Kategorie: Andreas Bangemann

Andreas Bangemann © Martin Bangemann 0

Höchstzinsen für Bares – Editorial

Die Lösung der Blo­ckie­rung ist die Lösung. Das sag­te der Volks­wirt­schafts­leh­re-Pro­fes­sor Bernd Senf vor 20 Jah­ren. – – –  „Flie­ßen las­sen“ nann­te er das fun­da­men­ta­le Prin­zip des Natür­li­chen und Leben­di­gen. – – –  Die (be)herrschende Öko­no­mie form­te dem­zu­fol­ge kei­nen Wirt­schafts­or­ga­nis­mus, obwohl die Wirt­schaft dem Leben die­nen soll­te. Das Hor­ten und Zurück-, bzw. Vor­ent­hal­ten ist die gewinn­träch­tigs­te Leit­li­nie. Die Welt­wirt­schaft wird domi­niert von „Stau­damm­be­sit­zern“, die – gedeckt von Recht und Gesetz – die Nut­zung lebens­wich­ti­ger Din­ge blo­ckie­ren kön­nen: Grund und Boden, Erfin­dun­gen, Kunst jeg­li­cher Art und nicht zuletzt Geld. – – –  Geld fließt nur in dem Maße, in dem es die Geld­hal­ter für lukra­tiv erach­ten. Geld, eine…

Das Fotomuseum (FOMU) in Antwerpen
Foto: Andreas Bangemann
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Steuerhafen fern der Küste – Ein Bericht von Andreas Bangemann

pätes­tens seit den „Pana­ma Papers“ sind sie in aller Mun­de. Im Deut­schen die „Steu­er­oa­sen“ oder „-para­die­se“. Im Eng­li­schen hei­ßen sie aus­sa­ge­kräf­ti­ger „Off shore tax havens“. Zu lesen gibt es dar­über mitt­ler­wei­le sehr viel. An Bil­dern man­gelt es. – – –  Das Foto­mu­se­um (FOMU) in Ant­wer­pen wid­me­te die­sem The­ma eine Aus­stel­lung, die bis 9. Okto­ber 2016 zu sehen war. – – –  „Show us the money“ hieß die Samm­lung aus Foto­gra­fi­en, Text­ta­feln und künst­le­ri­schen Umset­zun­gen des The­mas Geld. Hin­ter­her hat­te man das Gefühl geball­te Infor­ma­tio­nen bekom­men zu haben, ohne dass sie beleh­rend wirk­ten. – – –  Wer im Raum, der von Künst­ler Car­los Spot­tor­no erfun­de­nen „WTF-Bank“ wan­delt oder Platz…

Ulrich Grober - Der leise Atem der Zukunft 0

Der leise Atem der Zukunft – Eine Buch­re­zen­sion von Andreas Ban­ge­mann

– – –  Ulrich Gro­ber: „Der lei­se Atem der Zukunft“ – Vom Auf­stieg nach­hal­ti­ger Wer­te in Zei­ten der Kri­se. oekom ver­lag Mün­chen, Juli 2016, Paper­back, 320 Sei­ten, € 19,95 ISBN 978–3–86581–807–2 – – – https://www.oekom.de/nc/buecher/gesamtprogramm/buch/der-leise-atem-der-zukunft.html – – –  Ulrich Gro­ber ist ein aner­kann­ter Nach­hal­tig­keits­ex­per­te. Sein Buch „Die Ent­de­ckung der Nach­hal­tig­keit“ gilt eben­so als Stan­dard­werk, wie „Vom Wan­dern“. Im vor­lie­gen­den Werk ver­knüpft er sei­ne bei­den Her­zens­the­men auf beson­de­re Wei­se. Der Autor lässt den Leser auf eine erzäh­le­ri­sche Wan­de­rung gehen, die Lust macht. Lust auf das Wan­dern als Frei­zeit­be­tä­ti­gung, Lust auf das Erschlie­ßen von Städ­ten und Regio­nen zu Fuß, aber vor allem Lust auf das Ent­de­cken…

