Kategorie: Finanzmarktkrise

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Stabile Währung durch Haltegebühr auf Geld – Ein Positionspapier

Den Zen­tral­ban­ken gelingt es immer noch nicht, den Geld­wert sta­bil zu hal­ten. Nied­ri­ge Infla­ti­ons­ra­ten und Zin­sen füh­ren außer­dem auf den Güter- und den Kapi­tal­märk­ten zu neu­en Pro­ble­men. Eine spür­ba­re Belas­tung der liqui­den Mit­tel, die den Geld­strom in Fluss hält, könn­te die Pro­ble­me lösen und den Noten­ban­ken nega­ti­ve Leit­zin­sen ermög­li­chen. Die Erst­un­ter­zeich­ner: Initia­ti­ve für Natür­li­che Wirt­schafts­ord­nung e. V. – Vla­do Plaga, Semi­n­ar für frei­heit­li­che Ord­nung e. V. – Eck­hard Beh­rens, Sozi­al­wis­sen­schaft­li­che Gesell­schaft 1950 e. V. – Prof. Dr. Dirk Löhr, Fritz And­res – Fra­gen der Frei­heit, Andre­as Ban­ge­mann – HUMANE WIRTSCHAFT, Bea­te Bock­ting – FAIRCONOMY, Wer­ner Onken – Zeit­schrift für Sozi­al­öko­no­mie…

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Bofinger sollte den Notenbanken maßvoll helfen

Bei­trag von Eck­hard Beh­rens, Hei­del­berg Nun hat sich auch ein bekann­ter deut­scher Öko­nom die For­de­rung zu eigen gemacht, das Bar­geld abzu­schaf­fen. Auch er will damit der Noten­bank mehr Spiel­raum für ihre Geld­po­li­tik ver­schaf­fen. Das ist ein sehr berech­tig­tes Anlie­gen. Es ist rich­tig, das Bar­geld wegen sei­ner Hort­bar­keit ins Auge zu fas­sen. Denn die Mög­lich­keit, Bar­geld fast ver­lust­frei auf­zu­be­wah­ren, hat die soge­nann­te Null­zins­schran­ke für den Leit­zins zur Fol­ge; die Noten­ban­ken kön­nen ihre Leit­zin­sen nicht spür­bar in den nega­ti­ven Raum absen­ken, weil die Ban­ken dann Kre­dit zum Leit­zins auf­neh­men und Bar­geld bun­kern (hor­ten). Aber die For­de­rung, das Bar­geld abzu­schaf­fen, „schüt­tet das Kind…

© Martin Bangemann 1

Experten entdecken umlaufgesichertes Geld

In der inter­na­tio­na­len Pres­se häu­fen sich die kon­struk­ti­ven Bei­trä­ge zu einer Lösung für die der­zei­ti­gen Tur­bu­len­zen. Robert Skidels­ky emp­fiehlt Sil­vio Gesell und „Gestem­pel­tes Geld“ Der bri­ti­sche Wirt­schafts­his­to­ri­ker und bedeu­ten­de Keynes-Bio­gra­ph hat in einem Bei­trag für das Maga­zin „New Sta­tes­man“ dafür plä­diert hin­sicht­li­ch der Lösun­gen im Fal­le Grie­chen­lands über den Vor­schlag von Sil­vio Gesell nach­zu­den­ken. Wie vie­le Exper­ten kon­sta­tiert Skidels­ky eben­falls, dass Grie­chen­land außer­stan­de sein wird, sei­ne Schul­den zu bedie­nen. Die For­de­rung des sieg­rei­chen Bünd­nis­ses „Syri­za“ mit ihrem Chef Alexis Tsi­pras nach einem Schul­den­er­lass befür­wor­tet er. Gleich­zei­tig erin­nert er Deutsch­land dar­an, dass es nach dem 2. Welt­krieg eben­falls von groß­zü­gi­gen Begüns­ti­gun­gen pro­fi­tier­te.…

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Minuszinsen – Wer gewinnt, wer verliert? – Andreas Bangemann

Mythos vom „Klei­nen Spa­rer“ – War­um nied­ri­ge Zin­sen für vie­le Geld­an­le­ger von Vor­teil sind. – Zusam­men­fas­sung: Für Geld­an­la­gen bekommt man wel­che – für Kre­di­te muss man sie bezah­len: Zin­sen. Oft wird jedoch über­se­hen, dass man auch Zin­sen bezahlt, wenn man über­haupt kei­ne Schul­den hat. Zin­sen ste­cken näm­li­ch in allen Prei­sen und Steu­ern. Eine Dis­kus­si­on um nied­ri­ge Zin­sen oder neu­er­dings „Minus­zin­sen“ für ange­leg­tes Kapi­tal ver­liert die­sen Aspekt häu­fig aus den Augen und kommt zu Schluss­fol­ge­run­gen, die mit den Tat­sa­chen nicht über­ein­stim­men. Bei der Fra­ge, wie hoch der Zins­an­teil in den Prei­sen des täg­li­chen Lebens ist, kann man lei­der nur auf Annah­men…

