Kategorie: Gero Jenner

Prof. Dr. Joseph Huber 0

Prof. Dr. Hubers Vollgeldtheorie – Auf Sand gebaut? – Gero Jenner

Eine tie­fer gehen­de Buch­be­spre­chung – – –  Wis­sen­schaft­li­che Arbei­ten las­sen eine Beur­tei­lung nach ver­schie­de­nen Kri­te­ri­en zu, von denen ich die fol­gen­den für wesent­lich hal­te: – – –  1. Sprach­li­che Kom­pe­tenz – – –  2. Sach­li­che Kom­pe­tenz im Hin­blick auf vor­han­de­nes Wis­sen – – –  3. Päd­ago­gi­sche Kom­pe­tenz bei der Ver­mitt­lung des eige­nen Stand­punk­tes – – –  4. Sach­li­che Kom­pe­tenz im Hin­blick auf den Wahr­heits­ge­halt der Theo­rie – – –  – – –  Ich möch­te mei­ne Bespre­chung des wis­sen­schaft­li­chen Haupt­werks von Prof. Huber von vorn­her­ein so anle­gen, dass ich sie mit dem wis­sen­schaft­li­chen Haupt­werk von Hel­mut Creutz ver­glei­che, der über das­sel­be The­ma, die Geld­theo­rie, sein bekann­tes Werk „Das Geld­syn­drom“ ver­fass­te. Die­ser Ver­gleich scheint mir in…

Pawn circle © Martin Bangemann 0

Warum Menschen gleich sein wollen, Ungleichheit aber… – Gero Jenner

Das Stre­ben nach Gleich­heit bis hin zur for­cier­ten Uni­for­mie­rung ist so alt wie die Mensch­heit, und das aus einem ein­leuch­ten­den Grund: Ungleich­heit und deren Bil­li­gung führt im Extrem zur Deklas­sie­rung von Men­schen: Man lehnt die Unglei­chen als min­der­wer­tig, über­flüs­sig oder gar aus­rot­tens­wert ab. Nur weil wir ande­re Men­schen, sei­en es die der eige­nen Nati­on, sei­en es die frem­der Völ­ker, als grund­sätz­lich gleich betrach­ten, sind wir zu einem fried­li­chen Mit­ein­an­der bereit. Tie­re, selbst nah ver­wand­te, betrach­ten wir nicht so – die Aus­wir­kun­gen sind bekannt. – – –  Das Stre­ben nach Gleich­heit und Ver­ein­heit­li­chung kommt über­all da zur Gel­tung, wo Frie­den zwi­schen Natio­nen und…

Pawn circle © Martin Bangemann 0

Reichtum und Macht in ganz wenigen Händen – Gero Jenner

Reich­tum und Macht in ganz weni­gen Hän­den – – – San­dra Navi­di führt nach Davos auf den Olymp der kapi­ta­lis­ti­schen Super-Hubs – – – Eine tie­fer gehen­de Buch­be­spre­chung von Gero Jen­ner – – –  Eines dop­pel­ten Rekords darf die außer­or­dent­li­che Frau sich rüh­men. Einer­seits hat San­dra Navi­di es fer­tig­ge­bracht, das viel­leicht lang­wei­ligs­te Buch der Sai­son zu schrei­ben: eine Auf­zäh­lung von Per­so­nen, die sämt­lich nur Sche­men blei­ben, eine Anein­an­der­rei­hung von Orten und Super­la­ti­ven, die sich von einem Kapi­tel zum ande­ren auf ermü­den­de Art wie­der­ho­len. – – –  Dabei ist ihr aber ande­rer­seits etwas Ein­zig­ar­ti­ges gelun­gen: Sie ist bis zu den olym­pi­schen Höhen der mäch­tigs­ten und…

© Jorma Bork / pixelio.de 625168 0

Geld und (Un)Freiheit – Gero Jenner

Jean-Jac­ques Rous­seau beant­wor­te­te eine Preis­fra­ge der Aka­de­mie von Dijon mit der uner­war­te­ten The­se, die Zivi­li­sa­ti­on bil­de in Wahr­heit den Anfang aller sozia­len Übel. Wenn Fabi­an Scheid­ler in sei­nem Buch „Das Ende der Mega­ma­schi­ne“ die Rol­le des Gel­des beleuch­tet, dann schlägt er in die glei­che Ker­be. Mit der Ein­füh­rung der Geld­wirt­schaft, wel­che dem Staat ein regel­mä­ßi­ges Steu­er­auf­kom­men gewähr­te, hät­te schon die ers­te orga­ni­sier­te Markt­wirt­schaft der Geschich­te, das klas­si­sche Grie­chen­land, den Men­schen die Frei­heit genom­men. Sie sei­en gezwun­gen wor­den, für den Markt zu pro­du­zie­ren, um sich das nöti­ge Geld zu ver­schaf­fen, von dem sie dann den ihnen auf­er­leg­ten Teil an Steu­ern an…