Andreas Bangemann © Martin Bangemann 0

Frie­den unter Vor­be­halt – Edi­to­rial

– – –  Kein Men­sch wird auf die Fra­ge: „Will­st Du Krieg?“ ernst­haft mit „Ja!“ ant­wor­ten. Nichts­des­to­trotz herrscht an unzäh­li­gen Orten Krieg. In Euro­pa war die Kriegs­ge­fahr seit dem Zwei­ten Welt­krieg nie grö­ßer als der­zeit. In Deutsch­land ist die „Herr­sche­rin“ über den Kriegs­ap­pa­rat eine Frau mit 7 Kin­dern! Sie ent­sen­det Sol­da­tin­nen und Sol­da­ten – die Kin­der besorg­ter Eltern – in Kri­sen­her­de auf der gan­zen Welt. Sie unter­stützt die Poli­tik der NATO, die sich klamm­heim­li­ch von einem Ver­tei­di­gungs­bünd­nis zu einer Kriegs­ma­schine ent­wi­ckel­te. Stän­dig droh­te man Russ­land nach dem Zer­fall der Sowjet­re­pu­bli­ken, es nicht wagen zu sol­len, sei­nen mili­tä­ri­schen Ein­fluss auf die Staa­ten in…

Kopatz Ökoroutine 0

Das Erfor­der­li­che zur Rou­ti­ne machen – Eine Buch­re­zen­si­on von Andre­as Ban­ge­mann

– – – Micha­el Kopatz: „Öko­rou­ti­ne“ – Damit wir tun, was wir für rich­tig hal­ten. oekom ver­lag Mün­chen, Juli 2016, 416 Sei­ten, € 24,95 ISBN 978–3–86581–806–5 – https://www.oekom.de/nc/buecher/gesamtprogramm/buch/oekoroutine.html – – –  Die mensch­li­che Frei­heits­lie­be wehrt sich sofort, wenn von außen Zwang ein­wirkt, der ein­ge­spiel­te Ver­hal­tens­wei­sen ein­schrän­ken oder gar been­den soll. Die ewig unbe­frie­di­gend zu beant­wor­ten­de Fra­ge, ob man Men­schen zu ihrem Glück zwin­gen kann oder es sogar tun muss steht im Raum. Es ist uner­quick­li­ch, sich mit ihr zu befas­sen. Denn im 21. Jahr­hun­dert will nie­mand in einem „Zwangs­re­gime“ leben. – – –  Die Kehr­sei­te der Medail­le: Unbe­küm­mert haben sich die Aller­meis­ten in der west­li­chen,…

Andreas Bangemann © Martin Bangemann 0

Editorial – Die Probleme der Welt erzeugen Rebellen – Andreas Bangemann

– – –  Darf man der Flut an Kom­men­ta­ren und Ein­schät­zun­gen zur Brex­it-Ent­schei­dung der Bür­ger Groß­bri­tan­ni­ens noch etwas hin­zu­fü­gen? – – –  Vor die­ser Ver­le­gen­heit stand ich bei der Erstel­lung der hier vor­lie­gen­den Aus­ga­be. Ich will es nicht tun und tue es auf gewis­se Wei­se doch. Im Lich­te des Cha­os an Pro­ble­men, denen wir uns mitt­ler­wei­le aus­ge­setzt sehen, ist Brex­it eine fol­gen­schwe­re Zutat im kom­ple­xen Ein­topf der bri­san­ten Welt­la­ge. – – –  Auf chao­ti­sche Pha­sen in Musik­stü­cken las­sen Ton­künst­ler ord­nen­de Ele­men­te fol­gen. Die Jahr­tau­sen­de alte Holz­flö­te kann zur Ord­nung rufen und ein schöp­fe­ri­sches Inter­vall ein­lei­ten. Im Welt­or­ches­ter ist von der­lei Über­gang noch nichts zu spü­ren. – – – …