Zentralbanken kaufen im großen Stil Aktien 2

Zentralbanken kaufen im großen Stil Aktien

Ende 2013 belief sich laut Sta­tis­tik der Wert aller welt­weit an den Bör­sen gehan­del­ter Akti­en auf 64,3 Bil­lio­nen US-Dol­lar. Die­ser Wert dürf­te sich bis Juni 2014 ver­grö­ßert haben. Seit 2008 herrscht Welt­wirt­schafts­kri­se, doch kei­ner weiß so recht, was als nächs­tes pas­siert. Zin­sen fal­len auf Null und dar­un­ter, doch auf den Akti­en­märk­ten rei­ten die Bären auf den Bul­len. In Deutsch­land besit­zen noch immer nicht mehr als 5 % der Anle­ger Akti­en. Wie kommt der anhal­ten­de Auf­wärts­trend an den Akti­en­märk­ten zustan­de? Seit ver­gan­ge­nen Diens­tag ist, bis­her offen­bar von den gro­ßen Medi­en weit­ge­hend unbe­merkt, in Lon­don eine plau­si­ble Erklä­rung ver­öf­fent­licht wor­den. Das „Offi­ci­al…

EZB senkt Leitzinsen und führt erstmals „Strafzinsen“ ein 0

EZB senkt Leitzinsen und führt erstmals „Strafzinsen“ ein

Gera­de wird gemel­det, dass die EZB es getan hat. Der Leit­zins wur­de auf 0,15% gesenkt. Und für über Nacht gepark­te Geld­er von Geschäfts­ban­ken bei der Zen­tral­bank wird ein Minus­zins von 0,1 % fäl­lig. Das Gan­ze hat nichts mit grund­sätz­li­chen Ein­sich­ten zu tun, son­dern ist eine Ver­zweif­lungs­tat. Mit ihr erhofft man sich ein bestimm­tes Markt­ver­hal­ten, des­sen Ein­tre­ten aber mehr als unwahr­schein­li­ch ist. Die Pres­se wird sich in den nächs­ten Stun­den und Tagen über­schla­gen mit Deu­tun­gen. Die­se hier wer­den Sie jedoch nir­gends fin­den, denn sie bleibt nicht bei Ver­mu­tun­gen und Wahr­schein­lich­kei­ten ste­cken: http://humane-wirtschaft.de/negativ-bzw-minuszins-oder-zinssenkung-durch-umlaufsicherung-helmut-creutz/

HUMANE WIRTSCHAFT 01/2014 3

Größte Bank Europas gibt nur noch Taschengeld heraus

HSBC, die „Hong­kong & Shang­hai Ban­king Cor­po­ra­ti­on Hol­dings plc), hat ihren Sitz in Lon­don und ist die größ­te Bank Euro­pas. Ihre Bilanz­sum­me belief sich 2012 auf rund 2,7 Bil­lio­nen US-Dol­lar (Euro­päi­sche Bil­lio­nen) und sie beschäf­tig­te 270.000 Mit­ar­bei­ter. Sie gehört laut FSB („Finan­ci­al Sta­bi­li­ty Board“) zu jenen 28 Groß­ban­ken, die als „sys­te­mi­sch bedeut­sa­me Finanz­in­sti­tu­te“ ein­ge­stuft wer­den. 2012 hat der US-Senat die Bank wegen ihrer „durch und durch ver­sau­ten Unter­neh­mens­kul­tur“ gerügt. Auf­grund der Vor­wür­fe, Geld­wä­sche für Ter­ro­ris­ten und Dro­gen­händ­ler zu betrei­ben, einig­te sich die Bank mit der US-Staats­an­walt­schaft auf eine Geld­bu­ße von 1,9 Mil­li­ar­den US-Dol­lar.(1) Unter nor­ma­len Umstän­den hät­te die Bank ihre…

