Kategorie: Günther Moewes

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Die neue Superklasse (Teil 2 von 2) – Günther Moewes

Über Zie­le, Mär­chen, Koor­di­na­ten­ver­schie­bun­gen der neu­en Super­klas­se und mög­li­che Gegen­stra­te­gi­en Ist es nicht Legen­den­bil­dung oder gar Ver­schwö­rungs­theo­rie, die Ver­ant­wor­tung für alle Bös­ar­tig­kei­ten die­ser Welt der neu­en Super­klas­se anzu­las­ten? Nein. Denn das, was die­se Super­klas­se defi­niert, eint und aus­macht, ist es, grund­sätz­lich Kapi­tal­in­ter­es­sen über Bevöl­ke­rungs­in­ter­es­sen zu stel­len. Und das dann durch Pseu­do­wis­sen­schaft zu recht­fer­ti­gen. Inso­fern ist sie mit ihren Thinktanks und Stif­tun­gen die inof­fi­zi­el­le glo­ba­le Schalt­stel­le der Kapi­tal­sei­te und der ihr höri­gen poli­ti­schen Par­tei­en. Ihre Zie­le resul­tie­ren nicht aus der absichts­vol­len Ver­schwö­rung ein­zel­ner Mil­li­ar­dä­re, son­dern aus der orga­ni­sier­ten Ver­fil­zung ihrer Kapi­tal­in­ter­es­sen. Die von ihr nicht mehr benö­tig­ten Tei­le der Bevöl­ke­run­gen wer­den…

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Die neue Superklasse (Teil 1 von 2) – Günther Moewes

Die neue Super­klas­se Teil 1: Eine streng wis­sen­schaft­li­che Pole­mik Gün­ther Moe­wes Geschicht­li­che Gro­ß­epo­chen wer­den gemein­hin nach ihren sozia­len Ver­hält­nis­sen benannt: Es gab die Skla­ven­ge­sell­schaf­ten und die Feu­dal­ge­sell­schaf­ten. Unse­re heu­ti­ge Epo­che ver­such­te sich um eine sozia­le Klas­si­fi­zie­rung her­um­zu­drü­cken und nann­te sich gern „Indus­trie­ge­sell­schaft“. Der Aus­druck „Klas­sen­ge­sell­schaft“ war ver­pönt. Tat­säch­lich gab es Zei­ten, in denen ein arg­lo­ses Publi­kum glau­ben konn­te, die Klas­sen­ge­sell­schaft ste­he kurz vor ihrer Über­win­dung. Etwa in West­deutsch­land, als 1949 nach der Wäh­rungs­re­form die Ungleich­ver­tei­lung zumin­dest der rei­nen Geld­ver­mö­gen so gering war wie noch nie. Und als etwas spä­ter Lud­wig Erhard eupho­risch ver­kün­de­te: „Wohl­stand für alle“. Dafür wur­de er schnell…

Neue Schriftenreihe zu Alternativer Ökonomie – Rezension von Günther Moewes 0

Neue Schriftenreihe zu Alternativer Ökonomie – Rezension von Günther Moewes

Schrift über „Piket­tys Kri­sen­ka­pi­ta­lis­mus“ Unter der Über­schrift „Öko­no­mi­sches Alpha­be­ti­sie­rungs­pro­gramm“ hat der rüh­ri­ge klei­ne pad-Ver­lag aus Berg­ka­men eine Rei­he von bis­her 15 Titeln her­aus­ge­bracht, in der u. a. auch zwei frü­he­re Auf­sät­ze aus der „Huma­nen Wirt­schaft“ und ein (stark erwei­ter­ter) aus der „Zeit­schrift für Sozi­al­öko­no­mie“ erschie­nen sind. Ziel der Anfang 2012 begon­ne­nen Rei­he ist es, Alter­na­ti­ven zur gän­gi­gen neo­li­be­ra­len Main­stream-Öko­no­mie zu erläu­tern. Ganz im Sin­ne der For­de­rung des im Mai 2014 in den Medi­en ver­brei­te­ten „Inter­na­tio­na­len Mani­fests für eine plu­ra­le­re Öko­no­mie“ von Wirt­schafts­stu­den­ten aus 21 Län­dern. Und weil die Schrif­ten­rei­he sich nicht an rei­che Neo­li­be­ra­le wen­det, sind die anspruchs­vol­len, aber all­ge­mein­ver­ständ­li­chen…