441573_original_R_K_B_by_Klaus-Steves_pixelio.de 0

Zeit der Gesin­nungs­schnüff­ler – Gero Jen­ner

– – – Es gibt ver­schie­de­ne Arten ein­an­der zu grü­ßen: Man kann beim Kopf begin­nen und mit Argu­men­ten oder sich gegen­sei­tig beschnüf­feln, wie es unter unse­ren vier­bei­ni­gen Freun­den die Regel ist, näm­lich vom Schwan­ze her. – – –  Dann stellt man, noch bevor man über­haupt wis­sen will, was der ande­re zu sagen hat, erst ein­mal fest, ob er links sei oder rechts, ob reli­gi­ös oder ungläu­big, ob hete­ro oder homo, ob libe­ral oder auto­ri­tär. Hat man die Wit­te­rung auf­ge­nom­men, steht das Urteil schon fest. Man drückt sei­nen Bei­fall durch freu­di­ges Wedeln aus oder lässt dem Beiß­re­flex sei­nen Lauf, denn für den Lin­ken ist…

Hand greift Weltkugel 0

Ante Por­tas: Radi­kale und Radi­ka­lis­mus! – Gero Jen­ner

– – –  Über­all in Euro­pa vom Süden bis in den hohen Nor­den ste­hen sie in den Start­lö­chern, bereit für den poli­ti­schen Umbruch: Frem­den­has­ser, Euro­pa­fein­de. In Öster­reich gelang es bei der jüngs­ten Bun­des­prä­si­den­ten­wahl nur äußerst knapp – mit einem Stim­men­vor­sprung von weni­ger als einem Pro­zent – die extre­me Rech­te gera­de noch abzu­schmet­tern. – – –  Euro­pa­weit war ein Auf­at­men zu hören, aber ist damit auch nur eines der Pro­ble­me gelöst, wel­che die rechts­ex­tre­me Oppo­si­ti­on über­all im alten Kon­ti­nent so stark wer­den ließ? Natür­lich nicht – und des­we­gen ist die­ser Wahl­gang ein unheim­li­ches Mene­te­kel: Sie wer­den beim nächs­ten Mal mit Sicher­heit an die Macht gelan­gen,…

© Original by S.Hofschlaeger / pixelio.de 130917 0

Brave new glo­ba­li­zed world! – Gero Jen­ner

Gren­zen­los wach­sen­der Reich­tum? —Pro: Vor zwei Jahr­hun­der­ten wur­de die Welt selbst noch in ihren damals fort­schritt­lichs­ten Tei­len (Euro­pa) von Hun­gers­nö­ten ver­heert, obwohl sie nur den sie­ben­ten Teil, also einen Bruch­teil, der heu­ti­gen Bevöl­ke­rung ernähr­te. Heu­te bie­tet sie mehr als der Hälf­te der Mensch­heit einen Lebens­stan­dard, wie er in frü­he­ren Zei­ten nur einer hauch­dün­nen Eli­te zugäng­lich war. Am deut­lichs­ten lässt sich der gewal­ti­ge mate­ri­el­le Auf­schwung an der Ent­wick­lung Chi­nas able­sen. Nir­gend­wo wur­de in kür­zes­ter Zeit (inner­halb von vier Jahr­zehn­ten) so gro­ßer Reich­tum geschaf­fen, nir­gend­wo sonst schie­ßen die Mil­li­ar­dä­re so zahl­reich aus dem Boden. Die Bür­ger wohl­ha­ben­der Staa­ten müs­sen sich nicht län­ger…

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Karl Marx – ein hellsichtiger Reaktionär? – Gero Jenner

Dass die Kri­se des Kapi­ta­lis­mus zu einer Renais­sance des Inter­es­ses für Karl Marx füh­ren wür­de, war zu erwar­ten. Dass es aber jemand wagen wür­de, den gro­ßen Sozi­aluto­pis­ten als Reak­tio­när zu bezeich­nen, das kommt eher uner­war­tet. Ande­rer­seits leben wir trotz der Kri­se immer noch in einer Spaß- und Sen­sa­ti­ons­ge­sell­schaft, in der es prak­tisch kei­ne Tabus mehr gibt. Von Jesus Chris­tus bis zum Holo­caust wird heu­te alles durch die Spaß- und Poin­ten­müh­le gedreht, Haupt­sa­che, so etwas hat noch kei­ner zuvor behaup­tet. War­um also nicht auch Marx zu einem Reak­tio­när erklä­ren? Die gesun­de Reak­ti­on besteht in einem sol­chen Fall dar­in, den Müll gleich…