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Eurobonds – Saurer Apfel

Rund um die »Euro­bonds« ist es auf­fäl­lig ruhig gewor­den. Die Staats­ver­schul­dun­gen in Euro­pa dürf­ten eher nicht klamm­heim­li­ch zurück­be­zahlt wor­den sein. Die­se Ruhe kurz vor der Bun­des­tags­wahl in Deutsch­land kann nicht ver­wun­dern. Doch kaum jemand zwei­felt dar­an, dass die »Euro­kis­te« spä­tes­tens ab Okto­ber geöff­net wird. Die Wahl­kampf­stra­te­gen trau­en sich auch nicht, das zum The­ma zu machen. Die Par­tei­en könn­ten im Grun­de genom­men nur ver­lie­ren, wenn sie sich damit befass­ten und so beißt der­zeit kei­ner in die­sen sau­ren Apfel Lehnt man die Bonds ab, wie die CDU und die FDP das ver­kün­den, sähe man sich nach der Wahl gezwun­gen, das Wort zu bre­chen. Denn die…

Australien erhebt Gebühr auf bestimmte Einlagen 0

Australien erhebt Gebühr auf bestimmte Einlagen

Ab Janu­ar 2016 sol­len in Aus­tra­li­en Bank­gut­ha­ben von mehr als 250.000 aus­tra­li­schen Dol­lar mit einer Gebühr in Höhe 0,05% belas­tet wer­den. Kei­ne fal­schen Hoff­nun­gen bit­te, das hat nichts mit Erkennt­nis­sen zu tun, die man im Hin­bli­ck auf die Archi­tek­tur des Geld­sys­tems gewon­nen hat. Man kann es eher als eine Ver­zweif­lungs­tat der Regie­rung wer­ten, irgend­wie Herr der immer grö­ßer wer­den­den Pro­ble­me zu wer­den. Man sieht sich einem wach­sen­den Defi­zit des Staats­haus­hal­tes aus­ge­setzt und einem Rück­gang der Kon­junk­tur­aus­sich­ten, bedingt durch nach­las­sen­de Nach­fra­ge aus Chi­na. Die Wel­le der Gegen­wehr for­miert sich natür­li­ch bereits und man kann erwar­ten, dass das letzt­li­ch poli­ti­sch Umge­setz­te sich…

Widersprüchliche EZB-Politik 1

Widersprüchliche EZB-Politik

In der Süd­deut­schen Zei­tung hat Claus Hul­ver­scheidt am 04. Mai unter der Über­schrift „Spa­ren, aber nicht totspa­ren“ der Bun­des­re­gie­rung gera­ten, die Bereit­schaft der EU-Kom­mis­si­on, Frank­reich mehr Zeit für das Errei­chen des Defi­zit­ziels zu gewäh­ren, zu tole­rie­ren. Im Inter­net habe ich die­sen Kom­men­tar lei­der nicht gefun­den. Zu dem Kom­men­tar habe ich fol­gen­den Leser­brief geschrie­ben: Ihr Rat an Frau Mer­kel, sie sol­le Frank­reich erlau­ben, das Spa­ren auf­zu­schie­ben, um Wachs­tum zu ermög­li­chen, ist fal­sch. Der Aus­gleich des Staats­haus­halts wird erschwert, wenn mit dem Spa­ren nicht sofort begon­nen wird. Die Zins­las­ten stei­gen wei­ter und wei­ter. Aber Sie haben Recht, wenn Sie beto­nen, dass ohne…

Zaubermittel der Zentralbanken – falsch eingesetzt 0

Zaubermittel der Zentralbanken – falsch eingesetzt

In der FRANKFURTER ALLGEMEINEN SONNTAGSZEITUNG schreibt Lisa Nien­haus zu „Kon­junk­tur – Wir­kungs­lo­ser Sti­mu­lus“ Sie stellt dar, wel­che außer­or­dent­li­chen Sti­mu­li die Noten­ban­ken und die Regie­run­gen seit dem Aus­bruch der Finanz­kri­se im Herbst 2008 gesetzt haben und dass die erhoff­te Wir­kung aus­ge­blie­ben sei. Es sei daher unge­wiss, ob die Zau­ber­mit­tel der Noten­ban­ken aus­rei­chen. Mein Leser­kom­men­tar auf FAZ.net: Ein Zau­ber­mit­tel der Zen­tral­ban­ken ist die Steue­rung der Infla­ti­ons­er­war­tun­gen. Die EZB bezif­fer­te ihr Infla­ti­ons­ziel schon vor 10 Jah­ren auf „unter, aber nahe 2%“. Das Ziel der Geld­wert­sta­bi­li­tät im Sin­ne einer Null-Inflation/Deflation wur­de auf­ge­ge­ben, weil sich die Men­schen bei Geld­wert­sta­bi­li­tät noch ähn­li­ch ver­hal­ten wie bei Defla­ti­on. Sie…

Nutze es oder verliere es! 0

Nutze es oder verliere es!