Piketty – Alter Wein in neuen Schläuchen? – Zitate aus Beiträgen von Günther Moewes 0

Piketty – Alter Wein in neuen Schläuchen? – Zitate aus Beiträgen von Günther Moewes

Die kapi­ta­lis­ti­sche Welt ist tat­säch­lich so unge­recht, wie vie­le immer ver­mu­tet haben. Das ist die Erkennt­nis aus dem „Kapi­tal im 21. Jahr­hun­dert“ von Tho­mas Piket­ty – 1. Pri­vat­ver­mö­gen über­ho­len das Sozi­al­pro­dukt – „Das viel beschwo­re­ne ‚expo­nen­ti­el­le Wirt­schafts­wachs­tum‘ gibt es über­haupt nicht, …zumin­dest nicht in Deutsch­land und den Indus­trie­län­dern. Das rea­le, d. h. infla­ti­ons­be­rei­nig­te Brut­to­in­land­pro­dukt (kurz BIP) ist hier seit 1945 noch nie expo­nen­ti­ell gewach­sen, son­dern stets nur streng line­ar, ver­mut­lich schon seit 1914. Sein Anstieg war im ‚glei­ten­den Durch­schnitt‘ stets eine fast exak­te Gera­de.“ (Human­wirt­schaft 01/2008, S. 15) „Eine Grö­ße steigt seit 1950 im Gegen­satz zum Sozi­al­pro­dukt beharr­lich expo­nen­ti­ell an,…

Arbeit zwischen Verherrlichung und Entwertung – Günther Moewes 0

Arbeit zwischen Verherrlichung und Entwertung – Günther Moewes

„In Deutsch­land waren noch nie so vie­le Men­schen in Arbeit wie 2013“ tönt es aus den Medi­en. Und seit 1960 regel­mä­ßig von allen Kanz­lern: „Die Wen­de auf dem Arbeits­markt steht unmit­tel­bar bevor.“ Es wird der Ein­druck erweckt, die Arbeit näh­me wie­der zu. Die Rea­li­tät sieht anders aus. Tat­säch­lich hat die Zahl der durch­schnitt­lich geleis­te­ten Jah­res­ar­beits­stun­den in Deutsch­land von 1960 bis 2012 um 35,4 auf 64,6 % abge­nom­men, d.h. um mehr als ein Drit­tel. Wenn sich die Zahl der Beschäf­tig­ten trotz­dem erhöht hat, dann nur, weil die­se Ver­rin­ge­rung des tat­säch­lich erbrach­ten Arbeits­vo­lu­mens in Form von unbe­zahl­ter Arbeits­zeit­ver­kür­zung auf drei Mil­lio­nen Teil­zeit­be­schäf­tig­te abge­la­den wur­de. Deren Zahl ist inzwi­schen höher als die der 2,95 Mio. Arbeits­lo­sen. Die­se 64,6 % der 1960 erbrach­ten Arbeits­stun­den geben jedoch noch nicht den tat­säch­li­chen Rück­gang des Arbeits­vo­lu­mens wie­der. Denn in ihr ist ja noch nicht die enorm gestie­ge­ne Arbeits­lo­sig­keit ent­hal­ten. 2012 betrug die Arbeits­lo­sig­keit in Deutsch­land 6,8 % (= 2,95 Mio.), 1960 gan­ze 1,3 % (0,27 Mio.). Wür­de man die 2012 ins­ge­samt tat­säch­lich geleis­te­ten Jah­res­ar­beits­stun­den mit auf die Arbeits­lo­sen ver­tei­len,
hät­te jeder Erwerbs­fä­hi­ge pro Jahr 142 Std. weni­ger arbei­ten müs­sen. Das so ermit­tel­te heu­te erbrach­te Arbeits­vo­lu­men pro Erwerbs­fä­hi­gen beträgt dann nur noch 59 % des­sen von 1960, also über 40% weni­ger.

