Bür­ger-etwas-und-holen-es-uns-spä­ter-wie­der-über- höhere-Steuern-zurück“-Programm nicht Frei­geld nen­nen. Frei­geld ist ein Kon­zept für eine freie und sozia­le Markt­wirt­schaft, die Zukunft hät­te. Die Wir­kung des­sen, was in den USA jetzt gemacht wird, kann man sich viel­leicht so ver­an­schau­li­chen: Wochen­lan­ge Dür­re im Hoch­som­mer. Die Men­schen wir­ken genau­so „aus­ge­trock­net“ wie der Boden des gan­zen Lan­des. Tie­fe Ris­se sind zu erken­nen. Die Regie­rung beschließt, jedem Bür­ger eine Gieß­kan­ne Was­ser vor­bei­zu­brin­gen und emp­fiehlt, es sinn­voll ein­zu­set­zen. Die Regie­rung…