Alles braucht sei­ne Zeit. Japan lebt seit mehr als 20 Jah­ren mit immen­sen Staats­schul­den und einer kaum in den Griff zu bekom­men­den Defla­ti­on. Japan wird auch immer als Gegen­bei­spiel benutzt, wenn Geld­re­for­mer Zins und Zin­ses­zins als den Motor der zer­stö­re­ri­schen Ungleich­ver­tei­lung anpran­gern.  20 Jah­re Nied­rigst­zins hät­ten angeb­li­ch auch kei­ne ande­re Situa­ti­on geschaf­fen, als die unse­re, heißt es dann. Man über­sieht bei die­sem ober­fläch­li­chen Hin­se­hen geflis­sent­li­ch, dass Nied­rigst­zins immer nur für die gilt, die sich damit zufrie­den geben. Über­all auf der Welt ver­fü­gen die Rei­chen, sowie die insti­tu­tio­nel­len Anle­ger über jene orga­ni­sa­to­ri­schen Mit­tel, die es braucht, um Kapi­tal dort­hin flie­ßen zu las­sen, wo…

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Hilflos in Europa

Zuneh­mend wer­den Ver­mu­tun­gen geäu­ßert, wonach die gro­ßen Geld­ver­mö­gen längst aus Zypern abge­wan­dert sind und sich der Gläu­bi­ger-Betei­li­gung, die jetzt beschlos­sen wur­de, ent­zo­gen haben. Im Wett­ren­nen zwi­schen dem „Hasen“ Poli­tik und den schlau­en Igeln der Finanz­wirt­schaft steht der Sie­ger schon von Beginn an fest. Die alter­na­tiv­lo­se Poli­tik ist chan­cen­los. Glaubt denn ernst­haft jemand, dass die mit größ­ter Pro­fes­sio­na­li­tät und unter Ein­satz moderns­ter Werk­zeu­ge ver­wal­te­ten Rie­sen­ver­mö­gen gedul­dig war­ten, bis die büro­kra­ti­sche Poli­tik sie belangt? Kann man es den Akteu­ren ver­übeln? Es ist ein alter Hut: Wenn der Ban­ken­run des „klei­nen Man­nes“ sich auf­macht, nach­dem die Ban­ken wie­der auf­ma­chen, dann ist das Wesent­li­che bereits…

ESM – Der Rettungsschirm ist gerettet und darf jetzt retten,… 5

ESM – Der Rettungsschirm ist gerettet und darf jetzt retten,…

…fragt sich nur: Wen oder was eigent­li­ch? Ein Kom­men­tar von Dr. Ger­har­dus Lang Unter dem Titel „Abfuhr für Euro-Skep­ti­ker“ hat Wil­helm Höl­ke­mei­er in der Neu­en Würt­tem­ber­gi­schen Zei­tung (NWZ) einen Kom­men­tar zum der­zei­ti­gen Urteil des BVG zum ESM- Ret­tungs­schirm ver­fasst. Zu die­sem Kom­men­tar habe ich auch einen Kom­men­tar ver­fasst, da es sich hier um ein typi­sches Ver­hal­ten der poli­ti­sch kor­rek­ten Bericht­erstat­tung han­delt. Die­se geht kon­form mit der Poli­tik, deren Haupt­be­mü­hen dar­in liegt, immer das Gegen­teil von dem dar­zu­stel­len, was man eigent­li­ch tut. Gleich­zei­tig fegt man alle die vom Tisch, die ver­su­chen –  mit aller­dings untaug­li­chen Mit­teln -, dem Irr­sinn  Ein­halt zu gebie­ten.…

„Deutschland braucht die Inflation“ 2

„Deutschland braucht die Inflation“

Es ist schon ein bemer­kens­wer­tes Ereig­nis, dass man heu­te (05.09.2012) auf SPIEGEL ONLINE lesen kann: „Geld­po­li­tik in der Kri­se Deutsch­land braucht die Infla­ti­on Ein Kom­men­tar von Wolf­gang Mün­chau“ Kom­men­tiert wird die Infla­ti­ons­angst ange­sichts der von der EZB vor­aus­sicht­li­ch geplan­ten wei­te­ren Käu­fe von Staats­an­lei­hen. Die­ser Angst wird mit guten Argu­men­ten ent­ge­gen­ge­tre­ten – ins­be­son­de­re unter Hin­weis auf inter­na­tio­na­le Erfah­run­gen in den letz­ten Jahr­zehn­ten. Aber lei­der fehlt der Hin­weis, dass die soge­nann­ten Mone­ta­ris­ten nur die hal­be Wahr­heit des Gel­d­es ken­nen, näm­li­ch nur sei­ne Men­ge, nicht auch sei­ne Umlauf­ge­schwin­dig­keit. Was die Mone­ta­ris­ten sagen, stimmt, solan­ge die Umlauf­ge­schwin­dig­keit wirk­li­ch kon­stant ist. Ist sie aber nicht, seit…

Vereinigte Staaten von Europa? 2

Vereinigte Staaten von Europa?