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Über Kapitalfluten und Hochwasserschutz – Günther Moewes

In den Medi­en erhebt sich der­zeit der ganz gro­ße Auf­schrei: Der Nied­rig­zins brin­ge unse­re gesam­te Alters­ver­sor­gung zum Ein­sturz. Es dro­he Alters­ar­mut. „Und sie wird nicht nur die ohne­hin schon Armen erwi­schen, son­dern jene Mit­tel­schicht, die bis­her immer glaub­te, alles rich­tig zu machen.“ Nicht nur den Arm­ge­mach­ten dro­he Alters­ar­mut – auch die bis­her als pri­vi­le­giert gel­ten­den „Archi­tek­ten, Rechts­an­wäl­te und Ärz­te müs­sen um ihre Ren­ten­an­sprü­che ban­gen“. Und so ganz neben­bei auch vie­le Zins­geg­ner, die ja meist nicht gera­de zur Unter­schicht zäh­len. „Die nied­ri­gen Zin­sen sind allen­falls gut für Haus­käu­fer, die Ban­ken und vor allem für Regie­run­gen“ schreibt DER SPIEGEL.[1] Und für Miet­haie. [1 Alle Zita­te aus DER SPIEGEL 19/2013, Titel­ge­schich­te, S. 63, 68.]

Hal­ten wir erst ein­mal fest: am bis­he­ri­gen Beu­te­sche­ma hat sich wenig geän­dert. Ver­lie­rer sind nach wie vor die Wert­schöp­fen­den, Arbei­ten­den, Arbeits­lo­sen, Arm­ge­mach­ten, Allein­er­zie­hen­den,
Rent­ner und Schuld­ner. Und Gewin­ner sind nach wie vor die Besit­zen­den, Groß­gläu­bi­ger, Spe­ku­lan­ten, Inves­to­ren, Haus­käu­fer und Miet­haie. Nur etwas hat sich geän­dert: Die Regie­run­gen haben ent­deckt, wie sie sich auf Kos­ten der Mil­lio­nen Klein­gläu­bi­ger einen blan­ken Fuß machen kön­nen, wie sie am ele­gan­tes­ten ihre gewal­ti­gen Staats­schul­den auf die Bevöl­ke­run­gen abwäl­zen kön­nen. Nach
der Masche mit Ret­tungs­schir­men und Spar­zwang nun die mit Null­zins­po­li­tik, Infla­ti­on und pri­va­ter Alters­vor­sor­ge. Auch die­se Masche ist uralt. Schon immer haben Staa­ten sich so ihrer Kriegs- und Kri­sen­schul­den ent­le­digt. Und des­halb ist das alles auch seit eh und je früh­zei­tig vor­aus­ge­sagt wor­den, meist von der kri­ti­schen Wis­sen­schaft und manch­mal von den jewei­li­gen Oppo­si­tio­nen der jewei­li­gen Regie­run­gen.

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Dilettantismus oder Komplizenschaft? – Professor Günther Moewes

Was uns als „Euro­kri­se“, „Finanz­kri­se“ oder „Schul­den­kri­se“ prä­sen­tiert wird, ist in Wirk­lich­keit eine „Ver­tei­lungs­kri­se“. Aus­lö­ser sind in ers­ter Linie die immer gewal­ti­ge­ren pri­va­ten Geld­ver­mö­gens­über­schüs­se von einem Pro­zent der Welt­be­völ­ke­rung. Die­se „Refeu­da­li­sie­rung“ ist ein typi­sches Spät­zei­ten­phä­no­men, unaus­weich­li­che Fol­ge eines Mecha­nis­mus, der bereits vor Jahr­hun­der­ten instal­liert wur­de. Euro­kri­se, Ban­ken­kri­se, Schul­den­kri­se sind nicht Pri­mär­ur­sa­chen,
son­dern bereits Sekun­dä­rer­eig­nis­se. Sie haben die Kri­se nicht ver­ur­sacht, aller­dings dras­tisch beschleu­nigt. Fast alle von den Regie­run­gen ergrif­fe­nen Maß­nah­men, egal ob „Ret­tungs­schir­me“ oder „Ret­tungs­flu­tun­gen“, haben stets eins gemein­sam: Sie ver­grö­ßern die Umver­tei­lung von unten nach oben, von den Bevöl­ke­run­gen an die Finan­zo­lig­ar­chen. Dilet­tan­tis­mus oder Metho­de?