Andreas Bangemann © Martin Bangemann 0

Aus der Schein­welt in die Sein­welt – Edi­to­rial

Phy­si­ker glau­ben zu wis­sen, es gäbe kein Per­pe­tu­um Mobi­le. Jenes „hypo­the­ti­sche Gerät, das – ein­mal in Gang gesetzt – ohne wei­te­re Ener­gie­zu­fuhr ewig in Bewe­gung bleibt und dabei – je nach zugrun­de­ge­leg­ter Defi­ni­ti­on – mög­li­cher­wei­se auch noch Arbeit ver­rich­tet.“ Das „unmög­li­che Bild“ auf unse­rer Titel­sei­te, die „Pen­ro­se-Trep­pe“, inspi­rier­te den nie­der­län­di­schen Künst­ler M. C. Escher unter ande­rem zu dem Werk „Was­ser­fall“. Dar­in läuft Was­ser in einem geschlos­se­nen Vier­eck schein­bar per­pe­tu­ier­li­ch berg­ab und treibt ein Was­ser­rad an. Ein Trug­bild, das durch die Fest­le­gung einer mil­li­me­ter­ge­n­au bestimm­ten Beob­ach­ter­po­si­ti­on ermög­licht wird. – – –  Damit kor­re­spon­die­rend prägt die Illu­si­on eines per­ma­nen­ten berg­auf die Wirt­schaft. Bei Sto­ckun­gen heißt…

Christian Kreiß - Geplaner Verschleiß 0

Wer­den Ver­brau­cher hin­ters Licht geführt? – Andreas Ban­ge­mann

Der Begriff „geplan­te Obso­le­s­zenz“ bezeich­net eine vom Her­stel­ler nicht publi­zier­te, aber geplan­te absicht­li­che Ver­rin­ge­rung der Lebens­dau­er von Pro­duk­ten. (Quel­le: Wiki­pe­dia) — Das Umwelt­bun­des­amt (UBA) ist in einer beim Öko­in­sti­tut e. V. und der Uni­ver­si­tät Bonn in Auf­trag gege­be­nen Stu­die dem Phä­no­men der auf­fal­len­den ver­kürz­ten Lebens­dau­er von Elek­tro­ge­rä­ten nach­ge­gan­gen. — So wur­de ermit­telt, dass sich zwi­schen 2004 und 2013 die Zahl der Haus­halts­groß­ge­rä­te, die inner­halb von 5 Jah­ren durch neue ersetzt wer­den muss­ten, mehr als ver­dop­pelt hat. Der Anteil wuchs von 3,5 % (2004) auf 8,3 % (2013). Eine Ver­brau­cher­be­fra­gung ergab zudem, dass mehr als 30 % der Kon­su­men­ten mit der Lebens­dau­er der Gerä­te unzu­frie­den sind. —…

Wert d. Euro-Noten 0

Ist Bares Wah­res oder war es das mit Barem? – Andreas Ban­ge­mann

Bar­geld und nega­ti­ve Zin­sen – Zusam­men­hän­ge, Fak­ten und Lösun­gen — Öko­nom Ken­neth Rog­off hei­zen die Dis­kus­si­on zur kom­plet­ten Abschaf­fung von Bar­geld an. Für Deutsch­land sei das völ­lig aus­ge­schlos­sen, heißt es hin­ge­gen aus dem Finanz­mi­nis­te­ri­um. Noch laut­star­ker ist der Wider­spruch aus der Deut­schen Bun­des­bank. — Aus dem Haus des Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ters Wolf­gang Schäub­le erwägt man den­no­ch, Bar­geld-zah­lun­gen ab einer Höhe von 5.000,– € zu ver­bie­ten. Vom Rat der EZB wird der mehr­heit­li­che Wil­le laut, die 500-Euro-Noten abzu­schaf­fen. Und über allem schwe­ben die nega­ti­ven Zin­sen, die mitt­ler­wei­le welt­weit zu einer dau­er­haf­ten Gewiss­heit wer­den. Zeit für eine unauf­ge­reg­te Samm­lung der Fak­ten. — Andre­as Höfert, 2015…