Unter der Über­schrift „Ent­we­der – oder“ hat Mark Schie­ritz in DIE ZEIT vom 31.08.2012 auf Sei­te 3 sau­ber dar­ge­legt, dass eine fal­sche Alter­na­ti­ve dis­ku­tiert wird. Und er lenkt den Bli­ck auf Kon­struk­ti­ons­feh­ler der Wäh­rungs­uni­on, die zum Teil schon beho­ben sind. Dafür gebührt ihm gro­ße Aner­ken­nung. Wer ihm folgt, kann end­li­ch wie­der Hoff­nung schöp­fen, dass die aktu­el­len Pro­ble­me in abseh­ba­rer Zeit – ent­ge­gen der ver­brei­te­ten, poli­ti­sch gefähr­li­chen Stim­mungs­la­ge – doch lös­bar sind.  Dazu muss aber auch noch die Angst der Poli­ti­ker und der Bevöl­ke­rung vor Staats- und vor Ban­ken­plei­ten über­wun­den wer­den. Bei­de sind heu­te nur des­halb ein Hor­ror­trip, weil sach­ge­rech­te Insol­venz­ver­fah­ren feh­len.…

Das Bailout-Verbot ist in den Euro-Verträgen unvollkommen geregelt 2

Das Bailout-Verbot ist in den Euro-Verträgen unvollkommen geregelt

Charles B. Blan­kart hat in der FAZ vom 13. August 2012 mit dem Titel „Die Euro-Zau­ber­lehr­lin­ge“ einen ord­nungs­po­li­ti­sch aus­ge­zeich­ne­ten Bei­trag geschrie­ben, an den man gut anknüp­fen kann. Sie fin­den sei­nen Bei­trag unter http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/europas-schuldenkrise/schuldenkrise-die-euro-zauberlehrlinge-11853410.html oder kurz: http://tinyurl.com/c8vznyc Ich gehe nur auf die feh­len­de Insol­venz­ord­nung ein und ver­brei­te mich nicht zu den wei­te­ren Schrit­ten des SffO-Posi­ti­ons­pa­piers zur Grie­chen­land­kri­se, weil das den Rah­men spren­gen wür­de; sie­he dazu http://www.sffo.de/SFFO_Hellas_3-fach_aus-der-Krise.pdf . Dass in letz­ter Zeit so vie­le lesens­wer­te Bei­trä­ge – ins­be­son­de­re zu ver­fas­sungs­recht­li­chen Fra­gen – erschei­nen, lässt hof­fen, dass es doch bald einen Durch­bruch geben wird zu trag­fä­hi­gen Zukunfts­per­spek­ti­ven für den Euro-Raum. Vor­er­st domi­nie­ren die Feh­ler­ana­ly­sen.…

Geldpolitik mit „Allradantrieb“ – Ein Kommentar zu Trichets Erläuterungen 0

Geldpolitik mit „Allradantrieb“ – Ein Kommentar zu Trichets Erläuterungen

In der Finan­ci­al Times Deutsch­land hat Tri­chet sein Ver­ständ­nis der außer­ge­wöhn­li­chen Maß­nah­men der Noten­ban­ken dar­ge­legt und dazu Stel­lung genom­men, in wel­chem Ver­hält­nis sie zur übli­chen Zins­po­li­tik ste­hen und in wel­cher Rei­hen­fol­ge vom nor­ma­len auf „All­rad­an­trieb“ und umge­kehrt umzu­schal­ten sei. Ein lesens­wer­ter Kom­men­tar mit der Über­schrift „Das Recht der Noten­ban­ken auf Außer­ge­wöhn­li­ches“ Er hebt mit Recht her­vor, dass die außer­ge­wöhn­li­chen Instru­men­te nicht nur eine Fort­set­zung der Stan­dard­geld­po­li­tik mit ande­ren Mit­teln sei­en. Des­halb gebe es auch kei­ne zwin­gen­de Rei­hen­fol­ge für den Ein­satz der Stan­dard­geld­po­li­tik und der außer­ge­wöhn­li­chen Instru­men­te sowie für ihren Rück­zug. Damit erklärt sich, war­um die EZB unter Tri­chet die Zins­sen­kun­gen…

25 Billionen US-Dollar in „Schwarzen Löchern“ 3

25 Billionen US-Dollar in „Schwarzen Löchern“

Der Pul­lit­zer-Preis­trä­ger von 1990 für inves­ti­ga­ti­ven Jour­na­lis­mus Joe Kil­zer hat für „Tri­b­Li­ve“ unter­sucht, wie es um die Steu­er­ge­rech­tig­keit im Hin­bli­ck auf gro­ße Geld­ver­mö­gen steht. Sei­ne Erkennt­nis­se konn­ten erwar­tet wer­den, sind aber ange­sichts der sich welt­weit zuspit­zen­den „Schul­den­kri­sen“ den­no­ch auf­schluss­reich. Dem­nach wird geschätzt, dass sich welt­weit rund 25 Bil­lio­nen US-Dol­lar auf Bank­kon­ten in Län­dern befin­den, die sich durch nied­ri­ge Steu­ern und/oder gut gehü­te­te Bank­ge­heim­nis­se aus­zeich­nen. Bei die­sen Sum­men ver­wi­schen zuneh­mend die Moti­ve der Hal­ter die­ser Geld­an­la­gen. Gewinn­ver­la­ge­run­gen durch Grün­dung von Toch­ter­un­ter­neh­men ver­lie­ren gegen­über dem Ver­ste­cken von Geld­ver­mö­gen an Gewicht. Unter dem Strich steht nur eines fest: Die Nut­zung die­ser inter­na­tio­na­len Bank­ver­ste­cke erfolgt…

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Geldsystem: 13 ½ Gründe für eine Erneuerung

“Was bedeu­tet es, wenn die drin­gen­de Auf­ga­be jetzt nicht dar­in besteht, um jeden Preis zu han­deln, son­dern viel­mehr dar­in, Inven­tur zu machen, um unse­re Schwie­rig­kei­ten zu erhellen?”[1] Das Gefühl des Getrie­bens­eins beherrscht mitt­ler­wei­le alle Berei­che des mensch­li­chen Lebens. Die Dra­ma­tik der Ereig­nis­se nimmt zu und mit ihr die Zahl der Rat­schlä­ge von allen Sei­ten, was wohl jetzt als nächs­tes zu tun ist. Poli­ti­ker han­deln sprung­haft und meist “alter­na­tiv­los”. Bür­ge­rin­nen und Bür­ger  ver­har­ren mit dem Gefühl der Macht­lo­sig­keit in einer lethar­gi­schen Erstar­rung. Sich ganz auf sich selbst kon­zen­trie­rend, die gro­ßen Din­ge teil­nahms­los beob­ach­tend, bewäl­tigt man sei­nen All­tag. Den­no­ch ist die Lage…

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Geldsystem: 13 ½ Gründe für eine Erneuerung 2. Teil

Fort­set­zung von Teil 1 | 8 | Insta­bi­li­tät und wach­sen­de Kriegs­ge­fah­ren. Arme Gebie­te wer­den zum Spiel­ball von Spe­ku­la­tio­nen mit Geld. Welt­weit ope­rie­ren­de Groß­kon­zer­ne eig­nen sich die Roh­stoff­vor­kom­men der Ent­wick­lungs­län­der an, beu­ten Land und Leu­te aus und haben nur ihre eige­ne Kapi­tal­ent­wick­lung im Auge.  Geld, das schnell her­ein­kommt, ist genauso schnell wie­der ver­schwun­den und hin­ter­lässt wirt­schaft­li­ch rui­nier­te Regio­nen oder gan­ze Län­der. Insta­bi­le poli­ti­sche Ver­hält­nis­se, eine zer­stör­te Umwelt, gro­ße Armut und laten­te Kriegs­ge­fah­ren sind die Fol­ge. | 9 | Wach­sen­de Umwelt­schä­den. Nicht der Nut­zen einer nöti­gen Maß­nah­me für eine intak­te Umwelt steu­ert die Rea­li­sie­rung erfor­der­li­cher Pro­jek­te, son­dern ein­zig die Ren­ta­bi­li­tät des ein­ge­setz­ten Kapi­tals.…

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Zuckerbrot Zins ist vergammelt

Und die Peit­sche Infla­ti­on wird von Geis­ter­hand geführt Die Noten­ban­ken haben für die Geld­po­li­tik ein Instru­ment, mit dem sie direk­ten Ein­fluss neh­men kön­nen: die Höhe des „Haupt­re­f­an­zie­rungs­zin­sat­zes“. Das ist der Zins zu dem sich die Geschäfts­ban­ken Geld bei der Zen­tral­bank lei­hen kön­nen. Die Ver­än­de­rung die­ses Zins­sat­zes hat direk­ten Ein­fluss auf die Zins­ent­wick­lung am Geld­markt. Zuletzt hat die EZB den Haupt­re­fi­nan­zie­rungs­zins­satz auf von 1% auf 0,75% gesenkt. His­to­ri­sch nied­ri­ge Anla­ge­zin­sen und zugleich his­to­ri­sch rie­si­ge Geld­ver­mö­gen bestim­men die Sze­ne­rie am Geld­markt. Wer vom Erar­bei­te­ten etwas zurück­le­gen will, hat bei „siche­ren“ Anla­gen mit Ver­lus­ten zu rech­nen, weil die nied­ri­gen Zin­sen von der Infla­ti­on…