Andreas Bangemann © Martin Bangemann 0

Zwei Geschichten über Bargeld – Editorial

Die ers­te Rei­se ohne mei­ne Eltern führ­te mich 1972 im Alter von 15 Jah­ren nach Frank­reich. Zusam­men mit eini­gen Freun­den ging es auf aben­teu­er­li­che Fahrt über fast 1.000 Kilo­me­ter mit dem Mofa. Die­se Zwei­rä­der hat­ten eine Höchst­ge­schwin­dig­keit von 25 km/h. Auf der Hin­fahrt über­quer­ten wir die Alpen und an man­chen Anstie­gen kam es mir so vor, als könn­te ich zu Fuß gehend rascher vor­an­kom­men. Die 1,5 PS der Kreid­ler MF-2 waren nur auf der Ebe­ne oder berg­ab dazu geeig­net, die lan­ge Mäh­ne, die man in den 70ern zu haben pfleg­te, im „Easy-Rider-Stil“ im Wind wehen zu las­sen. Wie nicht anders…

http://www.nwzonline.de/oldenburg/kultur/kritik-an-sparte-7-des-staatstheaters-offener-brief-kritisiert-programm-des-staatstheaters_a_6,0,244785282.html 0

Das geht zu weit – Andreas Ban­ge­mann

Olden­bur­ger Staats­thea­ter – Kri­tik an expe­ri­men­tier­freu­di­gem „Welt­ret­tungs­pro­gramm“ — Wie „men­schen­ver­ach­tend“ sind die Anhän­ger Sil­vio Gesells? — Die „Spar­te 7“ des Olden­bur­gi­schen Staats­thea­ters ver­schreibt sich nach eige­nem Bekun­den „dem Ide­al einer Demo­kra­ti­sie­rung des Thea­ters“. Gren­zen zwi­schen den ein­zel­nen Thea­ter­dis­zi­pli­nen sol­len eben­so über­wun­den wer­den, wie zwi­schen den Men­schen auf, vor und hin­ter der Büh­ne. Für ein sol­ches Ansin­nen wür­de man vor allem Lob erwar­ten, doch das aktu­el­le Pro­gramm „Post­kol­laps – Gemein­sam weni­ger errei­chen“ bringt elf Thea­ter­gän­ger auf die Bar­ri­ka­den. — Zitat aus der Pro­gramm­be­schrei­bung: „Unter die­sem The­men­schwer­punkt wol­len wir uns auf die Suche nach Alter­na­ti­ven zur Logik des per­ma­nen­ten Wachs­tums bege­ben. Denn…

Andreas Bangemann © Martin Bangemann 0

Ein ande­res Zukunfts­bild des Wirt­schaf­tens – Edi­to­rial

Ein ande­res Zukunfts­bild des Wirt­schaf­tens — Es ist gen­au 10 Jah­re her. Anfang 2006 durf­te ich Sie das ers­te Mal mit mei­nem Edi­to­ri­al begrü­ßen und das aktu­el­le Heft der HUMANEN WIRTSCHAFT ein­lei­ten. In der dama­li­gen Aus­ga­be befand sich auch ein klei­ner Hin­weis auf ein selt­sa­mes Finanz­pro­dukt, mit des­sen Hil­fe in den USA Leu­te mit gerin­gem Ein­kom­men eine eige­ne Immo­bi­lie erwar­ben. Ja sogar Mit­tel­lo­se konn­ten hohe Kre­di­te auf­neh­men, weil die aus­ge­ben­den Ban­ken von den Kre­dit­neh­mern 5 Jah­re kei­ne Til­gung und nicht die vol­le Zins­zah­lung erwar­te­ten. „Opti­on ARM“ (Adjus­ta­ble Rate Mort­ga­ge) hieß das Pro­dukt und ließ den Schuld­ner weit­ge­hend dar­über bestim­men, wie…