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Ein Schuldschein zum Nachdenken

Nahe­zu alle Wirt­schafts-Print­me­di­en und vie­le Radio­sen­der beschäf­tig­ten sich heu­te mit einem rund 450 Jah­re alten Schuld­schein über 400 Gul­den, den die Stadt Mit­ten­wal­de in Bran­den­burg gegen die Stadt Ber­lin gel­tend macht. Bis­her ist es aber in kei­nem Fall der Bericht­erstat­tung über ein unter­halt­sa­mes Fül­len des Som­mer­lochs hin­aus­ge­gan­gen. Dabei böte die Sache reich­li­ch Stoff zum Nach­den­ken. Das gelie­he­ne Geld war laut Urkun­de mit 6% zu ver­zin­sen und ist wohl nie zurück­ge­zahlt wor­den, denn son­st wäre der Schuld­schein ver­nich­tet wor­den. Alle Bericht­erstat­ter erfreu­en sich an der Berech­nung der fäl­li­gen Zin­sen. Rund 110 Mil­lio­nen Euro wäre allei­ne die Zin­sen ohne die Berech­nung von Zin­ses­zin­sen.…

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Reichenzwangsabgabe: Absurd und Absurdesabsurd

Wie kamen die wirk­li­ch Rei­chen in Deutsch­land zu Reich­tum? In aller Regel durch Geld­ver­mö­gen. Wer hat, dem wird gege­ben und zwar mit mathe­ma­ti­scher Genau­ig­keit. Zins und Zin­ses­zins sind uns – vor­nehm­li­ch von Wirt­schafts­wei­sen und Anla­ge­be­ra­tern – als 8. Welt­wun­der ver­kauft wor­den. Nun for­dert das DIW die Ein­füh­rung einer Rei­chen­ab­ga­be. Die Logik dahin­ter wol­len wir mal auf­dröseln: Die Rei­chen wur­den durch Geld­ver­mö­gen, Zins und Zin­ses­zins immer rei­cher, unter ande­rem weil der Staat die Geld­ver­mö­gen in Form von Ver­schul­dung auf­ge­nom­men hat. Die Rei­chen wur­den also rei­cher durch den reich­li­ch flie­ßen­den Zins der Staats­schul­den. Die Schul­den des Staa­tes wuch­sen mit den Geld­ver­mö­gen mit.…

Bankenaufsicht nach dem Subsidiaritätsprinzip 0

Bankenaufsicht nach dem Subsidiaritätsprinzip

Nicht nur nach der Grö­ße der Bank im euro­päi­schen Maß­stab, son­dern auch im Ver­hält­nis zum Geschäfts­feld und zur Grö­ße und Leis­tungs­fä­hig­keit des Sitz­lan­des.

Fünf vor Zwölf © Martin Bangemann, Kontakt: bestmoose.de 3

LIBOR – Lug und Trug

Hät­te man sich aus­den­ken sol­len, was noch hät­te pas­sie­ren müs­sen, damit das ohne­hin auf lan­ge Zei­ten ver­lo­re­ne Ver­trau­en zu Ban­ken, noch wei­ter zer­rüt­tet wird,  man wäre dar­auf nicht so schnell gekom­men: Ein gan­zes „Orches­ter“ an füh­ren­den Groß­ban­ken hat mit dem LIBOR so eine Art „Urme­ter“ der Finanz­welt mani­pu­liert.  René Zey­er ver­gleicht das und sagt, es sei als wür­de in Paris hin­ter ver­schlos­se­nen Türen der Urme­ter um einen Zen­ti­me­ter abge­feilt. Die Aus­wir­kun­gen die­ser Betrü­ge­rei­en in alle Berei­che sind immens und kön­nen kaum in Zah­len aus­ge­drückt wer­den. Die Ent­de­ckung der Mani­pu­la­ti­on der Groß­ban­ken am LIBOR ist eine Art Offen­ba­rungs­eid der Finanz­welt, denn…

(c) Martin Bangemann 1

Stiglitz: „Renditestreben spaltet die Gesellschaft“

Der US-Ame­ri­ka­ni­sche Wirt­schafts­pro­fes­sor und Nobel­preis­trä­ger Jose­ph E. Sti­glitz sagt es in einem Inter­view, das er „Fox­Busi­ness“ gege­ben hat, sehr deut­li­ch. Sehr schön dar­in auch die Beschrei­bung der Per­so­nen, wel­che nach Ren­di­te stre­ben (im eng­li­schen nennt er sie „rent see­kers“): Sie bean­spru­chen ein stets grö­ßer wer­den­des Stück des (Leistungs)-kuchens, zu des­sen Ver­grö­ße­rung sie selbst aber nichts bei­tra­gen. Im wei­te­ren Ver­lauf des Inter­views rela­ti­viert Sti­glitz das Ren­di­te­stre­ben und spricht nur noch von der Ren­di­te, die der „Land­be­sitz“ abwirft. Für sein neu­es Buch, „Pri­ce of Ine­qua­li­ty“, das sich mit der gesell­schaft­li­chen Sche­ren­ent­wick­lung von Arm und Reich aus­ein­an­der­setzt, war er aber offen­bar gezwun­gen, den…

Ökonomen streiten über Bankenunion 0

Ökonomen streiten über Bankenunion

Von Eck­hard Beh­rens Wir haben im Euro-Wäh­rungs­raum sowohl Staats­schul­den­kri­sen als auch Ban­ken­kri­sen. Sie hän­gen zum Teil mit­ein­an­der zusam­men, weil Ban­ken Staats­pa­pie­re hal­ten und Ban­ken­kri­sen, die auf ande­ren Grün­den beru­hen, wie z.B. auf der Immo­bi­li­en­kri­se in Spa­ni­en, die Staa­ten zur Reka­pi­ta­li­sie­rung der Ban­ken nöti­gen, wozu sie gro­ße neue Schul­den machen. Zur Bewäl­ti­gung der Ban­ken­kri­sen, die die Kräf­te der natio­na­len Staa­ten über­schrei­ten, wird eine gemein­sa­me euro­päi­sche Poli­tik gefor­dert unter dem Stich­wort „Ban­ken­uni­on“. Nun end­li­ch beginnt eine offe­ne Kon­tro­ver­se unter den aner­kann­ten Öko­no­men über die Euro-Schul­den­po­li­tik der Bun­des­re­gie­rung. Die Not­wen­dig­keit einer „Ban­ken­uni­on“ ist dabei einer der aktu­el­len Streit­ge­gen­stän­de, bei der tra­di­tio­nel­le Kampf­li­ni­en zwi­schen den Öko­no­men…

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Im Sumpf der Schuldenbremse

Bevor wir in den „Sumpf“ ein­tau­chen, müs­sen wir fest­hal­ten: Das Kon­zept einer Schul­den­brem­se als Mit­tel um ein vor dem Kol­laps ste­hen­des Geld­sys­tem zu ret­ten, ist gelin­de gesagt ein volks­wirt­schaft­li­cher Aber­witz. Das volks­wirt­schaft­li­che Schul­den­ma­chen ist unlös­bar ver­bun­den mit dem Auf­bau von Geld­ver­mö­gen. Die Hal­ter von Geld­ver­mö­gen inter­es­siert es bes­ten­falls peri­pher, wer ihr Kapi­tal in Form von Schul­den auf­nimmt und bedient. Es kön­nen dies nur sein: 1.) Unter­neh­men 2.) Pri­va­te Haus­hal­te 3.) Der Staat Wenn ein Teil die­ser Akteu­re in einer Volks­wirt­schaft zukünf­tig auf das Schul­den­ma­chen ver­zich­ten will, dann müs­sen die ver­blei­ben­den die neu ent­ste­hen­den Geld­ver­mö­gen in Form von Schul­den auf­neh­men. Wenn also der…

Tötet die Boten! 8

Tötet die Boten!

Den Über­brin­gern schlech­ter Nach­rich­ten geht es zuneh­mend schlech­ter. Wenn die Hans-Böck­ler-Stif­tung (PDF) oder die Fried­rich-Ebert-Stif­tung (PDF) wie­der ein­mal Stu­di­en vor­le­gen, die nach­wei­sen, dass die Spal­tung der Gesell­schaft in immer mehr Arme – sogar sol­che mit Arbeits­plät­zen – und weni­ge Super­rei­che unge­min­dert fort­schrei­tet, dann wird das zuneh­mend stär­ker als poli­ti­sch ein­sei­ti­ge Pro­pa­gan­da kom­men­tiert und nur am Ran­de oder gar nicht öffent­li­ch erwähnt. Seit Jahr­zehn­ten wird die lang­sam aber ste­tig vor­an­schrei­ten­de Spal­tung der Gesell­schaft unter­sucht und doku­men­tiert. Doch wie ein Spiel­film, den man schon unzäh­li­ge Male gese­hen hat, wer­den die dies­be­züg­li­chen neu­en Erkennt­nis­se als lang­wei­lig und unin­ter­es­sant wahr­ge­nom­men. Die Reak­tio­nen im Inter­net…